WR032 Ferngespräche XIV – Auslandskorrespondenz Mexico

Eigentlich wollte ich ja drei Wochen Pause machen. Aber weil Pläne immer nur so lange gut funktionieren, bis man sich an deren Umsetzung macht und Björn sich spontan angeboten hat, ein wenig aus Mexico zu berichten, haben wir uns heute morgen zusammentelefoniert. Dabei rumgekommen sind knapp anderhalb Stündchen auf gewohntem Kaffeehausniveau über ein Land, von dem ich gerade mal ein Bild im Kopf hatte, das im Wesentlichen auf dem Film „Die drei Amigos“ basiert. Ausserdem ist Anonymous derzeit recht umtriebig in Mexico, was es doppelt interessant macht.

Björn war ausserdem so freundlich, Links zur Vertiefung zusammenzutragen.

Anonymous
taz »Hacker im Krieg mit Drogenkartell«, youtube (español) »Anonymous vs Los Zetas«, youtube (engl.) »Anonymous vs Los Zetas«, Bulli-Board »Anonymous will Korruption in Mexiko aufdecken«, youtube (español + engl.-sub) »#OPcorrupción«, spiegel.de »Anonymous will korrupte Beamte outen«, Überblick Anonymous Agriffe (engl.), Twitter anonymous-méxico »who to follow«, Hashtags: #opmexico

Monterrey / Nuevo Leon
MTY = Monterrey, Nuevo Leon, México (+25.673211,-100.309201), MTY-Reiseführer (engl.), Das Auswärtige Amt zur Lage in MTY

Drogenkrieg
Drogenkrieg Mexiko allgemein, Reuters-Artikel zur Lage in MTY, Casino Royal (mexican google-news search), Reuters-Beitrag »At Least 20 People Killed In Monterrey, Mexico Bar Massacre«, spiegel.de »Getötete Blogger«, spiegel.de Karte der Drogenkartelle (flash), Grafik einer mobilen Kampfeinheit der Narcos


26 Gedanken zu „WR032 Ferngespräche XIV – Auslandskorrespondenz Mexico

  1. Mork vom Ork

    Allzu sicher dürften sich deutsche Hacker im Kampf gegen die mexikanischen Kartelle aber auch nicht fühlen: Laut einer in der Wikipedia angegebenen Quelle arbeiten Los Zetas mit der ’Ndrangheta zusammen. Und daß die keine Probleme damit haben, auch jenseits der Alpen zu morden, hat man ja in Duisburg gesehen.

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    1. malefue

      laut roberto saviano arbeitet die camorra auch sehr eng mit den kartellen in mittelamerika zusammen, hauptsächlich als waffenliferant.
      eigenartigerweise nicht in kolumbien und ecuador, die bevorzugen russische waffentechnik…

  2. SGRed

    Die Sache mit dem Verb „fallen“ und an etwas „gefallen finden“ etc. gibts ja auch im Englischen.

    Falling down, aber auch to fall in love.

    Der Rest des Podcasts war auch sehr interessant 😀

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    1. Björn

      Stimmt, an »fall in love« hatte ich gar nicht gedacht!
      Auch »jemandem verfallen sein« im Deutschen »fällt« in diese Kategorie.

      Das komische ist aber, dass »fallen« im Deutschen und Englischen nach meinem Empfinden mehr in einem romantischen/sexuellen Kontext genutzt wird, und »caer«, das spanische »fallen« in diesem Fall eher mit »mögen« übersetzt werden kann.

      Wenn ich sage »ich mag Anna«, ist das eher neutral und besagt Anna ist nett/cool, was auch immer …

      Wenn ich sage »me gusta Anna«, besagt das laut meiner Spanisch-Lehrerin, dass ich mir eine Beziehung mit Anna wünsche.

      »Anna gefällt mir« drückt für mich eher aus »ich finde Anna attraktiv«.

      Die spanische Entsprechung für »jemanden mögen«, im Sinne von »jemanden nett/cool finden«, würde man hier eher mit »caer«, also »fallen« bilden.

      Die Bedeutung ist also irgendwie vertauscht, jedenfalls empfinde ich das so …

  3. Mühsam

    Also bei Mexico denk ich ja eher an:

    Zapatistas
    Feinster Aggrotech -> Hocico + Nebenprojekte
    Gewalt -> Drogenhandel, Hocico Texte, Natural Born Killers
    Mescalito -> Carlos Castaneda -> „Lehren des Don Juan“ -> wunderbar geschriebener Esoscheiß, einfach als Roman lesen und Spaß haben (Nicht für GWUPler u.ä. Leute mit Stock im Arsch geeignet!)

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  4. Stefan

    Ja war sehr interessant. Ich habe jetzt schon seit mehr als 15 Jahren mit Mexico zu tun. Ich war gleich nach dem Studium dort und habe mich in vielen Ecken Mexicos herumgetrieben und bin jetzt schon seit 12 Jahren mit einer Mexicana verheiratet. Wir leben allerdings hier in Berlin und pendeln regelmäßig nach MX, da dort der größte Teil der Familie lebt. Der Bericht ist recht authentisch und ich wünsche Björn viel Glück. Oaxaca ist sehr zu empfehlen, allerdings gibt es in MX auch sehr viel außerhalb der Tourismusrouten zu entdecken. Björn, wenn Du Heimweh hast, fahre nach Puebla. Dort gibt es auch Hefeweizen und Pumpernickel …… Und seeeehr viele Deutsche 🙁 … Das liegt an der VW-Fabrik.
    Wir treiben uns auch viel im Pazifik-Raum herum. Colima ist z.B. Ein kleiner verträumter Bundesstaat, der noch als sehr sicher und nichts so stark von Amis überlaufen gilt.
    Holgi, zu Deiner Bemerkung „Da sind sicher nicht all zu viele Mexikaner in Deutschland …. Naja so ungefähr 8000. Es gibt eine recht große communidad hier. Am besten ihr kommt wirklich mal zur Botschaft, oder zu einer der Veranstaltungen, wie z.B.
    http://www.calaca.de/aktivitaeten/mexikanische-totenfest.html,
    oder zu einem der Auftritte von Viktor Ibañez http://www.mariachi-eldorado.com/grupo.htm

    Also, wenn es Dich mal interessiert, kann ich Dir gerne mal mehr über das Thema cross-cultural-communications, oder wie kommt ein Elektroniker aus Pankow, über verschiedenste Stationen und Sprachen mit einer Medienwissenschaftlering aus MX mit beiden Kulturen klar, berichten.

    @s_sachse

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    1. Björn

      ¡Hola Stefan!

      Danke für die Tips!
      Heimweh habe ich gar nicht. Das Einzige was ich hier vermisse ist Club Mate und Schawarma Teller 😉
      Oaxaca ist wirklich sehr touristisch. Ich fand es aber mal ganz angenehm, nicht der einzige klar als nicht-Mexikaner auszumachende zu sein. Und da ein Freund schon 12 Jahre dort lebt, habe ich auch sehr viel außerhalb der Tourismus-Attraktionen wie Monte Alban & Co (http://de.wikipedia.org/wiki/Monte_Albán) mitbekommen. Ist schon was anderes in einem Hotel im Zentrum zu übernachten oder auf einem Hügel am Rand der Stadt, auf dem Nachts alle Hunde des Viertels via Bellen den aktuellen Sicherheits-Status weitergeben …
      Ich empfand Oaxaca auch nicht als »von Amis überlaufen«, die tummeln sich hauptsächlich in Cancún.
      Meine Empfehlung für einen ruhigen Traumstrand ist daher Mazunte. http://en.wikipedia.org/wiki/Mazunte
      ¡Saludos!

  5. Björn

    Natürlich sollte sich niemand sicher fühlen, der gegen eine Organisation wie die Zetas oder eine korrupte Regierung vorgeht.

    Aber lest euch doch mal den folgenden Artikel durch:
    http://derstandard.at/1319183539354/Drogenkartelle-und-Staat-gegen-Mexikos-Blogger

    Und es stimmt, es gibt hier faktisch keine Informationen zur Situation, weil Journalisten befürchten müssen, dass entweder sie oder ihre Familien gekillt werden, wenn sie gegen die Kartelle oder die Korruption anschreiben.

    Wenn schon Journalisten, Blogger und Twitter-User dermaßen gefährdet sind, was denkt ihr passiert dann mit enttarnten Anonymous-Aktivisten?

    Ich glaube kaum dass deutsche Hacker auch nur annähernd so gefährdet währen.

    Hier noch der Link zur Arte-Reportage Sendung »Mexiko: Tod den Reportern«:
    http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/arte-reportage/103294.html

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  6. Marcel

    Hallo Holgi,

    spannender Podcast. Vielen Dank.

    Und wie heißt jetzt dieses Bier mit Bratensoße?
    Kriegt man das hier auch zum probieren?

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    1. Björn

      Das Bier mit Bratensoße heißt je nach Region »Michelada« oder »Cubana« Wikipedia-Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Michelada
      Ich muss mich allerdings korrigieren, es handelt sich nicht um Bratensoße, sondern um »Salsa Inglesa«, in Deutschland vielleicht unter »Worcestershiresauce« zu finden.

      Schau dir einfach den link an, ist einfach nachzumachen!

  7. Gaz

    moin,

    die Folge hat mir gut gefallen.Da ich mich schon ewig für Mexico interessiere. 2007 hab ich, über das Internet (myspace), ein Paar leute von drüben kennengelernt. Und ich hab mich entschlossen 2008 einfach mal rüber zu fliegen. Mitte 2007 hab ich ne Deutsch/Mexikanische (Aztekanayas) Band aus Berlin kennengelernt. Über die Band hab ich dann einen Spanisch Lehrer kennengelernt. da er von der Katholischen Kirche war hat das auch nix gekostet. bis auf Spenden versteht sich. Schade war nur das ich wegen Arbeit und Auftritten nicht so oft an dem Unterricht teil nehmen konnte. Im Februar 2008 hab ich mir dann den flug gebucht. Ende Mai bin ich dann einfach allein rüber geflogen. Ohne gute Spanisch kenntnisse. Ich wurde von Mexico City Airport abgeholt. Und bin die erste Nacht da geblieben. Am nächsten Tag sind wir 2h mit dem Bus nach Puebla gefahren. Dort wurden wir dann auch wieder abgeholt und ich bin die meiste zeit dort geblieben. Richtig bei ner Mexikanischen Familie und nicht in nem Hotel. Ich wurde auch als „deutscher Sohn“ in die Familie aufgenommen. An dem tag wo ich wieder zurück nach Mexico City gefahren bin. Puebla ist übrigens auch der Ort an dem der aller letzte VW Käfer weltweit vom Band lief. VW hat dort ein riesiges Betriebsgelände und ist glaub ich auch der größte Arbeitgeber der Region. Die letzten Tage hab ich dann wieder in Mexico City verbracht.

    Ich bin richtig froh das alles so geklappt hat wie es geklappt hat. Und ich habe auch vor wieder zurück zu gehen. Ich bin begeistert vom Land und den Leuten.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Puebla_%28Stadt%29
    http://www.mexiko-lexikon.de/mexiko/index.php?title=Puebla_%28Stadt%29
    http://de.wikipedia.org/wiki/Mexiko-Stadt
    http://de.wikipedia.org/wiki/Teotihuac%C3%A1n
    http://www.aztekanayas.com/

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  8. Nico79

    Wow, diese „Mexiko“-Folge war super.
    Ihr hättet gerne noch drei, vier Stunden weiter quatschen können.

    Ich war vor ca. 15 Jahren mal in Mexiko, Urlaub machen.
    Acapulco und Umgebung. Erst ein bisschen Badeurlaub, danach sind wir ’ne Woche mit einem VW-Bus durch die Gegend gefahren.

    Tolles Land!!
    Danke für diese Folge!

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  9. Christian

    Lieber Björn

    Also ich kann ehrlich nicht verstehen,
    Wie du die ich Mexiko Sicherer als in Deutschland fühlst, spätestens nach dem ein Casino bei mir um die Ecke Hoch gesprengt wird bei dem 50 Menschen ihr Leben verlieren wäre ich weg, zumal das ja auch kein Einzelfall zu sein scheint.
    Das dann auch noch mit der Eurokrise zu vergleichen ist ja wohl maximal Lachhaft, mit welchen Geld ich Morgen Bezahle ist mir ja erstmal egal, aber wenn ich angst haben muss das ich gerade in den falschen Restaurant esse ist dies was anderes.

    P.s. Sorry für das Trollen, aber diese Meinung kann ich so nicht dastehen lassen.

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  10. Ani

    Hi Christian,

    das Gefühl von Sicherheit hängt immer davon ab, wovor du Angst hast.
    Ich sehe das so: Du kannst eigentlich immer und überall sterben, ob es ein Verkehrsunfall in Deutschland ist oder ein explodierendes Casino in Mexiko. In Deutschland kommt halt noch hinzu das der Staat gern, natürlich nur um die Sicherheit zu erhöhen ^^, Daten von dir haben möchte, vom Staatstrojaner bis zur bestimmt bald wiederkommenden Vorratsdatenspeicherung. Und das mit der Eurokrise ist auch so eine Sache, spätestens wenn dein Erspartes wesentlich weniger wert ist als vorher, ist es dir nicht mehr egal mit welcher Währung du bezahlst 😉

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  11. Martin Hammerschmied

    Ich hätte einen Vorschlag für die mexikanische Regierung im Kampf gegen die Drogenkartelle: Einfach alle Drogen legalisieren. Hat in Portugal auch gekplappt.

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  12. Dominik

    Hallo Björn,

    ich weiß die Folge ist schon etwas älter, aber du hast mal etwas über den Odenwald und Frankfurt gesagt. Kennst du dich da etwa besser aus oder ist die Allgemeinbildung in Berlin besser als ich dachte?(nein kein Trollen^^).

    Gruß von einem Odenwälder

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  13. Claudia

    Vielen Dank für die tolle Folge – über Oaxaca habe ich vor einiger Zeit mal was im Fernsehen gesehen, ich denke, dass das total interessant ist. Es soll auch berühmt für seine Küche sein. – Bei Monterrey fällt mir immer ein, dass ich glaube im spanischsprachigen Raum gehört zu haben, dass man Bewohner von dort als geizig bezeichnet (sinnbildlich). – Würde aber auch gut passen, wenn der Staat so reich ist.

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