WR487 ALLERHEILIGEN

 

wrint_heit_2014_200Diesmal mit Wissenswertem zu Zukunft, Kapuzen, Spaß, Versuchungen, Verschlüsselung, Maximen, Bösewichten, Geschlechtsverkehr, Bergen, Meer, Therapien, Waffeln, Eis, Exklusivität, Telefonen, Person of Interest, Dermatologen, Klappenbroschur, Schauspielern, Deutsch, Quoten, E-Zigaretten, Trampen, Distanzen, Joghurt, Rauchern, Tellern, Trunkenheit und Kunst.

Ohne Alexandra ginge es nicht. Unterstützt sie hier.

81 Gedanken zu „WR487 ALLERHEILIGEN

  1. imetwentu

    Ich bin ein paar Jahre jünger als Alexandra. Wir hatten in Reli je eine Unterrichtseinheit zum Judentum und zum Islam, in deren Kontext eine Moschee und eine Synagoge besucht wurden. Die von Holgi angesprochene Religionserziehung musste ich in der Grundschule auch ertragen, in der weiterführenden Schule war das in meiner Erinnerung kaum Thema.

    Antworten
  2. s.m.langer

    Also ich glaube ja du überschätzt deine psychopathische Ecke Holgi. Ich habe euch gefragt, was ihr machen würdet wenn ihr jedem Menschen eine absolute Handlungsanweisung geben könntet und ihr habt nicht mal nur kurz an irgendwas egoistisches wie „Mach immer was Holgi/Alexandra sagen“ gedacht 😉

    Antworten
  3. blub

    Irgendwie ergibt was Alexandra erzählt für mich nicht so richtig sinn.
    Der Rechts-Nationalismus soll anti-westlich sein?
    Kaczinski war der beste und willigste Verbündete der USA in Europa, abgesehen von Groß Britannien.
    Ich kann mir aber auch vorstellen das die kulturelle ausrichtung anders aussah als die politische.

    Der CDU-MDB der sich mit der Berliner Mafia eingelassen hat heißt Christian von Stetten. Bevor das rauskam hat Bushido mal ein Praktikum gemacht. Beste kommentar den ich dazu las war: „Es ist immer schlimm wenn Jugendliche in ein kriminelles Milieu abdriften.“

    Holgi als Größenwahnsinniger Verbrecher stelle ich mich komisch vor.
    Lieber Holgi, du hast noch nichtmal genug Eier um jemanden anzudrohen ihm auf die Fresse zu hauen, weil du Angst vor dem Echo hast. Ich seh da eher schwarz^^

    Antworten
  4. Tim

    Leute rauchen weil sie Nikotin konsumieren wollen – für nichts anderes. Gib einem Raucher Kräuterzigaretten und er hört nach ein paar Tagen damit auf – weil es ihm nichts bringt. Nikotin ist kein signifikantes Problem, Teer, Nitrosamie und zig andere krebserregende Stoffe schon. Deshalb dampft man – fertig. Und wenn man mal nicht dampfen kann greift man natürlich ggf. auf eine Zigarette zurück – weil es den gleichen Effekt hat, nur halt mit mehr Schaden. Und Ästhetik, Iconographie etc. ist sowieso im Wandel – ich finde dampfen mit einem schönen Gerät wesentlich angenehmer und ästhetischer als rauchen, aber das finde ich überhaupt keinen relevanten Punkt.
    Ist ein bisschen so, als würde ihr Elektroautos als lächerlich beschrieben, weil die ja nicht ordentlich Lärm machen. Und sie bringen ja auch nichts, weil der Fahrer eines Elektroautos vielleicht auch mal einen Benziner fährt, wenn er sein Elektroauto nicht fahren kann. %-(

    Antworten
  5. Leonard

    Hallo Alexandra & Holgi,

    würde es heißen: „Handle stehts so, dass Du zugleich wollen kannst, dass jeder so handelt“, dann wäre Deine Interpretation zulässig. Mit „Maxime“ ist aber gemeint, dass nicht eine konkrete Handlung bewertet werden darf, sondern eine hinter der Handlung liegende, allgemeinere Idee. Für Kant sind übrigens die Folgen von Handlungen unerheblich. Entscheident ist nur, ob die „Idee“ der Handlung im Prinzip moralisch oder unmoralisch ist. Lügen ist eine unmoralische Handlungsweise (man kann nicht wollen, dass jeder Mensch zum Lügen verpflichtet ist), deshalb muss es immer verboten sein. Ob der Freund getötet wird, ist egal. Soweit jedenfalls habe ich meinen Ethiklehrer immer verstanden.

    siehe dazu auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ#Hypothetischer_Imperativ

    Antworten
    1. Romignomi

      So richtig klar ist dadurch Holgis Fehlinterpretation von Kant aber noch immer nicht. Es geht beim kategorischen Imperativ nicht um eine Art „persönliche Einschätzung“ dessen, was man wollen kann (wie z.B. „es kann ja niemand wollen, das wir mit Marketing zugemüllt werden, dem würden die Marketingheinis auch zustimmen“. Der kategorische Imperativ ist eher als eine formale Struktur zu verstehen, die über reine Logik operiert. Die Frage ist, ob man die Maxime einer Handlung nicht ohne logischen Widerspruch auch als allgemeines Gesetz denken kann. Treffe ich einen Freund und möchte mir Geld von ihm leihen, und zwar gemäß der Maxime, es mir zu leihen aber nicht zurückzuzahlen trotz meines Versprechens genau das zu tun, so muss ich mich nach dem kategorischen Imperativ fragen: Kann es ein allgemeines Gesetz geben, das genau das legitimiert? Der logische Widerspruch ist evident: Wenn ich die Maxime meiner Handlung als allgemeines Gesetz denke, wäre es logisch unmöglich entsprechend zu handeln, da bei Inkrafttreten eines solchen Gesetz natürlich kein Mensch bereit wäre, mir Geld zu verleihen. Ein lügenhaftes Versprechen kann ich als allgemeines Gesetz nicht wollen, weil es nicht denkbar ist. Genau das wollte Kant: Eine Formel finden, welche moralische Zulässigkeit unabhängig von den Ansichten der Menschen bestimmen kann. Das lässt sich auch auf andere Beispiele übertragen, aber so sauber logisch funktioniert es dennoch nur selten.

    2. Risikognom

      Nach Kant ist das von Alexandra beschriebene Beispiel der Pflicht nicht zu lügen, egal was die Folgen sind, richtig.
      Kant erlaubt auch nicht das Töten eines Menschens, um dafür Millionen anderer Leben zu retten. Die Folgen sind also ganz egal, die Millionen Menschen werden sterben.
      Daher hat dazu im Gegensatz, der Utilitarismus, hat deswegen schon seine Daseinsberechtigung.

  6. Mathias B.

    Hallo Leute,

    erst einmal kurz zum Thema Telefon:
    Ich will nur erwähnen, dass alte schnurlose Telefone heute evtl. verboten sind, da sie auf Frequenzen funken, die von der Bundesnetzagentur für die Verwendung zurückgezogen wurden. Empfindliche Strafen können da blühen, wenn mal der Messwagen der BNetzA vor der Tür steht.

    Dann noch eine Anmerkung zum Thema Sicherheit der Haustür.
    Ich arbeite bei einem Sicherheitsdienst, das in einem freistehenden Haus den Sitz hat. Wir machen hauptsächlich Personenschutz und Geld- und Werttransporte. Das Grundstück rund ums Haus ist videoüberwacht, inkl. Perimeterüberwachung durch Videoanalyse. Die Fenster haben Sicherheitsglas verbaut, die Eingangstür hat ein elektronisches Schloss, das 9-Fach nach dem schließen der Tür automatisch per Motor verriegelt. Auch am Briefkasten steht, dass dort ein Sicherheitsdienst sitzt und an dem einen Tag stand der Wagen des Chefs mit dem Schild „Sicherheitsdienst“ und „Einsatzleitung“ direkt vor der Haustür. Ich glaube kaum, dass man einem Einbrecher noch deutlicher „verpiss dich“ sagen könnte. Die Nachbarn sind dagegen alles ältere Herrschaften mit Häusern von vor 100 Jahren mit 0 Sicherheit, aber viel Geld.

    Tja, letztens wurde der Alarm ausgelöst, weil ein junger Mann – der anschließend reines, akzentfreies Hochdeutsch gesprochen hat – versucht hat bei uns einzusteigen. Nur mit einem langen Schraubenzieher.

    Er hat sich auch gewundert, wie schnell unsere Handschellen klickten und dann die der Polizei.

    Antworten
  7. Michael

    Nichtbenachteiligung wie im Online-Bewerbungs-Formular eines „internationalen“ Unternehmens á la „Wir fördern Chancengleichheit, also gib mal bitte zuallererst dein Geschlecht, deine Nationalität, Ethnizität, Art und Grad der Behinderung sowie deine Religionszugehörigkeit und sexuelle Ausrichtung an, bevor wir dir erlauben, uns deine Bewerbungsunterlagen zuzusenden.“
    Vielleicht schon anhand meiner Umschreibung ersichtlich, dass ich von diesem Unternehmen doch wieder Abstand genommen habe: Als männlicher weißer Mitteleuropäer ohne Behinderung, hetero und in nicht-wirklich-gläubiger christlicher Tradition schätzte ich meine Chancen in solch einem Auswahlprozess schlicht als zu schlecht ein.

    Antworten
    1. Leif

      … und wenn dein Profil ansprechend ist und du DOCH genommen wirst, ist die Frage, ob man DA dann arbeiten möchte.

  8. Thomas

    Den Wochenrapblick bei Rtl2 hab ich auch mal durch zufall gesehen,
    fand die Idee irgendwie komisch.
    Bin warscheinlich auch nicht die Zielgruppe.
    Die Idee damit ein Jüngeres Publikum zu finden wird warscheinlich auch nicht
    klappen, zu wenig Bling Bling und Kraftausdrücke dafür zu viel Inhalt.
    Andereseits hab ich keine ahnung davon und das ganze funktioniert doch,
    das ganze läuft ja schon ein paar Jahre.

    Antworten
    1. Been Told

      Zu sagen, dass Sachen, die die Jugend begeistert nicht „zu viel“ Inhalt haben darf, finde ich schwierig. Auch das mit den Kraftausdrücken.
      Meine Erfahrung ist es nicht. Und Bling-Bling… Na ich weiß nicht. Klingt alles sehr verallgemeinernd und pauschal. Kann so nicht stimmen. Ich erlebe immer wieder Jugendliche, die unglaublich gut informiert und moralisch auf guten Beinen stehen. Und das ist keine Seltenheit.

      Ich erinnere da immer zu gerne an dieses Zitat: „Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“ Sokrates, ca. 400 Jahre vor Christus.

  9. Oliver K.

    Hallo Holgi,

    wenn du größenwahnsinnige Herrscher magst und skurrilen Humor möchte ich dir eine Episode Star Trek Voyager ans Herz legen: Bride of Chaotica!

    http://www.imdb.com/title/tt0708860/

    Hier spielen zwei Crew-Mitglieder ein Holodeck-Programm, welches Captain Proton aus dem frühen 20. Jahrhundert nachstellt. Aliens halten die simulierten Figuren für echt. Der größenwahnsinnige Herrscher fängt natürlich spontan einen echten Krieg an (mit seiner „army of evil“).

    Die Episode ist in schwarz-weiß gehalten und voller skurriler Momente. Der größenwahnsinnige Herrscher wird zudem von einem britischen Theaterdarsteller gespielt. Und das wahrlich fantastisch!

    Bildchen: http://www.imdb.com/media/rm878628352/nm0713191?ref_=nmmi_mi_all_pbl_14

    Liegt z.B. in De und En auf Amazon Prime Instant Video herum.

    Ciao, Oliver

    Antworten
  10. Been Told

    Also als ich noch jung war, so vor 10 Jahren, gab es sowas schon – vielleicht sogar bei RTL2. Ich hörte damals auch ziemlich gerne „Rap Musik“. Ich fand die Rap-News auch ganz nett, aber hätte das nie öffentlich zugegeben, weil das super-peinlich gewesen wäre.

    Jugendlicher Gruppenzwang halt… Ich unterstelle jetzt einfach mal, dass die jungen Leute von heute es genauso peinlich finden, wie „wir“ damals.

    Antworten
    1. Thomas

      Mein Komentar zielte nicht darauf ab das die Jugend dumm und faul ist,
      kenne selber genug die sich sehr mit aktuellen Themen auseinandersetzen.

  11. Martin

    Holgis Beobachtung eines Kindes mit fahrradbehelmtem Kopf auf nem Spielplatz erinnert mich an eine Beobachtung von vorletztem Wochenende: In meiner Geburtsstadt habe ich doch wirklich einen Spielplatz gesehen, bei dem nemen den „Keine Hunde“, „Nicht Rauchen“, „Nicht trinken“ auch ein „Fahrradhelm verboten“-Schild aufgebaut war! Bin gespannt, wie lange das Verbot noch gilt, d.h. wann es von Helikoptereltern weggeklagt wird 😀

    Antworten
    1. Barbara

      Glaub ich nicht. Fahrradhelme stellen auf dem Spielplatz für Kinder ein tödliches Risiko dar. Mit den Haltegurten können die Helme an engen Fangstellen oder Seilknoten hängen bleiben und zur Strangulationsgefahr werden.

    2. Donngal

      Richtig. Ein Helm auf dem Spielplatz ist genau das Gegenteil von dem was die Eltern (vermutlich) erreichen wollen. Ein Helm auf dem Spielplatz ist ein tödliches Risiko. Deswegen gibt es diese Schilder. Aber ich bin davon ausgegangen, dass das auch alle Eltern schon wissen.

  12. Silbergibbon

    Was bedeutet eigentlich…
    dermatologisch getestet

    Auf Cremedöschen, Cremetuben und Shampooflaschen taucht immer wieder der Hinweis „dermatologisch getestet“ auf. Dieser suggeriert Verbrauchern mit empfindlicher Haut, dass die Produkte unbedenklich angewendet werden können.

    Jedoch besagt dieser Hinweis lediglich, dass ein Dermatologe während der Tests anwesend war. Dementsprechend sollten sich Verbraucher mit empfindlicher Haut nicht auf Produkte verlassen, die dermatologisch getestet wurden. In dem Fall ist es besser, einen Hautarzt zu konsultieren und sich von ihm eine Creme empfehlen lassen.

    dermatologisch bestätigt

    Bei diesem Slogan werden Verbraucher in die Irre geführt. Hier könnte der Anschein entstehen, dass es sich um ein Produkt handelt, dass äußerst sorgfältig geprüft wurde. Tatsächlich lässt es aber keine Rückschlüsse auf die Hautverträglichkeit und eventuelle Allergien zu. Dermatologisch bestätigt bedeutet nichts anderes, als dass das Ergebnis von durchgeführten Tests einem Dermatologen vorlegt wurde und dieser die Tests bestätigt.

    Antworten
  13. Been Told

    Da es sonst niemand gesagt hat: Wie ich sehe, wird auch bei Wrint ALLERHEILIGEN noch groß geschrieben!
    Gelobt sei der Herr!

    Antworten
  14. alfora

    Stichwort: Quotenregelung

    Zuerst einmal aufpassen auf die mehrfache Bedeutung, die dieser Begriff haben kann. Eine Quotenregelung kann eine bestimmte ANZAHL von Etwas festlegen. Sie kann auch eine Verteilung nach einem bestimmten Schlüssel vorschreiben. In Nepal gibt es seit Kurzem zum ersten Mal eine Frau an der Spitze des Staates. Dort wurde in der neuen Verfassung festgeschrieben, dass ein Drittel der Abgeordneten im Parlament weiblich und entweder der Staatspräsident oder sein Stellvertreter eine Frau sein muss.

    Eine weitere, häufige Bedeutung für „Quotenregelung“ betrifft die sog. Frauenquote. Man muss hier aber genau aufpassen. Es geht nämlich nicht um eine Bevorzugung von Frauen (ganz allgemein), sondern es geht darum, dass bei GLEICHER Qualifikation einer Frau der Vorzug gegeben werden muss (bis insgesamt eine gewünschte Anzahl erreicht wurde).

    Ganz allgemein könnte man diese Art der Quotenregelung wie folgt definieren:

    Falls eine Person aufgrund eines Merkmals XY benachteiligt wurde, das keine Auswirkungen auf eine durchzuführende Tätigkeit hat, dann ist das eine Diskriminierung in Bezug auf XY. In diesem Fall kann man eine Regelung einführen, die besagt, dass diese Person bevorzugt werden muss, wenn mehrere Personen für die gleiche Tätigkeit in Frage kämen.

    Klassische Beispiele: Berufung einer Professur, Vorspielen für ein Orchester, fast alle Berufe
    Falls die für die Stelle in Frage kommenden Personen die gleiche Qualifikation haben (gleiches Vorwissen, spielen gleich gut mit der Geige, können gleich gut bestimmte Maschinen oder Werkzeuge bedienen, usw.), dann wird der Person der Vorzug gegeben, die das diskriminierende Merkmal aufweist.

    Ob dieses Merkmal XY jetzt „weiblich“ ist oder „Körpergröße“, „Hautfarbe“ oder „Anzahl der Haare“ ist, ist im Prinzip egal. Wichtig ist ja nur, ob es AUFGRUND dieses Merkmals vorher eine Diskriminierung gab.

    Beim Vorspielen für einen Platz in einem Orchester gab es lange Zeit hindurch eine Bevorzugung von bestimmten Personen, die „besser aussahen“, „jemanden aus der Jury kannten“, o.ä.
    Durch das Vorspielen hinter einem Vorhang wurden diese Diskriminierungen ausgeschalten. Es kommt jetzt eben nur noch auf das Talent an. (Auch die Wiener Philharmoniker haben nach jahrelanger Kritik an ihrem Vorgehen jetzt endlich auch offiziell Frauen in ihrem Orchester zugelassen und, siehe da, es ist kein Problem, weil es ja nur auf die Leistung ankommt.)

    Kleinwüchsige Personen können fast alle Berufe problemlos ausüben. Würden sie aufgrund ihrer Körpergröße benachteiligt, dann könnte man natürlich auch für sie eine entsprechende Quotenregelung einführen. Es geht aber IMMER und die Bevorzugung bei GLEICHER Qualifikation.

    Bei der Garde eines Heeres oder bei Panzerfahrern sind üblicherweise bestimmte Körpergrößen vorgeschrieben (groß bzw. klein). Auch für Flugbegleiter gibt es diesbezügliche Vorschriften (die tw. sehr absurd und abzulehnen sind). OB diese Vorschriften sinnvoll sind, steht auf einem anderen Blatt. Bei Rettungsschwimmern werden bestimmte körperliche Fähigkeiten (Größe, Kraft) sinnvoll sein. Bei einer Bürokraft kommt es wohl eher auf andere Fähigkeiten an, aber eben nicht auf die Anzahl ihrer Haare.

    Hingegen wird eine Stillamme wird wohl nur weiblich und ein Callboy nur männlich sein können. Dort hülfe keine Quotenregelung aufgrund des Geschlechts.

    Antworten
  15. Patrick

    Kohlenhydrate sind gar nicht so böse wie ihr Ruf. Ganz im Gegenteil. Wer sich damit beschäftigen möchte, kann zum Beispiel „The Starch Solution“ von John McDougall lesen. Es gibt auch auf YouTube viele Videos, die das Konzept gut erklären.

    Antworten
    1. Jens

      Ich halte Holgers Aussage für einen Fehlschluss. „Kunst muss erschüttern“ bedeutet nicht, dass alles, was erschüttert, Kunst ist.

      „Kunst darf alles“ mag ich ebenfalls nicht unterstützen. Unsere Verfassung fasst das gut zusammen:
      „Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.“

      Eine Definition von Kunst fällt mir schwer, sie ist im Zweifelsfalle sehr weit zu fassen. So weit, Mord mit zu umfassen, aber nicht.

    2. holgi Artikelautor

      Ich würde einen Teufel tun, bestimmen zu wollen, was Kunst sei, denn ich bin fest davon überzeugt, dass diese Beurteilung ausschließlich Geschmackssache ist. Darum sage ich auch nur, was Kunst für mich ist. Und das ist sie, wenn sie mich – wie auch immer – erschüttert.

    3. holgi Artikelautor

      Mir fällt gerade auf, dass „berührt“ ein besserer Begriff ist als „erschüttert“.

    4. Romconstruct

      Da schließe ich mich Holgi an und würde auch noch „bewegen“ in den Raum werfen. Wen mich etwas bewegt, in welche Richtung auch immer, dann kann ich es als Kunst ansehen.

      Damit bin ich schon früher im Schulunterricht sehr negativ aufgefallen weil mein Kunstlehrer einfach nicht wahrhaben wollte dass ich es doch tatsächlich wagen kann Picassos Guernica nicht als großes Kunstwerk anzusehen. Ja sicher man kann da unheimlich viel reininterpretieren etc. nur hat es mich keinen Meter bewegt. Wenn ich dazu erst Text lesen oder eine Doku gucken muss dann mag es durchaus interessant sein was man alles zu so einem Bild sagen kann und was sich Picasso gedacht haben mag, aber der „Zauber“ ist dadurch für mich noch lange nicht vorhanden.

      Als Kunstbanause geben mir da diverse Comics deutlich mehr 🙂

    5. Donngal

      Ich stelle immer wieder fest, dass ich keinen Sinn für Kunst habe. Kunst hat mich noch nie erschüttert. Texte erschüttern mich, Worte erschüttern mich, aber Bilder? Oder Skulpturen? Ne, find ich langweilig. Ich habe vielleicht auch keinen Sinn für Ästhetik. Kann man das eigentlich lernen? Oder ist das sowas wie religiöser Glaube? Hat man oder hat man nicht?

    6. Albedo

      Die für mich passende Kunstdefinition lautet: „Kunst ist was zur Kunst erklärt wird“
      Wenn Stockhausen (und Holgi) den 11. September zur Kunst erklären, dann ist das eben Kunst. Jemand, der vehement sagt, ein Terroranschlag kann niemals Kunst sein, dann ist das eben keine Kunst. Beides stimmt 🙂 In manchen Sachverhalten gibt es keine objektiven Wahrheiten, und das ist toll!

    7. kumi

      @ Donngal:

      Wohlgesetzte Texte oder Worte sind auch Kunst.

      Was bildende Künste wie Gemälde oder Skulpturen oder auch Film betrifft … weiß nicht, mich hat da schon einiges ins Staunen versetzt und vielleicht läuft dir doch noch was aus den Kunstrichtungen über den Weg, was dich erstaunt. Und das muss Kunst für mich persönlich sein: Erstaunlich und bewegend.

      Aber wie das mit den Geschmäckern so ist: Den Einen bewegt dies, den Andren jenes. Dich bewegt halt die Kunst des Textes.

  16. Angelcake

    @holgi
    vielleicht sollten wir Frauen „bevorzugen“(wobei es,wie schon von jemanden oben angemerkt,langfristig um Gleichverteilung geht)weil sie einfach mal die Hälfte der Bevölkerung darstellen bzw repräsentieren würden?Selbst bei Kleinwüchsigen sehe ich zumindest in den Medien sehr viel öfter nur die männliche Hälfte.Es geht eben um ein „Schaffen eines Seins oder Bewusstseins“ für 50pro der Menschheit.Heißt, es geht nicht mal um eine Minderheit, obviously.

    Antworten
    1. Sarah

      Ich denke, dass das Argument der Menge aus pragmatischen Gründen sinnvoll ist. Sonst müssten wir vermutlich dutzende Quoten einführen, bis jede Gruppe ausreichend repräsentiert ist. Für mich stellt sich allerdings die Frage, wieviele Quoten wären umsetzbar, bevor es zu kompliziert wird. Zwei? Fünf? Sieben?

    2. Angelcake

      Sie ist zumindest Realität. Nun kann man streiten ob Realität ein ausreichendes Argument ist und die im Bewusstsein haben will (im sog. Alte-weiße-Männer-Club) . Da fällt mir ein,ob dieser Club der älteste save-space überhaupt ist? Sry 😉

    3. Leif

      Für mich ist Kunst, wenn eine Nachricht, ein Statement oder eine Aussage (politisch, persönlich, gesellschaftlich, geschichtlich… was auch immer) auf einem Wege transportiert wird, der unkonventionell, hintergründig, doppeldeutig oder eben auch instantan nicht erkennbar, also im weitesten Sinne kryptisch ist. (In Anlehnung an meine früheren Aussagen zum Thema [deutsche] Musiktexte…)

      Erschüttern muss mich Kunst nicht, berühren kann sie mich in dem Moment, in dem ich sie verstehe.
      Und DANN wird sie für mich erst zur Kunst. Für manche Kunst bin ich zu flachsinnig. Diese verstehe ich nicht und deshalb halte ich sie auch nicht für Kunst bzw. finde keinen Weg dazu und sie deshalb überflüssig.

  17. Gug

    „Wohnungseinbrüche machen Osteuropäer“

    Hört sich nach Kripo-Stammtisch-Niveau an. In Wahrheit dürfte es eine Mischung sein, aus:

    – Drogenabhängigen
    – (Ost-)Europäern
    – Mitgliedern arabischer Großfamilien
    – hauptberuflichen (deutschen) Einbrechern.
    – sonstigen

    Auch die arabischen Großfamilien kommen in diesem Beitrag zu pauschalisiert weg. Da ist nämlich alles darunter: Vom Gossen-Alkoholiker, Ladendieb, über den Dealer bis hin zu ganz normal arbeitenden Leuten, die mit Kriminalität nichts am Hut haben und mit der Großfamilie (oftmals im vierstelligen Bereich), zu der Sie zählen, genau so so viel zu tun haben wie ich mit dem Großteil meiner Familie: Nichts.

    Hier ein NDR-Beitrag, wo (vermutlich) Mitglieder einer arabischen Großfamilie zu Wort kommen und mitteilen, dass man mit Einbrüchen monatlich „zehntausend, zwanzigtausend, dreißigtausend“ machen kann. https://youtu.be/TnLGU3kDwiA (Aussage ab 2:15)

    Antworten
  18. Julia

    Moin! Zum Thema Helm auf dem Kinderspielplatz: ich bin gerade auf Langeoog, hier gibt es Schilder an den Spielplätzen, die die Kinder auffordern „Die Benutzung der Spielgeräten mit Helm ist gefährlich. Bitte SCHUTZHELM ABNEHMEN!“ Es ist wohl mal irgendwo ein Kind mit seinem Helm am Kletternetz hängengeblieben und hat sich schwer verletzt. Hätte es keinen Helm getragen, wäre es durchgerutscht und in den Sand geplumpst. Wenn’s nicht so traurig wär …

    Antworten
  19. Anne

    Im Sinne von David Foster Wallaces „This is Water“ müsste man natürlich auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass das behelmte Kind vielleicht eine Behinderung oder eine vorangegangen Verletzung hat, die es nötig macht, dass es auf Spielplätzen einen Helm trägt. Muss nicht, ist sogar unwahrscheinlich, könnte aber eben doch sein.

    Antworten
  20. Pascal

    Bestes Zitat zum Konservativismus und Verklärung der Vergangenheit:
    „Tradition ist die Illusion der Permanenz.“
    W.Allen
    Das beruhigt schon, wenn man denkt, alles habe eine gewisse permanente Ordnung, was ja nunmal eben – abgesehen von den physikalischen Naturgesetzen – nicht hat.

    Antworten
    1. Leif

      etwas einfacher und populärer im Wortsinne ausgedrückt möchte ich eine Liedtextzeile zitieren:
      „Erinnerung: Das Gift der Gegenwart“

  21. nadine

    Ich denke, eine angemessene Antwort auf die Frage „wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ in einer Bewerbersituation wäre „ich finde es toll, dass Sie diese Frage stellen, um heraus zu finden, ob ich informiert genug bin, um zu wissen, dass diese Fragen in Bewerbungssituationen überholt sind“.

    Antworten
    1. Matthias

      Diese Frage zielt darauf ab, ob der Kandidat bereit ist, sich im Unternehmen zu entwickeln. Sie mag überholt sein, aber ich wäre als Bewerber froh über solch einfach zu durchschauende Fragen. Das sind gewissermaßen geschenkte Fragen.

      Gruß

  22. Manfred

    Weil Holgi es schon mehrfach erwähnte, zum Thema Fahrradhelm auf dem Spielplatz. Eine Szene aus eigener mehrfacher Erfahrung:
    „Kind nimm doch den Helm ab!“
    „Nein, ich will ihn aufbehalten.“
    „Aber der stört doch beim Spielen!“
    „Nö“

    Oft vergisst man ihn auch abzunehmen und das Kind stört sich offensichtlich gar nicht daran um es selbst zu tun.
    So war meiner schon behelmt auf dem Spielplatz, im Supermarkt, im Zirkus und auf einer mehrstündigen Bahnfahrt.
    Ich glaube das geht vielen Eltern so.

    Antworten
    1. Donngal

      Trotzdem ist es gerade auf dem Spielplatz wichtig. Helme können da wirklich schwere Verletzungen verursachen.

      Lustig, jetzt argumentier ich mit Angst gegen Helme. Nimm das Holgi ;)!

    2. Mona

      Hallo Holgi, hallo Manfred,
      genau das kam mir beim Zuhören auch in den Sinn. Mein Sohn findet seinen Helm tatsächlich unfassbar cool und sitzt damit auch gerne im Buggy rum, läuft behelmt durch den Supermarkt, die Kita oder eben über den Spielplatz. Genauso wollte er eine Weile nur und ausschließlich Gummistiefel tragen oder seine superrote Hose – am liebsten auch nachts.
      Ich teile also die Erfahrung, dass „behelmt zu jedem Anlass“ bisweilen nichts mit dem Sicherheitsbedürfnis der Eltern zu tun hat, sondern mit den wunderbar sonderbaren Vorlieben der Kinder.

  23. Leif

    Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?

    Antwort Bewerbungsgespräch:
    -Da ich das Unternehmen noch nicht kenne, kann ich dazu nichts sagen. Sicher werden wir uns gegenseitig Wege und Möglichkeiten bieten können und wo diese lang führen, darauf bin ich sehr gespannt.

    Antwort im real Life:
    -In einer Lebenssituation, in der meine heutigen Hochs die zukünftigen Tiefs darstellen und in der ich sagen kann, dass bis hier hin alles richtig war, so wie es war.

    Antworten
  24. Clemens

    Zu den Nazis aufm Land Thema. Ich lebe am Land, hier gibt es kaum Ausländer und keine Geflüchteten. Hier gibt es aber auch sehr viele Rechte, die mit Vehemenz dafür sorgen, dass es dabei auch bleibt. Man hat mich ja auch schon oft gefragt, ob ich denn nicht doch in die Stadt ziehen will, weil dort doch mehr Menschen wären, die politisch mit mir d’accord gehen und so wie Holgi auf mich einreden ich solle doch den Idioten den Rücken kehren. Ich sage dazu, nein! Ich werde einen Teufel tun, diesen Spinnern das Feld zu überlassen. Rational erklären kann ich mir diesen Widerstand zwar nicht, dennoch halte ich es nicht für sinnvoll ganze Landstriche dem rechten Pöbel zu opfern.

    Antworten
    1. Donngal

      Ich leb auch aufm Land, kenne auch hier Menschen, die ich als Nazis bezeichnen würde, die sind aber eher so typische Pegida-Nazis und keine Nazi-Nazis. Die wählen im Zweifel auch lieber die CDU als die NPD. Die sind halt sehr, sehr konservativ.

      Ich würde aber auch nicht wegziehen, das würde ich auch nicht einsehen. Ich finde es auch bemerkenswert, dass es in Jamel ein Künstlerpaar gibt, das nicht nur nicht wegzieht, sondern auch aktiv gegen die Nazis arbeitet, in dem sie jährlich ein Festival gegen Rechts im Nazidorf abhalten. Dafür wird denen dann die Scheune angesteckt und die Reifen zerstochen.

  25. Jean-Marie

    Zum Thema gerappte Nachrichten:
    Ich bin Lehrer (u.a. Politk) und ich habe den Wochenrapblick schon ab und zu im Unterricht eingesetzt, um über aktuelle Themen zu diskutieren. Dabei geht es mir auch darum, die Vielfalt der Meldungen einer Woche zu zeigen (wie holgi gesagt hat: es sind sehr kurze Beiträge und manchmal auch Meldungen, die ich noch nicht einmal auf dem Schirm hatte) und über ihre Relevanz zu reden. Meine bisherigen Erfahrungen (ca. 3-4 Klassen im Alter von 14-16 Jahren) zeigen, dass die Jugendlichen im ersten Moment etwas befremdet sind von der Art der Präsentation der Nachrichten und das ganze nicht als HipHop/Musik ernst nehmen, sondern eher einen lustigen Beitrag darin sehen. Viele von ihnen kannten aber die größten Meldungen und wir konnten durchaus eine kontroverse politische Diskussion führen. Leider habe ich bis jetzt noch keine positiven Rückmeldungen von Schülern, dass sie es auch privat anschauen, d.h. die Wirkung auf die „Zielgruppe“ kann ich anhand meiner kleinen Testgruppe nicht positiv bestätigen.

    Ich persönlich finde diese Herangehensweise erfrischend und eine angenehme Abwechslung zu traditionellen Nachrichtenformaten.
    Ich finde außerdem noch einige andere Formate interessant, die ich ab und zu auch im Unterricht einsetze:
    – „Rap da News“ von Blumio https://de.screen.yahoo.com/blumio—rap-da-news/ (etwas tiefere und politischere Auseinandersetzung mit einzelnen Themen)
    – „Armes Deutschland“ von Rayk Anders https://www.youtube.com/user/RaykAnders (interessant provozierende Aufmachung, die das Offensichtliche hinterfragt)
    – „Aufwachen! Podcast“ von Tilo Jung und Stefan Schulz (wurde schon erwähnt; schöne kritische Betrachtung/Analyse der öffentlich-rechtlichen Nachrichten)

    Antworten
  26. Leo

    Zu den Konservativen und dem Wunsch, in einer früheren Zeit zu leben:
    Ist das nicht genau das, was Leute suchen, wenn sie auf Mittelaltermärkte gehen? Ich halte solche Märkte zwar für ziemlich bescheuert, aber nicht gerade für gefährlich. Und das Wahlrecht sollte man den Leuten doch auch nicht direkt wegnehmen, nur weil sie so was besuchen. Wo mache ich den Denkfehler, oder überspitze ich Holgis Argument nur zu sehr?

    So, und jetzt muss ich erst mal das Lied von „Eure Mütter“ dazu hören, das hattet ihr mal in NSFW.

    Antworten
  27. Yannik

    Zum Thema Rap-News:
    Ich bin 17 Jahre alt, man könnte mich also als Mitglied der Zielgruppe sehen. Daher gebe ich hier mal meine Einschätzung ab.
    Diese News-Sendung, die ich auch schon mal durch Zufall gesehen habe, ist zwar ganz nett gemacht, ihre gewünschte Funktion erfüllt sie meiner Erfahrung nach aber nicht. Zwar habe ich im Freundeskreis und in meiner Schule recht viele Leute die Deutschrap höheren, aber deswegen schalten sie nicht auf RTL2 um Nachrichten zu schauen, auch wenn im Titel Rap steht. Mit der grundsätzlichen Aufmachung der etablierten Nachrichtenformate sind die meisten zufrieden und wollen keine unseriösen RTL2 Nachrichten! Auch hat eine Umfrage im PoWi-Unterricht ergeben, dass so gut wie alle Tagesschau oder Heute als die von ihnen bevorzugte Nachrichtensendung haben.
    Das Problem ist nur, dass sie gar keine Nachrichtensendung schauen, da ein fester Platz, wie ich es von meinen Großeltern kenne (19:30 Uhr Hessenschau, 20:00 Uhr Tagesschau), mit ihrem Zeitplan nicht vereinbar ist. Viele haben um 7 oder 8 Uhr, wenn die typischen Sendezeiten sind, noch Training, sind bei Freunden oder haben sonst was vor.
    Die Informationen zum aktuellen Geschehen besorgen sie sich auf anderen Wegen, wie z.B. Nachrichten Apps wie News-Republik oder zum geringen teil über YouTube. Die Ursache dafür, dass junge Menschen keine Nachrichtensendungen mehr schauen, lieg also an einem generellen Problem des Fernsehens und nicht an der Aufmachung der Sendung. Daher wäre ich dafür, dass gerade die öffentlich-rechtlichen sich dahingehend öffnen.
    Ich weiß, dass du Holgi die Online-Ansicht des Videotext nutzt, der ist aber etwas, mit dem die meißten in meinem alter, inklusive mir, nichts anfangen können. Ich wäre dafür, die Artikel evt. etwas zu bebildern und dann in eine schlichte Nachrichten-App zu packen. Diese könnte meiner Ansicht nach Jugendliche viel besser erreichen als Rap-Wochenrückblicke im Fernsehen.

    Antworten
  28. Jan

    Kann das sein, dass die Wrintheit darüber gestolptert ist, dass eine Frauenquote eben eher was mit Politik zu tun hat, als mit Gerechtigkeit?

    Ich empfehle beim Thema Quote immer das Gleichstellungsparadoxon von Harald Eia anzuschauen. Kurzweilig gemachte Doku über die Unterschiede zwischen Mann und Frau:

    https://www.youtube.com/watch?v=3OfoZR8aZt4

    Antworten
    1. Been Told

      Ich habe es mir noch nicht angesehen – bei so Themen sehe ich mir immer die Kommentare an, bevor ich ne halbe Stunde meines Lebens aufgebe. Und die sind von Stammtischgehabe nur so überhäuft. Einer besser als der andere.

    2. Jan

      Naja… aber gerade youtube-Kommentare sind nicht gerade für Ihre Qualität bekannt.

      Kurzfassung: Ein Norwegischer Mann stellt sich die Frage: Warum in Norwegen sich die Anzahl von Ingenieurinnen bzw. Männern in typischen Frauenberufen nicht auf 50/50 einpendelt. Wo doch die Bemühungen in diese Richtung gehen. Er befragt Gender-Theroetiker und einige Wissenschaftler und stellt deren Ergebnisse anschaulich dar.

    3. Been Told

      Hm, klingt für mich nach Käse. So ähnlich, wie die Filme/Bücher/Artikel, die sich fragen, warum Schwarze in den USA immer noch weniger verdienen, wo man doch schon längst „Affirmative Action“ hat und ähnliches. Und dann mithilfe der Wissenschaft belegen will, dass Schwarze einfach zu unterschiedlich von Weißen sind, um Führungspositionen zu besetzen.

      Aber ich sehe es mir mal an – hoffentlich liege ich falsch.

    4. Sarah

      Bei einer Quotenregelung geht es immer um Politik. Dadurch sollen z. B. Frauen im Arbeitsleben besser repräsentiert werden, um dies auch entsprechend mitgestalten zu können.
      Ob man dies als gerecht empfindet, hängt vom jeweiligen Gerechtigkeitsverständnis ab.
      a, Prozessgerechtigkeit: Derjenige bekommt den Posten, der sich im Konkurrenzkampf durchsetzt.
      b, Ergebnisgerechtigkeit: Ein von vornherein bestehender Nachteil wird ausgeglichen.

      In den Beitrag von Eia habe ich nur kurz reingesehen. Es ist m. E. zu oberflächlich, die angeborenen Unterschiede lediglich auf die Unterschiede im Gehirn zu reduzieren. Ich denke, dass wesentliche Unterschiede im Verhalten durch Hormone zustande kommen. So führt beispielsweise Testosteron zu einer Verringerung der Empathiefähigkeit (https://de.wikipedia.org/wiki/Testosteron). Der Hormonhaushalt ist ja auch angeboren und wird daher immer zu unterschiedlichen Interessen und Fähigkeiten führen.
      Daher stellt sich mir die Frage, ob nicht eine betriebsspezifische Quote den unterschiedlichen Interessen besser gerecht wird. Beispiel: In einem Betrieb, wo auf der untersten Hierarchieebene 90% Frauen arbeiten, sollten diese auch im Management entsprechend repräsentiert werden. Was haltet ihr davon?

    5. Jan

      Das erste Ergebnis bei Eias Bericht ist, dass es eben sehr wohl einen (von den Gender-Theoretikern negierten) biologischen Unterschied gibt, der uns bei der Geburt mit auf den Weg gegeben wird.

      Das zweite interessante Ergebnis war aber doch, das auf der ganzen Welt die Berufswahl von Männern und Frauen anscheinend unabhängig von der Gesellschaft ähnliche Präferenzen aufweist. Und dass Programme um dem entgegenzuwirken nur einen kurzen Effekt haben. (Sagte die Dame zu Beginn des Berichtes)

      Den Ansatz nach Prozentsatz in der Belegschaft die Quote festzulegen, fand ich erst mal komisch… bei längerem drüber nachdenken aber ziemlich pragmatisch-realistisch und gut.

    6. Been Told

      Das mit den Berufen ist natürlich nicht ernst zu nehmen. Denn da werden nur patriarchatischen Gesellschaften berücksichtigt.
      Es gibt auch matriarchalische – und da siehts dann anders aus. Habe leider im Moment keine Quelle. Wenn ich es nicht vergesse, poste ich es morgen.

  29. sasha

    Holgi, nur mal so als Zwischenfrage: Deine Methode, die Pegidisten und sonstige Beteiligten am gegenwärtigen Rechtsruck als Idioten und Nazis zu bezeichnen hast du dir gründlich überlegt? Ich frag nur weil ich nachgedacht habe in welchen vergleichbaren historischen Situationen das kategorische Beleidigen von jenen, die aus den unterschiedlichsten Gründen in der politischen Sackgasse gelandet sind, zu Erfolg geführt hat. Aber vielleicht hast du ja den besseren Überblick und dieses eine Mal werden wir mit Holzhammer und Pauschalkamm der Situation Herr werden.

    Antworten
  30. BrEin

    @Holgi,

    weil dich das Thema doch interessierte, zum Thema Vorurteile gibt es ein Zeitragen-Feature auf Deutschlandradio Kultur:
    http://www.deutschlandradiokultur.de/erforschung-von-vorurteilen-warum-schwule-nicht-zuhoeren.976.de.html?dram:article_id=335899

    Das behandelt Vorurteile im Allgemeinen, dass wir meistens nicht wissen, dass wir Vorurteile haben oder dies zu mindest bestreiten und wie sich das äußert.
    Darin wird auch das Beispiel von den überdurchschnittlich großen Chefs genannt.

    Es ist also durchaus eine legitime Frage, die gestellt wurde.
    Man darf nur nicht das Eine gegen das Andere ausspielen. Ich denke, davor hatte Alexandra etwas Angst.
    Es stimmt also nicht, wenn man sagt, dass, wenn man für eine Frauenquote ist, man auch für eine Fettenquote sein muss. (Ich darf fett sagen, ich bin fett. 😉 )
    Zweitens ist eine Quote vielleicht nicht auf jedes derartige Problem anwendbar. Die Diskriminierung der Frau(en) ist sehr gut untersucht und belegt. Zudem ist der Sachverhalt einfach. Entweder man ist ein Mann oder man ist eine Frau (ich nehme jetzt einfach den Phänotypus). Ab wann aber ist man fett oder klein? Soll man einen Schwellwert festlegen? Aber durch wen und wie? Und wie genau äußert sich die Diskriminierung anhand des Körperbaus?
    Kurz: Ich sage nicht, dass es das nicht gibt. Das gibt es sehr wohl. Der Sachverhalt ist nur deutlich komplizierter und weniger gut erforscht.
    Einfacher wiederum wird es eher, wenn wir über Namen oder Hautfarbe reden.

    Gruß
    Fabian

    Antworten
  31. Eule

    Zur Rolle der Kultur für die polnische Identität finde ich auch immer interessant, einen Blick in die polnische Verfassung zu werfen. Dort findet sich in Artikel 6 der Satz: „Die Republik Polen schafft die Voraussetzungen für die Verbreitung und den gleichen Zugang zu der Kultur, die die Quelle der Identität des polnischen Volkes, seines Bestandes und seiner Entwicklung ist.“ Das ist sogar das erste Grundrecht, über das man bei der Lektüre der Verfassung stolpert, sprich es hat ungefähr den Stellenwert, den z.B. in Deutschland die freie Entfaltung der Persönlichkeit*, in Frankreich die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz oder in den USA die Religionsfreiheit haben.

    * Ja, die Menschenwürde ist im GG noch davor genannt, aber die ist kein Grundrecht da sie der Verfügungsgewalt des Staates entzogen ist.

    Antworten
  32. Leif

    Also ich finde, die neuesten Fotos von Holgi im Netz sehen Hammer aus. Gar nicht fett. Das schmale Gesicht steht ihm wirklich gut finde ich.

    Antworten
  33. gökhan

    Vielen Dank für den Erkenntnis Gewinn. Auch in der Türkei gibt es eine große Masse von Menschen, besonders bei ungebildeten Jugendlichen der Glaube das früher im Osmanischen Reich alles besser gewesen sei. Sie blicken traurig an die angebliche Zeit der Macht und Stärke und wissen nicht, wie ihr schön diskutiert habt, ,das genau Sie damals zum Präkariat zählen würden.

    Holgi, bitte verrate doch dein Rezept für Waffeln. Ich habe etliche Rezepte probiert, am Schluss wird es einfach nur trocken und hart. 🙂

    Antworten
  34. TheDuckListener

    Ab 17:26: Danke, Holgi!
    Du sprichst mir so arg aus der Seele! Ich kann sehr schlecht mit Worten umgehen, daher konnte ich bisher nie genau ausdrücken, was genau mich an diesen ganzen Möchtegern-Patridioten so aufgeregt hat! Es war immer nur so ein diffuses Gefühl von „die sind irgendwie dumm!“, aber mir fehlte die Fähigkeit, es präzise in Worte zu fassen!
    Das was du ab dieser Stelle von dir gibst trifft den Nagel auf den Kopf! Zu fast 100% voll auf den Kopp! Das ganze ist so gut, dass ich es jetzt das dritte Mal hören musste! Wahrscheinlich noch öfter, bis ich es auswendig kann 😀

    Antworten
    1. romignomi

      Sorry, aber was du da schilderst hat mit dem kategorischen Imperativ in etwa so viel zu tun wie ein brennendes Flüchtlingsheim mit der Idee des Humanismus. So „einfach“ ist es dann doch nicht, und du kannst mir glauben, dass Kants Moraltheorie nicht für das gefeiert wurde, was was du darunter verstehst. Der kategorische Imperativ lässt sich über die Formel alleine kaum erschließen, da ist dann schon weitere Lektüre notwendig. Habe die Grundidee des kategorischen Imperativ im Kommentar vom 11.09 möglichst einfach zusammengefasst.

  35. TheDuckListener

    Ich mag den kategorischen Imperativ nicht und denke auch nicht, dass die Welt ach so toll wäre, würden alle danach handeln. Ich nehme dazu einfach mal den exakten Wortlaut:
    „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
    Das gibt doch eigentlich jedem Arsch einen Freibrief. Der Nazi zündet ein Flüchtlingsheim an, denn das ist eine Maxime von der will, dass sie allgemeines Gesetz werde. Der an deine Tür klopft und den sucht den er umbringen will würde ja auch gern wollen, dass es allgemeines Gesetz wäre dass diese Person bzw. die Gruppe die sie repräsentiert zur Jagd freigegeben würde.
    Natürlich denke ich nicht, dass Holger das so gemeint hatte, aber er sagt, der kategorische Imperativ sei genug an Gesetzen die wir brauchen und ich denke das nicht. In meinen Augen wird uns jeden Tag immer wieder vor Augen geführt, dass der einzelne nicht in der Lage ist bzw. sein sollte, ein allgemeines Gesetz zu formulieren. Wenn man sich die Struktur unseres Staates anguckt wird sogar klar, dass den „Gründungsvätern“ der BRD klar war, dass nicht mal die Mehrheit in der Lage ist, ein allgemeines Gesetz zu formulieren. Ich meine, es ist in unserer Verfassung vorgesehen, dass acht Richter in Karlsruhe die Entscheidung von 600 Abgeordneten, die wiederum von 60 Mio gewählt wurden, kontrollieren und revidieren können – und das ist auch gut so.
    Nein, ich denke, eine Welt in der jeder selbst entscheiden kann was „richtig“ und was „falsch“ ist kann nicht funktionieren. Bis zu einem gewissen Grade brauchen wir (und mit dem „wir“ schließe ich mich bewusst ein, denn auch ich bin nicht fehlerlos!) Leute die uns kontrollieren. Bis zu einem gewissen Grade, wie gesagt! ICH möchte jedenfalls nicht in einer Welt leben in der mein Handeln das allgemeine Gesetz vorschriebe.

    Ich erweitere den KI mal so: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde. Es sei denn du bist ein Arschloch! Dann lass es!“

    Antworten
    1. Leif

      ich glaube, da hast du den kat. Imp. mißverstanden. Der Nazi würde einen Dreck tun, wenn dies bedeute, dass auch sein Haus warm saniert werden darf, während er drin liegt und vom tausendjährigenReich träumt. Der Gedanke ist, Menschen, Tiere und Umwelt so zu behandeln, wie man selbst behandelt wissen will.

      Vereinfacht kennt man die Vorschulregel:Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.

      Oder die Kloregel:Verlassen sie diesenAbort so, wie sie ihn vorzufinden wünschen.

      DAS ist das Prinzip und nicht „Ich mache jetzt was ich will weil wegen meiner kann das ruhig jeder machen.“ 😉

    2. Leif

      ich glaube, da hast du den kat. Imp. mißverstanden. Der Nazi würde einen Dreck tun, wenn dies bedeute, dass auch sein Haus warm saniert werden darf, während er drin liegt und vom tausendjährigenReich träumt. Der Gedanke ist, Menschen, Tiere und Umwelt so zu behandeln, wie man selbst behandelt wissen will.

      Vereinfacht kennt man die Vorschulregel:Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.

      Oder die Kloregel:Verlassen sie diesen Abort so, wie sie ihn vorzufinden wünschen.

      DAS ist das Prinzip und nicht „Ich mache jetzt was ich will weil wegen meiner kann das ruhig jeder machen.“ 😉

  36. Leif

    @TheDuckListener:
    Im Übrigen ist das mit dem kat. Imp. natürlich hypothetisch gemeint. Es kann keinen Staat mit diesem einen Gesetz geben. Denn das würde ja heißen, dass jeder, der cleverer ist als einer seiner Mitmenschen, diesen nur per Fachwissen übers Ohr hauen darf. Denn wenn ich in einem bestimmten Sachverhalt sehr genau Bescheid weiß, kann ich anderen ruhig zumuten, mich damit zu konfrontieren, denn da weiß ich wie der Hase läuft. Einfaches Beispiel:

    Jedesmal, wenn ich ein gefälschtes Handy für teuer Geld an jemanden verkauft habe, ist das ok, denn wegen meiner kann es Gesetz werden, gefälschte Handys zu verkaufen. ICH habe genug Fachwissen, um auch die besten Fälschungen von Originalen zu unterscheiden. Mir kann also nix passieren, während ich andere am laufenden Band ungeschoren neppe.

    Interessant, dass du sagst, dass du nicht vertreten kannst, dass dein Verhalten allgemeines Gesetz werden könnte. Das hieße ja im Umkehrschluss, dass du bewusst anderen Leuten gegenüber in irgendeiner Art übergriffig wirst. Für genau dieses Verhalten soll der kat. Imp. sensibilisieren und somit das Miteinander angenehmer machen. 😉

    Aber im Ernst: Ich glaube, die wenigsten von uns kämen mit einem Klon seiner Selbst langfristig klar. 😉

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *