WR319 Kleine Kochschule V

 

wrint_kombuese_2014_200Wir haben es schon wieder nicht geschafft, über Bolognese zu reden. Dafür aber mindestens über die Markthalle neun, Grillgewürz, Sellerie, Spucken, Kinder, Energie, Backschwein, Glutamat, Truthahn (-Frittieren), Langos, Gartemperaturen, Abspecken, Rauchen (Sven hat die Kurve bekommen), Geschmackssinn, Zucker und Kuchen von Lilly. Außerdem erklärt Sven, wie man Geflügel auf eine Weise zubereitet, dass es maximal saftig ist (Rezept “Safthuhn” in Svens Blog)

Ohne Sven ginge es nicht. Hier sammelt er Essengeld.

(Weil ich momenatn nur sehr begrenzt Zeit habe, gibt es diesmal wieder nur rudimentäre Shownotes. Ich bitte um Verzeihung)

51 Gedanken zu „WR319 Kleine Kochschule V

  1. Sebastian

    Der schnelle Gewichtsverlust zu Beginn einer Diät liegt nicht wie von Sven behauptet am Wasser im Fettgewebe, sondern an den Glykogen-Speichern. Kohlenhydrate werden in Form von Glykogen in der Leber und den Muskeln gespeichert, dabei wird Wasser gebunden. Wenn man nun eine Diät macht, verbraucht der Körper die im Glykogen gespeicherte Energie und scheidet das Wasser aus. Erst wenn alle Energie in Form von Kohlenhydraten aufgebraucht ist, geht es ans Fettgewebe.

    Man verliert also tatächlich zu Beginn hauptsächlich “Wassergewicht”, nur eben nicht aus den Fettzellen: http://abnehmen-kritik.de/gewichtsreduktion-und-wasserverlust/

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  2. Bartosz Zarzycki

    Hefeteig lässt sich nicht ewig aufbewahren. Selbst im Kühlschrank knabbert die Hefe weiter an der Stärke des Weizenmehles und produziert fröhlich CO2 daraus. Irgendwann setzt auch Gärung ein, wenn man den Teig luftdicht eingepackt hat und man bekommt eine komisch riechende Pampe (nicht zu verwechseln mit richtigem Sauerteig).
    Der Teig ist im Eimer, wenn er so weit gegangen ist, dass die Außenhaut wieder runzelig wird. Dann hat der Teig seine Stabilität eingebüst und fällt nur noch in sich zusammen.

    Haltbaren Hefeteig kriegt man, indem man die Hefemenge drastisch reduziert: 4g Hefe auf die 300g Mehl reichen aus. Einmal wie gewohnt durchkneten und dann in den Kühlschrank packen. Da kann er dann 3-4 Tage sein und wird mit der Zeit sogar nur besser, da durch langsame Reifung vielfältige Aromen entstehen können.

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    1. Bartosz Zarzycki

      Ich nehme immer Frischhefe. Die hält sich in einer kleinen Tupperdose zwei Wochen locker im Kühlschrank.

  3. Reinhard

    Not Safe For Sleep

    Ich höre den Culinaricast und Eure Kochschule mit Gewinn. Auch diese beiden Sendungen enthalten Tipps, die mich in der Küche wachsen lassen.
    Bevor ich mich inhaltlich mit Eurem Audioblog auseinandersetze, möchte Euch ein ein paar Mediadaten zukommen lassen. Holgi (ich höre von dir Kombüse, Fotografie, ab und zu Resonator, Wissenschaft und Flaschen) kann diese auch gleich an Tim (Freakshow, Raumzeit und NSFW) weiterreichen. Ich bin Bremer und 52 Jahre alt. Mein Hauptinteresse gilt der Mathematik, der Physik (daher auch dem Kochen) und den angrenzenden Wissenschaften. Ich bin technikaffin – seit meinem 6. Lebensjahr. An Sven, wir haben uns auf der Gourmetmeile Minden 2014 getroffen (kein Salz am Stand 2).
    Nun zum Kochen, dem angewandten Dreisatz und der angewandten Physik: man braucht Lebensmittel, Messer, Topf, Pfanne und seit gestern hilft auch der Ofen. Der Low-Budget-Ansatz ist toll. Seit der Sendung tupfe ich Steaks richtig (!) trocken. Aber nicht nur Steaks sondern ebenfalls Kartoffelnstücken oder ähnliches, was in die Pfanne kommt, wird vorher möglichst getrocknet. Es gelingt noch besser und Fettspritzer haben sich um den Faktor 0,1 reduziert. Ich habe Tomatensauce auf Vorrat einreduziert (sehr lecker) und endlich gelingt mir Pizza. Allerdings ist mir nicht klar, was 00er Mehl sein soll. Ich hatte eine Packung gesehen, auf der stand auch der Zusatz “Typ 405” (hä?).
    Die Folge 5 hat mich sehr angesprochen, weil ich sehr gern im Niedergarverfahren brate. Seit etwa 10 Jahren gare ich Gänse in diesem Verfahren über 8-12 Stunden. Googelt mal “Gänsebraten nach Matti”. Es gelingt einfach immer. Jetzt ein Tipp von mir hierzu:
    Nie! Nie! Niemals nicht in Umluft garen. Dann braucht man auch keine Butter um den Vogel vor dem Trockenföhnen zu schützen.
    Nimmt man sportliches freilaufendes Viehzeug hat man immer mit erhöhter Collagenbildung zu tun. Faule Mastgänse gelingen leichter. Der Wiener Physiker Werner Gruber hat dazu eine Abhandlung geschrieben. Wie Sven richtig erwähnt behandelt man diese Muskelpartien am besten mit Säure. Ich spritze dem Biogeflügel Rotwein unter die Haut – noch besser aber nicht leckerer ist Ananassaft.
    Die Temperatur mit einem Thermometer kontrollieren. Sie darf nicht unter 80° fallen und nicht über 100°C steigen.
    Tipp zur Lagerung von Pizzateig: ich friere ihn ein. Eine Freundin von mir macht das schon länger so. 1 kg fertigkneten, gehen lassen, in Portionen einfrieren. Eine Portion für 2 Leute sind 1/8 kg – vielleicht gehe ich auf 1/6 kg, mal sehn …

    Allerdings finde ich, verrennt ihr Euch vor lauter Hipster- und Esophobie einwenig und verstrickt Euch in Widersprüche. Am Anfang der Sendung zu zweifeln, ob freilaufendes Schwein besser schmeckt als das konventionelle, passt nicht zu dem Ende der Sendung, wo einer von Euch bemerkte, dass Muskelfleisch das leckerste überhaupt ist. Also Keule statt Brust. Das sehe ich genauso. Aber wodurch bildet sich denn ein leckerer Muskel, wenn nicht durch Bewegung?

    Ich höre eure Sendung meist das erste Mal im Bett. Aber die letzte hat mich dann so sehr aufgebracht, dass ich die Nacht erstmal gelaufen ist. Not Safe For Sleep.

    Toll fände ich Kapitelmarken für die Stellen, wenn es ums Handwerk geht, die höre ich gerne öfter.

    Lieben Gruß von der unteren Weser an die obere und an die Spree.

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  4. Romconstruct

    Was Holgi da von der Markthalle 9 erzählt klingt nach Pulled Pork. Nicht mit irgendwelchen Grillgewürzen aka Rub sondern mit Cider.

    Falls du @Holgi noch nie Pulled Pork gegessen haben solltest: immer ran.
    Kann man auch ohne Grill/Smoker machen. Braucht ca. 14 Std. im Ofen.
    Wir haben es mal bei einer Herr der Ringe Extended Edition Tag gemacht und konnten dann gegen Ende des dritten Teils essen (der Gastgeber hatte das Fleisch schon vor dem Start des ersten Filmes im Ofen). Dazu Coleslaw und “Burger Bötchen”…ein Traum.

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    1. das-pearl

      im 3.Buch Mose (Levitikus) steht im 18. Kapitel vieles zu den sexuellen sachen, die Gott nicht will… da unter anderem auch, dass es Ihm ein gräuel ist, wenn ein mann bei einem manne liegt. http://bibelserver.de/text/LUT/3.Mose18 im vers 22, zudem weitere sachen, wo ganz viel inzucht etc. steht… und im kapitel 20 steht, wies zu bestrafen ist der ganze kram: http://bibelserver.de/text/LUT/3.Mose20 und hier im vers 13 die strafen für beischlaf mit dem manne 😛

      zusammengefasst dann auf wiki, der allwissenden müllhalde: http://de.wikipedia.org/wiki/Bibeltexte_zur_Homosexualit%C3%A4t und dort der abschnitt toragebote…

  5. jörn

    Weiß denn jemand , wo ich diese Episode übers Rauchen aufhören finden kann?
    Bei soundclouds finde ich da nichts.
    Vorab vielen Dank

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    1. sternburg

      Da ich sicher nicht der einzige bin, der sich die Sendung endlich mal ergoogelt hat:

      Die Version auf soundcloud ist wirklich nicht schön, die von Norti ist viel besser. Nehmt die.

      Das hat allerdings seinen Preis: Die Datei ist mal schlanke 400 MB groß. Nur, falls es jemand nicht weiß: Zum Download unter Windows einfach [Rechtsklick auf den Player] -> [Video speichern unter]. Keine Angst, es wird eine Audio-MP3 abgelegt.

  6. Nichtraucher

    Hallo Holgi, Hallo Sven,

    danke für die wiederholte Erwähnung des Nichtraucher-Bluemoons. Ich habe ihn jetzt auch endlich gehört und kann das jedem anderen noch-Raucher auch nur wärmstens empfehlen. Er bietet eine positive Herangehensweise an das Thema gepaart mit wirklich nützlichen Infos. Kleiner Bonus: Das im Gespräch erwähnte Buch von Stefan Frädrich gibt es auf seiner Homepage als pdf sogar umsonst bzw. gegen eine Newsletter-Anmeldung: http://www.stefan-fraedrich.de/newsletter

    Sorry fürs off-topic.

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  7. Benjamin

    Bibel und Homosexualitaetsverbot:
    Steht in DEN GESETZEN, welche sich in einem der fuenf Buecher Mose finden.
    Da steht auch man soll keine Tiere sodomisieren, und man soll sodomisierte Tiere
    auf keinen Fall zubereiten…
    Ausserden gibt es da auch noch Bauvorschriften, Kennzeichnungspflicht fuer Textilien
    und natuerlich alles zum Thema Essen.
    Bestimmt sehr lesenswert.

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  8. Netshark

    Es wäre noch gut, wenn auf dieser Seite die besprochenen Rezepte schriftlich zu finden sind. Das macht das Nachkochen leichter.

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    1. das-pearl

      genau, zumal es schnelle anweisungen sind.

      also pizzateig war 350 mehl, 200 wasser 1/2 frisch- oder 1 trockenhefe und 1TL salz

      tomatensoße war ne zwiebel grob gewürfelt anschwitzen, ne knoblauchzehe gerieben (wenn gewünscht), 1 dosentomaten (klein groß weiß ich net mehr) und salz pfeffer, halbe stunde etwa köcheln auf kleiner flamme und dann durchpürieren. ich mach immer 2-3 zwiebel, 2-3 knoblauch, zwei große dosen tomaten und salz pfeffer, is dann etwa ne stunde und püriert, dann ins glas (250g marmeladenglas) und wenns gebraucht wird… arabiatta kommt noch eine schote chilli dazu beispielsweise…

  9. Eule

    Das mit dem saftigen Geflügelfleisch klingt spektakulär, aber leider habe ich keinen Ofen und koche auch meist nur für mich selbst, so dass ein ganzes Tier ohnehin deutlich zuviel wäre. Hilft der Tip mit dem Salzwasser auch bei Hühnerbrust in der Pfanne weiter? Da ist es mit der Hitzekontrolle ja etwas schwieriger… Oder gibt es dafür einen anderen Trick?

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    1. Helena

      Hühnerbrust ist simpel. Hier mein Weg für Elektroherde:
      70% Power, Pfanne muss mind. 30% größer als die Brust sein, Brust rein, nicht umdrehen, nicht rumfummeln, nicht anfassen, warten bis an der Seite langsam die Kruste hochsteigt. Wenn die Garung an der Seite über der Mitte noch oben gekrochen ist, Ofen auf 50% und Brust umdrehen. genauso in Ruhe lassen und nach 3 Min Herd ausdrehen. Etwas ruhen lassen, Würzen, Fertig.

      Das schlimmste was man machen kann, ist hektisch an der Pfanne rumzuwedeln, oder die arme Brust dauernd umzudrehen.

    1. Romconstruct

      Das Huhn ist Geschichte.

      Mein/unser Fazit fällt aber etwas ernüchtert aus.

      Pro:
      Das Fleisch war rel. saftig und das Brustfleisch war auch teils recht gut salzig.

      Contra:
      Die Haut war größtenteils recht fad und insgesamt hat uns Würze gefehlt. Vielleicht sind wir ja zu “Paprika” verwöhnt. Das Fleisch war insgesamt auch nicht saftiger als sonst.

      Ich bin recht peinlich nach Rezept vorgegangen. Immer die Temperatur kontrolliert, das Huhn war sogar ca. 12Std. Im Salzwasser 180g auf 3l).

      Unser Fazit daher:
      Der Aufwand rechtfertigt das Ergebnis nicht.

      Ein nach unserem Geschmack besseres Ergebnis hatten wir mit folgendem Rezept zu Weihnachten:
      http://www.chefkoch.de/rezepte/2174031348989140/Alohas-fliegendes-Brathaehnchen.html

      Aber dennoch danke für das Rezept. Spaß gemacht ha die Zubereitung trotzdem und geschmacklich wäre auch in Ordnung. Nur leider nicht die erhoffte Offenbahrung.

  10. Culinaricast

    Was für ein Huhn hast Du denn genommen? War das Salz richtig aufgelöst? Hast Du die Kerntemperatur geprüft oder den Garpunkt nach Sichtung kontrolliert?
    Es ist schon stark verwunderlich, das Dein Huhn nicht wesentlich saftiger geworden ist, vielleicht finden wir den Fehler ja zusammen.

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    1. Romconstruct

      Danke für deine Rückmeldung und das Angebot zur Fehlersuche 🙂

      Was für ein Huhn?
      Das Huhn war…ein Huhn 🙂 Bio – Freilandhaltung… ~19€.
      Es gab noch andere Hühner mit dem Zusatz “schwarz” und “weiß” keine Ahnung was das bedeutet. ich habe eins ohne so einen Zusatztext genommen. Zum Fleischer meiner Wahl habe ich es leider am Samstag nicht mehr geschafft, daher bin ich in einen Perfetto (Karstadt Feinkost), die haben an sich auch immer recht gute Sachen.

      War das Salz richtig aufgelöst?
      Ich habe die 180g Salz einige zeit lang im Wasser verrührt bis keine Kristalle mehr zu sehen waren. Dann das Huhn “eingelegt. Als ich es am nächsten tag wieder aus dem Kühlschrank genommen hab, hatte sich durchaus eine ordentliche Salzlake abgesetzt. Keine Ahnung ob das normal ist. Vom Geschmack her war es so dass das Brustfleisch recht gut gewürzt war, sprich man hat das Salz rausgeschmeckt. Bei den Schenkeln war es eher nicht so. Die Haut hat stellenweise etwas salzig geschmeckt, größtenteils war sie aber sehr fad.

      Temperatur?
      Wurde mittel Thermometer gemessen und ständig kontrolliert. Also Ofen ~90°C und Fleisch 75°C, in der Brust gemessen.

      Und wie erwähnt war das Fleisch auch relativ saftig, aber so hatten wir es halt auch schon mal nach nem anderen Rezept.

      Wobei ich da noch sagen muss das es bei mir mit dem Grill nicht ganz so geklappt hat. In deinem Rezept steht da ja ca. 5min bei mir waren es 10-12min bei 230°C. Womöglich wurde da das Fleisch wieder etwas trockener. Ist halt der “Ofen-Faktor” und meiner ist nicht so sonderlich gut denke ich mal. Die Haut war auch nur stellenweise schön kross und braun. Aber ich wollte den Vogel nicht noch länger drin lassen, weil ich mir schon dachte das es sonst zu trocken wird.

      Bei Interesse kann ich heute Abend auch noch Fotos nachreichen.

      Wie erwähnt hatten wir halt mit der Methode “Huhn in Gugelhupf Form” ein insgesamt besseres Ergebnis (besser gewürzt, knusprigere Haut, saftig) bei weniger Aufwand.

    2. Helena

      Gibts denn einen guten Indikator wann das Huhn durch ist, wenn man kein Bratenthermometer hat?

    3. das-pearl

      bratenthermometer kostet nicht die welt… billigstes bei amazon war 2,25 plus versand… oder im laden deiner wahl für günstig… aller anfang ist schwer 😉

    4. Helena

      Tjaaa wenn da die Versandkosten nicht wären… 3000-4000 km wollen bezahlt sein + Zoll 😉

      Hier finde ich sowas bestenfalls im Laborbedarf für sehr viel Geld. Braucht wohl kein Mensch hier.

      Abgesehen davon, ist das doch nicht die Lösung, dass ich erstmal technisch hochrüste bevor ich das erste Brathuhn schiebe. Ich denke, man sollte erst kochen lernen und kann dann bei Bedarf – auch technisch – den letzten Feinschliff reinbringen.
      Auch wurde m.E. vor 50 Jahre in Deutschland in der Masse wesentlich mehr und besser gekocht als heute und das alles ganz ohne Bratenthermometer zum Teil auf Holzöfen. Einfach weil man kochen konnte…
      Wenn ich hier in deutsche Küchen gucke, stehen da lauter Geräte rum und alles ist blitzeblank. Wenn ich in türkische Küchen schaue, steht da immer leckeres Essen rum 🙂

      Kann nicht jemand mal seine/ihre Oma fragen, woher sie weiß, wann das Huhn durch ist?

    5. Culinaricast

      @Helena Ja, man kann das kontrollieren, ohne technischen Schnickschnack. Dafür musst Du idealer weise zwischen Schenkel und Brust die Haut einschneiden und dir dort das Fleisch anschauen, da dies die dickste Stelle am Huhn ist und dort, bedingt durch die Knochen, die Hitze am langsamsten hinkommt.
      Aus den im Podcast beschriebenen Gründen ist das aber nicht so wichtig.
      Die Küche, wie wir sie hier vor 50 Jahren hatten hält einem Vergleich mit der heutigen Küche nicht stand. Ich bezweifle ernsthaft, dass unser Essen damals besser war, allein die Essensmode war eine ganz andere. Und auch Heute können die Menschen noch kochen und wollen es lernen.
      Aber ich verstehe voll und ganz die Idee, die hinter Deiner Aussage steckt. Und nichts lehrt dich kochen so sehr, wie es täglich zu machen. Idealer Weise zum Erwerb des Lebensunterhaltes. So mit mehreren hundert Essen am Tag.

    6. Helena

      Danke für den Tipp, ich hab sonst immer mit einer Rouladennadel in die Keulen gepiekst und sie mir dann an die Unterlippe gehalten. Nur die letzten 3 Hühner waren dann doch etwas zu durch. Die kitzlige Schenkelinnenseite ist also besser.

      Ich meinte mit meiner Schelte nicht die “Deutsche Küche”, sondern das Kochverhalten der Deutschen in der Masse. Da nehme ich gerne den Blick in den Einkaufswagen der Anderen als persönliche Ministatistik. Normaler überlege ich immer, was ich damit alles machen könnte, aber in den letzten Jahren war mein Fazit immer öfter: “Nix, wegwerfen den Fertigdreck und Lebensmittel kaufen .”
      Ich sehe die Entwicklung leider auch hier in der Türkei. Vor 6 Jahren war das Maggie & Knorr-Regal grad mal 2 Meter breit, aber es wächst und wächst. Tiefkühlkram gabs hier kaum, vielleicht mal einen Blättertig. Aber auch das wird immer mehr, wobei hier noch in jedem Haushalt täglich mehrfach frisch gekocht wird.
      Nur da hilft dann auch keine technisches Aufrüsten mehr, wenn man die einfachsten Dinge nicht kann. Daher plädiere ich dafür, dass man einfach mehr kocht und zwar simple Sachen und sich dann hocharbeitet. Wenns dann in der Oberliga noch nicht perfekt ist, na dann kann man von mir aus anfangen technisch zu optimieren. Aber bei so manchem siehts echt aus wie bei Ferran Adria unterm Bett, aber ein einfaches Spiegelei bekommen viele nicht mehr hin. (ich sag nur Pfanne salzen…)

      Ich würde mich freuen, wenn ihr – wie anfangs – mehr mit Basics beginnt, alá man braucht eine Pfanne und einen Topf. Gerne habe ich so Omatipps gelernt wie: Was tun wenn ein Geschmack zu stark dominiert? salzig = Kartoffel ran, bitter = Zucker + Salz ran, etc… Das hat mir weit mehr geholfen, als der perfekte Zauberstab, oder so’n Schnickschnack. Das Wissen um die Physik und die Logik hinterm Kochen in Verbindung mit einer Geschmacks- und Geruchsgedächnisdatenbank machen für mich einen guten Koch aus.

      Und ja ich hab mal 6 Wochen lang mittags Punkt 12.00 alleine 3×10 Essen rausgehauen, alles conveniencefrei, alles selbst gekocht, da lernste es auch als Hobbykoch 😉 Erkenntnisse von damals: Ab dem 3. Kilo Ziebeln weine ich nimmer und eine militärische Ausbildung könnte in der Küche von Vorteil sein. 😉

  11. Rico

    In der Folge war für mich zu viel gegenseitige Bauchpinselei und zu wenig Kochtipps, weswegen ich mittendrinn abgebrochen habe.
    Zum Essen: Irre ich mich oder heißt meistens wenn man sagt “Ich ernähre mich jetzt gesünder”, dass man mehr Geld fürs Essen ausgibt? Zum Beispiel: Ein Konditoreikuchen kostet mehr als ein Fertigkuchen aus dem Supermarkt.

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    1. Donngal

      Da irrst du. Es heisst “ich bereite mein Essen jetzt selber zu”. Denn ein selbst gebackener Kuchen kostet noch weniger als der Fertigkuchen. Bei Essen ist es das selbe.

    2. holgi Artikelautor

      Gesünder heißt – in meinem Fall – auch “weniger”. Das würde sogar Geld sparen, wenn ich mir nicht gleichzeitig auch bessere (im Sinne von Konditor statt “Backshop”) Waren kaufen würde.

      Man verlagert außerdem die Ausgaben. Wenn ich was knabbern will, nehme ich halt Obst statt Schokolade, die vorher ja auch Geld gekostet hat.

      Wer sich allerdings von TK-Pizza ernährt, die er sich im Dreierpack für 2,89 kauft, muss mit frischen Lebensmitteln lernen, anders zu haushalten – sonst wird es tatsächlich teurer.

  12. Ute

    Zum Theme Jojo-Effekt:
    Sicherlich ist ein Grund für den Jojo-Effekt, dass man nach einer Diät wieder in alte Gewohnheiten zurückfällt, aber folgendes ist ein viel entscheidener Grund:
    Der Körper trennt sich bei zu geringer Energieverorgung am wenigsten gerne von seinen Fettdepots, schließlich soll das ja für schlechte Zeiten, die es heutzutage bei uns nicht mehr gibt, gespeichert werden. Viel lieber baut er Muskelmasse ab. Weniger Muskelmasse bedeutet aber einen niedrigeren Grundumsatz. Deshalb kommt man leider nicht um Sport herum, wenn man erfolgreich und dauerhaft abnehmen will. Beim Sport baut man nämlich zusätzlich Muskulatur auf, der Grundumsatz erhöht sich und man nimmt tatsächlich Fett ab.
    Ich habe immer mal wieder sportlos diätet, hatte immer den Jojo-Effekt und bin immer fetter geworden. Bei meinem letzten Versuch vor 2 1/2 Jahren habe ich gleichzeitig mit Laufen begonnen, habe 25 Kilo in 2 Jahren abgenommen, die ich mühelos halte.
    Deshalb Holgi: Radel weiter was das Zeig hält oder denke doch mal übers Laufen nach, es gibt kaum eine Sportart, die mehr Kalorien verbrennt. Und ich wollte es nie glauben, aber wenn man es einmal kann, macht es sogar Spaß!

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  13. Netshark

    Habe das Hähnchen gemacht wie beschrieben und es war sehr lecker. Besser als das übliche Brathähnchen, wobei da die Haut besser ist.

    Werde es auf jeden Fall in mein Kochbuch übernehmen (Das bedeutet ein Lob).

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  14. MBMZ

    Morgen gibt es das Safthühnchen.
    Frage: Wenn es mir zu schlaff ist, sollte es dann doch möglich sein, es gewürzt konvetionell bei 180 Grad im Ofen zu Braten, oder verdunstet dann das ‘Wasser wieder?

    Antworten
  15. Lukas

    1:04:44
    “Und durch dieses Grillen, direkt über der Glut, kriegst du eine unheimlich knusprige Haut und dieses geile Grillaroma mit dran.”
    Was für ein Grillaroma? Oder meint Sven den Geschmack von verbranntem Fett, dass vom Hühnchen in die Glut tropft?

    Hähnchenkeulen (geh mir weg mit Brust, dass schmeckt selbst beim Sternekoch nicht annähernd wie gut gemachte Keulen) am Gelenk und die Haut einschneiden und über Nacht marinieren.
    Dann eine heiße, geteilte Drei-Zonen-Glut vorbereiten und die Keulen in die Mitte legen und 20-30 Minuten garen. Man sollte unter das Geflügel Alufolie oder Schale stellen und etwas Wasser oder so rein, damit das runtertropfende Fett nicht doch noch auf der heißen Alufolie verbrennt und das gute Fleisch verstinkt.

    Wer Aroma möchte nimmt besser (gewässertes) Holz mit in die Glut. Da kann man zwar auch geteilter Meinung sein, aber immer noch besser als verbranntes Fett.

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    1. Lukas

      Ach, und bitte kein Bier auf das Fleisch und damit in den Grill kippen und damit Asche aufwirbeln die dann so großflächig auf dem Fleisch liegt. Besser trinken :D.

  16. Claudia

    Das mit dem Huhn in Salzlake klingt interessant, muss ich mal probieren. Ich habe noch so ein paar extrem magere aber gut aufgezogene Hühner im Tiefkühler die beim letzen Mal im Ofen einfach nicht saftig als Ergebnis hatten. Zu Eurer Konversation ob man den Unterschied bei verschieden aufgezogenen Schweinen schmeckt wenn sie einmal zubereitet sind, muss ich auf jeden Fall ja sagen. Außerdem ist es meiner Meinung nach keine Hipster-Sache, sich über genveränderte Lebensmittel Gedanken zu machen. Sicher wurden schon immer Samen und Pflanzen gekreuzt und neue Sorten kreiert, allerdings nicht von einer oder wenigen Firmen die dies im großen Stil betreiben um Patente darauf anzumelden.

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