WR382 Frau Diener verreist nach Tokio

 

wrint_2014_zumthema_200Andrea Diener reist, schreibt darüber und ist so freundlich, mir von ihren Reisen zu erzählen. DIesmal geht es nach Tokio, beziehungsweise Japan.

Andrea über Kyushu und über Tokio. Andreas Fotos aus Tokio, vom Fischmarkt, und vom restlichen Japan.

Wenn ihr Andrea was in den Hut werfen wollt, hier entlang

30 Gedanken zu „WR382 Frau Diener verreist nach Tokio

  1. Sascha

    Grob Vereinfacht:
    Kyoto war mal die „Hauptstadt“ von Japan, als es der Sitz des Shoguns war, also der Befehlshaber der Samurai. Japan war zu dieser Zeit kein geeintes Land, sondern ein Verbund mehrer kleinstaaten (ähnlich wie das Helige Römische Reich). Zu dieser Zeit war die Stellung des Shoguns sehr stark und die des Kaisers (Tenno) sehr schwach. 1868 bekam der Tenno wieder mehr Macht und verlegt die Hauptstadt nach Edo, was später in Tokyo umbenannt wurde.

    Antworten
    1. Niels K.

      Ehm…Der Shogun (also die Tokugawa-Familie) hatte seinen Sitz in Edo (später Tokyo). Der Kaiser hatte seinen Sitz in Kyoto. Der Umzug der Hauptstadt erfolgte nachdem der Shogun seine Macht verloren hatte. Man wollte zum einen die Ländereien des Shoguns übernehmen und Edo war nun mal die „wirkliche“ politische Hauptstadt. Daher wurde der Sitz des Hofs nach Edo verlegt, der Kaiser nahm seinen Platz im Palast des Shoguns (der heutige kaiserliche Palast) ein und die Stadt wurde von Edo in Tokyo (östliche Hauptstadt) umbenannt.

  2. Sascha

    Toto sollte mit Villeroy & Boch ein Joint-Venture aufmachen. Japanisch/saarländische Keramik-High-Tech-Klos will ich flächendeckend in dieser Republik sehen.

    Frau Wieners Schüsselerlebnisse in Japan haben mir den Samstag gerettet.

    Antworten
  3. tp1024

    Vor ein paar Monaten hatte ich einmal die Geschichte Ostasiens, mit den Verwicklungen zwischen Europa, China, und Japans in den letzten Jahrhunderten so kurz es ging in groben Zügen zusammengefasst:

    http://tp1024.wordpress.com/2014/09/26/ferner-osten-etwas-geschichte/

    Ich weiß nicht, ob man Japan dadurch besser versteht, aber es spielt gerade in der Neuzeit eine große Rolle. Es wird einem auch schnell klar, dass Korea seit Jahrhunderten der Prügelknabe der Region ist und nicht erst seit dem Kalten Krieg.

    Mir gab es das alles zumindest das Gefühl, dass dort alles irgendwie zusammenhängt, dass es die prinipielle Möglichkeit gibt, das zu verstehen. Vor allem aber, dass gerade die Japaner nicht nur von den Beziehungen in Asien, sondern auch mit uns Europäern geprägt sind (nicht zuletzt, dem Imperialismus des 19. Jahrhunderts, den sie total toll fanden, als sie mitspielen konnten).

    Antworten
    1. Andrea Diener

      Oh, vielen Dank! Man ist bei diesen Verwirrungen ja immer sehr dankbar für griffige Zusammenfassungen.

      Shownotes tragen wir übrigens noch nach …

    2. tp1024

      Freut mich, dass es gefällt.

      Ich hatte auch mal die Gesetzeslage zur Sicherheit von Kernkraftwerken mit der in Deutschland verglichen, was sich ganz gut mit deiner Einschätzung deckt.

      http://tp1024.wordpress.com/2014/11/04/fukushima-ist-nicht-in-deutschland/

      (Ja, da ist am Anfang viel Journalismus-gebashe drin, im Rest dann nicht mehr. Ich weiß nicht, ob ich es heute noch genauso schreiben würde, aber ich stehe dazu. Man hat dort wirklich keine Glanzleistungen objektiver Berichterstattung abgeliefert.)

  4. Greg

    Hallo,

    vielen Dank für diesen Podcast. Japan kenne ich aus zahlreichen Reisen und habe das Land und die Skurrilitäten lieben gelernt.
    Es ist wirklich schwer in die Gesellschaft einzudringen, man wird als Ausländer einfach nicht integriert. Nun denn, es ist trotzdem sehr spannend und erlebenswert.

    Vor einiger Zeit hat Tim Pritlove im Rahmen seiner Podcastreihe „Seminargespräche“ ein Interview mit Dr. Jire Gözen geführt. Frau Gözen hat als Kulturwissenschaftlerin Verbindungen zu Japan und in den Interview von ihren Erlebnissen berichtet.
    Sie hat die Ereignisse um die Reaktorkatastrophe in Fukushima in Tokyo miterlebt und genau da wird es spannend in dem Gespräch.

    Sie erzählt zunächst von ihren Abenteuern in Japan mit der typischen Brille eines „Westlers“. Das klingt ähnlich wie das Gespräch mit Frau Diener. Als sie aber auf die Ereignisse der Reaktorkatastrophe kommt, nimmt das Gespräch eine ganz andere Ernsthaftigkeit an.
    Hier spürt man noch die Verunsicherung die Frau Gözen erlebt hat, weil die Ereignisse noch relativ frisch und unverarbeitet waren.

    Ein sehr hörenswerter Beitrag, der wirklich aufzeigt, wie wichtig der Ausstieg aus der Kernenergie zu nehmen ist.

    Sehr bewegend!

    http://seminargespraeche.forum-politische-bildung.de/sg011-fukushima-und-die-antiatombewegung-in-japan/

    Antworten
    1. Simon Wollwage

      Das mit der „Integration“ ändert sich aber auch allmählich. Habe jetzt 2 x 6 Monate dort verbracht und das 3. Mal steht im März bevor. Ich glaube ich wurde bisher noch nie in irgendeinem Land so gut integriert.
      Klar ist es anfangs eher oberflächlich (mir fällt gerade kein besseres Wort ein), aber wenn man am Ball bleibt…klappt das eigentlich.

  5. Florian

    Toller Podcast 🙂 Kleine Korrektur: Der Shogun war nicht der Kaiser, sondern zunächst einmal ein Kriegsherr. Der Kaiser war für die meiste Zeit eigentlich machtlos, daher die ständigen Bürgerkriege. Später wurde das Shogunat dann erblich. Wer mehr über japanische Geschichte lesen will, dem kann ich Shogun und das Sequel dazu empfehlen. Danach weiss man mehr als genug, zudem ist der Roman spannend.

    Antworten
  6. Niels K.

    Es heißt übrigens Hokkaido und nicht Hokka-ido. Sorry für das Geschrei auf Twitter, aber wenn man es immer und immer wieder falsch hört, geht es einem tierisch auf den Senkel.

    Antworten
  7. David

    Sehr schöne Folge, und frischt gut Erinnerungen auf, denn ich war vor 1 Jahr auch in Tokyo – 8 Tage und es war nicht genug… 😉
    Ein paar Bilder hab ich davon auf Flickr:
    https://www.flickr.com/photos/davidcl0nel/sets/72157635913930965/

    Der Japaner…
    – renoviert nicht, er reißt ab. Jedes Haus lebt nur 20 Jahre (dann ist der Kredit lange abbezahlt etc) und kommt dann weg. So ein „altes“ Hotel aus Anfang der 70er ist also schon lange überfällig.
    – trennt Baden/Onsen von Waschen/Reinigung, deswegen davor duschen, damit das Badewasser nicht dreckig wird.
    – ist sonst ungemein sauber, man sieht sehr selten wirklich Schmutz/Abfall auf der Straße. Man findet aber auch selten einen Mülleimer…
    – kann wunderbar ausblenden. Obdachlosigkeit existiert für ihn nicht – man sieht aber welche. Komplette Ignoration.
    – macht alles, wenn er es von einem Tier erklärt bekommt. Für jeden Scheiss hat man sich ein Maskottchen einfallen lassen, es geht nicht ohne. An einer Zugtür hab ich einmal einen Waschbär gesehen, der davor warnte, daß es schmerzen könnte, wenn man die Finger in der Tür behält, wenn sie sich automatisch schließt. Gut daß mir der Waschbär das sagte! 😉
    – stellt sich gerne in einer Schlange an und drängelt dann auch nicht. Auf dem Bahnsteig ist aufgezeichnet, wo die Türen sich öffnen (wenn es nicht generell diese Trennwände gibt, die sich dann nur öffnen – das ist nicht überall so!). An jedem dieser Punkte bildet sich nun eine Schlange, und so in der Reihenfolge wird sich auch angestellt. Jede Bushaltestelle erkennst du nicht am Haltestellenschild, sondern an der kurzen Schlange. (auch wenn es 3 Leute sind!!! sie stehen ordentlich)
    – U-Bahn-Stopfer hab ich nie mitbekommen, obwohl ich auch 17-22 Uhr gefahren bin, was ja irgendwann auch die Rushhour nach Hause sein sollte. Es war voll, ja – aber auch nicht voller als hier in Berlin.
    – Das U_Bahnsystem ist großartig. Es sieht auf dem ersten Blick total irre aus:
    http://www.tokyometro.jp/en/subwaymap/index.html (und dort die PDF mal herunterladen), aber es ist wirklich eingängig und verständlich, nicht zuletzt durch die eindeutige Nummerierung jeder Station etc.
    – Jede Station hat auch wirklich 10-78 (!!) Ausgänge, aber _überall_ hängen die Pläne (nicht nur einmal in irgendeiner dunklen Ecke wie hier Alexanderplatz, wo das auch nötig wäre!), so daß man sich wirklich nicht verlaufen kann. Ich hab mir einmal den Spaß gemacht und hab meine Kamera umgehängt und ein Video aufgenommen, wie ich 8min durch die vom Eingang der Station, durch eine eingebettete Mall, wieder durch die Station, über Treppen und Gänge dann schlußendlich in meiner Bahn saß. Das wirkt auf den Außenstehenden irre kompliziert, aber man folgt den ganzen Pfeilen und verläuft sich nicht. Da hin zur braunen U-Bahn-Linie, noch 55m, noch 35m (nein, nicht ungefähre Angaben, sondern exakt 35m!).
    – Ich hab mich mit der Suica-Karte immer gut bezahlt. (Prepaid-RFID-Karte, die man auch zum Bezahlen von Kleinkram in Geschäften nutzen kann. Oder an den Getränkeautomaten, die alle 10m stehen). Damit piept man einfach an der Einlassstelle der U-Bahn und es wird korrekt abgerechnet. Tokyo hat mehrere verschiedene Firmen (Tokyo Metro, Toei hauptsächlich, aber es gibt noch ein paar Linien), die das Netz betreuen, so daß eine Tageskarte evtl. auch nur für einen Betreiber gilt – mit den Einzeltickets durch Suica ist immer alles ok… Kosten waren sehr moderat, wirklich.
    – gefühlt gibt es an jeder Stelle auch x Personen, die dir den Weg weisen. Die ganzen Jobs sind bei uns schon längt alle weg“optimiert“, aber jede U-Bahnstation hat 1 oder mehrere Leute (ist vielleicht teuer, aber praktisch – vielleicht wird man dann _nicht_ zusammengeschlagen und sieht hinterher die tollen Überwachungsvideos, die keinen mehr nützen!), jede kleine Baustelle hat einen Aufpasser/Winker, etc pp. Da Japan ein großes Problem mit dem Nachwuchs haben wird (Geburtenrate noch schlimmer als bei uns, bzw sie sind schon 20 Jahre weiter), wird Japan in den nächsten Jahrzehnten sich auch tüchtig ändern müssen. Von derzeit 130 Mio und 38 Mio (!!) im Großraum Tokyo soll sich bis 2070 oder so die Bevölkerung fast halbieren auf 75mio. Ob dann immer noch 40Mio in Tokyo leben oder wie die Jobs dann aufgeteilt sind… „mal sehen“.
    Achso, Japan ist bergig, da hat Holgi schon recht. Es gibt nur ein paar größere flache Gebiete – und das ist die Bucht von Tokyo (die dann komplett zugebaut ist), bei Kyoto/Kobe/Osaka und bei Nagoya – also jedes Flache Gebiet ist zugebaut.

    Durch den Verfall des Yens (bei mir noch 130, jetzt schon 140-150) bzw die fast 20 Jährige Deflationszeit ist Japan nicht mehr so teuer, wie es vielleicht anfangs war – und die Meinung Japan=teuer stammt noch aus der Zeit. Das wäre so meine Erklärung. Mein Hotelzimmer (westlich, kein Ryokan) war zwar 14m² klein, hatte aber einen Schreibtisch etc und war auch so gut begehbar und hat nur ~70€ die Nacht gekostet mit Frühstück (westlich/japanisch Buffet, konnte man nehmen was man wollte). Das finde ich nicht teuer, im Gegenteil.
    Diese Wasserspülung der Toilette mag zwar toll sein, sauber war das hinterher aber nicht… also mußte man trotzdem noch Papier nutzen, was dann doppelt schwierig ist, weil man gefühlt halblagiges Papier bekommen hat. Man rollt also erstmal 5m davon ab, faltet das x mal, damit es wenigstens halbwegs dick ist, und es reißt dann doch, weil der Allerwerteste ja nass ist…. also toll ist das nicht. 😉
    In Shibuya gibts diese bekannte Kreuzung, bei der es eine Grünphase für alle Fußgänger gibt. Die Bilder davon gibts häufig, hier von mir.

    Schlußendlich – Tokyo hat mir sehr gut gefallen, und ich werde auch noch einmal dorthin fahren, und mir dann auch etwas Japan ansehen, irgendwann…

    Antworten
    1. Andrea Diener

      Ja, das meiste deckt sich durchaus mit meinen Erfahrungen! Und ich kann, wenn es Japan sein soll, Kyushu wirklich empfehlen. Angenehm leer dort, und keine Kassenschlangen an den Tempeln.

    2. Niels Kobschätzki

      U-Bahnstopfer hängen von der Linie ab. Ich hab auch nie welche gesehen, aber meine letzte Bahn war vor allem Freitags immer übelst voll. Ein Kumpel von mir hat die Stopfer aber fast jeden Tag gehabt.

  8. Anne

    Was die Geschichte mit den Niederländern angeht, kam mir das alles etwas bekannt vor, weil das Buch „Die tausend Herbste des Jacob de Zoet“ von David Mitchell in der Zeit und in Nagasaki spielt und eben genau dieses Thema mit den „ausgelagerten“ Niederländern aufgreift. Es ist schon etwas länger her, dass ich das gelesen habe, insofern kann ich zum Inhalt kaum noch eine sinnvolle Aussage treffen, aber dieses seltsame klaustrophobische Gefühl kommt da schon gut rüber. Kann man gut lesen, wie eigentlich ja auch alles von David Mitchell (ist allerdings Fiktion und kein Sachbuch, und über die Realitätsnähe kann ich nichts sagen).

    Antworten
  9. Romconstruct

    Recht lesenswert über Alltagserfahrungen in Japan: http://samurai-biker.blogspot.de/
    Oder auch das Buch „Die Axt im Chrysanthemenwald“.

    Zum Thema „Japaner die nicht Nein sagen“ hat mir ein Bekannter, der 1 Jahr lang in Japan gelebt hat, auch noch empfohlen besser nie nach dem Weg zu fragen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß auf jemanden zu treffen der sich nicht auskennt, aber dies wird er niemals zugeben. man wird einfach völlig selbstsicher losgeschickt denn der Gefragte möchte ja sein Gesicht wahren und nicht sagen „tut mir leid ich habe keine Ahnung wo das ist“.

    Auch zur Arbeitsmoral hatte der besagter Bekannter etwas zu berichten. Er hat seinen Postdoc als Chemiker in Japan gemacht und war eher überrascht wie faul die Japaner wohl eigentlich sind. Nun zumindest als Chemiker. Wenn da ein Versuch z.B. 10 Stunden dauert, dann wartet man einfach ab. Ein Deutscher würde sich in der Zwischenzeit andere Dinge suchen die er noch erledigen kann. Kleinere Experimente, Laborbuch schreiben, Labor aufräumen etc. Nicht jedoch der Japaner, denn der ist ja schon mit einer Aufgabe zu Gange 🙂

    So zumindest meine „Insider Infos“. Ich selbst war leider noch nie da, würde aber auch mal gerne hin. Doch noch mangelt es am nötigen Kleingeld.

    Antworten
    1. Greg

      Hallo,

      das mit der Arbeitsmoral ist so eine Sache. Das Ding bei den Japanern ist, dass sie wirklich an ihren schhedules kleben und nicht eine Aufgabe ausführen, die nicht zuvor definiert, diskutiert und auf einem Plan festgehalten wurde. So habe ich das erfahren.

      Morgens wurde ein Gruppenmeeting einberufen, bei dem jeder eine Zigarette ansteckte, sobald das meeting losging, dann wurde die Agenda des Vortages durchgesprochen, also was amn alles am Vortag erledigt hat. Dann wurden alle Punkte des laufenden Tages durchgesprochen. Und es durften keine Aufgaben erledigt wrden, die nicht auf dem Plan stehen. Kurz vor Feierabend gab es wieder ein meeting (mit Zigaretten), es wurden alle Punkte der Agenda durchgesprochen und Anmerkungen gemacht.
      Am nächsten Tag ging das Spiel wieder von vorne los. (Wobei der Inhalt des meetings fast identisch mit dem Inhalt des meetings am Vorabend war.)
      Man hat alles also mindestns zweimal durchgesprochen und einmal im meeting abgehakt.

      Sobald ich, ganz nach deutscher Tugend, Aufgaben erledigen wollte, die nicht auf dem Plan standen, wurde ich zurückgepfiffen, bzw. die Mitarbeiter guckten mich an, sich an und verstanden die Welt nicht.
      Ich habe sie nicht unbedingt als faul kennengelernt, aber auch nicht als besonders effizient.

      Branche war Maschinenbau, wobei wir Fabriken ausgerüstet haben.

      Das mag in anderen Branchen anders sein.

  10. Niels K.

    Ich hatte ja schon kurze Kommentare vorher abgegeben, jetzt hab ich die Folge komplett durchgehört und habe da ein paar Kommentare und werde chronologisch vorgehen. Kurzer Disclaimer: ich habe vor 10 Jahren für ein halbes Jahr Working Holiday gemacht und in einer japanischen Gastfamilie gelebt und bin Langzeitstudent der Japanologie.
    Aber allem voran kurz das Thema Harmonie (ich werde da gegebenenfalls von Wa, dem jap. Begriff schreiben). Ich kauf das nicht mehr. Es ist eine schöne simple Erklärung für komplexe Sachverhalte. Und was wissen wir über schöne simple Erklärungen für komplexe Sachverhalte? In der Regel sind sie Mist.

    Thema Aufarbeitung der Kriegsschuld. Ich bin auch lange davon ausgegangen, dass das was mit Scham und über schamvolle Dinge redet man nicht zu tun hat, aber inzwischen würde ich eine andere These haben. Im Gegensatz zu Deutschland lief die „Entnazifizierung“ etwas anders ab. Nachdem Japan verloren hatte wollte MacArthur (der General, der die Besatzung leitete) eine Art Schweiz Ostasiens aus Japan machen. Dabei wurden auch die ganzen rechten Kräfte entfernt und linke eingesetzt. Dann gewann Mao den Bürgerkrieg in China und auf einmal gab es eine 180°-Wende. Aus der Schweiz Ostasiens musste ein antikommunistischer Schutzwall werden. Die linken Kräfte wurden wieder entfernt und dafür die rechten von vorher eingesetzt. Die hatten schließlich auch ein Problem mit den Kommunisten. Und die rechtskonservativen waren in Japan immer recht stark und kümmerten sich auch gerade in den „wichtigen“ Bereichen um ihre Interessen. Während die Lehrer so eine richtig linke Bastion ist, scheint das nicht der Fall zu sein im Bereich Schulbuchfreigabe und Lehrplänen. Die Lehrpläne behandeln meines Wissens nach im Gegensatz zu Deutschland den 2. WK nur sehr gering. In Deutschland hatte ich das gefühlt ein Dutzend Mal bis zum Abitur. In Japan muss (da bin ich nicht ganz faktenstark ehrlich gesagt) das wohl eher so mal eine Woche vor den Sommerferien sein und fertig. Zu wenig Zeit um das Thema zu behandeln. Dazu kommt das die Lehrbücher das alles wohl recht gekürzt wiedergeben. Außer es kommt mal wieder zu einer Schulbuchkontroverse weil eine sehr rechte Gruppierung ihr Lehrbuch genehmigt bekommen hat und darin Geschichtsrevision betrieben wird. Das Lehrbuch wird zwar dann nur an einer Schule o.ä. eingesetzt, gibt aber trotzdem immer wieder Knatsch mit den Nachbarn. Kein Wunder: überlegt mal ein Verein nahe der NPD würde ein Geschichtsbuch für den Unterricht in der Sekundarstufe 1 zugelassen bekommen.

    Zum Nagasaki-Atombombenmuseum und keine Aufarbeitung der Kriegsschuld hatte mich interessiert wer wohl dahintersteht und deswegen griff ich mal zu Google. Ich fand nur ein Nagasaki Friedensmuseum was genau eben jenes zu sein scheint und das hat wohl eine extra Ecke zum Thema Untaten Japans im 2. WK. Ich war nie da, aber ist es evtl. ein Teil gewesen, der nicht wirklich auf Englisch umgesetzt wurde? Anekdotische Evidenz: Heute bin ich im Verkehr- und Technikmuseum gewesen: im Bereich Züge gab es auf Englisch eine Tafel an der ich fast vorbeigelaufen wäre zum Thema die Bahn und der 2. WK. Auf Deutsch gab es da eine Reihe zum Thema Judenvernichtung und deutsche Reichsbahn. Die Fotos waren aber nicht sehr aussagekräftig wenn man nicht wusste was da stand. Nur so als Idee.

    Fukushima, Gesicht verlieren, Harmonie: da hat eher niemand was gesagt weil TEPCO (Tokyo Electric Power Co) ein Verbrecherverein ist und vermutlich auch entsprechende Politiker zu tief drin hängen. Das Blog japansubculture.com von u.a. Jake Adelstein, ein US-Amerikaner, der lange in Japan lebte und für den japanischen Teil der größten Tageszeitung lange gearbeitet hat und Autor von Tokyo Vice, hat da ne Menge drüber geschrieben.

    Das mit den nicht „nein“ sagen können ist einfach Kultursache. Da steigt man irgendwann hinter.

    Tokyo ist nicht in der Mitte Japans sondern ziemlich im Osten von Honshu. Durch die Mitte von Honshu läuft ne fette Gebirgskette (die auch der Grund für den wenigen Schnee in Tokyo ist; dafür gibt’s in Westjapan massig Schnee).

    Onsen ist nicht das „Bad“, sondern es sind heiße Quellen. Das mit dem vorher abduschen ist eigentlich ganz angenehm. Dafür wird das Wasser halt nicht zugechlort.
    Der Yukata ist ein lockerer Sommerkimono, ist halt traditionelle Freizeitkleidung. Wird auch gerne bei Feuerwerken im Sommer getragen.

    Kein Koffein: Grüner Tee hat doch Koffein. Und es gibt ja auch noch warmen Dosenkaffee? Man kann halt nicht erwarten, dass es überall den gleichen Kram wie zu Hause gibt 😉

    Japanisches Frühstück ist toll. Natto ist aber einfach nur widerlich. Ich hab’s nur mal in nem Maki (Sushi) probiert, weil dafür mein Gegenüber versprach Milchreis zu probieren. Damit kann man Japaner jagen.

    Japanische Badezimmer sind ein wenig anders. Ich hab nur ein paar Wohnungen gesehen und nie ein Hotelzimmer. Bei den Wohnungen mit Platz gab es eine große Nasszelle. Das war ein komplett gekachelter Raum, der auch eine Duschbrause hatte und da hat man sich abgeduscht. Daneben gab’s einen extra Raum mit dem Ofuro (der Badewanne). Dadrin war immer sehr warmes Wasser, dass auch von der kompletten Familie genutzt wurde. Nichts ist toller als nach nem Arbeitstag sich vor dem Bett zu duschen und dann nochmal ins Ofuro zu steigen. Leider konnte ich nie meine Gewohnheit ablegen morgens duschen zu müssen. Daher duschte ich dann zweimal am Tag… In Wohnungen mit wenig Platz, die dann auch nur für eine Person gedacht waren gab es nur eine Wanne. Dadrin hat man geduscht und dann sich das Wasser für das Ofuro eingelassen. Ist vermutlich in Hotels ähnlich.

    Eine Fahrt mit dem Shinkansen ist in der Regel sogar teurer als ein Inlandsflug. Ist aber geiler.

    Toiletten: nie nen Plumpsklo gesehen in Japan? Die waren sehr gewöhnungsbedürftig und ich hab auch ranzige Toiletten gesehen. Bei meiner Gastfamilie gab’s nen beheizten Klositz. Die berühmten High Tech-Toiletten hab ich nur selten gesehen. Aber ich hatte auch nicht wirklich Geld und bin deswegen nie irgendwohin gegangen wo es sowas gab. Selbst in der Kneipe/Restaurant in dem ich arbeitete gab’s das nicht.

    Schuhwechsel an jedem Restaurant? Das hab ich exakt einmal gesehen und das war übelst teuer und hätte ich mir nie alleine leisten können. War übrigens ein Tofu-Restaurant und auch wenn ich kein großer Tofu-Fan bin, das war großartig und ich habe mich in Yuba verliebt (so ne Art Tofu-Haut). Die hab ich aber nie außerhalb Japans gefunden 🙁

    Die Sache mit der Musik bei den Toiletten. Es gehört sich nicht, dass man bei Frauen den Pinkelstrahl zu hören bekommt. Daher haben sie immer die Spülung betätigt, wenn sie auf Klo waren. Zwecks Wassersparens wurde dann erst die Imitation des Wasserspülgeräuschs und später die Musik eingeführt. Bei Männern ist das übrigens egal.

    Japan ist ne Insel und es gab nie Einflüsse. Ja, nein, stimm ich auch ungern zu. Ja, Japan ist nen Inselstaat der lange isoliert war und man kann sicherlich irgendwie Eigenheiten darauf zurückführen, insbesondere die Xenophobie. Aber auch die ist das größte Problem an der Sache. Einflüsse gab es immer, selbst in der Phase des Komplettabschlusses wurden Dinge aus China und Korea aufgenommen. Später in der Meiji-Zeit, der Industrialisierung durch die Europäer und nach dem zweiten Weltkrieg gab es eine massiver Amerikanisierung. Und diese Einflüsse spiegeln sich überall wieder: in der Architektur, den Religionen, der Mode, Sprache usw usw usw.

    Ja, an kawaii kann man eingehen. Oder man gewöhnt sich dran und macht es irgendwann in Maßen selber mit 😉

    Tokyo ist seit Ewigkeiten mehrsprachlich was Beschilderung angeht. Aber man muss nur ein wenig rausfahren und schon ändert sich das. Und die verbalen Englischkenntnisse in Japan sind eher gering. Liegt übrigens daran, dass man in Japan Englisch in der Schule durch’s Übersetzen beibringt und wir es durch Konversation lernen.

    Es gibt Tagestickets? Seit wann das denn? Ich hatte von meinem Job nen Monatsticket und das galt exakt für die Strecke auf der ich gefahren bin. Ansonstne zieht man halt ein Ticket und zahlt für exakt die Strecke. Und Öffis waren echt teuer. Außer man ist vielleicht im Ring geblieben. Aber da fährt man ja auch kaum Stationen und berechnet wird immer von der günstigsten Strecke.

    Blade Runner: Tokyo war in den 80ern wie man sich die Stadt der Zukunft vorgestellt hat. Da war Japan ja auch echt groß und weit voraus (außer bei den Computern, aber das ist eine andere Geschichte). Einmal nachts auf die Hauptstraße von Shinjuku und man findet sich in den Dark Wave- und Cyberpunkromanen der 80er und Anfang der 90er wieder.

    Okonomiyaki ist nicht Omelett, sondern Pfannkuchen in den Kohl eingebacken wird. Da kommt dann noch Kram drauf, je nach Region ein Spiegelei, Okonomiyakisauce und japanische Majo und es schmeckt. Vielleicht muss ich dich mal zum Essen einladen, wenn wir zu Hause Okonomiyaki machen 😉
    Das ist übrigens ein Essen was man bei Feuerwerken oder anderen Veranstaltungen mit Fressbuden isst oder z.B. in der Kneipe wenn man mit seinen Freunden/Kollegen was trinken geht. Oder man macht es halt zu Hause. Die Seite sieht ganz gut aus in Sachen Okonomiyaki: http://okonomiyakiworld.com/best-okonomiyaki-recipe.html. Im Vinh Loi (http://www.vinhloi.de/store/) bekommst du in Berlin auch die Zutaten.

    Was isst der Japaner generell: Fisch und Reis natürlich. Die Fischtheken sind dort wie hier die Wurst/Fleischtheken und das Fleischangebot ist dort, wie hier das Fischangebot (in Berlin). So als grober Vergleich. Man kommt in der Regel mit sechs „Gewürzen“ aus: Sojasauce, Mirin (süßer Kochreiswein), Sake und Zucker. Dazu kommt noch helles und dunkles Miso, eine Bohnenpaste. Je nach Verhältnis gibt es andere Saucen. Das ganze dann auf Reis mit Fisch/Fleisch (eher Geflügel als Rind und Schwein) und Gemüse. Dazu kommen Nabemono im Winter, das sind eine Art Eintopf, die man am Tisch kocht. Dann gibt es noch japanische Curry, mein Lieblingsessen, Nudelsuppe und auch Junk Food wie McDonald’s. Es gibt natürlich noch viel mehr und sehr schöne regionale Küchen.

    Sushi ist übrigens eigentlich Fast Food, inzwischen halt nur veredelt. Aber es begann sein Leben als Fast Food.

    Wenn du mal den guten Thunfisch haben willst, gehst du zu einem guten Sushiladen, in Berlin empfehle ich das Sasaya oder auch inzwischen wieder das Isshin und bestellst Toro. Maguro ist der Standard, Toro ist der geile Kram – ist aber auch teurer.

    Tokyo und Zentralismus: Tokyo ist das Zentrum seit der Tokugawa-Zeit, also seit Anfang des 17. Jh. Und Tokugawa Ieyasu, der Macht habende Shogun ab 1603, hatte mit seinen Maßnahmen die Daimyo (Kriegsherren) zu kontrollieren auch massiv dafür gesorgt, dass alle Wege nach Tokyo führen.

    Wie oben erwähnt gibt es viele regionale Küchen. Das rohe Pferdefleisch könnte eine regionale Spezialität sein. Äppelwein bekommst du ja auch nicht wirklich gut in Berlin (so als Beispiel).

    Die Sache mit ab 40 hat der gemeine Salariman keinen Bock mehr nach Hause zu gehen: na ja, man geht halt erst nach dem Chef in der Regel. Und dann geht man vielleicht noch was trinken mit den Kollegen. Freitags ist das sowieso die Regel, dass man mit den Kollegen und dem direkten Vorgesetztem was trinken geht. Unter Alkoholeinfluss (auch wenn der gar nicht so stark ist) darf man dann auch mal seinen Chef ankacken und niemand nimmt es einem übel. Finde ich eigentlich ne gute Sache. Aber so krass ist das heute auch alles nicht mehr. Vom neuen japanischen Mann der sich mehr um die Familie kümmert, Urlaub haben will und eine bessere Work-Life-Balance anstrebt, reden wir bestimmt schon seit 10 – 15 Jahren, eher länger.

    Pachinko ist Volksbelustigung. Ich versteh es auch nicht. Aber ich habe sogar Familien gesehen, wo das ein Familienausflug am Wochenende waren. Die Eltern sind zum Pachinko gegangen und die Kinder in das Game Center (Arcade, Videospielhalle) nebenan. Ich persönlich kannte niemanden der wirklich Pachinko spielen gegangen ist. Eine Bekannte hat’s mir mal gezeigt, aber das war es auch.

    Pro-Nordkoreahaltung von Koreanern in Japan: aaaalso. Die Koreaner, die heute in Japan leben stammen in der Regel von den Zwangsarbeitern ab, die nach Japan zur Zeit der Besetzung Koreas geschifft wurden und nach dem zweiten Weltkrieg nicht zurückgekehrt sind. Wie wir wissen war der Süden mit den USA und damit auch mit Japan verbündet und der Norden mit der anderen Seite. Als sich dann die Teilung herauskristallisiert hatte, konnten die Koreaner in Japan wählen, ob sie Nord- oder Südkoreaner werden. Da sie aber gegen Japan waren, trotz dessen dass sie dageblieben waren, waren sie auch gegen Südkorea und damit für Nordkorea. Außerdem haben sie da ggf. auch Verwandtschaft. Die Einnahmen aus dem Pachinko gehen dann auch nicht unbedingt direkt an das nordkoreanische Regime, sondern schon an Verwandtschaft in Nordkorea. Bei dem Geldversand wird dann natürlich auch was eingestrichen. Ich habe so ne Zahl vom 2/3 des nordkoreanischen BIPs kommt von Nordkoreanern in Japan (und zu großen Teilen aus Pachinkohallen kommt von Nordkoreanern in Japan (und zu großen Teilen aus Pachinkohallen)). Ich weiß jetzt aber nicht genau, ob die Zahl so exakt ist. Zum Leben der Koreaner in Japan und den Schikanen denen sie so ausgesetzt sind, empfehle ich wärmstens den Film Go (http://www.imdb.com/title/tt0299937/?ref_=fn_al_tt_2). Großartiger Film.

    Wie teuer ist Tokyo: Vor 10 Jahren hieß es, dass man als Tourist 25-30€/Tag + Hotel rechnen sollte.

    Antworten
    1. Romconstruct

      Viele schönes Infos. Danke dafür.
      Den Blog von Jake Adelstein kenne ich auch. Ebenfalls sehr interessant.

      Bin mir auch nicht sicher ob ich es da oder anders wo gelesen habe. Aber in Japan soll es wohl völlig normal sein das Männer sich noch eine Liebhaberin halten. Das geht sogar so weit das dann vom Gehalt automatisch etwas auf das Konto der Dame überwiesen wird.

      Was ebenfalls noch recht interessant sein soll ist die Trinkkultur. So habe ich dazu gelesen das man in der Regel stündlich und zwar auf die Minute genau die Kneipe wechselt. Am nächsten Morgen wird dann nicht gefragt „und wann seit ihr nach Hause?“ sondern „in wie vielen Läden wart ihr?“. Daran kann man dann sehr genau bemessen wer wann ins Bett gekommen ist. Getrunken wird wohl auch unter der Woche ganz gerne. Passend dazu gibt es dann die bekannten „Sarg Hotels“ (Neuromancer lässt grüßen) wo man noch rel günstig übernachten kann. Oder man pennt einfach in der U-Bahn und geht wieder ins Büro.

      Soweit halt weitere Klischees die ich so kenne.

      Und von einem anderen Bekannten habe ich noch das „sich die Nase putzen“ wohl ungefähr so ist wie hier jemandem direkt auf die Schuhe zu spucken. Keine Ahnung ob das stimmt, ist ein sehr Entfernter Bekannter der auch mal zum Studium nach Japan rüber ist , schon beim Flug aus Respekt zum Naseputzen auf die Toilette gegangen ist (Rotze hochziehen ist jedoch kein Problem) und dann letztendlich sogar irgendwann eine Japanerin geheiratet hat. Womöglich ist also was dran an den guten Manieren 🙂

  11. Niels K.

    Geliebte: nein, ist nicht normal.
    Kneipenwechsel: nein, das ist nicht so.
    Nachts in der U-Bahn übernachten & Kapselhotels: geht nicht, weil’s eine letzte Bahn gibt und wenn die weg ist, verdoppeln die Taxen ihre Preise. Da kann der Nachhauseweg 100-200€ kosten. Dann bleibt man entweder in einer Kneipe, geht ins Mangacafé aka Internetcafé, in eine Karaokebox (gibt halt nicht wirklich Bars, sondern man nimmt für sich und Freunde ein „Zimmer“ mit Karaokeanlage oder geht ins Sarghotel. Letztere liegen eher in den Gebieten mit Büros und sind eben für die, die zu lang im Büro waren oder ggf. zu lang in der Kneipe. Mit 30€/Nacht nicht billig, aber immer noch billiger als das Taxi (aber teurer als Mangacafé und Karaokebox für die Nacht).
    Nase putzen: ist halt unhöflich und man wendet sich ab und macht es nicht beim Essen. Wir rülpsen und furzen ja auch nicht laut in der Gegend rum.

    Antworten
  12. gokzilla

    Sehr schöner Podcast der mich an meinen zwei wöchigen Aufenthalt in Japan erinnerte. Ich war war vor 10 Jahren in Japan und war ziemlich irritiert über das Land, weil ich eine ganz andere Vorstellung davon hatte.

    1. Das Land des Lächelns ? Die einzigen Menschen die lächeln, sind die Türaufhalterinnen vor den Geschäften, die einen stets freundlich begrüßen. Gewohnte Bilder wie in Deutschland , das in der Fußgängerzone Gruppen sich unterhalten und Lachen habe ich kein einziges mal gesehen.
    In der U-bahn ist es absolut still. Entweder schlafen die Menschen, oder tun so als ob, oder blicken nach unten. Keiner redet.

    2. Der Schaffner kommt herein und frägt wer neu eingestiegen ist. Er geht nur zu den Leuten hin, die die Hand hochhalten :-).

    3. Gleich im Flughafen der erste Schock. Eine Putzfrau putzte gerade den Boden als ein Kofferträger vorbeilief und mit Absicht den Mob aus der Hand der Frau kickte und dabei auch noch der Eimer umfiel. Er rief ihr noch irgendwas zu und die arme Frau entschuldigte sich unentwegt.

    4……………………

    Antworten
  13. rico

    Japan: Klos und Whiskey gut, alles andere nervig? Den Eindruck hab ich nach dieser Folge.
    Ich bezweifle den Sinn eines Reiseberichts wenn er großteils schlecht ausfällt.

    Antworten
  14. Programmine

    Wieder eine schoene Folge zum Verreisen. Ich war selbst (wie viele der Kommentatoren) auch schon in Japan und habe mich sofort in das Land verliebt. In unserem englischsprachigen Reisefuehrer stand sehr treffend „In Japan you are leaving your comfort zone without being uncomfortable“.

    Eines was mir in diesem Podcast aufgefallen ist, was sich durch viele der „Frau Diener verreist“-Podcasts zieht, ist dass die Reise durch die Erzaehlweise oft eher negativ klingt. Vieles Skurile kommt als komplett absurd und abwegig rueber (was vielleicht nicht so gemeint ist). Ich habe in meinen Reisen in Suedostasien gelernt, das Anders-sein der Menschen dort zu aktzeptieren („to embrace it“). Bei Frau Diener habe ich oft das Gefuehl, dass das Anders-sein immer eine negative Konnotation hat (auch wenn das mit Sicherheit nicht so gemeint ist).

    Gerade in diesem Podcast faellt es an einer Stelle auf, wo Holgi fragt, ob denn die Reise (auf der Suedinsel) dann komplett schlimm war? Frau Diener verneint das, und sagt sogar dass es unglaublich schoen war. Nur das ging eben total unter.

    Fuer mich, stechen eben oft die negativen Dinge und Absurditaeten in diesen Podcasts heraus. Natuerlich hat jedes Land seine schlechten Seiten, aber irgendwie komme ich aus den Podcasts oft mit dem Gedanken heraus „Was fuer eine seltsame Reise. Da muss ich vielleicht nicht unbedingt hin“. Das ist natuerlich ein ganz subjektives Gefuehl.

    Trotzdem hoere ich den Podcast sehr gern und bin auf weitere Folgen gespannt.

    Antworten
  15. insanelygreat

    Das mit den ausgesandten Experten hat ein Lehrer von mit mal erzählt der damal in der Eisenbahnsparte von Siemens gearbeitet hat. Er meinte dass die alles gezeigt bekamen und wenige Jahre später bauten sie dann bessere Züge.

    Antworten
  16. chrysophylax.de

    Sehr schöne Folge – ich höre Frau Dieners Reiseberichten immer wieder gerne zu. Und hab bald vor Lachen ins Lenkrad gebissen (nur beim Autofahren hab ich reichlich Zeit für Podcast) bei Frau Dieners glorioser Beschreibung:

    „Und wenn du dann aufs Klo dann hast du da weil dann kannst du dann weil dann macht es hier und dann passiert dort und dann ist es so…“ weil ich ständig an denken musste…

    Meiner Meinung nach eine sehr schöne Ergänzung zum Toiletten-Teil der Sendung.

    chrysophylax.de

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *