WR439 For Lauers Büro Only

 

wrint_2014_zurperson_200Ich war mal wieder bei Christopher Lauer. Der wird sich, voraussichtlich am Ende dieser Legislaturperiode, aus der Politik verabschieden und arbeitet – weil wir in Berlin, trotz 3,5 Millionen Einwohnern und einer riesigen Zahl an Problemen, nur ein Feierabendparlament haben – neuerdings bei der Axel Springer SE als „Leiter Strategische Innovation“. Wir reden über Politik, die Piratenpartei, den neuen Job und so.

44 Gedanken zu „WR439 For Lauers Büro Only

  1. johannes

    ich dachte schon die folge kommt nie. 😀 danke holgi und chistopher, ich werde sie mir gleich mal anhören.

    Antworten
  2. Christian

    Jawoll! Endlich wieder mal eine Folge mit Christopher Lauer. Ich warte schon seit Monaten. Seit dem Austritt gibt es ja auch keine Reden bei den Piraten mehr alla „Tugendterror“ und „Hauptsache Italien“. Das hat schon eine große Lücke gerissen.

    Bitte mehr Podcasts mit Herrn Lauer!

    Antworten
    1. Ido

      Doch, bütte mehr. Ich hoffe auf zukünftige Interviews, auch wenn es die Piraten nicht mehr geben wird und Christopher ganz was anderes macht.

  3. Nykon

    Kann mir jemand den Artikel zu den angeblichen 80%, die durch den Polizei Test fallen, nennen?

    Dass nähste das ich gefunden hab ist von 2013 mit deutlich anderen Zahlen
    mobil.morgenpost.de/berlin-aktuell/article121037369/Jeder-vierte-Polizei-Bewerber-faellt-durch-den-Deutsch-Test.html

    Danke

    Antworten
    1. doppelfish

      Im April 2015 sah es kaum anders aus:

      Etwa 40 Prozent der Teilnehmer bestehen den Eignungstest nicht, «davon allein schon 85 Prozent wegen mangelnder Deutschkenntnisse», wie ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte.

      Das wären 34% der Bewerber. Und:

      Für den Ausbildungsstart in diesem Frühjahr waren rund 6760 Bewerbungen auf 420 Stellen eingegangen. Diese Zahl erscheine zunächst hoch, aber die Schwierigkeit liege darin, geeignete Bewerber zu finden. Alle Stellen wurden besetzt.

      Sprich, mit ca. 6% der Bewerber konnten alle Stellen besetzt werden.

    2. doppelfish

      Verflixt, das Zitat-Dingens hat mir die Quelle verschluckt. Der Artikel, aus dem ich zitiert habe, ist hier.

  4. Wolf

    Stichwort Krautreporter: bis dato 492 Beiträge insgesamt, sagt mein RSS-Reader, also inkl. Wochenpost, Medienmenü etc. Also sagen wir 500 mal 500 Euro macht 250.000Euro. Selbst wenn bis zum Termin des nächsten Crowdfundings nochmal 200-300 Beiträge dazu kommen sollten (was optimistisch ist), bleibt immer noch ein gewaltiger Rest vom ursprünglichen Funding letztes Jahr übrig. Ich bin gespannt, ob diese Frage mal gestellt wird, wo die Kohle bei denen hin ist.

    Antworten
    1. holgi Artikelautor

      90k sind in die IT-Ausstattung geflossen. Außerdem organisiert sich sowas ja nicht von alleine. Keine Ahnung, wie deren Redaktionsstrukturen aussehen, aber da dürften ja doch einige Leute durchgehend sitzen und eine Kernredaktion bilden. Würde ich sowas bauen, würde ich unter fünf Festen gar nicht erst zu denken anfangen. Die würde ich (quasi-) exklusiv haben wollen und darum pro Nase schonmal 50k im Jahr kalkulieren. Also 400k für Artikel (wenn ich deine 800 annehme) + 250k Personal + 90k IT, dann bist Du bei grob 750k. Dann noch paar Rücklagen… so ganz unplausibel finde ich die 900.000,- ehrlich gesagt nicht.

    2. Wolf

      Stümmt. Nicht zu vergessen die 19% Mehrwertsteuer, die sie auf die 900k löhnen mussten. Das sieht dann doch knapper aus, als ich oberflächlich vermutet habe. Und die 90k hatte ich auch schon vergessen. Das wird dann sogar ziemlich knapp.

    3. tp1024

      Das sagt mir, dass ich mit meinen 59 Blogposts in knapp 5 Wochen irgendetwas bei der Bezahlung falsch gemacht habe. (Was jetzt nicht so die Überraschung ist und sofort davon reich zu werden war auch nicht ganz der Plan.)

      Trotzdem. Für allgemeines 1000-Wort Geseiere 500 Euro zu verdienen, was sich dann (wahllos rausgegriffen) so liest:

      „In der Chefetage wird bilanziert: „Wir sind wirklich sehr zufrieden.“ Man sei „ein profitables Unternehmen“, teilt Manager Stefan Harder mit, ohne Zahlen zu nennen. „Die Musik ist verständlich, und die Künstler schreiben oftmals sehr lebensnahe Texte. Das wirkt und ist meist sehr authentisch und sehr oft übertragbar auf das eigene Leben.““

      Oder

      „Dort sind viele der Absolventen meiner Masterclass vertreten, und ich finde die Arbeiten toll, die junge Leute da zeigen, und es interessiert mich, inwieweit verbessern die sich? Was geht in deren Köpfen vor? Wo werde ich selbst womöglich altmodisch? Was muss ich bei mir selbst abstellen, damit ich nicht negativ auffalle und noch in die moderne Zeit passe? Die gesamte Medienwelt war noch nie so spannend wie heute, weil einfach jeden Tag etwas Neues erfunden wird.“

      Ist dann doch irgendwie merkwürdig. Man braucht ihnen nicht nach zutrauern.

  5. Marco

    Ich hörte heute zum ersten Mal den Begriff „suicide by cop“ im Lauers Büro-Podcast. Da konnte ich auch aus dem Kontext dem Gespräch nicht mehr folgen und habe daher Google mit dem Begriff bemüht. Erster Treffer: Brauchen Sie Hilfe? http://www.telefonseelsorge.de <- hab erstmal 30 Sekunden lachen müssen…. 🙂

    Antworten
  6. MadManniMan

    Hm, unterscheiden sich Christophers Äußerungen zum LSR denn inzwischen von denen vor seiner Anstellung bei Springer?

    Antworten
    1. Christian

      Nein, der Lauer ist immer noch entschieden gegen das Leistungsschutzrecht. Ist seiner Meinung treu geblieben.

    2. blub

      Jein.
      Früher hat er gesagt es ist blodsinn.
      Inwzischen sagt er das nicht mehr, nähmlich nix. Das kann man durchaus als öffentliche positionsänderung deuten, v.A. bei jemand wie Christopher der seine Meinung gerne auch ungrfragt überall hinzugefügt hat.

      zu fordern das sich Konzerne an geltendes Recht halt ist ja völlig Legitim, aber er vereinfacht im Podcast die Situation deutlich:
      Anstatt zu zahlen hat Google die relevanten Zeitungen einfach aus der Suchliste gestrichen, worauf hin u.A. Springer sich weider zurückklagen wollte, wg. marktbeherrschender Stellung. Das fand ich echt frech.
      Wie das genau Ausgegangen ist weis ich nicht und ist mir auch egal.

  7. Dr. Azrael Tod

    der passende Vergleich zu „Google hält sich nicht an Leistungsschutzrecht“ wäre nicht „die BASF zahlt einfach keine Steuern“, sondern „neue Chemiesteuer auf verkaufte Produkte eingeführt, BASF verkauft keine Produkte mehr die danach zu versteuern wären“

    Das mag den Leuten die das Gesetz erzeugt haben nicht gefallen, aber das ist halt blöderweise völlig legitim.

    Antworten
  8. Dr. Azrael Tod

    Achja, betreffs „Man arbeitet für so eine Firma nicht“

    Diese unterstellte Haltung würde ich durchaus unterschreiben. Nein, es ist nicht Heckler&Koch, aber es gibt halt nicht nur Extreme in dieser Welt. Eine Entscheidung kann falsch sein, ohne die schlechtestmögliche Variante zu sein.

    Man muss halt vor sich selbst rechtfertigen können wie man seine persönliche Moral einhält. Offensichtlich gibt es Menschen die das tun können obwohl sie für Heckler&Koch arbeiten. Gegenbeispiel wäre Fefe, der immer wieder betont nichts für vertretbar zu halten bei dem Menschenleben auf dem Spiel stehen. Also weder Atomkraftwerke, Kriegsindustrie, noch Krebs.

    Für mich persönlich habe ich festgestellt dass ich nicht für eine Firma arbeiten will die Gesichtserkennungszeugs baut (und habe eine entsprechende Anstellung abgelehnt, obwohl sie sonst keine Nachteile für mich gehabt hätte und mehr Geld gebracht hätte). Ich habe aber auch für mich selbst noch rechtfertigen können Geld aus Postbank/Deutscher-Bank rauszutragen und ein Projekt für die durchzuführen.

    Moral ist halt kein absoluter Wert.

    Antworten
    1. Daniel

      Ich will es mal so sagen: „Das Wort ist schärfer als das Schwert“. Man kann eben nicht nur mit Waffen töten. Die Berichterstattung in der Bild hat schon so manches Leben gekostet. Wenn es die Menschen vielleicht auch nicht auf den Friedhof gebracht hat, so waren sie nach der Berichterstattung mit Sicherheit psychisch und seelisch am Ende.

      Klar kann man da arbeiten, muss man aber nicht …

  9. Chris

    Mal wieder eine sehr interessante Sendung, besonders die ersten 75 % zum Politikbetrieb. Als es dann auf Christophers Springer Job kommt, franst es ein wenig aus. Imho lässt Holgi ihn da ein wenig zu leicht wegkommen, das hat er sich an anderer Stelle schon deutlich profilierter gezeigt. Googles Umgang mit dem LSR wird wie oben schon dargelegt reichlich verzerrt dargestellt und die Diskrepanz zwischem dem armen, von Internetkonzernen geplagten Springer mit den ganzen vollig normalen Menschen dort (Natürlich. Was denn sonst?) gefolgt von der recht unverholen stolzen Aufzählung, wer nicht alles zum Konzern-Dickschiff gehört, ist mir ein wenig zu groß. Muss man Lauer gar nicht vorwerfen, das ist sein Job und sicher inzwischen auch gefestigte Überzeugung, einem anderen Interviewpartner hätte Holgi das so allerding nicht durchgehen lassen.

    Anyway, gute und informative Unterhaltung. Das Konzept zur vollumfänglichen Coverage des Abgeordnetenhauses ist super, das wäre mir (auch als nicht-Berliner) auch einen monatlichen Obolus wert, könnte sicher aber auch in anderen Landesparlamenten etwas Staub aufwirbeln. Würde mich freuen, wenn etwas derartiges irgendwo realisiert würde. Ist denn nich ständig die halbe Welt auf der Suche nach dem nächsten Geschäftsmodell?

    Antworten
  10. chris

    Beeindruckend, wie sehr Christopher es schafft sein an Selbstüberschätzung grenzendes Selbstvertrauen aufrecht zu halten. Nur so kann es ihm gelingen diese vielen Niederlagen weg zu stecken und zum Ende des Beitrages wieder seinen „die Welt hat auf mich und meine Meinung gewartet“ Kurs zu gehen.
    Beneidenswert.

    Antworten
    1. j0hn

      Muss ich Dir Recht geben. Finde es auch beeindruckend. Ich hab mir von Holgi allerdings viel mehr Sticheleien bezüglich Springer gewünscht, gerade weil die beiden einen so guten Draht zueinander haben. In 2 Jahren wird Herr Lauer übrigens bestimmt seine 180% Drehung anders beurteilen. Hat er ja mit dem Klüngelvorwurf genauso gemacht…

  11. ina

    ich glaube nicht, dass irgendjemand Fettes nicht weiß was er wiegt bzw. nicht weiß dass er fett ist, ich frag mich nur warum man ihn für sein Gewicht beleidigen soll, da gibts doch bei NPD-lern genügend „Material“, um ausgerechnet fatshaming zu vermeiden.
    Okay, sie ist fett und ne hässliche Bratze (innen wie außen), das macht sie aber nicht zu nem unsympathischen Menschen sondern ihre Kackgesinnung. Dann sag doch „jung-frech-dumm“ oder wie dieser Slogan losging.
    Es werden einfach zuviele Dicke für Ihr Dicksein diskrimminiert, zuerst einmal ist das aber das Problem jedes einzelnen und nicht das von Fingerzeigern, kümmert Dich um Deinen eigenen Scheiß. Dick ist nicht krank, adipös erstmal auch nicht. Damit will ich nicht sagen, dass der Professor aus dem Resonator-Podcast mit seiner Epedemie nicht recht hat, Du kriegst Dicke nur nicht dünner indem Du sie unter Druck setzt oder stresst.

    my 3 cents.
    ina

    (an der zwei vorbeigetippt aber is ganz niedlich. ((o:=)

    Antworten
  12. gustl

    Zum Reset der Gesellschaft gibt es eine spannende und interessante SciFi Triologie:

    Wool, Shift und Dust von Hugh Howey

    Da sind einige coole Ideen drinnen wie man das machen könnte und auch von der dazu benötigten Technik ist fast schon alles verfügbar.

    Antworten
  13. Jens

    Christopher behauptet, dass Google sich bzgl Leistungsschutzrecht nicht ans Gesetzt hält.
    Diese Aussage sollte man doch auch belegen können.
    Alles was ich dazu gefunden habe, ist, dass Google Inhalte, für die es keine Freigabe seitens der Verlage gibt, eben nicht mehr so zitiert, wie es beim Leistungsschutzrecht kostenpflichtig wäre.

    Das ist höchst legal und meiner Meinung nach auch die korrekte Vorgehensweise.
    Es wäre schön, wenn die Quellen für das angebliche illegale Verhalten auch irgendwie einsehbar wären.
    Hat da Jemand was?

    Antworten
    1. Christopher Lauer

      Kommt Google in Deutschland Ansprüchen nach, die den Verlagen aus dem LSR entstehen?

      Nein

      Zahlt Google in Deutschland also LSR an die Verlage?

      Nein

      Hält sich Google damit in Deutschland also an die Bestimmungen des LSR?

      Nein

      Wie machen Sie das?

      Genau wie Du beschrieben hast: Sie sagen den Verlagen, hier, entweder stellst Du uns von Deinen Forderungen frei oder wir zeigen Dich in unserer Suche, die von über 90% der Deutschen genutzt wird nicht mehr richtig an. Das kann sich kein Verlag leisten, weil sich die Verlage in einer Abhängigkeit zu Google befinden. Der Traffic desjenigen, der bei Google nicht ordentlich gelistet wird bricht ein. Hupsi.

    2. Norti

      Das wussten das doch eh ALLE vorher, dass diesen Leistungserzwingunggesetzdingens nicht funktionieren wird.
      Mir erschliesst sich ja auch immer noch nicht, warum jemand dafuer, dass er anderen Traffic auf die Seite bringt, auch noch was dafuer zahlen soll.

    3. Anne

      Das Argument wurde ja quasi ad absurdum geführt, als Springer nach ein paar Wochen Testzeit ohne Google doch einknickte und jetzt wieder überall gelistet werden wollte. Einen besseren Beweis dafür, dass beide Parteien etwas davon haben, gibt es wohl kaum.

      Darüber hinaus wundere ich mich immer über das Argument „Ja, aber Google macht Geld mit den Inhalten anderer, mehr machen die doch gar nicht!“ Nein nein, Google macht Geld damit, dass sie offensichtlich ziemlich gute Software schreiben, die Inhalte sinnvoll auswerten kann. Die Software schreibt sich aber überraschenderweise nicht alleine, genauso wenig, und die technische Infrastruktur wächst eben auch nicht auf Bäumen.

    4. holgi Artikelautor

      Danke, dass du es schaffst, einen kritischen Kommentar zu schreiben ohne sofort ausfallend und oder persönlich zu werden. Das scheint einigen hier ja sehr schwer zu fallen.

    5. Chris

      Na ja Christopher, richtig wäre es eher so:

      „(…) Sie sagen den Verlagen, hier, entweder stellst Du uns von Deinen Forderungen frei oder wir zeigen Dich in unserer Suche, die von über 90% der Deutschen genutzt wird, NUR NOCH IM SINNE DES VON DIR DURCHGEDRÜCKTEN GESETZES AN. Das kann sich kein Verlag leisten, weil sich die Verlage in einer Abhängigkeit zu Google befinden. Der Traffic desjenigen, der bei Google nicht ordentlich gelistet wird bricht ein.“

      Google hält sich ans Gesetz. Wäre es anders sollte man doch glauben, das die mächtige Springer-Burda-whatever-Lobby, welche immerhin die Regierung in Sachen LSG übers Stöckchen springen ließ auch in der Lage wäre, eine belastbare Klage gegen entsprechende Verstöße zustande zu bringen.

      Bonus-Perversion:
      „(…) weil sich die Verlage in einer Abhängigkeit zu Google befinden.“ (… soll Google im Sinne des LSR zahlen).
      Ein vernünftiges Gesetz hätte eine ausgewogene Gleichbehandlung bzw. ein angemessenes Ranking der Verlage erwirken können. Aber sicher nicht, das Google wie von Dir beschrieben den Traffic zu den Verlagen bringt und dafür auch noch zahlt.

    6. MadManniMan

      Ist eigentlich irgendwas außer „told you so“ passiert, was das LSR betrifft?

    7. Michael

      Zunächst: der Vergleich, „Google hält sich nicht an Leistungsschutzrecht” wäre, als ob die “die BASF zahlt einfach keine Steuern zahlt” ist etwas windschief. Es ist vielmehr, als würde Müller keine Milchprodukte mehr aus der Milch von bestimmten Milchgroßhändlern produzieren, nach dem ein Milchproduzentenschutzenrecht eingeführt wurde, das Müller zwingt, eine zusätzliche Abgabe an die Milchgroßhändler zu zahlen. Daher stellt Müller nun nur noch Produkte aus der Milch von Händlern her, die die Sonderzahlen nicht haben möchten.

      Überdies nutzt Google nur sein Hausrecht, wenn es bestimmte Publikationen oder Verlage von der Indexierung ausnimmt. Das mag angesichts der Marktmacht von Google „unfair“ sein, aber ist deren gutes Recht und vollkommen legal und einwandfrei. Dass Google diese herausgestellte Position besitzt, hat es sich mit der Qualität seiner Produkte, in diesem Fall Google News, erarbeitet, wodurch es natürlich Begehrlichkeiten bei den Verlagen weckte, die an einem Mechanismus, der ihnen über Jahre schon Mehreinnahmen durch Visits und damit Werbeeinnahmen einbringt, nun direkt beteiligt werden wollen. Das ist sicher irgendwo nachvollziehbar, aber mehr als fragwürdig.

    8. André

      Dann müsste man aber auch sagen, dass sich all die kleineren Suchmaschinen und sonstigen Aggregatoren, die nach der Inkraftsetzung des Leistungsschutzrechts Verlagsangebote ausgelistet haben, sich genauso nicht an das Gesetz halten oder wie ich sagen würde „halten“.

    9. Jens

      Hallo Christopher,

      Irgendwie kann ich deine Antwort nicht nachvollziehen.
      Google kommt den Ansprüchen nicht nach, sagst Du. Aber wo denn?
      Es ist doch so, dass die Verlage nicht mit größeren Artikelausschnitten bei der Google Suche auftauchen wollten, es sei denn Google zahlt Geld. Das ist doch kein Zwang, Google sagt nun also vollkommen im Rahmen der Möglichkeiten: Also wenn wir zahlen sollen, dann zeigen wir nur den gesetzlich korrekten Ausschnitt an.

      Was ist denn da nun nicht korrekt? Mir kommt es so vor, als wenn die Verlage mit dem Gesetz eine Pflicht etablieren wollten, dass Google etwas anzeigen muss und dafür dann zu zahlen hat. Dass wäre aber doch schon sehr dreist, oder? So ist es jetzt doch alles so, wie gewünscht. Wenn Google lange Inhalte anzeigt, und diese vom Verlag nicht freigegeben sind, müssen sie zahlen, wenn sie es denn dann machen.

      Dass Google hier die legitime Option „Wir zeigen nur das an, was wir kostenlos anzeigen dürfen“ gewählt hat, kann ich nachvollziehen. Mir ist Google oftmals echt nicht sympathisch, aber was hier seitens der Verlage versucht wurde, ist auf meiner Sympathieskala ebenfalls recht weit hinten.

      Und sich nun zu beschweren, dass man bei minimalen Snippets, die Google kostenlos verwenden darf, nicht mehr so prominent auftaucht, ist doch wohl genau das, was man mit dem Gesetz beschlossen hat. Natürlich war da im Hinterzimmer die Erwartung, dass Google möglichst schnell dazu gezwungen wird, die langen Snippets anzuzeigen, weil man ja sonst einen Nachteil hat, aber ich kann nur hoffen, dass das niemals passieren wird, denn das widerspricht zumindest meinem Rechtsverständnis komplett.

      Vielleicht habe ich es mir nicht gesehen, aber die Behauptung, Google zahle die Ansprüche nicht, ist einen klare Behauptung, dass Google hier gegen das Gesetzt verstößt. Das kann ich nicht erkennen, deswegen hätte ich gerne einen Beleg dazu, ansonsten ist so eine Aussage schon recht bedenklich.

  14. dws

    Zu den 20 Prozent, die bei einer Umfrage pro Revolution gestimmt haben:

    Ich denke, man sollte nicht Ergebnisse einer Umfrage mit tatsächlichen Meinungen der Teilnehmer verwechseln. Abgesehen davon, dass sich Meinung mit Multiple Choice nur schwer ausdrücken lässt, kann die Wahl einer Antwort ebenso gut auf „taktisches“ Antwortverhalten oder beliebige andere Motivation des Antwortenden zurückzuführen sein.

    Antworten
  15. Jan

    Wie immer interessant und auch wenn ich vielen Äußerungen nicht 100%ig folgen würde, hat mir die Folge gefallen.
    Was aber so gar nicht geht, ist das, was Ihr mal wieder zum digitalen Polizeifunk erzählt. Da wird nämlich genau der Unsinn nachgeplappert, der immer mal von der Presse wie eine Sau durchs Dorf getrieben wird und schlicht und ergreifend nur die halbe Wahrheit darstellt.
    Also bei sowas besser mal jemanden fragen, der sich damit auskennt, und das sind eben explizit nicht die Polizisten (und andere Nutzer) auf der Straße. Wenn ich etwas über Mobilfunk erfahren will, frag ich auch nicht Oma Schneidereit (TM), die gerade so ihr Nokia 3310 eingeschaltet bekommt.

    Antworten
  16. Johnny

    Zu den Community finanzierten Projekten.

    Das ehemalige Fernsehformat GameOne wurde ende letzten Jahres eingestellt und die haben ihre Fans gefragt „Ey Jungs. Wir haben was geiles vor, könntet ihr uns ein wenig Geld spenden.“
    Seitdem fahren die ein 24/7 Format auf Twitch, wovon 8 bis 10 Stunden Werktags neu produziert sind. Das sind knapp über 20 Mann und sie haben sogar noch was übrig um externe Formate bei sich mit aufzunehmen.

    Ich finde das ist ein gutes Beispiel was so gehen kann. Die waren allerdings fast 10 Jahre im TV und haben auch sonst ordentlich „Karma“ gesammelt.

    Antworten
  17. Daniel

    Also, ich fänd es auch klasse nach 10 Jahren Halbtagsarbeit für 3500 Schleifen im Monat auch noch Pension bekäme.

    Welcher Mensch in der freien Wirtschaft bekommt denn 3.500 Ocken für nen Halbtagsjob?!

    Und „seine Karriere schleifen lassen“ …

    Naja, es ist natürlich müßiges Glaskugellesen, aber wo wäre denn [insert politiker-name here] ohne seine vernachlässigte Karriere im Berliner Abgeordnetenhaus?
    Würde ein Springer einen Physik-Studenten einstellen, der einfach nur mittelmäßig begabt in seinem Labor verschimmelt? Ist es nicht so, dass die Tätigkeit in diesem Bereich Netzwerke und Möglichkeiten öffnet, die kein Mensch hat, der einfach „minderbegabt“ seine Karriere als Mitarbeiter im unteren / mittleren Management für nicht mal 3.500 (Vollzeit) in einem freien Unternehmen der Wirtschaft fristet??

    Diese Geschichte mit der „totalen Aufgabe des Lebens für die Politik“ find ich genauso befremdlich wie die Rechtfertigung der Fußballer-Gehälter, die ja so viel verdienen _müssen_, weil die Karriere ja schon mit 35 vorbei ist … Kein Leben ist mit 35 vorbei und keine Karriere ist nach 10 Jahren Politik gelaufen!
    Man muss sich eben kümmern, aber das müssen die Fredis in der freien Wirtschaft auch, und zwar ständig!

    Antworten
  18. André

    Eine Revolution ist ja erstmal nur eine gesellschaftsverändernde Umwälzung. Die weitgehend friedliche politische Wende in den sowjetischen Satelliten Ende der Achtziger wurde auch als Revolution bezeichnet. Abgesehen davon gibt es „die Revolution“ natürlich auch als Selbstermächtigungsphantasie von Menschen, die einen hohen Druck durch gesellschaftliche Misstände verspüren, wie gerechtfertigt diese Wahrnehmung im Einzeln ist, darüber kann man sich dann streiten.

    Aber es gibt ein schönes Zitat aus T.E. Lawrence „Pillars of Wisdom“, das das Problem zusammenfasst:

    „“We passed to work. Our aim was an Arab Government, with foundations large and native enough to employ the enthusiasm and self-sacrifice of the rebellion, translated into terms of peace. We had to save some of the old prophetic personality upon a substructure to carry that ninety per cent of the population who had been too solid to rebel, and on whose solidity the new State must rest.

    Antworten
  19. André

    Ich erinnere mich, dass ich mich über eine Reaktion von Christopher auf die Reaktion zu seinem Leistungsschutzrecht-Kommentar geärgert habe. Aber der Schritt als solcher hat mich nicht überrascht und damit nicht verstimmt. Ich habe Christopher nun schon über einige Jahre immer mal wieder in verschiedenen Formaten gehört oder gesehen und es gab in seinen Aussagen schon immer diese beiden, aus meiner Sicht, im Spannungsverhältnis stehenden Tendenzen: Einerseits für Reformen und neue Ideen begeistert zu sein, Machtstrukturen zu kritisieren, und andererseits eine Sehnsucht nach Solidität, um das nochmal aufzugreifen, und wachsender Respekt für gewachsene Machtstrukturen und Sympathie für ihre interne Logik.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.