WR399 Stefan Böhm zum Thema Radreisen

 

wrint_2014_zumthema_200Stefan war zweieinhalb Jahre unterwegs. Auf oder mit dem Fahrrad hat er Nordosteuropa und Südamerika (Vier-Minuten-Zusammenfassung als Video) bereist und wir haben kurz über seine Reise geplaudert.

Hinterher ist uns dann aufgefallen, dass wir das meiste vergessen haben und wir noch eine, vermutlich sogar längere, Sendung aufnehmen müssen, so dass das hier dann halt der längste Teaser in der Geschichte von Wrint ist.

33 Gedanken zu „WR399 Stefan Böhm zum Thema Radreisen

  1. Christoph

    Sehr interessante Tour, leider schwer nachahmbar, zu viele eingefahrene Gewohnheiten.
    Bin mal von Berlin nach Bremen in 3 Tagen gefahren (150/125/100). Am ersten Tag 8h im strömenden Dauerregen mit abschließenden Naviausfall. Als Autofahrer hätte ich mich bemittleidet, es war aber durch die Regenkombo sehr gut aushaltbar. Nur die Schuhe saugten einiges. Den Rest weiter mit Aldi-Karten. Alles super gelaufen , hatte nur einen Bowdenzugriss.

    Antworten
  2. Toni

    Die Folge hat mir Lust gemacht es Stefan gleich zu tun. Ich seh mich mal nach nem Tourenrad um.
    Denn wie jeder weis, die Anzahl der Fahrräder die man zu besitzen hat x+1.
    Bitte lasst dem Teaser eine ordentlich lange Hauptsendung folgen.

    Antworten
  3. Marcus

    @Stefan Kannst du die Adresse des Blogs verraten, mit dem Artikel zu den 1100$ für ein Jahr reisen?

    PS: Eine große Fahrradtour, bevor ich 35 werde, steht bei mir jetzt auch auf der To-Do!

    Antworten
  4. Guido

    Ach Holgi,

    ich schreib ja nicht so gern, weil ich denk das richt immer ein wenig nach Klugscheisserei.
    Aber bei diesem Thema kann ich mich doch nicht zurückhalten.

    Solche Verrückten kann kaum jemand verstehen, es sei denn man hat selbst schon einige tausend Kilometer selbst im Sattel gessen.
    So ich …

    Daher masse ich mir auch an etwas dazu zu sagen, obwohl ich auch gern beim Bluemoon neulich angerufen hätte.

    Material:

    Stefan hat recht beim Reifen. Der Mondial ist ok aber der XR war besser. Ich bin auch viel mit wirklichen Mountainbikereifen mit wirklich dickem Profil gefahren.
    Diese Unplattbaren mit den blauen Schaumstoffstreifen sind Mist. Nur Kevlareinlagen (mit entsprechender Durchstichfestikeit) ist das Wahre.

    Vorteil
    das Rad liegt fast immer sehr gut auf der Strasse < es gibt Untersuchungen,dass der Rollwiederstand auch bei niedrigerem Reifendruck (eingebaute Federung, die man leicht mit Pumpe anpassen kann unterwegs) kaum grösser ist.
    Grad bei Gepäck ein wesendlicher Vorteil.Damit auch unbedingter Verzicht auf Federgabel.

    Nachteil
    Es ist lauter auf der Strasse. Man bekommst weniger leicht unterwegs Ersatz. So man genau den gleichen will.

    Zelt:
    Wenn man sein gepäck minimieren will, kann man auf Frontroller auch verzichten.
    Dann … 2 Ortlieb hinten und eine Ortliebtasche oben quer. Wenn man dann ein Zelt (ohne das man nie so frei ist man es sein kann mit dem Rad) auf dem Gepäckträger befestigen will sollte dies unter 60cm in der Länge (verpackt) messen. Da gibt’s nur wenige, die diese Gestängestückelung bieten.
    Lenkertasche mit Kartenhalter und Trageriemen für alle Wertsachen.

    Isomatte:
    Hier nicht sparen, denn wie man schläft … Es gibt tolle in Mumienform mit min 2cm Dicke.

    Kocher / Lampe
    Campingaz-Kartuschen gibt’s überall. Damit ist die Kombi von deren kleinem Kocher und einer Lampe die sehr hell, aber auch leicht schummrig in einem dreh einstellbar ist ideal. Dazu noch extra Plastik-Klappfüsse für die Kartusche für besseren Stand.
    Dazu eine Light-Teflon Campingpfanne mit Deckel und Klappgriff für alle Arte von Speisen und auch heissem Wasser.

    Rad:
    Reiseräder haben idealerweise:
    – einen Stahlramen, der einem 28er in der Grösse entspricht, aber 26er Mountainbikereifen aufnehmen kann.
    – einen etwas längeren Hinterbau, damit man niemals mit dem Hacken an die Taschen anstossen kann, auch wenn man noch diese kleinen Ortlieb Anbautaschen dran hat.
    – idealerweise einen Ledersattel 🙂
    – einen Rennlenker mit kleinen Zusatzbremsgriffen am Obergriff
    – niemals Scheibenbremsen < Wartung !
    – Clickpedale & die Radschuhe, mit denen man auch gern mal 2 Tage durch eine Stadt laufen würde.
    – Als Regenschutz nur ein Plasticschutz unter dem Rahmenunterrohr vorn und einen Aufgeschnittenen alte Reifen mit Kabelbinder an der Unterseite des Gepäckträgers (Klappert nicht und wirkt perfekt)
    -Schoss < langes Stahlkabel mit Schlaufen an beiden Ende von Abus. Dazu ein sehr gutes normales Vorhängeschloss. So kann man allle Radteile durchfädeln und dann auch um Baum, Laternenpfahl oder Gitter gehen. Das Ding zusammengerollt einfach mit unrer den Spanngummi am Heck.

    Klamotten:
    – Radhose mit Polster
    – Radweste mit Kitter hinten und Windschutz vorn
    -Helm mit Fliegengitter (kann man auch selbst reinbasteln)
    -Handschuhe
    – extrem praktisch < Arm- & Beinlinge
    – dichte Überschuhe, die so gross sind, dass man sie sehr leicht und damit schnell über die Schuhe kriegt.
    – Regenhose wird einfach abgeschnitten, dass sie noch ein paar cm über die Radhose (kurz) reicht.
    – Regenjacke sehr dünn und mit Giitterstoff zum lüften. Besser als jeder Gore-Mist
    – Helmcover für Regen
    alle Regensachen gern in grellen Farben, da man bei regen gern besser gesehen werden möchte
    – Bei Kälte sind einfache Surfhanschuhe (Neopren) sehr gut zum schnellen überziehen über die Radhandschuhe. Somit gross kaufen.

    Sprezials
    – es gibt so Neoprenflschenhalter für den Heimgebrauch. Üblicherweise wenn man zu Freuden ne kalte Flasche Sekt mitbringen will. Diese eignen sich auch hervorragend um Wasserflaschen vor Sonne und somit Hitze zu schützen. Nebeneffekt < man kann damit die Flaschen auch viel sicherer unter ein Spanngummi transportieren.
    – Karten sind schwer und nicht immer praktisch. ALLES mit Strom wird lästig, da man bald ein Gespühr für Strecken und Wege zu entwickeln. Zudem ist man gezwungen mit Einheimischen zu reden und nach dem Weg zu fragen.
    – ein paar Gummihandschuhe lassen die Hände beim Reifen- oder Kettenwechsel besser aussehen
    – die Rainlegs hast du ja bereits

    That’s all for today < good bye

    Antworten
  5. Sascha

    Hallo Holgi,
    absolut klasse Folge! Höre Dir gern zu wenn Du etwas über deine Fahrräder erzählst oder wie hier jemandem zu einem Fahreadthema befragst.

    Da ich selbst vor dem Kauf eines Fahrrades stehe wünschte ich mir mehr Podcast über das Fahrradthema zu finden. Leider erfolglos.

    Wie siehts bei Dir aus? Wäre das kein Thema für dich um dem einen eigenen Wrintbeteich zu geben!?

    Grüße und mach weiter so.

    Sascha

    Antworten
    1. holgi Artikelautor

      Nee, noch eine Rubrik mag ich grad nicht aufmachen. Das wächst mir dann über den Kopf 🙂

  6. Florian

    Hab grad mal nachgesehen, was es nun eigentlich mit diesem Tunnel auf sich hat, den holgi nun schon öfter erwähnt hat – „sieben Kilometer“ fand ich dann doch interessant 🙂
    Jedenfalls scheint Stefan da gerade so Pech gehabt zu haben, denn wenige Monate später entfiel wohl die Mautpflicht: „Die Auslastung und die damit verbundene Refinanzierung des Tunnels verlief erfolgreicher als geplant, so dass die Mautpflicht bereits seit dem 30. Juni 2012 entfiel – zwei Jahre früher als geplant.“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Nordkaptunnel

    Antworten
    1. Stefan

      Hi Florian,

      Danke für die Info, ich muss mich da auch korrigieren. Hab nachgeschaut, der große Nordkaptunnel war schon frei als ich oben war. War wohl ne Fähre die ich da im Kopf hatte… Für die gilt übrigens auch ein gewisser Radlerbonus. Auf einige Fähren insbesondere an der Küstenstraße lassen sie Radler auch mal so drauf 🙂

    2. DocDblU

      Ich hätte da einen ganz kleinen Randkommentar, der eigentlich völlig unwesentlich wird ob des wirklich tollen Berichtes von Stefan (auf dessen Fortsetzung ich mich wirklich freue, weil er ein angenehmer Erzähler ist)
      Aber – zum Mautsystem in Norwegen – ich finde, das sollte mal erwähnt werden: Für grosse Verkehrsprojekte in Norwegen wie Tunnel und Brücken wird die Maut nur temporär erhoben, bis die Erstellungskosten reingeholt sind:
      http://www.norwegenportal.de/dnf/index.php/reisetinformationen/mautstrassen.html

  7. Sebastian

    War eine sehr schöne Folge die Einblick in eine völlig andere Lebensrealität gewährt hat.
    Mich hätten ja noch soziale Aspekte wie z.B. ob Familienplanung Platz in so einem Leben hat interessiert, oder ob einen nicht doch mal die Angst umschleicht was in einem medizinischem Notfall wäre wenn man gerade ganz allein in der Pampa zeltet.

    Antworten
    1. Stefan

      Ja, die Aspekte Risiko, (Familien-)Planung und noch vieles mehr haben wir ein bisschen flott übergangen oder gar nicht angesprochen. Daher haben wir die Folge auch gleich als längsten Teaser der wrint Geschichte tituliert…. Mehr kommt 🙂

  8. Jan

    Tolle Folge und bitte mehr davon. Ich höre die meisten deiner Sendungen sehr gern, aber die Gespräche mit Fremden mit einer spannenden Geschichte sind meistens die schönsten 🙂
    Schöne Grüße!
    Jan

    Antworten
  9. Jan

    Anderer Jan als eins oben drüber, aber die gleiche Meinung: Ganz ganz großes Kino! Nach den ersten 5 Minuten war ich schon gefesselt.

    Die sozialen Aspekte hätte ich auch ganz interessant gefunden, genauso wie man mit dem „Risiko“ von Krankheiten, Überfällen etc. umgeht. Als Reisemuffel und durch meinen Beruf bin ich da sicher vorbelastet, aber ein paar Sätze dazu hätten mich interessiert.
    Aber die schönste Erkenntnis war, dass ein ganzes Leben in ein paar Taschen und eine Zargesbox passt und eine solche Aktion eigentlich sehr viel mehr Menschen möglich wäre.

    Holger, vielleicht könntest du deiner Onlineredaktion (SCNR 😉 mal den Tipp geben, Stefans Flattr-Link oben einzufügen?

    Antworten
  10. Donngal

    Tolle Folge, die weckt Fernweh, dass ich aber aus diversen Gründen nicht stillen kann. Ich habe mir fest vorgenommen, wenn in meinem Leben noch einmal eine Zeit kommt in der ich absolut unabhängig bin (haha, als wenn) ich mich auf ein Fahrrad setze und einfach losfahre. Wenn ich dafür zu alt bin, in ein Wohnmobil setze und einfach losfahre. Hauptsache unterwegs sein. Und zwar allein. Schon skurril, das man sich als Mensch mit Familie danach sehnt alleine zu sein, obwohl die Zeit mit der Familie auch schön ist. Das Gras auf der anderen Seite ist immer grüner.

    Antworten
  11. TIm

    Moin,

    eine meiner lieblings Folgen, ich bin noch immer dabei das alles zu verarbeiten 🙂
    Eine Frage brennt mir noch unter den Fingernägeln:
    Stefan, du erwähntest dass du unterwegs programmierst, bzw auch Navigation mit GPS und OSM machst. Woher nimmst du den Strom? Hast du da was spezielles, oder suchst du Orte mit Steckdosen und fragst dort?

    Viele Grüße,
    Tim

    Antworten
    1. Stefan

      Him Tim,

      Also zum Programmieren braucht man ja schon eher ein gemütliches Plätzchen und das hab ich quasi nur in Hostels oder auf Campingplätzen gemacht, Strom kein Problem.
      Was GPS / Kamera Akkus und sontige Kleinverbraucher bis 12v betrifft: ich hab einen Nabendynamo und dann eine alte Version von diesem Teil hier: http://www.forumslader.de/, damit kann man sich seinen Strom selbst erfahren 😉
      Dazu: ein kleines OutdoorGPS (Garmin o.ä.) läuft mit zwei AA Batterien bei mir 2 bis 3 Tage. Ne Ladung Akkus in’s Gepäck, dann kommt man einige Tage ohne Steckdose aus.

      Viele Grüße, Stefan

  12. iomf42

    Hallo Stefan,

    mich würde einmal interessieren, wie viel man denn für ein ordentliches Zelt ausgeben sollte, wenn man das z.B. pro Jahr maximal insgesamt 6-8 Wochen auf Radreisen nutzen würde.

    Deines hat ja so ca 1000EUR gekostet, wenn ich das recht verstanden habe – das untere Ende sind die Discounter Dinger für 50EUR. Beim Zelt bin ich was das Equipment angeht doch am ratlosesten.

    Thx!

    Antworten
    1. Stefan

      Hi iomf42,

      über Zelte könnte man eine eigene stundenlange Sendung machen und wär hinterher auch nicht viel weiter 😉
      So ein teures Expeditionszelt lohnt nur wer wirklich lang und/oder mit sehr sehr wiedrigen Bedinungnen zu tun hat. Die Discounter Dinger taugen m.M. nur für eine Festivalwochenende wenn man es hinterher stehen lassen kann. Dann kommt dazu wo Du unterwegs bist und was Du für Wetter erwartest. Stürmisch, kalt und regnerisch: großes Zelt, viel Platz (Kochen in der Apside!) . Im Sommer in Südeuropa ist man mit was kleinem leichten besser bedient, am besten eines bei dem man auch das Innenzelt alleine aufstellen kann, dann ist’s auch bei tropischen Nächten auszuhalten…:)
      Generell kann man so ab 250 / 300 was qualitativ brauchbares erwarten. Ich empfehle mal den Outdoorhändler Deines Vertrauens auf zu suchen…

      Viele Grüße, Stefan

    2. Andreas

      Für Radreisen in „normale“ Gebiete würde ich Dir zu einem Tunnel mit geräumiger Apsis raten. Alugestänge, Aussenstoff Ripstop mit Silikon.

  13. iomf42

    Hi Stefan,

    danke für die Schnelle Hilfe. Eine Preisklassen-Empfehlung finde ich schon sehr hilfreich. Den Rest schau ich mir dann mal beim Outdoorhändler an – das Problem da ist allerdings (auch wegen der Größe des Ladens hier in München) das ich da ewig brauche bis ich wieder draußen bin, weil ich alles anschauen mag, so wie als Kind im Spielwarenladen 🙂

    iomf42

    Antworten
    1. Jan

      Dann geh zum Lauche&Maas, weniger Angebot, aber das Geld geht zum kleinen Händler 😉
      Ansonsten kannst auch mal gucken, wenn es nicht besonders eilt, Bergzeit hat im Frühjahr immer eine Zeltausstellung, nach der es die Ausstellungsstücke zum selberpflücken gibt.

  14. Andreas

    Tolle Sendung – macht wirklich doll Fernweh. Das klingt immer so leicht ;-). Ich ziehe gerade um, ein Mal quer durch Deutschland und versuche, mit 30 Umzugskisten klar zu kommen… und dabei kann ich auch monatelang aus dem Rucksack leben.

    Zum Russland-Visum: Eigentlich kann man Business-Visa doch auch ganz normal „kaufen“ bei einer Reiseagentur. Damit kann man sich dann auch drei Monate im Land bewegen. Vor vielen Jahren war ich mal 6 Wochen in Russland und hatte ein 3-Monats-Visum, ganz normal vom russischen Reisebüro. Kostet halt… aber dafür muss man sich nicht mit der Botschaft rumschlagen.

    Antworten
  15. Morten

    Hey Stefan,

    hast du schon mal versucht deine Reisebilder in einer Fotoagentur anzubieten?
    Es gibt ja diverse Reisemagazine, Zeitschriften, Reiseführer etc. so könnten noch ein paar Euro reinkommen und wenn nicht, dann hast du auch nichts verloren.
    Vielleicht eine Idee
    da hätten wir bei den interessanteren z.B. http://www.laif.de
    http://www.mauritius-images.com/
    http://www.look-foto.de
    (sind etwas die netteren die auch ordentliche Honorare verlangen.)

    Beste Grüße

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *