WR459 Kurdistan

 

wrint_2014_zumthema_200Ich wusste nichts über Kurdistan. Jetzt weiß ich mehr. Unter anderem, dass ich mal dahin fahren will. Auf die Idee gebracht und über Kurdistan aufgeklärt hat mich Enno Lenze, der seit einigen Jahren regelmäßig nach Kurdistan fährt und mir von diesem unbekannten Land erzählt hat.

Ich hätte sehr gerne Shownotes zu dieser Sendung gemacht, aber mir fehlt momentan leider die Zeit, welche zu erstellen. Bitte entschuldigt.

57 Gedanken zu „WR459 Kurdistan

  1. Arno

    Ich hätte mir etwas mehr Kontext zum Gesprächspartner gewünscht. Was hat Ihn als offensichtlichen Westeuropäer in die Kriegsregion geführt? War er in öffentlichem Auftrag unterwegs (Sicherheitsbehörden) für eine NGO oder ein Privatunternehmen oder ggf. aus persönlicher Neugier?

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    1. Enno Lenze

      Hallo, ich dachte, das sei alles drin. Ein Freund von mir hat seit den 90ern dort gewohnt. Ich habe ihn da besucht und Urlaub gemacht. Über ihn dann viele Leute vor Ort kennen gelernt, über die wider andere und so immer wieder gekommen. Dass ich das für keine Organisation mache, sondern als „Urlaub“ ist im Podcast auch drin. Sonst meine Homepage angucken, da gibts Fen Lebenslauf, lange Berichte usw. Oder mich einfach anschreiben.

      Gruss, Enno Lenze

    1. Rudinho

      Danke für diesen Post. Ich wollte hier dieselbe Folge des Deutschlandfunks verlinken. Darin kommen die Peschmerga gefährlich rüber und keineswegs so weltoffen und liberal wie im Gespräch. War dennoch interessant und ein Gegenstück zum Bericht im Deutschlandfunk. Vielleicht kann man ja einen Teil 2 im Kontext der Deutschlandfunkberichterstattung andenken. Interessant wäre besonders der angeblich so kuschelige Geheimdienst….

    2. Enno Lenze

      Ja. Habe ich da auch kommentiert. Ist totaler Blödsinn. Ich habe mal gefragt, ob der Autor vor Ort war und wo er das gesehen haben will. Leider gibts dazu keine antworten. Ausser, dass er Experte sei und es somit weiss. Soweit mir bekannte war er z.b. nie mit den Peschmerga unterwegs und schreibt nur das, was er von anderen weiss oder aus der ferne sah.
      Gruss Enno Lenze

  2. Enno Lenze

    In meinen Fotos und Videos sieht man das, was ich sage ebenfalls. Beim Deutschlandfunk fehlen mir diese belege oder irgendwas in der Art. Eine ziemliche Verdrehung der Geschichte in Deutschlandfunk ist z.b. die story der gesprengten arabischen Häuser. Ich war in der Gegend und habe die Häuser gesehen und mit ehemaligen Bewohnern gesprochen. Diese sagten mir, dass sowohl kurdisch als auch arabisch bewohnte Häuser gesprengt wurden – eben alle, in denen die Isis Sprengfallen hinterlassen hatte…
    Aber monitor und Deutschlandfunk versuchen seit Monaten die Peschmerga ganz schlecht da zu stellen ohne je mit den Peschmerga im Einsatz gewesen zu sein und das beurteilen zu können. Finde ich ziemlich arm. Ich verstehe auch ncibt, was dahinter steckt.
    Gruss Enno

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    1. Lukas

      Danke Enno, für die Teilname am Podcast. Deine Berichte und Videos möchte ich mir die Tage noch vor nehmen. Das Journalisten ihre Storys meist nur noch schreiben wie Karl May seine Bücher recherchiert hat, ist ja leider nix neues.

      Andere Frage: Wenn über die Peschmerga so ungenau berichtet wird, dürfte die Berichte über IS kaum besser sein. Warst du mit denen auch schon unterwegs bzw. hast es vor?

  3. Stephan S

    Also Hut ab. Finde den Podcast echt super. Mich freut es das es kein Podcast zu nur einem Thema ist.
    Höre dich gerne.

    Stephan

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  4. David

    Danke! Danke!

    Vielleicht könntest du dich auch mal beim Luftpost Podcast melden und dort die „touristischen“ bzw kulturellen Ziele näher erläutern. Da gibt es auch ein paar Folgen zu anderen .. sagen wir mal.. schwierigen Zielen.

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    1. Michael

      Eine preiswürdige Wrint-Folge.

      Das bei Minute 67:00 beschriebene knebelartige medizinische Werkzeug zum forcierten Abbinden von Gliedmaßen heißt Tourniquet, und ist — wie Enno es auch erklärte — nicht für den Hausgebrauch geeignet. Unblutiges Anschauungsbeispiel:
      https://www.youtube.com/watch?v=OMbro5376kU

  5. Marco

    Danke für den Podcast.
    Auch für mich war die Verbindung von ‚habe in den 90ern da mal einen Kumpel besucht‘ und ‚ich fahre heute spaßeshalber mit den Peschmerga auf Kampfeinsätze‘ nicht herzustellen. Da Enno sagt, er habe Kameras dabei um die Eindrücke vor Ort festzuhalten, habe ich für mich mitgenommen, dass er (vermutlich) eine Art von „awareness“ für die dortige Situation schaffen möchte. Gehört habe ich den Podcast mit einer gehörigen Mischung aus Respekt und dem Eindruck, dass da Naivität mitschwingt. Vor allem hinsichtlich der Zukunftsaussichten in der Region und der Angliederung der Türkei an die EU. Natürlich wird es der EU in der Zukunft bedeutend schlechter gehen. Was einen dazu verleitet, demgegenüber eine positive Voraussage hinsichtlich der Kurdengebiete anzustellen, ist mir persönlich schleierhaft.
    Die anekdotischen Erzählung wie zum Beispiel das Erlebnis mit dem Unfall wird komisch distanziert ‚rübergebracht. Fand Enno das nun „cool“, „gefährlich“, „nie mehr wieder“ oder „war ja alles nicht so schlimm“?

    Mir geht es nicht darum die Motivation zu kritisieren, ich würde sie nur gerne wissen.

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    1. Enno Lenze

      Hallo,
      „awareness“ trifft es ganz gut. Im Details kann man das ja in den anderen Artikeln, Vorträgen usw. nachlesen, passt leider nicht immer alles in einen Podcast. Für mich ist die Verbindung von „Ich kenne da Leute“ und „Ich möchte nicht, dass sie Sterben und deswegen Awareness“ aber gar nicht so weit. https://ennolenze.de/kurdistan/

      Gruß, Enno

  6. jhbfe

    Ein wirklich tolle Folge! Mir ging es in Bezug auf meine Vorkenntnisse wie Holgi am Anfang der Episode. Wie man die ruhigen Gebiete dort ohne bereits vorhandene lokale Kontakte bereisen können soll, erschließt sich mir noch nicht. Gibt es denn Anbieter, die Reisen dorthin von Deutschland aus überhaupt anbieten. Gibt es überhaupt Infrastruktur für Gäste, wie etwa Hotels dort, und kosten die dann ein Vermögen, weil sich nur irgendwelche Geschäftsreisende dort einbuchen, oder kann man so eine Reise auch (preislich) als Alternative zu gängigeren Angeboten unternehmen? Ferner wundert mich noch immer, ob Enno sich vor Ort auch ohne seine vorhandenen Kontakte verständigen könnte, wenn, wie er sagt, dort Englisch eher nicht verstanden wird. So dürfte es einem Interessierten Reisenden ja dann gehen.

    Von der Beschreibung der Sicherheitslage her hörte es sich ja doch so an, als ob eher wenig Gefahr bestünde, dort überraschend umzukommen. Scheint in etwa so wie manche Orte in Isreal zu sein (nach dem, was ich von solchen gehört habe), wo zwar über den Monat verteilt immer mal irgendein unpräzises Kampfmittel heruntergehen und ein Haus zerstören kann, das sein eigentliches Ziel verfehlt, wo aber keine regulären Kampfhandlungen stattfinden oder Anschläge an der Tagesordnung wären. Kenne sowas sehr groß vergleichbar selbst nur aus einem Aufenthalt in Kabul vor mehreren Jahren, wo die Lage wahrscheinlich auch nicht als sicher eingeschätzt werden konnte. Wenn man plötzlich einen lauten Knall vernimmt, von dem man später hört, dass er von einem Geschoss ausging, das eine missliebige Botschaft um zirka 200 Meter verfehlte, denkt man sich schon, dass ein Aufenthalt zur falschen Zeit am falschen Ort immer ein Risiko mit sich bringt, andererseits ist es aber statistisch gesehen vielleicht wahrscheinlicher, bei einem gewöhnlichen Verkehrsunfall schwer verletzt zu werden, wie Enno es ja auch bei seinem SUV-gegen-Kleinfahrzeug-Beispiel anspricht. Und wie es sich anhörte, scheint in einer grenzfernen, nordirakischen, kurdischen Stadt noch gar nicht mal überhaupt die Gefahr zu bestehen, von schweren Kriegswaffen getroffen zu werden.

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    1. Enno Lenze

      Hallo,
      nein, hier gibt es keine Hotels, hier wohnen alle unter Steinen und jagen sich ab und zu einen Zwergelefanten 😉 Vom Divan über Rotana usw. ist hier alles vertreten. Flüge gibt es mehrfach täglich und die Hotelbuchungsseiten haben ein breites Angebot. Ist aber zu lang für einen Podcast, steht z.b. hier http://bot.gov.krd/

      Israel fand ich aber gefährlicher, da man dort überall eine realistische Anschlagsgefahr hat und inzwischen bis Tel Aviv Raketen kommen. Hier in Kurdistan nicht.

      Gruß, Enno

      Gruß, Enno

  7. tp1024

    Die Sache mit den Kaninchen erinnerte mich daran, dass ich mich auch einmal dafür interessiert habe. Das resultierte dann in einem Blogpost von Sören Schewe („Vom Hai gebissen“):
    http://www.scilogs.de/vom-hai-gebissen/kaninchen-in-der-mast/

    Der hat dort sehr gut beschrieben, wie und wieso Kaninchenzucht funktioniert. In den Kommentaren hatte ich dann noch Links zu ein paar Videos zur Kaninchenzucht in Afrika und Indien hinterlassen, was dort wohl tatsächlich ein ernstes Thema ist. Wegen der begrenzten Linkzahl mal nur ein Video dazu aus Kenia:
    https://www.youtube.com/watch?v=SkRe1TmJ8mM

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  8. Bernhard K

    Die beste Wrint Folge bisher! Ich bin so begeistert, dass ich mir überlege den Text zu transkribieren, um ihn auch Leuten zugänglich zu machen, die lieber Lesen statt Hören.

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  9. Oliver K.

    Wow, eine fantastische Folge. Ich mag besonders gerne Podcasts, die meine Neugier anstacheln und Vorurteile widerlegen. Bei einigen Stellen ist es mir kalt den Rücken herunter gelaufen, da unsere „deutsche“ Lebenswirklichkeit so unfassbar weit von dem entfernt ist, auf was du (Enno) dich vorbereiten musstest (z.B. Werkzeuge, um abgesprengte Gliedmaßen behandeln zu können).

    Bei so etwas merke ich wieder, wie privilegiert wir leben.

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  10. @CargobikeHH

    Wow! Danke für die Folge.

    Ich hoffe auf weitere vielleicht zu spezielleren Themen in Kurdistan oder sowas. Hauptsache mehr.

    Danke für diesen seltenen Einblick, vielleicht muss ich meine Radtour in die Türkei doch noch erweitern.

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  11. Christian

    Dieser Podcast war noch aus einer anderen Warte interessant.

    Ich habe glaube ich noch nie so viel über Realpolitik gelernt wie hier.

    Übrigens: die Anekdote über die Öllieferung die in Israel gelandet ist war zum Brüllen komisch.

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  12. Christian

    Übrigens bezeichnend, dass einer der ersten Kommentare mehr oder weniger fragt: „wer bist du und welcher Geheimdienst bezahlt dich“

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  13. gustl

    Danke für die super Folge!

    Und eine Frage mit Kommentar an Holgi:
    Wie machst du das immer am Ende des Gesprächs, da sagst du ja oft den Namen deines Gegenübers und bedankst dich. Ist der Zeitpunkt abgesprochen?
    Manchmal klingt das so als würde der Gesprächspartner abgewürgt. Nicht mitten im Satz, aber so als wolle er/sie vielleicht noch was sagen. Da finde ich das was Tim und andere Podcaster machen besser, er fragt immer ob noch etwas vergessen wurde. Manchmal bietet er auch dem Gegenüber noch die Möglichkeit zu verabschieden, das finde ich auch schön. Sonst wenn sich nur der Moderator verabschiedet hat das den Eindruck als sei der Gast garnicht Teil des Podcasts sondern wird einfach so stummgeschaltet.

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    1. Oliver Füssel

      genau darüber habe ich auch schon öfter nachgedacht und dies beobachtet. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ist diese Art ein Interview zu beenden sehr angenehm finde. Kurz knackig Ende. Ich denke, würde Holgi da nicht reinschießen und strikt schließen fänden die Gespräche selten zu Ihrem Ende. Und das Geplänkel am Ende mit den Lobenshymnen zuschieben nervt eher. Ist schon genau richtig so.

    2. holgi Artikelautor

      Ich frage das auch, bin aber der Meinung, dass das Vorhandensein dieser Frage eine Nullinformation ist. Deshalb schneide ich sie raus, wie alle anderen Nullinformationen (falls ich über sie stolpere). Interviewerfahrene Menschen sagen auch nichts mehr, nachdem der Interviewer sich bedankt und verabschiedet hat. Der hat nämlich das letzte Wort 😉

  14. Oliver Füssel

    Und ich dachte immer, diese Regionen da unten sind ein Stück Sand auf der Landkarte und die Menschen hacken sich alle die Hände ab o.O … Sehr aufschlussreich und räumt mit Vorurteilen auf. Danke für die Erweiterung meiner Filterblase.

    Solche Sendungen würde mich auch in Zukunft sehr ansprechen.

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  15. Ron

    Eine der besten Wrint-Folgen überhaupt, wie ich finde.
    Es ist vorallem die Erzählweise und die Anekdoten, die einen fesseln.

    Frage an Enno :
    Leider fehlt mir ein wenig die Rolle der Frauen in diesem Krieg. Nach meiner Kenntnis kämpfen sehr viele junge kurdische Frauen an der Front. Die Zahl soll über 30% liegen. Also jeder dritte Kämpfer ist eine Frau. Ist das tatsächlich so ?

    Antworten
    1. gokzilla

      Es stimmt. Ca 25% der PKK Terroristen sind Frauen. Das hat mehrere Gründe. Eines ist die Stellung der Frauen besonders im Osten der Türkei bei den Kurden. Die Frau gilt als nicht gleichberechtigt und Zwangsehen sind leider immer noch Gang und Gebe. Viele Mädchen sehen den Ausweg aus dem Patriarchat darin aus dem Zuhause wegzulaufen und so ist es ein leichtes für die PKK sie als Rekruten aufzunehmen. Ich bin leider noch nicht dazu gekommen den Podcast zu hören. Meine Mutter ist kurdischer Abstammung , so kenne ich mich sehr gut über die Kurden in der Türkei aus.

    2. Enno Lenze

      Hallo,
      das kommt sehr drauf an wo. In Syrien kämpft die YPG (Schwesternorganisation der PKK). Diese eist (sehr simple gesagt) politisch links und hat damit ein großes interesse Frauen an der Front auch zu pushen und zu bewerben. Da würden mich 25-30% nicht wundern, kann es aber nicht sicher sagen.

      Bei den Peschmerga (Armee im Nord-Irak) gibt es an der Front eigentlich keine Frauen. Auch früher nur wenige. Ich habe welche der ersten aus den 70ern getroffen. Die sagten damals waren sie etwa 10-15 im ganzen Land. Heute gibt es zwar Frauen bei den Peschmerga. Aber eigentlich nie im Einsatz wo es knallt.

      Gruß, Enno

    3. gokzilla

      Man darf aber nicht den Fehler machen die PKK Terroristen mit der Peschmerga in einen Topf zu werfen. Die Peschmerga ist wie Du schon richtig geschrieben hast der kurdischen Armee gehörig und mit der PKK verfeindet. Die PKK sind aber Terroristen die ähnlich der mexikanischen Drogenkartelle agieren nur ohne den Hang zur Dramatik mit Videos von Greueltaten. Vor ein paar Tagen hat die PKK z.B. unter falschem Vorwand einen Notruf zur Polizei getätigt und einen Verkehrsunfall gemeldet. Den herbei fahrenden Polizisten haben Sie hingerichtet. Ein Tag zuvor gleich nach dem Suruc Anschlag wurden zwei Polizisten mit Kopfschüssen aufgefunden. Besonders aktiv ist die PKK in Deutschland und Holland. Sie finanzieren sich mit Drogenhandel , Erpressung und Schutzgeld. Ich „kannte“ persönlich Menschen die Schutzgelder abgeben müssen , sowie Geldeintreiber. Die PKK hatte früher eine Ideologie und wollte anfangs nur Rechte bekommen wie die eigene Sprache zu sprechen. Bis zur Regierung AKP war es Ihnen tatsächlich verboten kurdisch öffentlich zu sprechen. Die Zeiten sind schon längst vorbei. Heute haben die Kurden sogar eigene offizielle ,staatliche sowie private Fernsehkanäle. Durch die geographischen Gegebenheiten waren die finanziellen Mitteln im Osten der Türkei wesentlich geringer als im Westen. Vor ca. 10 Jahren wurde dort massiv investiert, so das Städte im Osten dem Westen in nichts nachstehen. Das ist der Grund warum auch im Osten sehr viele die AKP wählen. Die PKK wurde so auch massiv geschwächt. Leider gibt es bei den Kurden immer noch dieses starke Patriarchat obwohl die Regierung die Jahrhundert alte Feudalherrschaft die dort herrschten beendet und Ländereien dem Volk überschrieben hatten. Ich kann mich noch als 10-11 jähriger erinnern wo in einer Hochzeit die mehrere Tage dauerte hunderte Schafe, Rinder usw. geschlachtet wurden und Dollars beim Tanzen regneten mit Pistolen, Gewehrschüssen begleitet. Als ich fragte ob der Mann reich sei, antwortete einer. Ja das ist der Aga , ihm gehört das Dorf und noch paar andere.

      Ich habe sehr viele Verwandte und Bekannte die im Osten der Türkei arbeiten und gearbeitet haben. Mein Cousin z.B. ist General in den Streitkräften und auch er sagte, die einzige Lösung für den Konflikt ist Investition und Aufbau im Osten. Die PKK versucht das natürlich zu unterbinden, aber heute mit mäßig Erfolg. Eine Cousine und Ihr Mann arbeiten dort als Lehrkräfte. Mädchen konnte man in Schulen nur wenige sehen. Heute durch massive Staatswerbung und finanziellen Lockmitteln , fangen Sie langsam an auch Ihre Töchter in die Schule zu schicken.

      Wie überall entsteht Terrorismus durch Unterdrückung, fehlende Bildung und Perspektivlosigkeit. Die Türkei versucht endlich eine langfristige Lösung zu schaffen , indem Sie im Osten seit Jahren investieren. Der Erfolg gibt Ihnen Recht. In den 90ern starben täglich hunderte auf beiden Seiten. Heute gibt es nur vereinzelte Anschläge.

  16. Fabs

    danke für die spannende Folge, gern mehr davon über Land, Leute, Kulinarik und und und.
    Natürlich fehlt der journalistische Abstand, aber bei dir hört man wenigstens warum deine Meinung positiv ist. In den Medien wird uns ja nur gesagt wer gut und böse zu sein hat.

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  17. Eule

    Sehr schöner Podcast! Dem Gespräch ist angenehm zu lauschen, ihr ergänzt euch da prima, und lehrreich isses auch noch. 🙂

    Beim Stichwort Kurdistan fällt mir als erstes unweigerlich der Roman von Karl May („Durchs wilde Kurdistan“) ein, auch wenn ich den zuletzt vor gut 20 Jahren gelesen habe. Frage an Enno: Kennst du das Buch?

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  18. Christoph

    Wäre schön, wenn ihr euch zu den aktuellen Geschehnissen, noch mal zusammensetzen könntet. Was da in der Türkei gerade passiert, betrifft doch bestimmt auch die angesprochenen Gebiete.
    Gruß

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    1. 45et

      Würde mich auch interessieren, ob das die in der Sendung besprochenen Gebiete (nicht nur) tangiert. Ein Kommentar hier von Enno dazu würde aber vielleicht auch schon reichen. Andererseits hätte ich natürlich überhaupt nichts dagegen, wenn sich die Gesprächspartner nochmal zusammensetzten für die, wie in der zweiten Gesprächsminute gemutmaßt, „nochmal drei bis fünf Sendungen“ zur Geschichte. Darauf hat das aufgenommene Gespräch ja nun wirklich neugierig gemacht.

      Und wenn das Thema schonmal „Geschichte“ ist, kann Holgi sich auch gern nochmal mit Matthias von Hellfeld (aus WR162) zusammensetzen. Der konnte auch toll erzählen und weiß bestimmt zu vielen Themen, die damals in der Überblickssendung nur angerissen werden konnten, noch deutlich mehr zu berichten.

  19. Martin Hammerschmied

    Das wuerde mich auch brennend interessieren! Im Podcast heisst es die Tuerkei ist ein wichtiger Handelspartner fuer Kurdistan und die beiden Verstehen sich gut.

    Nun hoere ich in den Nachrichten, dass die Tuerkei PKK Stellungen im Nord-Irak angreift. Wer wird denn da genau angegriffen? Welche Rolle spielen da die Peschmerga und die kurdischen Regierung? Hat das etwas mit den Autonomie-Bestrebungen der Kurden im Nord-Irak zu tun?

    lg, Martin

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  20. Patrick

    ich fände eine weiterführende Folge auch sehr interessant. Eben hieß es im Heute-Journal, es wären ja nicht die Peschmerga gewesen, die IS aus viele Gebieten vertrieben hätten, wie Enno erzählte, sondern die (Terroristen der) PKK. Gegen die fährt die Türkei gerade wieder Angriffe. Was ist denn da los?

    Antworten
    1. Enno Lenze

      Ja, den Blödsinn kenne ich. Irgendjemand hat damit angefangen, weil das wieder ne Headline ist, die man verkaufen kann. Und alle erzählen das weiter. In Kirkuk habe ich rumgefragt und dort kamen sie auf 15 PKK Kämpfer im Bereich Daquq. Die werden respektiert, aber kommen eben nicht so oft vor. Zum anderen sind die Stories in sich nicht konsistent: Wenn die PKK alleine den IS im Irak im Schach hält und ihre Schwesternorganisation YPG das gleiche alleine in Syrien macht: Wieso haben sie dann seit 40 Jahren die Probleme in der Türkei einen militärischen Sieg zu erringen? Frag ruhig mal beim Heute Journal an, wann sie die gesamte Kampflinie abgefahren sind (1.500km) und sich durch gefragt haben. Ich habe das in weiten Teilen vergangenen Somme rgemacht, letzte Woche nochmal gezielt gesucht. Ich habe dazu auch was in meinem Artikel zu letzter Woche: https://ennolenze.de/mit-kaka-hama-durch-kurdistan/

      Gruß, Enno

  21. Randolf Balasus

    Ein toller Podcast!!! Den habe ich gleich mehrmals gehört, weil er so spannend war. Auch ich würde eine aktuelle weiterführende Folge total interessant finden. Von den Medien wurde die aktuellen Ereignisse ganz anders dar gestellt. Das wäre toll wenn man das mal gegenüber stellen würde. Vielen dank für dieses kurzweilige Hörerlebnis.

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  22. Martin

    Ein weiteres Highlight bei wrint.
    Dank an Enno und Holger und die jenigen die sie einander bekannt gemacht haben.

    Ich stimme Christians Kommentar oben zu das insbesondere die Schilderung der Politik sehr prägnant rüberkam. So beiläufig dabei aber treffend.

    Antworten
  23. kornecke

    Holgi, Enno,

    ich bisher gerade mal zur Hälfte durch, kann mir aber den Kommentar trotzdem nicht verkneifen: Das ganze klingt für mich bisher nach Kriegstourismus/ Propaganda.
    Keine kritischen Anmerkungen zur kurdischen Regierung/ Armee/ Geheimdienst, keine Diskussion ob Krieg als Mittel der Wahl die beste Option ist (d.h. es im Nebensatz, Deutschland muss rausfinden *wem* wir Waffen liefern; *ob* wird nicht erörtert). Die Kämpfer sind Helden für die gerechte Sache, die Regierung kümmert sich weise um ihr (kindliches Volk).
    Dazu fallen so Bemerkungen wie „Deutschland sollte nicht so oft zurückstecken sondern mehr seine Interessen durchsetzen“; die Regierung, die das Volk zumindest teilweise erklärtermaßen undemokratisch wie kleine Kinder behandelt ist „weiter als wir“ und die ‚Special Forces‘ hinter den feindlichen Linien (was genau machen die da, *hinter* den gegnerischen Armeestellungen; also im Zivilgebiet?) sind lustig, cool & mutig.
    Last but not least werden politische Zusammenhängen und Erscheinungen wir der IS in drei Minuten kurz, knapp und verständlich auf den Punkt gebracht. Na, einfache Erklärungen sind immer die richtigen, oder?

    Vermutlich könnte genau der gleiche Beitrag aus Sicht der Syrer, der amerikanischen Truppen in Afghanistan oder auch aus Perspektive des IS gemacht werden – da würde sich einer finden.

    Holgi, du bist Journalist! Deine Beiträge sollten nicht wie Hollywoodfilme oder Agententhriller rüberkommen.

    Antworten
    1. Lukas

      Ich gebe es ja zu, meine Frage war etwas hinterlistig, aber genau aus diesem Grund meine Frage nach einem Besuch von Enno bei der IS. Blieb ja bisher unbeantwortet bzw. wird er kaum tun.
      Seine Reiseberichte auf seiner Homepage sind wie sein Bericht im Podcast. Einseitig und unkritisch. Ja so berichtet man eben von seinen Freunden. So würde ich das sicher auch tun.

      Ich mag es nicht, dass die (Deutsche) Presse so falsch berichtet. Ich mag es auch nicht, dass die Deutsche Presse Nato freundlich berichtet, die sollen neutral und so berichten (siehe Griechenland, Ukraine, Irak usw.).
      Ich finde es auch krank, dass sich Journalisten ganz offensichtlich sehr oft, ihre Berichte erst ausdenken und dann erst irgend wo hin fahren um vor Ort erzeugtes Material so zu produzieren, dass es ihre Geschichte ausschmückt.

  24. Claudia

    Hab den Podcast Anfang der Woche gehört. Ja, damit bin ich etwas spät dran aber eben zeitautonom. Scheine ja ganz tolle zuverlässige Leute zu sein die Kurden, die dringen mehr von unseren Waffen brauchen. Und dann Freitag die Tagesschau so „Peschmerga verkaufen Bundeswehr-Waffen“ http://www.tagesschau.de/ausland/peschmerga-163.html

    War das jetzt mit dem fehlenden Abstand des embedded Journalist gemeint oder änderst sich die Situation in einem halben Jahr einfach so grundlegend?

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