WR508 Wissenschaft: Vagina-Detox

 

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76 Gedanken zu „WR508 Wissenschaft: Vagina-Detox

    1. Jenny

      Dieses Jahr kommt auch hoffentlich der Dokumentarfilm “How to built a Time Machine” von Jay Cheel raus. Da geht es unter anderem auch um Ronald Mallett.

  1. Manuel

    Zum Thema “Die meisten Autos werden nicht gebraucht”:
    Ich komme vom Land (Südniedersachsen, außer Göttingen ist hier nicht viel. In meiner Familie haben wir 3 Führerscheine und auch 3 Autos. Mein Vater braucht sein Auto tatsächlich, er fährt jeden morgen 30km zu seiner Arbeitsstelle, dort wird auch kein ÖPNV angeboten. Meine Schwester arbeitet ebenfalls 30km entfernt, könnte zwar theoretisch auch mit der Bahn fahren, dafür müsste sie aber auch erstmal zum Bahnhof kommen und dorthin fährt kein Bus. Ich bin vor kurzer Zeit nach Göttingen gezogen und wohne in großartiger Lage, alles was man braucht in Gehreichweite und 10 Minuten mit dem Bus in die Stadt, der alle viertel Stunde fährt. Trotzdem steht hier auch mein Auto noch vor Tür. Dies kann einerseits darin liegen das ich es einfach so gewohnt bin, diese Erklärung wäre aber schlicht falsch. Ich fahre die Woche 3-4 Mal nach Hause oder zu Freunden in der Gegend. Würde ich dazu den örtlichen Car-Sharing-Dienst nutzen würden die Kosten für diesen etwa auf meinen jetzigen Ausgaben für mein Auto, wenn nicht sogar etwas mehr liegen. Und etwaige Spontanität wie “Ich fahre heute mal zu Ikea und kaufe XY” wäre dann natürlich auch Futsch. Und das sind Dinge die ich tatsächlich einmal im Monat mache.
    Fazit: Ihr lebt in eurer urbanen Bubble, da macht eure Argumentation durchaus Sinn, aber in ländlicheren Gegenden ist ein Auto zumeist noch unverzichtbar.

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    1. Patrick

      Da hast du vollkommen recht. In ländlichen Gegenden ist man auf ein Gefährt angewiesen, allerdings – und das ist der eigentliche Punkt, der mir immer wieder auffällt – nicht auf einen Parkplatz. Sobald man jedoch auf einen Parkplatz angewiesen ist, beginnt sich die Illusion von der Flexibilität langsam aufzulösen. Vor jeder ach so spontanen Fahrt überlegt man nämlich dreimal, ob man seinen errungenen Parkplatz aufgibt; im Zweifelsfall für drei Tomaten und ein halbes Brot, dass man “mal eben” noch beim Rewe kaufen wollte.

      Aber auch hier gibt es die Fälle, die tatsächlich auf ein Auto angewiesen sind, etwa weil es keine anständigen öffentlichen Lösungen gibt. Wenn, da spreche ich jetzt nur mal für größere Städte, nur diese Personen ein Auto besitzen und nutzen würden, die es tatsächlich benötigen, dann wären die Städte mit Sicherheit um einiges leerer – sehr zur Freude aller. Das allerdings wird eine Wunschvorstellung bleiben. Genauso wie 40ger- und Auto-freie-Zonen. Wenn es ums Auto geht, ist dem Deutschen nicht beizukommen.

    2. Anne

      Es kommt auch wirklich auf die Stadt an. Im Ruhrgebiet gibt es zwar prinzipiell ausreichend ÖPNV, im Gegensatz zu Köln oder Berlin sind manche Stadtteile allerdings sehr schlecht erschlossen und man braucht tatsächlich mit Bus oder Bahn sehr viel länger als mit dem Auto (wir haben Freunde, die etwas außerhalb in Essen wohnen, mit dem Auto brauchen wir 15 Minuten, mit dem Bus ungefähr eine Stunde). In Essen ist der Abendfahrplan meines Erachtens eine einzige Unverschämtheit, da geht die Taktung ganz schnell von 15 auf 30 Minuten und ab 23 Uhr eh nur noch Nachtbusse. Und wir reden hier immerhin von einer Stadt mit über 500.000 Einwohnern.

      Meine Tante und meine Cousine leben im Oberbergischen Land in Lindlar, da bist du ohne Auto komplett aufgeschmissen. Der nächste Bahnhof ist zwar gar nicht so weit weg (Engelskirchen, Luftlinie etwa 6 km), aber mit dem Bus braucht man meiner Erinnerung nach 30 Minuten, weil erst mal alle anderen Dörfer abgeklappert werden. Mit dem Bus, der einmal pro Stunde nach Köln fährt, braucht man etwa eine Stunde, im Gegensatz dazu mit dem Auto eben ungefähr 25 Minuten. Und Fahrrad ist in eher hügeligen Landstrichen eben auch so ein Ding, das macht dann auch nicht immer Spaß.

    3. Jens

      Vollkommen richtig, das ist eine urbane Bubble. Es leben aber in Deutschland rund 45% in den 10 größten Ballungsräumen und sind damit Teil dieser Bubble. Die Bubble ist also nicht ganz so klein. Hier in der Stadt stehen trotz des eigentlich brauchbaren ÖPNV die Straßen voll mit Autos. Und genügend Wagen stehen eine ganze Woche auf dem selben Platz – da kann man sich wirklich fragen, ob die gebraucht werden.

      Zu meiner Zeit in Göttingen war der ÖPNV übrigens für mich auch selten attraktiv. Ich habe das meiste mit dem Rad erledigt. Das war schneller und flexibler.

    4. Donngal

      Ich habe ja 3 Jahre in Münster gelebt, was ja eigentlich noch eine recht kleine Stadt ist, aber schon da war ich nicht wirklich auf unser Auto angewiesen, wir haben es eben “geerbt” und gefahren bis es kaputt war. Danach kamen Kinder und Umzug aufs Dorf und damit die Notwendigkeit für Autos.

      In einer Stadt mit einigermassen okayen ÖPNV kann ich gut ohne Auto leben, auf meinem Dorf mit weniger als 1000 Einwohnern, wo die nächste Stadt 10 km entfernt ist und nicht gut angebunden, haben wir zwei Autos, eins für mich damit ich zum Bahnhof und von da zur Arbeit komme, und eins für meine Frau, die meinen Sohn in den 10 km weit entfernten Kindergarten bringen muss und auch zum einkaufen das Dorf verlassen muss. Das geht nicht alles mit Fahrrad und Busse fahren ja hier nicht.

      Das ist natürlich Luxus auf dem Dorf zu wohnen und ökologisch sinnvoller wäre sicher die Ballungsräume weiter zu verdichten, aber schöner ist es so schon.

  2. Sascha Knauf

    Ich hätte zwei Anmerkungen zur Sendung. Einerseits gibt es von Sharon Lee eine Studie aus dem Jahr 1993 über die Frage nach der Rasse im US Zensus. Das Paper habe ich mal gelesen und es geht bei dem Begriff Rasse nicht um die biologische Rasse sondern um eine soziale Kategorisierung die diverse Zwecke, in erster Linie für die Weißen, erfüllt. Ich empfehle dazu wirklich das Paper zu lesen.

    Zum Thema Auto in der Eifel:
    Ich wohne in der Südeifel und es ist zwar theoretisch möglich mit den Bus (Bahnhöfe gibt es kaum) seine Erledigungen zu machen aber es ist sehr umständlich. Oft fährt gerade mal der Schulbus 2mal täglich und zur nächsten größeren Einkaufsmöglichkeit sind es zwischen 20-50km. Ich versuche schon öfters Bus zu fahren aber es werden immer mehr Linien eingestellt was die Sache nicht einfacher macht. Aus der Kombination dieser Faktoren resultieren öfters Fahrzeiten von 2h die mit dem Auto in unter 45min zu erledigen sind.

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  3. Frank Schaub

    Thema Interviews via Telefon:
    Bei einen guten Interview gibt es einige Agumente für ein Telefonat.
    1. Ich kann Nachfragen wenn die Antwort unklar ist
    2. die nächte Fragen kann sich aus der Anwort ergeben.
    3. Direkte Sprache übermittelt viel Infos auferhalb des gesagten
    4. Die Antworten kommen spontaner sein und damit ggf. ehrlicher oder ungefilter
    So wie halt Interviews bei Wrint aussehen ;-))
    Leider bleibt von dem bei allen 08/15 Interviews wenig übrig und da wäre die schriftliche Form tatsächlich ausreichend.

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    1. Jens

      An der Stelle der Sendung hatte ich ähnliche Gedanken. Meine Erfahrung aus dem Berufsleben ist, dass Emails eher zu Missverständnissen führen als ein kurzes Telefonat. Wenn möglich, rede ich mit Kollegen, statt Mails hin und her zu schicken.

    2. Donngal

      Das finde ich verkehrt. Ich hasse nichts mehr als ständig direkt angesprochen zu werden, dass reisst mich aus dem Flow. Damit kann ich mich danach erstmal wieder neu konzentrieren. Anrufen und ansprechen empfinde ich immer als übergriffig. Das meiste lässt sich perfekt per Chat oder E-Mail absprechen, dann habe ich auch die frei Wahl wann ich auf eine Frage reagiere.
      Anrufen ist immer “Ich will deine volle Aufmerksamkeit. Jetzt sofort.” In den meisten Fällen ist das nicht gerechtfertigt. Es gibt Ausnahmen wie akute Notsituationen, aber generell finde ich das falsch und würde das entsprechenden Kollegen auch so mitteilen.

  4. Tarifkenner

    @Manuel Du schreibst: „Ich fahre die Woche 3-4 Mal nach Hause oder zu Freunden in der Gegend. Würde ich dazu den örtlichen Car-Sharing-Dienst nutzen würden die Kosten für diesen etwa auf meinen jetzigen Ausgaben für mein Auto , wenn nicht sogar etwas mehr liegen.“
    Sind die „jetzigen Kosten“ für Dein Auto nur die laufenden Kosten oder sind da die Anschaffungskosten sauber mit eingerechnet? Das letztere würde mich wundern.

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  5. Leonard

    Lieber Holger,
    ich würde gerne etwas zum Thema “Fraunhofer” anbringen, denn mir wurde ehrlich gesagt nicht so ganz klar, was Dein Kritikpunkt ist.

    *(fast) alle öffentliche Forschung in Deutschland ist von “Drittmitteln” abhängig. Diese stammen überwiegen aus den Haushalten des Bundes- oder der Länder.
    *der offizielle Name der Fraunhofer Gesellschaft lautet “Fraunhofer Gesellschaft für angewandte Forschung e. V.”
    *”Die Fraunhofer Gesellschaft […] betreibt anwendungsorientierte Forschung zum unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft […] “(Fraunhofergesellschaft, Leitbild, 2016)
    *Es ist unschwer zu erfahren, dass der Haushalt der Fraunhofer Gesellschaft überwiegen durch Auftragsforschung finanziert wird. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass die Fraunhofer Gesellschaft dies in irgendeiner Weise verheimlicht, sondern im Gegenteil, es wird als Qualitätsmerkmal hervorgehoben.

    Meine persönliche Einschätzung: Die Fraunhofer Gesellschaft scheint zu tun was ihr Auftrag ist, wenn sie Forschungsprojekte vom Interesse der Wirtschaft abhängig macht.

    Auf einer Metaebene finde auch ich es sehr wichtig die Freiheit der Grundlagenforschung aufrecht zu erhalten. Zum einen heißt das aber nicht automatisch, dass jeder einzelne Grundlagenforscherin diese Freiheit hat (die meisten haben ja zumindest einen Gruppenleiterin über sich), zum anderen ist die Fraunhofer Gesellschaft ja gar keine Einrichtung der Grundlagenforschung.

    Du beziehst Dich ja auf eine Dir bekannte Person, die offenbar bei Fraunhofer gearbeitet hat. Was mich wundert ist, dass diese Person offenbar vorher den Eindruck hatte, dort sei es ihr möglich Grundlagenforschung zu betreiben.

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    1. Dr. Azrael Tod

      Fraunhofer ist halt exakt die “anwendungs-/industrienähste” der 4 großen, deutschen Forschungsgesellschaften. Das ist kein Geheimnis und auch kein Fehler sondern die Zielstellung.

      Klar kann man sich beschweren weil es dort weniger “Grundlagenforschung” gibt, aber sinnvoll ist das nicht. Ich kann mich gleichzeitig auch beschweren dass es an der Dönerbude nebenan nicht genau so aufwendige/stilvolle Mahlzeiten gibt wie im 5 Sterne-Restaurant in der Altstadt.

      Wir haben 4 Forschungsgesellschaften eben weil diese unterschiedliche Gebiete abdecken und nicht “obwohl”.

      Disclaimer: meine Frau forscht am FEP in Dresden (Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik, ist vor Jahrzehnten mal aus dem Von-Ardenne-Forschungsinstitut entstanden)
      https://de.wikipedia.org/wiki/Forschungsinstitut_Manfred_von_Ardenne

      Wenn man sich solche Institute und ihre vergangene Forschung ansieht, merkt man auch dass da durchaus sinnvolle Sachen dabei rauskommen. Natürlich ist es immer zu großen Teilen industriell finanziert, aber das steht eben auch auf der Verpackung.

    2. Leo

      Ich habe selbst für einige Jahre an einem Fraunhofer-Institut gearbeitet. Die Institute finanzieren sich hauptsächlich aus Industrie-Drittmitteln, öffentlichen Forschungsprojekten (EU, DFG, BMBF, …) und einer Grundfinanzierung (die wieder vom restlichen wirtschaftlichen Erfolg abhängig ist). Die Finanzen kann man sich mit den FhG-Jahresberichten herunterladen. 2013 gab es z.B. einen Gesamtertrag von 2 Mrd. €, davon kamen 567 Mio. € direkt aus der Industrie und ca. 540 Mio. € aus öffentlichen Forschungsprojekten (meistens mit Partnern aus der Industrie).
      Selbstverständlich ist es auch an einem FhG-Institut möglich, Grundlagenforschung zu betreiben. Nicht zuletzt sind etliche FhG-Mitarbeiter Doktoranden auf teilweise sehr abstrakten Forschungsprojekten. In meiner Abteilung hatten wir etliche Industrieprojekte, die uns gut finanzierten, und interne Forschungsprojekte, die thematisch zwar zu den Industrieprojekten passten, aber keine unmittelbare Anwendung hatten. Es wurde auch erwartet, dass man Fachartikel publiziert, Konferenzen besucht usw., und natürlich ist ein FhG-Institut für einen unterfinanzierten Lehrstuhl an der nächsten Uni ein bequemes Mittel, um Doktoranden finanzieren zu können.
      Was natürlich auf Dauer nicht gut geht, ist, dort hauptsächlich Grundlagenforschung zu machen. Je nach Finanzlage arbeitet man halt auch mal länger “nur” auf Industrieprojekten. Wenn man die Freiheit hat, an Grundlagenprojekten zu arbeiten, sind das meistens Projekte, die zumindest mittel- bis langfristig eine Verwertbarkeit bieten, weil man diese Projekte natürlich trotzdem intern begründen und durchsetzen muss. Bis zur Verwertung können da aber auch schon mal Jahrzehnte angepeilt sein.
      Ich habe es ein paarmal gesehen, dass neue Mitarbeiter mit freien Forschungsideen bei uns angefangen haben, die dann auf Dauer in immer mehr “Brotarbeit” mit eingebunden wurden, bis sie kaum noch an Grundlagen geforscht haben. Von dort bis zu dem Eindruck “ich forsche ja gar nicht mehr” ist es nicht weit.
      Letzten Endes glaube ich, dass in den Forschungsgesellschaften immer eine Balance zwischen Grundlagen und Anwendung vorliegt, wobei die Schwerpunkte verschieden verteilt sind. Der neue Helmholtz-Präsident möchte ja z.B. auch den Schwerpunkt der Helmholtz-Gemeinschaft in Richtung Anwendung verschieben. Die kompletten Extreme (nur Grundlage oder nur Anwendung) wird man da aber nicht finden, das ist auch gar nicht gewünscht.

      @holgi @Florian Wenn ihr FhG-Mitarbeiter übrigens trollen möchtet, solltet ihr großzügig die Formulierung “das Fraunhofer-Institut” streuen, wie z.B. in “Forscher vom Fraunhofer-Institut haben herausgefunden”. Außerdem solltet ihr nicht darauf verzichten, gelegentlich “Frauenhofer” statt “Fraunhofer” zu sagen 🙂

  6. SpaceDebris

    Hallo ihr beiden!

    Nur um die Vielfalt der Standpunkte zum Thema “Auto: ja/nein” zu steigern:
    ich wohne auf dem Land und arbeite im selben Ort in dem ich auch wohne. Deshalb fahre ich diese 3 km mit dem Fahrrad in die Arbeit. Sogar jetzt bei Schnee und Eis. Auch wenns total kübelt. Immer.
    Einkaufsmöglichkeiten sind hier sehr monoton: ein Edeka. Gott sei dank gibt es noch den Gemüseladen unter meiner Wohnung. Aber gut. Im Prinzip würde das ja sogar reichen. Dieses Argument ist das schwächste.

    Mein Auto nutze ich tatsächlich nur um am Wochenende zu meiner Familie und zu Freunden zu fahren, meine Hobbies zu betreiben (ich hab dann doch manchmal viel Gerätschaft dabei) und evtl. große Dinge zu transportieren (z. B. im zuge meiner ehrenamtlichen Tätigkeit). Und um eines: meine kostbare Freizeit zu schützen. Von meinem Wohnort komme ich mit ÖPNV zwar prima nach München, aber sonst brauch ich überall sonst mit der Bahn über doppelt so lang wie mit dem Auto, selbst wenn ich Schleicher vor der Nase hab (über die ich mich im Übrigen nur noch selten aufrege. Ich habe einfach beschlossen beim Autofahren glücklich zu sein. ist ja schließlich mein Traumauto und das Fahren an sich bereitet mir große Freude). Und ich liebe Autos (übrigens auch Boote), weil ich design- und technikbegeistert bin. Hätte ich das Geld, hätte ich auch kein Problem mit einem alternativen Antrieb. Es muss nicht unbedingt nach Benzin duften.

    und ich fahre im übrigen tatsächlich mal spontan an den Gardasee…. 🙂

    Was mir allerdings nicht in mein Auto kommt, ist die Feinstaubplakette. Aus Überzeugung, dass dieses Regelment sowieso nicht streng genug ist und deshalb in dieser praktizierten Form nix bringt; und weil ich der Meinung bin, dass man in der Stadt nunmal kein Autofahren sollte. Wie ihr so schön argumentiert: es geht ja eh alle paar Minuten ne Ubahn/Sbahn/tram.

    Wenn jemand vollständig auf sein Auto verzichten kann, finde ich das stark. Ich für meinen Teil kann da nicht aus meiner Haut und auf so viele Dinge, die mich glücklcih machen auf einmal verzichten. Hätte ich kein Auto, würde ich mangels Zeit nur noch einen Bruchteil machen können.

    Von daher: Ich möchte auf mein Auto nicht verzichten, weil es mir die Freizeit verschönert. Die Orte (vor allem in den Bergen) die mit dem Zug zu erreichen sind, sind derart überlaufen, dass es mich deprimiert.
    Es ist ein Stück Heimat, das ich im Urlaub immer dabei habe (ich bin insgesamt erst einmal in den Urlaub geflogen). Mit meiner Landkreiskennung kann man viele Wörter bilden. Von daher hat mein Auto sogar einen Namen, der sogar draufsteht. Alle meine Freunde nennen es auch schon so ^_^.
    Andere Leute haben ihren geliebten Hund oder Katze, ich habe mein Auto.

    P.S.: ich bin mir bewusst wie beknackt das klingt. 😀

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  7. Cedric

    Ich fand es sehr erheiternd, dass Holgi beim Thema Fahradhelme fast wie ein Truther-Verschwörungstheoretiker (a la Chemtrails oder 9/11) argumentiert.
    Beispiele: Holger versucht Helmen die Physisch-Schützende-Wirkung abzusprechen. Er negiert die Möglichkeit einer Simulationsnachbildung von Unfällen (Wird schon gemacht, nennt sich Crashtest). Und er eröffnet ständig neue nebenkriegsschauplätze sobald Florian ein valides Gegenargument bringt und versucht so das Gespräch von diesem wegzulenken.
    Ich halte eine Helmpflicht übrigens auch für Schwachsinn 🙂

    Antworten
    1. Christian1313

      Ich finde die allgemeine Helmpflicht auch für Quatsch,
      da sie wahrscheinlich gesamtgesellschaftlich mehr schadet.

      Individuelles Helmtragen schütz allerdings.
      Wie hoch der Schutz ist, hängt von derjeweiligen Unfallsituation ab.

      Der politische Ansatz sollte eher so sein wie bei der “Machs Mit” Kampange (Kondome).
      Die Menschen nicht zwinge Helme zu tragen, sondern ihnen etwas vorleben.

      Kondome sind übrigens ein gutes Bild. Schützen tun sie, aber eine kondompflicht will sicher keiner.

    2. holgi Artikelautor

      Kondome sind kein gutes Bild, denn es gibt keine Alternative zur Ansteckungsvermeidung – außer gar keinen Geschlechtsverkehr zu haben. Die Alternative zu Helmen ist eine Stadt, die vorrangig für die Menschen und nicht für die Autos gebaut und geregelt wird.

    3. Tarifkenner

      Der Kondomvergleich passt doch. Das Pendant zu der „Stadt, die vorrangig für die Menschen und nicht für die Autos gebaut und geregelt wird“ ist beim Kondomvergleich die Lebensform, sich nur im Rahmen einer auf Lebenszeit geschlossenen Ehe sexuell zu betätigen. 😉

    4. Anne

      Ich wollte mich ja eigentlich nie wieder in diese Helmdiskussion einmischen, aber mir ist dieses Mal auch aufgefallen, dass die Argumentation sehr seltsam verlief.

      Das Argument “Na ja, aber im Einzelfall kann man schon sagen, dass Verletzung X ohne Helm schlimmer gewesen wäre!” kann man meines Erachtens nicht mit einem “Aber wenn man keinen Helm getragen hätte, dann wäre man vielleicht 2 km/h langsamer gefahren, wäre nicht über den Stein gefahren und nicht vom Fahrrad gestürzt!” entkräftigen, das ist doch etwas albern, denn auf dieser Basis könnte man so ziemlich jedes Argument aushebeln. Das ist dann nicht nur anekdotische Argumentation, sondern Argumentation auf Basis einer nicht nachzuprüfenden, da rein hypothetischen Anekdote.

      Ich gehe mal davon aus, dass es Zahlen darüber gibt, welche Verletzungen bei Fahrradunfällen häufig sind, und es möglich ist, diese Unfälle in Simulationen nachzubilden. Interessant wäre zum Beispiel eine Statistik, die besagt, bei wie viel Prozent der Fahrradunfälle ohne Helm die Leute einen schweren Schaden davontrugen oder sogar starben und bei viel Prozent der Fahrradunfälle mit Helm dies der Fall war.

      Mir ist es eigentlich pupsegal, ob Menschen einen Helm tragen oder nicht, ich sehe auch nach wie vor nicht den Helmzwang via Peer Pressure. Zumindest in Köln sehe ich nach wie vor deutlich mehr Menschen ohne als mit Helm fahren, da scheint es also keine große Bewegung zu geben und in Essen ist Fahrradfahren eh ein Spießrutenlauf, ob mit oder ohne Helm. Helmpflicht halte ich für albern, genau aus den Gründen, die Holgi auch nennt.

    5. Henning

      Eigentlich will ich mich auch nicht in diese Diskussion einmischen, aber ich kann einfach nicht anders. Finde es im Grunde genommen zu amüsant zu lesen, um zu schreiben. Trotzdem meine Gedanken dazu:
      Aus dem verlinkten Artikel wird mit nicht ganz klar, ob von einer maximalen Erhöhung der Risikobereitschaft um 30% (“up to” in der Überschrift) oder von einer durchschnittlichen Erhöhung des Risikos (“on average”), wie im Fließtext beschrieben, die Rede ist. Solang ich die Studie selbst nicht gelesen habe, würde ich mich da nicht unbedingt drauf verlassen. Anderswo hab ich durchschnittlich gefunden, aber bei Journalisten und Statistik weiß man ja nie. Sollte ersteres der Fall sein, so darf Henry Marsh auch sagen, dass ihm sein Helm zu 100% das Leben gerettet hat. Und wenn wir bei Einzelfällen sind, gleiche ich die Studie mal mit meinem (subjektiv wahrgenommenem) Verhalten ab: Seit meiner Kindheit bin ich fast immer mit Helm gefahren und wenn ich ohne Helm gefahren bin, so bin ich bisher nicht auf die Idee gekommen vorsichtiger zu sein. Ich fände es mal interessant, ob die Versuchsteilnehmer vorher schon Helmträger waren oder nicht. Ich schätze mal nach einer gewissen Zeit fährt man durch Gewöhnung genauso riskant wie ohne Helm. Aber das gibt der Artikel nicht her und nach der Studie selbst bin ich noch am Suchen.
      Zum anderen Teil des Artikels: Holgi, du berufst dich ja gerne auf Zahlen. Wenn man sich mal die Daten zu Fahrradunfällen anschaut, dann stellt man fest, dass mehr als 70 Prozent der Fahrradunfälle nicht mal gemeldet werden, hauptsächlich weil nur der Fahrradfahrer alleine beteiligt ist . Von den gemeldeten finden wiederum ca. 70% mit Beteiligung von Autos statt. [1] Wie viele davon wiederum beim Überholen der Autos passieren, dazu finde ich auf die Schnelle nicht mal Quellen. Und von den überholten Radfahrern haben durchschnittlich 15% Helme auf. [2] Der Effekt des “Näher Überholens wegen des Helmes” dürfte bei weit unter einem Prozent der Unfälle eine Rolle spielen. Demgegenüber “könnte” der Helm bei allen Formen von Unfällen helfen. Aber um derart niedrige Prozentbereiche muss man meiner Meinung nach nicht diskutieren.
      Ob man einen Fahrradhelm trägt oder nicht sollte doch lieber jedem selbst überlassen sein. Ich trage jedenfalls einen. Wegen der Sicherheit? Nö. Da er so eine vorstehendes “Plastikteil” hat, das man vor die Augen in den Fahrtwind stellen kann, ist er bei Regen, Schnee, Insekten und blendender Sonne ganz nützlich und ganz vielleicht hilft er ja doch einmal. Sind für mich genug Argumente pro Helm, zumal ich nicht kein richtiges Contraargument gehört hab. Außer das einem manchmal “Menschen hinterherblicken, als hätte man nicht mehr alle Tassen im Schrank.”
      Wesentlich wichtiger als Helmplicht oder nicht, empfinde ich ein Bewusstsein bei (meist) Autofahrern (aber auch anderen Verkehrsteilnehmern) zu schaffen, dass es noch andere Menschen auf der Straße gibt.

      P.S: Hast du zufällig eine Statistik, wie viele Kommentarschreiber sich beim Ausrechnen des Captchas vertuen? Wär mir grade fast passiert. Würde mich mal interessieren…

      Quellen:
      [1] http://www.nationaler-radverkehrsplan.de/transferstelle/downloads/for-a-06.pdf
      [2] http://www.bast.de/DE/Presse/2014/presse-14-2014.html

    6. Christian

      Genau das hab ich auch gedacht. Holgi vs. Fahradhelme Istrien bisschen wie ne Chemtraildebatte 🙂

    7. Jens

      Einmannstatistiken: Ja, es gibt Fälle, in denen der Helm Menschen das Leben gerettet hat. Es gibt aber auch den umgekehrten Fall, in dem ein Sturz erst durch den Helm tödlich endete.

      Disclaimer: Ich fahre im Sommer mit Helm, im Winter mit dicker Mütze.

  8. Martin

    Zum Thema “Rassenwahrnehmung” fällt mir eine schöne Anekdote ein:

    Bei den Dreharbeiten zu “Babylon 5” gab es immer jede Menge Statisten, die Narn und Centauri (verschiedene Alien-Rassen) spielten. Irgendwann fiel dem Produzenten auf, dass in der Mittagspause die noch ganz oder teils kostümierten Statisten immer ‘rassenweise’ Grüppchen bildeten, also an einem Tisch saßen die Narn, am anderen aßen die Centauri. Unabhängig davon, wer da eigentlich unter der Maske steckte.

    Dann machte er spaßeshalber mal ein Experiment und sagte der Maske: “Hey, der Typ da drüben, der letzte Wochen immer ‘nen Narn gespielt hat… der ist ab morgen früh Centauri.”
    Ergebnis: Am ersten Tag setzte er sich noch zu seinen alten Narn-Kumpels, aber schon am nächsten Tag wechselte er auch zum Centauri-Tisch rüber weil es anscheinend irgendwie ‘awkward’ war.

    Keine Ahnung ob sich daraus ein Erkenntnisgewinn ziehen lässt, aber interessant finde ich das Phänomen allemal.

    (Konnte gerade leider keine Quelle googlen… hatte ich das aus nem Buch oder DVD-Bonusmaterial oder so? Keine Ahnung.)

    Antworten
  9. Bigdaddyjohn

    Holgi ist wirklich auf einer Mission sowohl gegen Fahrradhelme als auch gegen Autos 😀

    Zum Thema Fahrradhelme: Das Argumentationsmuster von dir ist schon arg weit hergeholt, Holgi. Nach deiner Logik sind eigentlich sämtliche Sicherheitsmaßnahmen unnötig, da ihr schützender Effekt von einem riskanteren Verhalten kompensiert wird. Da kann man dann auch fragen: Wozu airbags, ABS, etc. Nach der gleichen Logik führen die nur zu einer riskanteren Fahrweise.

    Nein nein, bei solchen Überlegungen muss schon das Prinzip ceteris paribus gelten. Zumal ich die Logik, dass die Autofahrer sich gegenüber Fahrradfahrern mit Helmen riskanter verhalten für fehlerhaft halte. Entstehen nicht viele Unfälle, gerade weil man die anderen Verkehrsteilnehmer ÜBERSIEHT?

    Zum Thema Auto. Bin mal als Student eine Zeitlang zwischen Pforzheim und Karlsruhe gependelt. Es war kein Spaß. Sicher, in Großstädten wie Berlin oder so mag das alles funktionieren, aber außerhalb ist man einfach extrem an die Fahrpläne geknechtet, die unregelmäßiger nicht sein können und das führt zu sich immer weiter addierenden Wartezeiten und Unflexibilität.

    Ich bin im übrigen froh, dass wir so viele Straßen und so viel Platz für Autos haben. Wenn in 10-15 Jahren die Autos nämlich autonom fahren, werden Züge und Straßenbahn obsolet und man kann auch das traurige Kapital Bahn abschließen.

    Antworten
    1. holgi Artikelautor

      Das ist nicht meine Logik, sondern Daten, die zeigen, dass dort, wo Helme getragen werden, Autofahrer dichter an Radlern vorbeifahren, Radler riskanter fahren und dass es in Ländern mit Helmpflicht mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt. Warum ich das unter den gleichen Bedingungen betrachten soll, wie Airbags oder ABS, verstehe ich nicht, denn das sind völlig andere Sicherungsmaßnahmen in völlig anderen Verkehrssituationen mit völlig anderen Verkehrsmitteln.

      Ich bin auch nicht auf einer Mission gegen Helme, das soll jeder halten, wie es seine Angst von ihm verlangt, sondern gegen Leute, die behaupten, keinen Helm zu tragen sei prizipiell falsch (und daraus dann auch noch eine Helmpflicht ableiten wollen). Außerdem bin ich nicht auf einer Mission gegen Autos, sondern gegen Leute, die behaupten, auf ein Auto angewiesen zu sein, tatsächlich aber nur nicht eingestehen, dass es ihnen eigentlich bloß um Komfort geht.

    2. Anne

      Seit wann haben wir in Deutschland viel Platz für Autos? Da müssen wir in grob unterschiedlichen Regionen unterwegs sein, denn ich nehme das genaue Gegenteil wahr.

      Das Argument mit den autonomen Autos verstehe ich auch nicht. Der Sinn von Zügen und Straßenbahnen ist es, möglichst viele Menschen möglichst effizient von A nach B zu transportieren. Das hält unter anderen die Straßen freier. Wenn alle Menschen, die morgens mit mir in der Bahn pendeln alleine oder zu zweit im Auto säßen, sähe es hier auf den Straßen noch düsterer aus als es ohnehin schon aussieht. Wie das mit autonomen Autos besser sein soll, ist mir schleierhaft.

    3. holgi Artikelautor

      Würden wir Autofahrern keine Zersiedelungsprämien in Form von Kilometergeld zahlen, würden sie vermutlich gar nicht erst dort siedeln, wo man auf ein Auto angewiesen ist 😉

    4. Anne

      Ich glaube ja, manche Menschen wohnen einfach lieber nicht mitten in der Stadt. Ich bin ja auch ein Stadtmensch und kann das nur bedingt nachvollziehen, aber die Präferenzen sind da wohl unterschiedlich. Vieles wird aber auch mit schlechter Anbindung kaputt gemacht. Ich habe mir mal einen Job in Velbert angeguckt, 80.000 Einwohner, also gar nicht mal so klein, 20 Minuten mit dem Auto von meiner Wohnung. Allerdings wurde irgendwann mal der Bahnhof in Velbert selber abgeschafft, man kommt mit der S-Bahn nur noch in die Außenbezirke oder fährt halt mit dem Bus. Auch da wieder 45 Minuten im Bus gesessen mit einmal umsteigen. Ich hab dann u.a. deswegen den Job nicht genommen, weil es für mich Grundvoraussetzung ist, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren zu können. Und wie gesagt, es betrifft nicht nur das Land, sondern auch eher klamme Kommunen, die anfangen, im ÖPNV zu sparen.

      Die Annahme, dass man alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen kann, trifft sich recht leicht, wenn man z.B. in Berlin, Köln oder Frankfurt wohnt, in anderen Städten sieht es aber oft nicht so top aus. Es geht da auch oft ohne Auto, aber es wird einem echt auch schnell leidig gemacht.

      Ich bin mir auch nicht sicher, ob wir wollen, dass alle Leute nur noch in der Stadt wohnen, wo der Wohnraum schon jetzt für viele nicht mehr finanzierbar ist.

    5. holgi Artikelautor

      Man muss ja nicht mitten in der Stadt wohnen, um wenigstens weitestgehend auf ein Auto verzichten zu können. Angenommen, es gäbe kein Kilometergeld (und obendrauf noch Eigenheimförderung damals) und nix, vermute ich, dass die Menschen beginnen würden, zu siedeln, wo der ÖPNV hinreichend funktioniert und dadurch eine Nachfrage nach mehr ÖPNV auslösen. Vermute ich! 😉

    6. Bigdaddyjohn

      @Holgi: Altbewährtes Problem von Korrelation und Kausalität.

      Wer sagt dir, dass die Radfahrer nicht deswegen vermehrt dort Helme tragen, gerade weil die Autofahrer wenig Rücksicht auf die Fahrradfahrer nehmen? Und gerade weil die Rücksicht gering ist, fahren auch wenige Fahrrad in diesen Gegenden.

      Deswegen ist mit solchen Daten höchst vorsichtig umzugehen. Genau aus diesem Prinzip braucht man Ceteris Paribus Bedingungen, damit man saubere Rückschlüsse ziehen kann.

      Und doch, natürlich bist du auf einer Mission gegen Fahrradhelme. Es ist ja nicht so, als würdest du dich gegen eine Helmpflicht einsetzen (die ich übrigens auch für dämlich halte), sondern du machst dich eigentlich immer über Leute lustig, die Fahrradhelme tragen (bringt ja eh nix, haben nur Angst, kann man ja gleich seinen Kindern Helme zum Spazierngehen geben). Zumindest kommt das so rüber. Mir ist das eigentlich eh egal, da ich gar kein Fahrrad fahre, aber auf mich als vermeintlich(!) neutrale Partei wirkst du so.

      Bei Autos ist es eigentlich das gleiche. Man hört bei dir eigentlich immer heraus, dass du Autofahren für unsinnig hältst und implizit unterstellst du, dass die meisten die gerne Autos fahren eigentlich nur nicht wüssten, dass sie kein Auto brauchen. Das kommt extrem elitär und arrogant rüber (nach dem Motto die anderen wissen halt nicht, was für sie gut ist).

    7. Anne

      @Holgi Ich weiß nicht, ob das Kilometergeld der Grund ist. Ich bekomm das ja auch, und fahre trotzdem mit der Bahn zur Arbeit, wie sehr viele andere auch.

      Zumal ich auch immer gedacht habe, dass es in Großstädten mit dem ÖPNV schon gut funktioniert, da hat mich das Ruhrgebiet allerdings eines besseren belehrt. Das Stadtzentrum in Essen ist ganz gut erschlossen, darüber hinaus liegt echt viel brach. Wenn ich nicht bis in die Grundfesten überzeugt vom öffentlichen Nahverkehr wäre (und wenn wir nicht zu zweit ein Auto hätten), wäre ich vermutlich schon längst eingeknickt und hätte mir ein eigenes Auto angeschafft.

      Ich glaube hier ja auch an einen Teufelskreis und sehe die Verantwortung bei den Städten und Kommunen. Wenn die dafür sorgen würden, dass die Bahnen verlässlich und auch abends in ordentlicher Taktung fahren würden und wenn man nicht halb Essen eh nur mit Bussen erreichen würde (Busse vermeide ich so gut wie möglich, weil ich da nichts machen kann, weil mir sofort schlecht wird), dann würden vielleicht auch viel mehr Menschen hier mit Bus und Bahn fahren. Aber wenn man nur ein mittelprächtiges Angebot präsentiert, muss man sich auch nicht wundern, wenn es nur so mittelprächtig angenommen wird.

      (Mir war das übrigens auch nicht klar, weil ich mit Köln und Düsseldorf vorher in Städten mit ziemlich guter Erschließung durch ÖPNV gewohnt habe und mir nicht bewusst war, wie viel man im Detail falsch machen kann.)

    8. holgi Artikelautor

      @Anne, weil Du mit der Bahn fahren kannst. Ich würde aber wetten, dass Du diese Überlegung bei der Wohnungssuche etweder gar nicht angestellt hast – oder halt sehr bewusst, weil Du mit der Bahn fahren wolltest. Leute wie dich sind ja schon im Bus. es geht mir um die anderen 😉

    9. Bigdaddyjohn

      Habe mir den Link durchgelesen. Was du unterschlagen hast, ist dass während des Versuchs überhaupt nicht Fahrrad gefahren wird. Simuliert wird da ein Spiel , wo ein Luftballon aufgeblasen wird. Kannst du beweisen, dass die gesteigerte Risikobereitschaft auch beim Fahrradfahren eintritt? Auch die Forscher reden hier bewusst nur im Konjunktiv.

      Das scheint mir Argumentation alles extrem mit der heißen Nadel gestrickt zu sein. Im Laborversuch weiß ich, dass mir mit Helm gar nichts passieren kann. Im Straßenverkehr ist sich der Fahrer der Gefahr bewusst und zieht deswegen unter anderem den Helm auf. Dass er dann automatisch im Straßenverkehr(!) (nicht im Labor) unvorsichtiger wird ist durch den Versuch überhaupt nicht bewiesen.

      Was ist eigentlich damit:
      A study conducted for the Department of Transport in the UK showed helmets could reduce cyclist fatalities by between 10 and 16 per cent.

      Hast du die Studie bewusst unterschlagen, weil sie nicht zu deiner Meinung passt? 😉

    10. Anne

      Ich suche sowohl Wohnort als auch Job u.a. danach aus, wie die Anbindung an den ÖPNV ist, das stimmt schon. Ich finde im Übrigen auch erschreckend, wie viele Menschen, die es sehr wohl könnten, aus reiner Bequemlichkeit mit dem Auto fuhren (ein Kollege fuhr von Höhenberg nach Deutz mit dem Auto und beschwerte sich dann noch über den Verkehr, dafür erntet man von mir nur Kopfschütteln). Man bekommt die Leute aber nur dann in Busse und Bahnen oder aufs Fahrrad, wenn es eine echt Alternative ist, und das ist zwar in Städten wie Berlin und Köln durchaus der Fall, aber in vielen gar nicht mal so kleinen Städten nicht. Mein Einwand besteht lediglich darin, dass ich die Erfahrung gemacht habe, dass das Angebot eben jenseits von den richtigen Großstädten längst nicht so gut ist, wie man vermuten könnte und dass es dann eben oft selbst innerstädtisch nicht um 5 sondern auch mal um 20 Minuten pro Strecke mehr geht inklusive dem Nachteil, dass man sich abhängig vom Fahrplan macht.

      Es kommen aber natürlich noch andere Punkte dazu: Früher hat man sich viel mehr an einen Arbeitgeber gebunden und dann auch einfach da in der Nähe gewohnt, weil man ja wusste, es ist für die nächsten 30 Jahre. Außerdem sind eben vor gar nicht mal so langer Zeit die Frauen nach dem ersten Kind brav zu Hause geblieben, das ist (Gott sei Dank) jetzt auch nicht mehr so. Man musste sich dann aber eben nur nach einem Arbeitsplatz richten, während heute ja die Doppelverdienerehe doch häufiger wird, und dass dann beide einen Job nah am Wohnort finden, ist nicht immer gegeben.

      Vermutlich auch wieder so ein Thema, über das man stundenlang reden kann, deswegen abschließend von mir: Ich sehe das Autoproblem ähnlich. Wir haben eins für zwei Leute, ob wir es *brauchen*, vermag ich gar nicht zu sagen, es geht immer auch ohne, ich finde es aber recht praktisch. Ich empfinde es aber auch als Luxus, ein Auto zu haben, als eine Bequemlichkeit, die wir uns gönnen (können). Im Alltag mache ich aber fast alles, was ich alleine mache, zu Fuß oder mit der Bahn. Deswegen fällt mir auch immer auf, wie viele Menschen glauben, ein Auto für Dinge zu brauchen, die man auch prima mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen könnte, nur weil sie das nicht als Lösungsstrategie kennen.

    11. Bigdaddyjohn

      MMmhh ja zu Genüge.

      Ich sage lediglich, dass die Studie nicht zwangsweise repräsentativ für das Verhalten im Straßenverkehr sein muss. Entscheidend ist ja ob es sich beim Tragen um einen unterbewussten Vorgang hält oder ob die Sicherheit ein bewusstes Thema ist. Trägt man im Labor (ohne erkennbaren Grund) einen Helm hat das einen anderen Einfluss auf das Verhalten, als wenn man sich vor dem Fahrradfahren bewusst einen Helm aufsetzt.

      Unabhängig davon fehlen in dem Versuch Daten über das Langzeitverhalten, welche ja eigentlich entscheidend für eine gesetzliche Regelung sein sollten.

      Das Thema wurde schonmal bei einer Helmpflicht für Motorradhelme untersucht. Dort konnte die tödliche Unfallsrate verringert werden. Auch dort kam es zu kurzfristiger Erhöhung der Risikobereitschaft, die sich aber langfristig angepasst hat.

      http://www.jstor.org/stable/4532082?seq=1#page_scan_tab_contents

      Verschwinden die behavioristischen Effekte langzeitig, bleiben nur noch die positiven Sicherheitseffekte des Helmtragens übrig und die sind in Labortests zweifelsfrei belegt.

    12. holgi Artikelautor

      Ah, uff. Ich hatte schon Sorge, dass ich Modellierung etc. erklären müsste 😀

  10. Torsten

    Zum Thema Zersiedlungsprämie etc.
    Ich selbst bin momentan auch bei der Hausplanung und in 2-3 Monaten dann wohl mitten im Hausbau. Und zwar außerhalb der Stadt (50k Einwohner) und hier hört der ÖPNV mit dem Ortsschild auf. Im geplanten Wohnort fährt etwa dreimal am Tag ein Bus und das war es dann. Bei der Entscheidung für diesen Ort hat das allerdings keine Rolle gespielt, ebensowenig wie das Kilometergeld. Ich möchte vor allem Ruhe und Platz. Beides wäre in Stadtnähe und Einzugsbereich ÖPNV bzw. in annehmbarer Radentfernung nicht zu bekommen oder nicht zu finanzieren.
    Die Reduktion auf “das Kilometergeld lockt” würde ich daher doch als sehr kritisch sehen. Letztlich bindet man sich mit den ländlichen Wohnen auch einen längeren Arbeitsweg ans Bein und für mich ist Zeit dann noch wertvoller als das bisschen Kilometergeld.

    Antworten
    1. holgi Artikelautor

      Nee, dass es lockt, meine ich auch nicht. Es ist vielmehr dermaßen normal, dass die Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort und vom PKW verschiedene Verkehrsmittel zwischen beiden Orten eine so nachrangig geworden sind, dass die Entscheidung, sich irgendwo niederzulassen, praktisch nie von ÖPNV-Infrastruktur abhängig gemacht wird. Ich fand das schon immer rücksichtlos, denn letztlich lassen wir Autofahrer die Gemeinschaft damit noch mehr für unseren Spaß zahlen, als sie das ohnehin schon durch externe Kosten tut, und wünsche mir, dass dieser Umstand wenigstens ehrlich eingeräumt wird.

  11. René

    Es gibt keine evidenzbasierten Nachweise darüber, ob und warum Fahrradhelme einen Nutzen haben sollen. Das schließt nicht nur statistischen Nutzen ein, wegen dessen Abstreitung Holger hier ja gebasht und im Gespräch auch von Florian leicht angegangen wird. Diesen statistischen (tatsächlichen) Nutzen für alle übrigens halte ich nicht gerade für unmaßgeblich. Beim Flugzeugverkehr ist es auch ziemlich sicher, dass ein Absturz tödlich für die Fluggäste verläuft. Müsste sich die Menschheit also auch durch Nichtfliegen davor schützen, per Flugzeugunfall zu sterben? Es geht ja schließlich um den Fall, *wenn* was passiert, und der ist fast immer letal. Tatsächlich ist es zur Risikoabschätzung *immer* wichtig, wie häufig etwas passiert und nicht, was im extremsten Fall passieren könnte. Dass das häufig mit menschlicher Intuition kollidiert, ist ein psychologisches Problem. Das allerdings lässt sich in gewissem Maße mit Vernunft und Mathematik abtrainieren.

    Aber nein, abgesehen davon gibt es auch keinen wirklichen Nachweis dafür, das ein Fahrrad(!)helm auf dem Kopf die Verletzungen bei einem Verkehrsunfall nennenswert mindern könnte, und so logisch wie manche hier (auch Florian) es darstellen, scheint mir die postulierte Schutzwirkung gar nicht. Hier zählt auch wieder nicht menschliche Intuition sondern Physik. Man muss es schlicht gesagt ausprobieren. Und das wird auch getan, bevor ein Fahrradhelm in den Handel kommt. Die Aussagekraft dessen ist fragwürdig. Dazu muss man sich nur mal überlegen, was genau ein Fahrradhelm im vorgeschriebenen Crashtest eigentlich aushalten muss. Wikipedia gibt erste Hilfe.

    Es erscheint fraglich, dass in einem Verkehrsunfall ein Kopf – Helmseite voraus – mit 19,5 km/h (oder weniger) auf die Straße oder gar mit 16,5 km/h (oder weniger) zentral auf eine “dachförmige Kante” prallt. Genau das muss ein Fahrradhelm erfolgreich kompensieren. Obendrein frage ich mich, warum Radfahrer nicht auch Schulter-, Arm-, und Beinschutz gegen die signifikant höhere Gefahr entsprechender Vedrletzungen tragen sollen? Und warum keinen Interalhelm für Autofahrer? Der würde viel mehr Schädelverletzungen tatsächlich(!) verhindern. Aber klar, diejenigen, die den Schutz von Fahrradhelmen mit Skepsis sehen, werden erstmal abgewunken, als würden sie völlig absurdes Zeug reden.

    Und zurück zur Statistik und den Untersuchungen zum Verkehrsverhalten mit oder ohne Fahrradhelme: Man kann natürlich endlos über die “Blödheit” der Menschenmasse herum palavern und sagen: “Ja, aber *wenn* sich alle trotz der Gegenwart von Fahrradhelmen genau so verhalten würden wie ohne, *dann* könntest Du dem Helm ja wohl nicht absprechen, dass er zumindest nicht Schaden würde. Folglich sind die Dinger doch gut und alle, die sich dagegen wehren sind unvernünftig.” (Selbst, ob Fahrradhelme tatsächlich dem Träger nicht schaden können, ist strittig!) Damit konstruiert man sich aber eine Scheinwirklichkeit. Letztlich ausschlaggebend für die *tatsächlichen* Folgen für Helmträger, Nicht-Helmträger, Nicht-mehr-Fahrradfahrer und die gesamte Gesellschaft ist aber, analog zum Flugzeugverkehr, der tatsächliche Zustand der Wirklichkeit und nicht derjenige herbeifantasierte, in dem sich die Menschen anders verhalten würden als die Forschung es belegt.

    Radfahren sollte wie Treppensteigen (bei dem es ebenfalls häufiger Kopfverletzungen gibt als beim Radfahren) etwas “ganz Normales” bleiben, für das man keine vorgeschriebene oder empfohlende Schutzkleidung braucht.

    Antworten
    1. Leonard

      Ich möchte Dir summa sumarum gar nicht widersprechen, aber 15-20 km\h erscheinen mir doch ganz realistische Größenordnungen zu sein? Und wohin soll man sonst stürzen, wenn nicht auf die Erde oder gegen herum stehende Kanten?

  12. Martin

    Skandale, Kriesen, Epedemien, ADAC, Griechen, FIFA und Flüchtlinge schützen die Politik davor, echte Politik zu machen ;-).

    Wenn du jeden Montag gegen Flüchtlinge protestieren musst, hast du keine Zeit mehr für so unwichtige Sachen wie die Zukunft.

    Antworten
  13. David

    Ich höre eigentlich immer, daß Holgi nicht gegen Autos argumentiert, sondern immer nur gegen _eigene_ Autos. Und natürlich argumentiert er immer im Berlin-Kontext und weiß es auch, daß es im Land anders ist, das sagt er doch auch – wieso kommt hier dann jedes Mal der Entrüstungssturm von Leuten, die sich unnötig angesprochen fühlen, und die nicht bestrittene Tatsachen zu erzählen? Oder höre _ich_ Holgi völlig falsch?

    Ich hab da zudem auch für die nächsten 20 Jahre sehr viel Hoffnung, daß die Carsharing-Systeme inklusive Selbstfahrende Autos so zunehmen werden, daß es überall funktioniert. Aktuell stehen die Carsharing-Autos immer nur da, wo sie am meisten gebraucht werden, weil “sonst lohnt sich das ja nicht” – ist schon klar. Wenn man es aber per Knopfdruck zu sich rufen lassen kann, kann dich das auch im Dorf X abholen. Und so spontan braucht man ein Auto nicht, daß man das nicht 30min vorher weiß, und es wie ein “Taxi” bestellen kann. Natürlich nicht zum Taxi-Chauffeur-Supersonderpreis. (oooh neue Arbeitslose…)
    Und der Effekt hinterher ist hoffentlich, daß die Autos von der Straße verschwinden können, wenn sie nicht gebraucht werden. Wer es braucht, kann es rufen – dann kommt es auch in der Stadt aus dem Parkhaus in 300m Entfernung und holt dich an der Haustür ab. Fertig.

    Aus Fotografischer Sicht finde ich oft viele schöne Häuser/Häuserfassaden zb mit Stuckelementen – und das kann man alles nicht fotografieren, weil immer Autos oder häßliche nutzlose Parkverbotsschilder herumstehen müssen. Alles zugespargelt. Versucht das mal in Gedanken, ein Foto eines kompletten Gebäudes zu machen, ohne Häßlichkeiten auf dem Bild. Es geht nur sehr sehr selten. Jaja, die Autos gehören dazu, na klar….
    Das Argument “Wir sehen die Autos gar nicht mehr” finde ich auch genau so. Guckt mal bewußt herum und “fotografiert” in Gedanken.

    Antworten
    1. Jens

      Ich habe auch die Vision, dass autonome Fahrzeuge zu weniger Fahrzeugen und damit weniger Parkplatzbedarf führen werden. Interessanterweise häufen sich in letzter Zeit Berichte über Studien (ich weiß noch nicht, ob es immer die selbe Studie ist), in denen Wissenschaftler sagen, dass autonome Fahrzeuge zu mehr Verkehr führen, da sie vom autonomen Fahrzeug als Familienkutsche und nicht als Taxi ausgehen. Morgens bringt der Wagen Papa zur Arbeit, fährt dann nach Hause, bringt die Kinder zur Schule und dann Mama ins Büro. Mittags werden die Kinder dann zum Sport gefahren. Und die Hälfte der Fahrten sei dann leer und damit mehr Verkehr als heute.

      So, wie die Menschen ihre Autos lieben, fürchte ich wirklich, dass das passieren kann. Das Auto ist halt für viele mehr als ein Transportmittel.

      PS: Arbeitsplätze würde es in den Service- und Wartungsbereichen der Fahrzeugflotten geben.

    2. David

      > Und die Hälfte der Fahrten sei dann leer
      Wenn du jemanden abholen fährst, kannst du den Hinweg auch als eine Leerfahrt buchen. Du sitzt zwar drin, aber die Fahrt ist ja nicht für dich. Und auf dem Rückweg ist auch nur quasi 1 Person im Auto.
      Aber dank Optimierung in Verkehrsleitzentralen denke ich, kann der Wagen aber zwischendurch noch andere Fahrten unterwegs machen, um die Leerfahrten zu optimieren.

    3. Jens

      Wenn das ein privates autonomes Auto sein wird, wie es in diesen Modellen angenommen wird, dann wird das keine Fahrten für andere machen. Erst, wenn wir uns von der Vorstellung des privaten Besitzes eines Autos als Normalfall trennen, haben wir durch autonome Fahrzeuge eine Verbesserung der Verkehrslage.

      In einem Werbefilmchen von Audi zeigen sie ein Auto, das selbsttätig in die Tiefgarage fährt und morgens wieder herauskommt. Klar, Audi kann mit ihrem aktuellen Geschäftsmodell nicht daran interessiert sein, dass Autos nur noch Taxis sind.

      Google entwickelt autonome Fahrzeuge, investiert in Uber und baut einen Dienst für “Mitfahrgelegenheiten” in Konkurrenz zu Uber. Daimler entwickelt autonome Fahrzeuge und hat mit MyTaxi auch schon ein Bein direkt im Taximarkt. Anscheinend gibt es in der Industrie einige, die sich da zumindest Optionen offen halten.

    1. DocDblU

      … ich hab die Tage auf einem Kongress aus dem Munde eines Vertreters eines großen Automobilherstellers gehört, dass er mit Erstaunen feststellen musste, dass bei seinen jungen Mitarbeitern der Führerschein lange nicht mehr selbstverständlich ist …

  14. Sloevi

    Zu den Helmen ist ja schon genug gesagt worden.
    Ein Ansatz, das Problem anders anzugehen, in dem man die Umgebung sicherer gestaltet und freundlicher für Fahrradfahrer und andere, gibt es hier: http://www2.nijmegen.nl/content/1617599/stalling_fietstransferium_onder_doornroosje#
    Die Niederländer bauen riesige Fahrradgaragen, unterirdisch, wo sie niemanden stören, einen Monat kann man dort sein Rad dauerbewacht und kostenlos abstellen, direkt am Bahnhof oder im Stadtzentrum. Das fördert zumindest mein Fahrradfahren ungemein!
    Sowas ist sicher teuer und ich habe leider keine Studie zu den Auswirkungen parat, aber wenn jemand Kontakt zu den Entscheidungsträgern in Deutschland hat: Einfach mal weitersagen, ich bin überzeugt, dass sich die Investition in solche Fahrradgaragen etc. auszahlt.

    Antworten
  15. Torq

    Hallo Holgi!

    Ich bin ein großer Fan Deines Podcasts. In den letzten drei Wochen haben ich alle “Wissenschaft”-Folgen gehört!

    Zu dieser Folge muß ich aber anmerken, daß der Part über die Fahrradhelme leider echt mißlungen ist. Deine Argumentation war in formaler Hinsicht – wie oben schon von einem anderen Hörer beschrieben – eher Kopp-Verlag-mäßig. Viel Emotion, wenig Objektivität. Dogma statt Paradigma. Das kannst Du viel besser;-).

    In der Sache magst Du aber trotzdem richtig liegen – wie der mediale Wegweiser zu den von Dir (zu Recht) geforderten Daten andeutet:

    http://m.spiegel.de/gesundheit/diagnose/a-961657.html

    Grüße!

    Antworten
  16. Foobar

    Ich habe schon eine Weile das gleiche Gefühl wie @Cedric, dass Holgi da ein wenig wie ein “Truther-Verschwörungstheoretiker” klingt. Ich vermute das kommt daher, dass die Diskussion um die Helmpflicht total bekloppt ist und man nicht richtig argumentieren kann sondern nur noch Quatsch erzählt wird. Und wenn mich jemand dazu zwingen möchte einen Helm anzuziehen ohne das ordentlich zu begründen, werde ich auch sauer 🙂 (obwohl ich meistens mit Helm fahre).

    Zu dem Argument “Die Helme sind eh nichts ordentliches” (oder so) kann ich nur sagen, dass man sich auch einen ordentlichen und sicheren Helm kaufen kann. Ich sehe dann zwar aus als hätte ich ein Pilzkopf aber ich bin mir sicher, dass mich mein Helm bei einem Aufprall schützen müsste.

    Antworten
  17. Foobar

    Ich habe schon eine Weile das gleiche Gefühl wie @Cedric, dass Holgi da ein wenig wie ein “Truther-Verschwörungstheoretiker” klingt. Ich vermute das kommt daher, dass die Diskussion um die Helmpflicht total bekloppt ist und man nicht richtig argumentieren kann sondern nur noch Quatsch erzählt wird. Und wenn mich jemand dazu zwingen möchte einen Helm anzuziehen ohne das ordentlich zu begründen, werde ich auch sauer 🙂 (obwohl ich meistens mit Helm fahre).

    Zu dem Argument “Die Helme sind eh nichts ordentliches” (oder so) kann ich nur sagen, dass man sich auch einen ordentlichen und sicheren Helm kaufen kann. Ich sehe dann zwar aus als hätte ich ein Pilzkopf aber ich bin mir sicher, dass mich mein Helm bei einem Aufprall schützen würde.

    Antworten
  18. Oliver

    @ Fahrradhelme
    Die meisten Kopfverletzungen entstehen im Kontext Haushalt. Sollte man da nicht viel mehr über eine generelle Helmpflicht diskutieren, anstatt diese auf Fahrradfahrer zu beschränken? Der Wecker klingelt, ich stehe auf – und bevor´s ins Bad geht, setz ich meinen Helm auf. Unsere Welt wäre ein sicherer Ort.

    Antworten
  19. jens ludwig

    hallo holger,

    was ist eigentlich der unterschied zwischen den “normalen” und dem “orchestralen” intro von der verwendung. bis jetzt hab ich da noch nicht erkannt was wann kommt.

    und: kann man das orchestrale intro als reine instrumental version als klingelton bekommen?

    das klingt echt gut das macht deine podcasts noch hörenswerter 🙂
    mfg jens

    Antworten
  20. RomiGnomi

    Lieber Holgi, falls du es noch nicht kennst… Mit impliziten Assoziationstests kannst du deinen eigenen unterschwelligen Rassismus ganz praktisch selbst überprüfen. Die Idee ist so simpel wie genial: Es wird z.B. geschaut, wie schnell unser Gehirn negative Begriffe mit Schwarzen oder positive Begriffe mit Weißen assoziert, wobei die Reaktionszeit ein Maß dafür ist, wie sehr man Schwarze unterbewusst-automatisch in negativen Kategorien denkt im Vergleich zu Weißen. Neben dem Rassetest gibt es hier auch noch andere interessante Tests, welche die eigenen Vorurteile entlarven: https://implicit.harvard.edu/implicit/germany/selectatest.jsp

    Antworten
  21. Stefan Hartmann

    Obwohl sich scheinbar schon eine starke Diskussion zum Thema Mobilität und Auto ergeben hat würde ich gerne noch auf einen anderen Aspekt eingehen der in meiner Wahrnehmung stark herausgestochen ist.
    Massentierhaltung.
    Seither habe ich den Eindruck gehabt das Holgi dem ganzen Thema eine eigene Meinung auf Basis von Gesprächen die er mit Leuten geführt hat die Ahnung haben.
    Leider habe ich dieses Mal den Eindruck gewonnen das er inzwischen auch „umgekippt“ ist und in das allgemeine angsterfüllte Geschrei der „Massentierhaltungskritiker“ eingefallen ist.
    für ausführliche Argumentationen ist dies die falsche stelle, darum möchte ich nur drei Punkte vorbringen
    1. Ein Zitat von Holgi aus dieser Sendung „Das ist ein fall von Zuviel A macht B, da sollte man gleich Kritsch werden“

    2. Resistenzen können sich nur in Kontakt mit dem Wirkstoff bilden, wenn also Resistenzen gegen Antibiotika auftreten die nur in Krankenhäusern eingesetzt werden, wo haben die sich dann wahrscheinlicher gebildet, im Stall oder im Krankenhaus

    3. Die Bestandsgröße hat nichts mit dem Antibiotika Einsatz zu tun, sondern ausschließlich das Bestandsmanagement, da es viel Billiger ist die Tiere abzuschotten und gesund zu halten als sie mit Antibiotika gegen einen erregerdruck gesund zu halten
    Und noch ein Punkt der eigentlich nicht der Erwähnung wert ist.
    Antibiotika zur Leistungssteigerung sind seit langer Zeit verboten

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  22. gustl

    Ja, wirklich? Immernoch dieses Ding mit den Helmen? Klar müsste man die Ursache angehen aber das hat auch beim Sicherheitsgurt nicht funktioniert. Den musst Du auch anschnallen. Man hätte auch die Geschwindigkeit limitieren können aber ist nicht passiert. Beim Motorradhelm auch nicht. Ich selber mag keinen Helm und trage auch keinen.
    Wir sind in einer Gesellschaft angekommen in der alles möglichst bequem sein soll und wo niemand selber Verantwortung tragen will. Lauter Versicherungen und Regeln, man lässt seine Kinder nichtmehr auf Bäume klettern, … Ich finde das alles nicht gut. Im Grunde ist es die Frage:

    In wieweit muss ich als Staat durch Gesetze die Menschen vor sich selbst schützen. Ist Sicherheitsgurt eigene Entscheidung oder nicht? Wieso nicht? Sollte man das freiwillig machen aber das Auto meldet den Anschnallstatus dann der Krankenversicherung? Wo anders ist das ja so, man darf sich ungesund ernähren und seinen Körper schädigen und niemand schreitet ein, wieso beim Helm?

    Mit den Autos und der Zukunft hoffe ich sehr darauf, dass es irgendwann keine privaten PKWs mehr gibt. Da stellt dann der Staat öffentliche autonome PKWs und die kann man wie ein Taxi nutzen. Da klickt man dann von wo nach wo man fahren will, wieviel Platz man im PKW braucht und wann und dann kommt da das autonoma Fahrzeug, nimmt Dich mit und setzt Dich ab und fährt weiter. Manchmal sitzen andere mit drinnen, manchmal nicht, kan man einstellen wie man will und kostet eben etwas mehr wenn man alleine sein will. Das wäre sooo super!

    Antworten
  23. hajo

    Thema Frauenhofer: Meines Wissens ist die explizit zu dem Zweck Gegründet worden industrielle Forschung zu betreiben. Das sollte bei den anderen Gesellschaften aber sein.

    Antworten
  24. Matthias

    Noch mal kurz zu Fraunhofer, das was Holgi erzählt ist doch genau das Ziel und der Zweck von Fraunhofer. Das wird gerne auch als “Fraunhofer Modell” beworben: Es gibt nur Geld von öffentlicher Hand wenn es auch genug Geld von der Industrie für das entsprechende Projekt gibt.
    Die Idee ist einfach die Lücke zwischen Grundlagenforschung und Industieanwendung zu schließen. Ich kann deshalb die Kritik nicht ganz nachvollziehen, Helmholtz hat eben eine sehr andere Zielsetzung (Grundlagen und Großgeräte) als Fraunhofer (Anwendungsorientierung). Insofern wundert es mich dass dem Freund das nicht klar war: Fraunhofer geht deutlich in Richtung Entwicklung.

    Auch bei der Transparenz finde ich es durchaus ok (also von der Zielsetzung und Arbeitsweise, die Geldverteilung etc. kann ich nicht beurteilen). Fraunhofer wirbt doch ständig damit, dass sie viele Drittmittel einwerben. Der Idealfall und das Ziel nach einem Fraunhofer Projekt ist doch eben, dass der Industriepartner vielleicht noch 2 Jahre selbst weiterentwickelt und dann kommt das Produkt auf den Markt…

    Antworten
  25. Matthias

    Ich traue mich ja schon kaum mehr noch einen Kommentar zu Fahrradhelmen abzugeben … insb. weil ich natürlich auch nur Anekdoten zu bieten habe.
    Dennoch hier meine persönliche Sturzbilanz nach 30.000 km Arbeitsweg auf dem Rad in den letzten 5 Jahren:
    1 Mal seitlich weggerutscht wegen nassen Blättern in einer Kurve
    1 Mal seitlich weggerutscht wegen Eis in einer Kurve
    1 Mal seitlich weggerutscht auf dem nassen Tiefgaragenboden

    Ich bin jeweils auf die Schulter geknallt (verschiedene Seiten) und dabei auch immer kurz mit dem Helm aufgedozt. Die Schulter tut danach weh, der Kopf nicht. Ziemlich sicher wäre nichts lebensbedrohendes dabei gewesen, aber wenn ich mir die Kratzern an Helm und Jacke (1 Mal Totalschaden) anschaue bin ich sehr froh, dass es nicht meine Schläfe war, die das abbekommen hat. Verkehr spielte bei keinem meiner Stürze eine Rolle, ich hab es jedes Mal selbst verbockt.
    Helmpflicht halte ich für Quatsch, aber für mich selbst haben sich die Dinger sehr oft bewährt.

    Antworten
  26. Sabine Gegenschein Frank

    Resistente Keime: es braucht doch keine Gesetze, sondern einfach nur die Haltung, keine Tiere zu essen. Tiere zu essen ist so ziemlich das Dümmste was der Mensch tun kann und IMMER ein völlig hohler Ernährungsumweg…mit massiven Klimafolgeschäden, denn die Tierhaltung ist verantwortlich für den größten Teil des Klimawandels. Also, Holgi, du musst dich nicht aufregen, sondern kannst aktiv dazu beitragen,MIT DEM TELLER ZU REGIEREN. Probiere es, ist ganz einfach. Mit pflanzlichen Grüßen.

    Antworten
    1. Torsten

      Und gegen die Ansteckung mit STI hilft es keinen Sex zu haben … Das würde übrigens auch das Problem mit dem Fleisch essen auf lange Sicht lösen.
      Aber mal ernsthaft. Ich halte diese Argumentation für etwas verquer. Natürlich braucht man keine Gesetze, wenn jeder sein Verhalten ändern würde. Aber leider funktioniert die Welt nicht so.

      Was mich aber abseits dieses Argumentes interessierren würde ist, warum du Fleisch essen für das Dümmste hältst was ein Mensch tun kann. Urteilst du in gleicher Weise über Hunde, Katzen, Schweine, …? Letztlich ist der Mensch ein Allesfresser, d.h. er isst beides, Fleisch und Pflanzen. Ich würde evtl. mit dir mitgehen, wenn es dir um die gezielte Fleischproduktion ginge. Ein gutes Jagdgesetz wäre dann der richtige Weg.

  27. Horst Punk

    Der “other race effect” wird im Deutschen üblicherweise “anderer Ethnien-Effekt” genannt. Das ist semantisch aber nicht wirklich sinnvoll, da eine Ethnie sich nicht am Aussehen festmacht (ein Schwarzer, der in Bayern geboren wurde ist ethnisch ein Bayer). Richtiger wäre beispielsweise von “morphologischen Gruppen” zu sprechen. Daraus ergäbe sich dann der etwas sperrige Begriff “andere morphologische Gruppen-Effekt”.

    Antworten

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