WR640 Specific Point Of View On Things

 

Reklame: Alexandras nächste Lesung: Am 26. April 2017 in der Garderobe der Stadtteilbücherei Ratingen-West (oder so). Kommt alle \o/

Außerdem: Lebensmittelverschwendung – Dystopische Science Fiction – Buchtipps*: EM Forster „Die Maschine steht still„, Neal Stephenson „Diamond Age„, „Snow Crash“ – Trinkgeld – Slam Poetry (Video) – Berufswünsche – Manspreading – Ordnung – Beziehungsbeendung – Steve Jobs – Geldnamen – Pinocchio – Buchlieferung – Dresche – Kommentare – Das Y – Blogs – Podcasts – Bielefeld – Authentizität – Kinopreise – Hilfsbereitschaft – Schlussverkauf – Wahrheit – Schlimme Mixtapes – Motivation – Reste – Obligatorische Höflichkeitsfrage

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Gegen Ende kligt’s etwas dumpf. Da war was kaputt.

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60 Gedanken zu „WR640 Specific Point Of View On Things

    1. Bommel und die Bömmelchens

      Der Laber-Podcast „Aethervox Ehrenfeld“ ist auch sehr hörenswert.

  1. Tim

    Hallo zusammen,

    gem. Paragraph 3 Nr. 41 Einkommensteuergesetz sind „Trinkgelder, die anlässlich einer Arbeitsleistung dem Arbeitnehmer von Dritten freiwillig und ohne dass ein Rechtsanspruch auf sie besteht, zusätzlich zu dem Betrag gegeben werden, der für diese Arbeitsleistung zu zahlen ist;“ sind steuerfrei.
    Da es sowohl bei Holger als auch bei Alexandra an der Eigenschaft „Arbeitnehmer“ in dem Zusammenhang Podcasting fehlt, sind die Zahlungen an euch steuerpflichtig.

    Aber die gemeinsamen Podcasts sind ja eh Gesellschaften des bürgerlichen Rechts und müssten in einer gesonderten Erklärung an das Finanzamt gemeldet werden.
    Aber das nur zur Info.

    Grüße vom Finanzamt

    Antworten
    1. Sven

      Huhu zusammen,
      lieber Tim,

      da wäre vorher noch eine Hürde zu nehmen. Der Vorgang muss überhaupt der Einkommensbesteuerung unterliegen. Dafür ist es erforderlich, dass „Einkunftserzielungsabsicht“ besteht. Insbesondere Nischenpodcasts werden da nicht reinkommen, da die Technik und der Betrieb regelmäßig teurer sind als die Summe der „Einnahmen“. Eine Betätigung, die nie zu Gewinnen führt mag der Finanzminister nicht gerne von den gewinnträchtigen Tätigkeiten abgezogen sehen, weil bei geringerer Summe der Einkünfte ja auch weniger Steuer rauskommt. Das Steuerrecht nennt das dann z.B. „Liebhaberei“ – allerdings ohne jeden erotischen Bezug. Bei unseren beiden Spitzenverdienern hier kommt das aber eher nicht zum Tragen.

      Ansonsten würde ich dem Tim so erstmal zustimmen.

      Fachlich interessant wäre ja dann noch die Frage, ob die GbR wirklich die einzige Lösung ist; da könnte man gestalten…

      Bisher nichts gelesen habe ich zur Frage der Umsatzsteuerpflicht. Wie macht der Tim das denn auf dem Finanzamt? Im ersten Aufschlag würde ich erstmal fehlender Leistungsaustausch behaupten…

      Naja jedenfalls schöne Folge. Ich höre Euch zwei immer gerne reden und habe schon gespannt auf die „Wrintheit“ gewartet. Ich werd´ mal was in den Hut werfen und sage hiermit, dass das keine Gegenleistung für die Produktion dieses letzten Podcasts ist!!!

      Grüße von der Steuerfront

    2. Marc

      Es liegt bei Holgi klar eine Einkommenserzielungsabsicht mit seinen Podcasts vor. Er hat selbst mehrfach betont, dass sie sein zweites Standbein seien. Ein steuerlich unbeachtliches Hobby liegt aufgrund der Regelmässigkeit und der Tatsache, dass er dieselbe Dienstleistung auch gegen Bezahlung erbringt nicht vor.
      Somit ist Holgi selbständig Erwerbstätiger und es kommen die dortigen Regeln zur Einkommensbestimmung für die Einkommenssteuer- und Sozialversicherungen zur Anwendung.
      Insofern hat der fiskalistische Kollege im Ergebnis recht, irrt aber in der Besteuerungsgrundlage 😉
      Bei Alexandra liesse sich eher noch die Argumentation mit der Liebhaberei rechtfertigen, da sie Schriftstellerin ist und mit ihren Podcasts keine Gewinne macht.

    3. Daniel

      Hallo Holgi,

      wir haben uns über die Frage der Besteuerung von deinen Podcast Einnahmen tatsächlich schon vor vier Jahren unterhalten. Aber klar, dass man sowas langweiliges auch vergessen kann.

      Wie weiter oben von Tim schon ausgeführt, handelt es sich aus Sicht der Steuer bei euren Einnahmen schon mal nicht um Trinkgelder. Das gibt es nur für Arbeitnehmer. Also muss z.B. auch der Gastwirt, wenn er beim selber bedienen Trinkgeld bekommt, dieses normal als Einnahme versteuern.

      Das was ihr bekommt, ist daher in jedem Fall eine richtige Einnahme, die auch besteuert wird, wenn sie denn unter eine der Einnahmen fällt, die man hier in Deutschland so besteuert. Ist zwar kaum vorzustellen, aber theoretisch könnte es ja durch das Gitter des Gesetzgebers gefallen sein.

      Der einzig spannende Bereich ist dabei die gewerbliche oder freiberufliche Tätigkeit. Sowohl bei Holgi als auch bei Alexandra ist die gegeben. Bei Holgi eindeutig, da er auch Podcasts auf Auftrag erstellt und die anderen Podcast da einfach eine Erweiterung des Geschäfts sind. Bei Alexandra würde ich aus Sicht des Finanzamt mit der Tätigkeit als Schriftstellerin argumentieren. Sie kann über diese Werbemaßnahme zumindest ihre Reichweite erhöhen.

      Für alle Fälle, bei denen das nicht so eindeutig ist, wird es dann doch noch mal spannend. Ich gebe zu mich seit meines Studiums nicht mehr intensiv mit der aktuellen Rechtsprechung zu dem Thema befasst zu haben, aber ich bezweifel, dass sich etwas geändert hat.

      Das was ihr macht muss Selbständig (macht ihr von euch aus, check), Nachhaltig (macht ihr regelmäßig, check), mit der Absicht Gewinn zu erzielen (Holgi sagte was von sich lohnen sollen, check) und dann vor allem unter Teilnahme des Wirtschaftsverkehrs sein. Und hier ist der Knackpunkt, an dem man in zwei Richtungen argumentieren kann.

      Damit man am Wirtschaftsverkehr teilnimmt, muss man auf einen Leistungsaustausch abzielen. Und da ihr eure Leistung vollkommen endgeldfrei abgebt, wird es undeutlich. Ihr bietet zwar die Möglichkeit was über Flattr oder Paypal etc. zu zahlen, aber niemand muss.

      Man könnte es also mit einem Straßenmusikanten vergleichen, der seine Leistung auch einfach in den Raum hinaus brüllt und niemand ihm was geben muss, aber in den Hut werfen kann. In diesem Fall hat der Europäische Gerichtshof tatsächlich entschieden, dass kein Leistungsaustausch vorliegt und der Musiker wäre dann nicht gewerblich tätig und seine Einnahme würde unter keine Einkommensart fallen.

      Das ist dann aber schon eine verwegene Argumentation. Das Finanzamt wird dann dagegen argumentieren, dass es ja doch eine direkte Verbindung zwischen euch und eurem „Kunden“ gibt, da er willentlich den Podcast gestartet hat. Es wird argumentieren, dass eure Leistung regelmäßig gegen Endgeld erbracht wird und daher natürlich von beiden Seiten eine vertragliche Beziehung angenommen und eingegangen wird. In diesem Fall hat der Bundesfinanzhof nämlich mal geurteilt, dass dann doch ein Leistungsaustausch vorliegt, auch wenn der Leistende nie um Geld gebeten hat, es aber doch nimmt.

      Stellt sich also heraus, dass man seine Einnahmen aus dem Podcasten versteuern muss, wenn es denn so viel ist, dass am Ende tatsächlich was zum Leben übrig bleibt. Mit ein paar Cent Gewinn oder ausschließlich Verlusten, also einem Hobby, würde ich mich da ganz fein zurück halten. Da kann man sich schön auf die „Liebhaberei“ von Sven berufen.

      Viele Grüße,

      Daniel

  2. Nina

    Ich muss mal pessimistisch reingrätschen:
    „Ich wünschte du wärst meine Lehrerin“ sagen die Kinder aber auch nur so lange, wie du ihnen keine Hausaufgaben und Noten geben musst.
    Auch macht der Umgang mit den Kindern weniger Spaß, wenn du nicht das machen kannst, was du gern machst – deine Bücher vorstellen – sondern einem Lehrplan folgen musst.
    Plus: Inklusion, die in der Grundschule ganz stark gefordert, aber so gut wie nicht gefördert wird.
    Nur so als Wermutstropfen 😉

    Antworten
    1. Alexandra

      Oh ja, das kann ich mir vorstellen!!!! Und auch, dass irgendwann der Idealismus flöten geht. Danke für die Korrektur meiner Traumsicht auf die Dinge! :°)

    2. calm

      Hallo Alexandra!

      Und noch ’ne Korrektur 😉
      bei deinen Lesungen sind garantiert nur Kinder, die in dieser Situation interessiert sind.
      Im normalen Unterricht hast du noch diese uninteressierten „Alltagsterroristen“, die halt uninteressiert, schlecht erzogen sind oder an Aufmerksamkeitsdefiziten leiden.

    3. Anne

      Wenn das ganze von Schulen selber organisiert wird, dann wird sicherlich auch einfach mal die ganze Klasse hingeschleppt. Sowas machen die ja durchaus auch als Veranstaltung.

      Ich weiß jetzt nicht, wie es bei Alexandras Lesungen organisiert war, aber es ist nicht ausgeschlossen, dass man es in so einem Rahmen durchaus mit allen Kindern einer Klasse zu tun hat und nicht nur mit den ohnehin interessierten.

    4. Michael

      Ich muss Alexandra leider ebenso ihren Traum etwas schlecht reden. Denn ich kenne mittlerweile zwei Beispiele, in denen sehr ambitionierte und junge Frauen, das „Ich wünschte, du wärst meine Lehrerin“ in die Realität umsetzen und dabei – naja, nicht enttäuschende – aber sehr ernüchternde Erfahrungen machten.

      Denn es die Liebe und Zuneigung von Grundschülern hängt stark davon ab, in welchem Kontext sie eine „Lehrkraft“ kennenlernen und erleben. Einmalige Lesungen sind ein Ausbruch aus der langweiligen Norm des Schulalltags und damit sehr positiv konnotiert. Entsprechend sind sie eben sehr schnell beim „Wir wünschten, du wärst …“ oder „Wir mögen dich, bleib doch“. Aber gehört diese Person dann plötzlich zum Tagesrhythmus, gibt die Hausaufgaben auf und nervt mit normalen Aufgaben, dann verfliegt das schnell.

      Das ist ganz ähnlich wie mit dem Kumpel, mit dem man gerne in die Kneipe geht, der aber als Arbeitskollege einfach grässlich ist.

    5. Patrick

      Sorry, aber was sind das denn für Antworten?

      Sicherlich sieht der Lehrerberuf im Alltag anders aus und leider zwingen die Lehrpläne und Schulstrukturen engagierte Leute gerne und schnell in die Knie, aber es ist dann doch immer auch an den Lehrern selbst die Inhalte so aufzuarbeiten und zu vermitteln, dass sie Begeisterung bei den Kindern wecken. Und nur weil ein Lehrer Hausaufgaben aufgibt, verliert er dadurch nicht seine Sympathiepunkte – das ist Käse. Auch hier kommt es auf die Aufgaben an. Da ist dann halt die Kreativität der Lehrer gefordert. Mit den vorgedruckten Aufgabenheften kommt man tatsächlich nicht weit.

      Es werden leider zu viele Menschen Lehrer, die Kinder mögen, aber nicht lehren können. Die die es können, werden aber nur selten Lehrer an der Grundschule. Vielleicht würde sich das ändern, wenn die Bezahlung angemessener wäre für diese Phase.

  3. Phil

    super Sendung! (wie immer!)
    Aber ging das nur mir so, oder fällt Holgi diesmal extrem ins Wort?Vor allem während der letzten Stunde habt ihr teilweise so sehr aneinander- bzw ineinander geredet, dass es schon fast wirkte, als seien Eure Tonspuren irgendwie verschoben. Aber hab die Folge dennoch genossen!

    LG Phil

    Antworten
    1. Alexandra

      Ich bin mir zu 100% sicher, dass während der letzten 5 Minuten die Tonspuren tatsächlich verschoben sind.
      Mein „Tschüß“ z.B. erklingt mitten im Outro, also ein paar Sekunden zu spät. Es ist furchtbar.

    2. holgi Artikelautor

      Jau, da war ich mit der Maus ausgerutscht 😀

      Sollte aber mittlerweile repariert sein.

    3. wommel

      problem besteht leider immernoch
      der webserver spuckt auch als änderungsdatum der datei noch „Wed, 21 Dec 2016 10:49:17 GMT“ aus

  4. Clemens

    Gerade ESL-Milch verfiel mir dermaßen oft vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum und so mancher Morgenkaffee wurde mir dadurch optisch unmerkbar versäuert, dass ich mittlerweile ausschließlich die beiden Sorten konventioneller, pasteurisierter Vollmilch konsumiere, die ich hierzulande (AT) noch bekommen kann. Traurig, bei dieser Fülle an Molkereiprodukten in den Kühltheken …

    Antworten
  5. Seb

    @Alexandra:

    Meinst du das Projekt, von dem du schon im September 2014 (habe extra im Kalender nachgeschaut!) nach deiner Lesung gesprochen hast? (Stichwort: „Pimmel an die Wand gemalt“)

    Antworten
  6. Friederike

    Also ich höre auch sehr lange Podcast Formate immer von Anfang bis Ende aufmerksam. Nicht unbedingt am Stück aber immer aufmerksam. Ich kann Gelaber im Background gar nicht ab. Ich spule auch zurück wenn ich was nicht mitbekommen hab 😀 Deswegen kann ich auch beim Podcast hören auf gar keinen Fall einschlafen (Ausnahme: Der Märchengarten). Für den Hintergrund habe ich dann eher Instrumentale Musik auf den Kopfhörern. Die Punkte „Freund im Ohr“ und Orientierung beschreiben glaube ich schon ganz gut die Gründe dafür, die Wrintheit zu hören.

    Antworten
  7. dermattin

    Mein Trick zur Vermeidung von zu viel Futtern:
    Beim Kochen die Zutaten schnell mal abwiegen. Man ist erstaunt, wie gering die Mengen sein müssen (zB 50 Gramm Reis + 125 Gramm Fleisch + Gemüse reichen völlig), um Satt zu werden und wie wenig das dann aussieht.

    Antworten
    1. der claus

      In meinem Vanillekipferl-Rezept ist auch Zucker die kleinste Zutat.
      Man nehme vier Primzahlen – 7:5:3:2 – und verarbeite in dieser Massenreihenfolge Mehl, Butter, Haselnussmehl und Zucker zu einem Teig. Göttlich!

  8. der claus

    Das ganze zu Hörnchen formen, mit etwas Abstand auf die Blech zu bringen (die wachsen unglaublich während des Backvorgangs!) und sie danach sachte, sachte herauszunehmen und in Puderzucker und gefühlt unendlich vielen ausgekratzten Vanilleschoten zu wälzen, versteht sich von selbst.

    DANKE, Holgi und Alex, für die neue Wrintheit! Beinahe plagten mich schon Entzugssymptome!

    Antworten
  9. David

    Ich höre Podcasts auch aufmerksam, und wenn ich nicht die Konzentration aufbringen kann, auch mal gar nicht, sondern Musik – die ist dann nicht anstrengend. 😉
    Trotzdem mag ich 4h-Podcasts sehr, denn sie haben auch den Platz für die nötige Tiefe.
    Das Gehetze und Zusammenschmelzen auf 30min/10min/5min im TV oder auch Radio hasse ich mehr und mehr, weil ich es so gar nicht mehr gewohnt bin.

    Bezüglich Wahrheit gab es letztens ein ganz passendes Bild:
    http://en.webfail.com/d60e28cecf0?tag=image

    Antworten
  10. Milhouse

    #Familienmitglied ist Anfang des Monats schon pleite/kommt mit ALG II nicht aus

    Insbesondere Holgis Antworten zeigen, wie sehr dieses Stigma „Hartz IV“ auch bei reflektierten und intelligenten Menschen seine Wirkung zeigt. Der Druck des JC reicht scheinbar nicht. Es braucht nach der Aussage also noch zusätzlichen Druck aus der Familie. Tja, da war ich echt sprachlos.

    Antworten
    1. Tim

      Wenn man nicht lernt seinen Lebensstandard zu senken (so habe ich das Problem, das Holgi beschrieben hat aufgenommen) reicht der Druck vom JC nicht aus. Das stimmt.

      Ich glaube nicht, dass es etwas mit dem Stigma zu tun hat.
      Meiner Meinung muss man in dieser Situation „Verzicht lernen“.
      Von einem Jobgehalt auf Hartz 4 zu fallen, kommt leider nicht sofort in jedem Kopf an. Da kann Unterstützung (Druck) von der Familie schon helfen.

    2. holgi Artikelautor

      Mit Stigma hat das tatsächlich nichts zu tun. Es ist halt unsinnig, jemanden dauerhaft zu unterstützen, der keine Anstalten macht, sich irgendwie selbst zu helfen – ob das auf Hartz4 überhaupt möglich ist, kann ich allerdings nicht beurteilen.

    3. Stefan

      Hartz IV ist zur Überbrückung, und war eigentlich nicht als Dauerlösung gedacht. Als Überbrückung ist es heftig, da der Übergang von „normales Gehalt“ zu „oh, jetzt sinds noch 404 Euro“ relativ heftig ist. Das geht dann eine Weile lang gut, zumindest solang das vorhandene Mobiliar inkl. technischer Geräte noch zusammenhält. Aber wenn es dann Jahre werden? Irgendwann ist dann Schluss mit „lustig“.
      Ich oute mich mal als ein „Solcher“, diese Ekelhaften, elenden Nichtsnutze, zu Doof zu allem und intelektuell auf dem Niveau einer Klobürste. Kenne ich alles. Genug selbst runtergemacht, Danke.
      Nur ein Beispiel von Vielen:
      Ich hatte vor ein paar Jahren Probleme mit einem Zahn. Nachdem ich tagelang Schmerzen hatte und ich mich zum Zahnarzt quälte, meinte die Ärztin, der Zahn müsse raus, puhlte die alte Füllung raus und setzte ein Provisorium. Danach gings wieder schmerzfrei, machmal mit leichten Entzündungen, aber ging. 2 Jahre lang. dann fingen tägliche Schmerzen an und zwar so, dass ich nicht mehr kauen konnte. Also zum Arzt. Ermahnung abgeholt, Zahn muss jetzt raus, hilft alles nix, hätte schon längst passieren müssen. Mit Panik also Termin gemacht, hingegangen, Zahn wurde gezogen. Danach gabs einen Zettel in die Hand: Bei Schmerzen bitte Pillen Sowieso, zum Spülen bitte Lösung Sowieso kaufen, wegen Verhinderung von Entzündungen. Die Betäubung ließ nach, die Schmerzen kamen. Aber Schmerzabletten? Konnte ich mir nicht leisten. Das Mittel zum Spülen? Preis gesehen, ging nicht. Zu der Zeit hatte ich auch schon recht heftig Husten, den habe ich übrigens immer noch. Der Hustensaft, der mir hilft, die große Flasche kostet etwas über 16 Euro. Kann ich mir nicht leisten. Alleine für Medis hätte ich letzten Monat gut 80 Euro ausgeben müssen. Aber von was, wenn das Geld nicht einmal für den ÖPNV reicht?
      Ich leiste mir nichts mehr, ich habe alles gekündigt, was ich kündigen konnte. Oh verzeiht, ich habe Internet und ich habe Netflix. Stimmt. Keine weiteren Abonnements, kein Handy. Das, was alle Menschen so normalerweise tun, tu ich nicht. Ich rauche nicht, ich trinke nicht, ich gehe nicht aus. Ich sitze zu Hause. Die 404 Euro, die ich habe, gehen für Essen & Trinken drauf, für Fixkosten wie Strom, Telefon mit Internetzugang und Kabelfernsehen. Strom kostet sowieso viel mehr als der Regelsatz vorsieht. Und jährlich wird die Miete erhöht. Ich habe Angst. Angst, dass ich eines Tages aufgefordert werde, hier auszuziehen. Schön ist es hier nicht. Aber ich habe Platz. Dafür muss ich ertragen, dass Besoffene um 2 Uhr morgens sturmklingeln, der Nachbar bis 1 Uhr Tekknomusik hört und mein Klopfen ignoriert, nachts permanent Polenböller Alarmanlagen von Autos aktivieren oder um 3 Uhr morgens Menschen auf den Straßen gröhlen und neuerdings hier die Polizei durchs Haus stürmt, weil irgendein rassistisches *pieep* Nazisymbole an die Flüchtlingswohnung unter mir malt und dagegen tritt.
      Ich habe Angst, dass mich dieses verf*** Jobcenter in irgendeine frustrierende Sinnlosmaßnahme steckt, die mir nichts bringt, sondern nur deren Statistiken bereinigt. Davon habe ich nichts. Alleine der Gedanke daran macht mich krank. Ich schlafe schlecht, schon seit Jahren.
      Meine Wohnung ist zwar noch ganz gut ausgestattet, ich hatte ja mal verdient. Die Couch ist aber durch, 15 Jahre alt. Der Teppich? Der macht mir Angst, irgendwann wird der lebendig und greift mich an. Aber wie soll ich den ersetzen? Handwerker habe ich angefragt, beim Preis einmal gegrinst und dankend abgelehnt. Das sind notwendige Arbeiten, aber von mir nicht durchführbar, während die Kleidung immer mehr zerreisst und zerschlissen ist, ich einen erneuten Winter mit 4 Jahre alten Turnschuhen hoffe, dass es nicht schneit und wir kein Eis haben (bei dem ich mich vor 2 Jahren zweimal heftig aufs Maul gepackt habe, weil ausgerutscht). Assi? Nein. Sehe ich nicht so, ich habe Erziehung genossen. Mich will halt nur keiner, ich mich inzwischen selbst auch nicht mehr. Und Familie? Die ist tot und der Rest der Verwandtschaft schafft es nicht einmal mehr zum Pflichtanruf zu Geburtstagen oder Weihnachten. Hoffentlich kommt morgen was im Fernsehen, sonst zieh ich mir halt ne BluRay rein. Denn irgendein Klischee muss ich wenigstens erfüllen können.

    4. holgi Artikelautor

      Stefan, ich rede ja gerne von „visionärer Kraft“, die man braucht, um sich zunächst selbst aus der einen in die andere Situation zu denken, bevor man seine Situation tatsächlich auch verändern kann. Du liest dich, als hättest Du diese Kraft – woran liegt es, dass Du da nicht raus kommst? Oder bilde ich mir ein, dass es leichter ist, als es wirklich ist?

    5. Stefan

      Jetzt versuche ich gefühlt zum 5. Mal darauf eine Antwort zu geben und bin mir immer wieder unschlüssig, ob ich diese Antwort in dieser Form absenden soll. Vielleicht versuche ich es, mich knapp zu fassen.
      Ich habe häufig versucht, mich in eine andere Situation zu versetzen, zu „lesen“, wie ich meine Situation vielleicht verbessern oder anders darstellen kann, so dass ich attraktiver wirke. Doch letzten Endes sind es immer Dritte, die dem Ganzen dann einen Strich durch die Rechnung machen. Meine bisherigen Bestrebungen waren allesamt zum Scheitern verurteilt. Teilweise mag es vielleicht auch sein, dass ich mir selbst ein Bein stelle, fehlerfrei bin ich keineswegs, zudem gesundheitlich doch gut sichtbar eingeschränkt.
      Wobei, ganz so mies kann es nicht sein, denn ich betreibe nebenbei seit 10 Jahren eine Selbständigkeit. Diese reicht nicht zum Lebensunterhalt, das ist richtig, aber pleite gegangen bin ich auch nicht, sondern ziehe permanent kleine Gewinne aus der Tätigkeit trotz aller Widrigkeiten. Bewerbungen waren seit eh und je nicht von Erfolg gekrönt (und werden sie auch nie). Die Perspektiven sind eher düster, Altersarmut ist faktisch gesetzt, denn mit gut 40 mit nichts auf dem Konto (weder Renten-, noch Bank- oder Sparkonten) wird sich an der Stelle nichts mehr ergeben. Mit 65 oder 67, so ich das erlebe, wird man mich in die Grundsicherung abschieben und das wars.

      Man nannte mich einst einen „bedauerlichen Einzelfall“, „bei dem man nicht wisse, wie man diesem helfen soll, da er durch alle Raster fällt“. Selbst das Jobcenter hatte mich vor Jahren aufgegeben und vor kurzem scheinbar „neu entdeckt“, ich sei „gut vermittelbar“. Aber auch nur deswegen, weil man meine Selbständigkeit bis zur Aufgabe torpedieren möchte. Vermittelbar? Ich habe die überschwänglichen Visionen meiner Sachbearbeiterin immer noch im Kopf, die mich sogleich mit Vermittlungsvorschlägen bombardierte und „Ideen“ hatte. Die sind dann allesamt binnen kurzer Zeit wie eine Seifenblase zerploppt und auch sie merkte, dass dieses schier unmöglich zu bändigende Potential doch eher eine Illussion ist. Meine Bewerbungen gefielen ihr übrigens sehr. Seitdem herrscht Funkstille, vermutlich bis sie mir eine „Maßnahme“ vorschlägt. Wordkurs für Anfänger oder mit Lamas Gassi gehen. Wer weiß das schon? Oder 9 Monate „Bewerbertraining“, weil im Budget dafür noch Ressourcen frei sind. Und davor habe ich Angst, da der Nutzen gleich Null ist, der Frust aber exponentiell zunimmt, wenn man eben, so wie ich, nicht zu den ganz Doofen gehört.

      Vielleicht hilft hier eine Metapher, die mir gerade so durch den Kopf geistert. Man nehme ein altes, klappriges Fahrrad. Das kann man mit frischer Farbe vielleicht etwas aufwerten, aber dennoch bleibt es ein altes Fahrrad. Es gibt wenige Liebhaber alter Fahrräder und diese werden in einer von Konsum durchtränkten Gesellschaft eher weniger. Denn neue Fahrräder sind viel billiger, haben neuere und bessere Technik verbaut. Das alte Fahrrad technisch aufzuwerten ist möglich, aber teuer. Das machen nur wenige Liebhaber. Ich bin so ein altes Fahrrad. Und mit mir gut 8 Millionen Menschen alleine in Deutschland, die prekär oder gar nicht beschäftigt sind. Oder vielleicht doch nur ein sturer Esel…

    6. Michael

      Ich hatte lange eine ähnliche Einstellung wie @Holgi und sprach von „Ambitionen“ und „Kraft“, die es nur bräuchte, sich aus Hartz4 herauszukämpfen. Jedenfalls bis von mir sehr geschätzte Bekannte in diese Situation kamen. Beide sind gut gebildet, waren sehr motiviert, haben Pläne gehabt, sind aber wieder und wieder an Umständen und dem JobCentern gescheitert. Sie wurden von Schulung zu Schulung geschickt, wurden abgestraft, weil sie lieber einen echten Job statt einer Maßnahme annahmen (so surreal das auch sein mag), wurden gekündigt, da der Arbeitgeber nur die Unterstützung des Amts einstreichen wollte etc.pp. Nach einem Jahr waren sie derart entmutigt und frustriert und kaum noch als die Person wiederzuerkennen, die sie einst waren. Denn sie konnten nicht mehr an Kunst- noch Kultur- oder Gesellschaftsveranstaltungen teilnehmen, verloren die Kontakte, die nötig waren, um an die Jobs zu kommen, die sie eigentlich verdient hätten. Sie verließen aus Scham kaum noch das Haus und separierten sich zunehmend von ihrem einstigen Umfeld.

      Das hat sie kaputt gemacht. Daran ist auch eine der Freundschaften zerbrochen.

      Letztlich stellte sich bei einem der Bekannten dieser „typische“ Hartz4-Habitus ein; diese „Leck mich am Arsch“-Einstellung, die Richard David Precht mal so gut erklärt hat.

      https://www.youtube.com/watch?v=MTbuVld8zFQ

      Ich denke, tatsächlich dass @Holgi hier, wie auch einst ich, einen sehr naiven Blick auf die Situation eines Hartz4-Empfängers hat – und vor allem die psychischen und physische Zerstörungskraft, die diese mit sich bringt. Mittlerweile bin ich der Überzeugung, dass Hartz4 und nicht die Menschen das Problem sind und wir einen gewissen Teil unserer Bevölkerung stützen müssen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

    7. Tarifkenner

      MIchael schreibt: “ Mittlerweile bin ich der Überzeugung, dass Hartz4 und nicht die Menschen das Problem sind und wir einen gewissen Teil unserer Bevölkerung stützen müssen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.“
      Aber tut Arbeitslosengeld II nicht genau das, nämlich Menschen ohne Gegenleistung zu unterstützen? Dass sich der Hilfsbedürftige um eine Erwerbstätigkeit BEMÜHT, ist ja bei Licht betrachtet solange keine Gegenleistung an die Gesellschaft, solange die Bemühungen erfolglos bleiben. Alleinstehende, die jahrelang überhaupt nicht mehr arbeiten, hatten übrigens vor „Hartz IV“ nicht entscheidend mehr als jetzt.

      Was ich Alg-II-Empfängern mit guter Bildung empfehlen würde: Nachhilfe geben oder auch Deutsch für Flüchtlinge. Auf dem Markt herrscht große Nachfrage.

  11. Ein komplett neuer Martin

    Aloha,
    ich bin
    a.) beeindruckt ob der Tatsache, dass Holgi das Prinzip der „Berliner Mischung“ so gut findet. Die Idee einer Umgebung vieler sozialer Schichten zu haben klingt einerseits interessant, andererseits würde ich es jedenfalls nicht aushalten neben irgendwelchen Klischee-Assis leben zu müssen. Soll nicht heißen, dass alle sozial schwächeren Menschen asozial sind, aber die „Gefahr“ wäre da.
    b.) fast schon enttäuscht wie positiv Alexandra und Holgi dem Poetry Slam gegenüber stehen. Mir kommt das Ganze so unfassbar fremdschämig vor, wie die ganzen „Poeten“ ihre vermeintlich bedeutungsschwangeren Lebensweisheiten in irgendwelche Worthülsen pressen und sich gegenseitig dafür feiern, dass sie doch so tiefsinnig seien.

    Antworten
    1. holgi Artikelautor

      Einige meiner Wohnungen (man ist früher oft umgezogen in Berlin) waren in solcherleich Mischhäusern, inklusive Klischee-Asos. Ich habe die These, dass diese Leute durch die Verschiedenartigkeit der Bewohner gut eingehegt werden, weil sie letztlich intergriert werden. So richtig schlimm habe ich immer nur Häuser erlebt, in denen die in der Überzahl waren.

  12. Tobi

    Also ich höre mir die Podcasts immer aufmerksam an. Dabei kann ich gut abschalten (aber nicht einschlafen) und es bringt mir weitere Inputs und andere Ansichten zu verschiedensten Themen. Da bilde ich mir ein, dass es mir tatsächlich den Horizont erweitert.

    Antworten
  13. Philipp

    Zum Thema Kinder Schlagen muss ich euch leider widersprechen. Schläge führen zu Verhaltensänderung bei Kindern, sogar sehr effektiv. Das ist gerade das gefährliche.

    Ähnlich wie Holgi beim Thema Drogen immer sagt: „Drogen machen Spaß, aber es geht immer in die Hose“, sollte man beim Thema Gewalt gegen Kinder nicht unterschlagen dass sie, zumindest oberflächlich, funktioniert aber der Preis unglaublich hoch ist und die schlimmen Folgen erst viel später sichtbar werden.

    Antworten
    1. holgi Artikelautor

      Aber dann muss man schon kontinuierlich Gewalt anwenden, damit sich das Verhalten ändert (und dann ändert es sich letztlich ja auch nicht unbedingt im Sinne des Gewalttätigen, sondern zu Ungunsten Dritter).

    2. Stefan

      Lieber Holgi,
      das kommt wohl auf den Einzelfall an.
      Ich wurde als Kind von einem Sadisten als Stiefvater vor allem psychisch misshandelt, aber auch gelegentlich physisch, so richtig mit Gürtel und so. Wenn ich zurück an diese Zeit denke, sind diese Ereignisse bis heute eingebrannt in meinem Kopf. Ich kann bis heute, 30 Jahre später, diese Situationen wiedergeben. Das führte letztlich dazu, dass ich komplett verschlossen war, mich niemandem mehr anvertraute. Ich habe alles in mich hinein gefressen, dachte im Kindesalter sehr häufig an Selbstmord, habe dies auch niedergeschrieben, diese Schriften versteckt und niemandem gezeigt. Ob sie je jemand fand? Ich weiß es nicht. Ich kam dann ins Heim, weil ich der „Problemfall“ war, dort fühlte ich mich erst recht falsch verstanden. Es war einfach niemand da, dem ich vertraute. Wöchentlich gab es Gespräche mit einem Psychologen. Spieltherapie. Meist beschränkt auf Spiel, denn gesagt habe ich dort nie etwas. Ein hoch auf den Amiga, den sie dort hatten. Erzählt hätte ich eh nichts.
      Es gab ein Mann, bei dem ich mich immer wohl fühlte. Ein etwas älterer Herr, der leitete dort die Werkstatt, in der wir Kinder wöchentlich Termine bekommen konnten. Dort fühlte ich mich geborgen und ich konnte mich verstecken und ein wenig basteln. Aber sonst? Ich bin bei jeder Kleinigkeit regelrecht ausgerastet, konnte aber die Wut nie in Worten ausdrücken. Letztlich litt darunter meist die Zimmertüre, die immer wieder knallte. Verletzt oder angegriffen habe ich nie jemanden.
      Niemand hat je davon erfahren, was mir mein Stiefvater angetan hat. Aber ich weiß, dass er Angst vor mir hat. Und er weiß, sollten wir uns je begegnen, dann wird das für ihn ein sehr böses Ende nehmen. Ich brauche dafür keinen Staat, der sowieso nicht hilft. Diese Begegnung, das weiß ich selbst auch, wird jedoch nie stattfinden. Denn er wohnt fast 800 Kilometer von meinem Wohnort entfernt. Einmal wären wir uns fast begegnet, als ich zu Besuch bei meiner Familie war. Er ist weggerannt, noch bevor ich ihn sehen konnte.

      Ich habe so reagiert, also kann ich nur für mich sprechen. Andere reagieren anders.
      Ein Klassenkamerad aus meiner Kindheit hat den Schritt gewagt, den ich als Kind nicht gewagt habe. Auch er wurde misshandelt, wie wir Kinder am Ende mitbekamen, denn es gab sehr wohl andere Kinder, die davon wussten. Die Eltern haben Zigaretten an ihm ausgedrückt, ihn geschlagen, getreten und gedemütigt. Sonst wusste wohl keiner davon. Er wurde erhängt aufgefunden und wurde keine 12 Jahre alt. Auch das hat sich in meinem Kopf festgesetzt, als es in der Schule eine Trauerminute gab. Er war genauso alt wie ich damals. Ich kannte den Jungen nicht, er war aus einer Parallelklasse. Aber wenn ich über ihn bzw. die Situation nachdenke, habe ich Tränen in den Augen. Ich kenne dieses Leid.

      Wieder andere kompensieren das mit Gewalt gegenüber ihrer Umwelt und geben die Misshandlungen praktisch weiter. Mir würde das nie in den Sinn kommen. Ich könnte kein Kind schlagen. Niemals. Kontinuierliche Gewalt ist hierfür gar nicht notwendig, alleine die Tatsache, dass sie jederzeit geschehen kann, reicht aus. Wobei ich glaube, dass kontinuierliche Gewalt Kinder irgendwann abstumpfen lässt. Die Konsequenzen daraus sind verheerend.

    3. holgi Artikelautor

      Jau, sowas meinte ich mit unerwünschter Verhaltensänderung. Die Leute, die Gewalt auf ihre Kinder ausüben, beabsichtigten ja was ganz anderes als was hinterher dabei rauskommt.

  14. Udo

    Wie schon viele vor mir – auch ich höre „Laberpodcasts“ immer konzentriert und in den allermeisten Fällen auch bis zum Ende (wenn auch zum Teil in Stücken – dem Arbeitsweg geschuldet).

    Antworten
  15. Haik

    Dito. Ich höre auch die langen „Laberpodcasts“ komplett und konzentriert an, auch wenn es mich nicht besonders interessiert. Gerede als Hintergrund stört mich eher und ich war erstaunt als Holgi erzählte, daß „die meisten“ das so benutzen.

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    1. Alexandra

      Ich möchte hinzufügen, dass ich nur Einsendungen MIT ADRESSE berücksichtig habe und darunter nur die, die bis 15:00 eingetroffen sind (wegen Briefkastenleerung). Allerdings werde ich unter allen Losern noch ein Extra-Exemplar auslosen, das dann jedoch nicht mehr bis Weihnachten kommt, ist klar. 🙂

      Love und frohes Fest!
      Alexandra

  16. Willy Failla

    Hi Alexandra, hi Holgi,

    Ich höre gerade deine die Folge und eines deiner letzten Statements ist genau wie ich mich motiviere:

    „Was du hast mehr? Dann machen wir noch weiter!“

    Frohes Fest und einen guten Rutsch an euch beide!

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  17. Angelika

    Hallo Alexandra, hallo Holgi,

    In Österreich wird Trinkgeld versteuert und unterliegt der Sozialversicherung. So gibt es zB in der Gastronomie Trinkgeldpauschalen die dem Einkommen hinzugerechnet und in Folge besteuert werden.

    Liebe Grüße aus der Lohnverrechnung in Österreich

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  18. Yves

    Man kann ohne Lehramtstudium Grundschulehrer_in werden. Wenn man sich in Berlin so um hört, macht das auch 30% der neuen Lehrer in Berlin aus. Vorraussetzung ist ein Hochschulabschluss mit zwei Fächern (oder irgendwas was sich so auslegen lässt), die in entsprechende Schulfächer passen. Das Referendariat macht man dann berufsbegleitetend (heiß 20 Unterrichtsstunden). Ich bin mir allerdings nicht so sicher ob das nicht super anstrengend ist.

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  19. ROBERT :)

    Hallo Holgi,

    kleiner Trick um das vergessen von Namen:

    Wenn Du jemandem begegnest dessen Namen du nicht mehr weißt, frag ihn :
    „Wie war nochmal dein/ihr Name?“
    Wenn er jetzt antwortet: „Meier“, sagst Du sofort: “ ja, weiß ich, aber der Vorname?“

    Das funktioniert natürlich auch wenn Dein gegenüber mit seinem Vornamen antwortet 🙂

    Hat mir schon ab und an aus peinlichen Situationen geholfen.

    Vielen Dank und ein frohes neues Jahr!

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  20. Anna

    Danke, dass ihr das Unbehagen, das mich jedes Mal wieder am Leipziger HBF überfällt, so treffend in Worte gefasst habt. Was den Rest der Stadt angeht: Ja, der Altbau ist toll und bezahlbar, aber sobald es um Jobs geht, sieht es leider verdammt düster aus (nicht umsonst war Leipzig lange Deutschlands Armutshauptstadt). Außerdem werdet ihr als Wessis im Zweifelsfall immer das Problem haben, hier permanent mit eurer vermeintlichen Großkotzigkeit anzuecken (die im Rest von Deutschland einfach als normaler bis großzügiger Lebensstil angesehen würde).

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  21. Dirk Moebius

    Hi Alexandra,

    vielen, vielen Dank fuer Deinen Buchtip „Die Maschine steht still“ – ich habe es VERSCHLUNGEN.
    Dieses Zu-Hause-Sitzen, einander Folgen und Lken, dieses Betreiben von Afterwissenschaft und Vermeiden von Kontakt mit der Realitaet – und das alles vor hundert Jahren gesehen…
    Aber ich fand mich bei der Beschreibung der, ja, degenerierten, laufunfaehigen Menschen auch an diese Filmszene aus Wall-E erinnert:
    https://www.youtube.com/watch?v=ohcwksrvDOg

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  22. stefen

    Hi Alexandra, hi Holgi,

    ich meine mich an eine Frage zu erinnern: „Warum hören sich die Leute solche langen Podcastsendungen an?“

    Hier mal ein paar Gründe, warum ich mir euer „Gelaber“ anhöre.

    Ich lebe recht zurückgezogen und habe ein eingeschränktes soziales Leben, eher wenig Kontakte. Gute Freunde leben hunderte Kilometer weit entfernt. Das ist jetzt kein Gejammer, dass ich so einsam wäre, nur eine Hintergrundinfo.

    Jedenfalls habe ich nicht immer dann Kontakt mit anderen Menschen, wenn ich gerne welchen hätte. Ich gehe gerne und oft spazieren und höre fast immer dabei irgendein „Gelaber“ auf meinem Player. Das können Radiosendungen sein, diverse Podcasts, Vorträge, Vorlesungen, Hörbücher, Features, Essais, alles mögliche.

    Die Sendungen mit Dir und Alexandra sind für mich gute Unterhaltung. Wenn ich euch zuhöre, habe ich das Gefühl, quasi dabei zu sein. Gerade die Tatsache, dass ihr unfertige Gedanken aussprecht und sie dann laut weiterdenkt, und das nicht mit einem Bierernst, gefällt mir. Ich denke manchmal über die von euch aufgeworfenen Fragen nach, manchmal höre ich nur zu, und das gibt mir das Gefühl in angenehmer Gesellschaft zu sein.

    Was mir gefällt, ist die extreme Breite der Themen. Es ist kein dummes, sondern intelligentes Gelaber. Ihr bringt ernste Themen, lockere Themen, es gibt Kultur, Persönliches, Alltägliches, Spezielles, Politisches, Soziales, der Vielfalt sind kaum Grenzen gesetzt. Dazu kommt, dass sich meine und eure Interessen oft überschneiden, genauso wie die Nichtinteressen. (Mir ist es total egal, welche Fußballmanschaft wann gegen wen gewonnen oder verloren hat)

    Ich kann das Hören jederzeit unterbrechen und drei Tage später da weiterhören, wo ich aufgehört habe. Im Vergleich zu Radiosendungen finde ich diese langen Podcasts sehr angenehm, ich spüre eine Freiheit, da es als Zeit- und Themenbegrenzung nur eure Lust und Energie gibt, sonst nichts.

    Wenn ich mit euch unterwegs auf meinen Spaziergängen bin, dann bin ich in guter Gesellschaft.

    Danke dafür und weiter so.

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  23. Marco

    Einmal zum Thema Wohnen und Leben in Hamburg. Wenn ich mal das Zitat von Holgers Bekannten heranziehen darf: „Es ist schön hier, aber alt werden willst du hier auch nicht.“ mit der Begründung, „in Hamburg gibt es die gleichen Assis wie überall, aber hier haben sie auch noch Geld.“ Da würden mir spontan ein paar Stadtteile einfallen, wo das sicherlich so ist *hust* Eppendorf *hust* Winterhude *räusper* … gibt auch noch andere.
    Ich weiß nicht, mit welcher Erwartung die Bekannten von Holger nach Hamburg gezogen sind und vielleicht ist Hamburg wirklich nicht die Stadt, welche ihnen taugt, was ihr gutes Recht ist. Ich wohne jetzt seit 6 Jahren mitten in Hamburg (wortwörtlich mitten. Der Michel ist 300m von mir entfernt und ohne das Gruner und Jahr-Gebäude hätte ich Elbblick) und ich fühle mich hier unglaublich wohl und könnte es mir nicht besser vorstellen. Hier kreuzen keine reichen Assis meinen Weg, höchstens verirrte Touristen, welche sich wundern, warum neben ihrem 4-Sterne-Hotel eine Obdachlosenunterkunft für den Winter steht.
    Andererseits treibe ich mich gerne zu Fuß in der Stadt rum, wandere von meiner Arbeit in der City Nord nach Hause oder fahre zufällig eine Bahnstation an und versuche meinen Weg von dort nach Hause zu finden. (Das sollte jeder mal machen, so lernt man seine Stadt kennen). Bei solchen Exkursionen ist mir über die Jahre klar geworden, dass es die Stadt an sich gar nicht gibt. Jeder Stadtteil, jeder Block sieht anders aus und fühlt sich anders an. Manchmal sind die benachbarten Blocks so ähnlich, manchmal aber auch gar nicht.
    Was ich damit sagen will ist, dass es auch in Hamburg sicher sehr darauf ankommt, wo man wohnt um diese Stadt zu empfinden. Dazu kommt noch, dass Hamburg im Vergleich zu anderen deutschen Städten eine sehr große Fläche im Verhältnis zur Einwohnerzahl hat, so dass sich auch die Reichenviertel über das ganze Stadtgebiet verteilen und sich in die eher bürgerlichen Stadtteile einbetten. Hamburger Mischung ist zwar n Kaffee, aber ich denke, man könnte es so nennen.

    Wenn Holgi es sich nochmal mit Hamburg überlegen sollte würde ich ihm empfehlen, eine Wohnung in Ottensen zu suchen. Der Fernbahnhof Altona wird in den nächsten Jahren nach Diebsteich verlegt und der Rangierbahnhof wird aufgelöst um neuen Wohnraum zu schaffen. Außerdem bietet Ottensen ein sehr aktives, multikulturelles Publikum und eine große Vielfalt an wirklich guten Restaurants und Bars und Nightlife. Während auf St. Pauli oder der Schanze ständig so eine aggressive Grundstimmung in der Luft liegt ist es dort wirklich entspannt.

    Tschuldigung, als ich den Text gerade schrieb, hab ich schon n paar Bier intus. Dennoch war es mir wichtig diese Lanze zu brechen.

    mit aller besten Grüßen,
    Marco

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  24. Tine

    Schöne Folge, die ich leider jetzt erst gehört habe…
    Zum Thema sich etwas beibringen/Motivation/Disziplin:
    Ich habe mir schon sehr viel selbst beigebracht, unter anderem meinen Beruf. Ich denke manchen Menschen liegt das autodidaktisch lernen mehr, eigenes Tempo, eigene Schwerpunktsetzung, warum auch immer, aber es gibt eben auch Menschen, die Druck von aussen brauchen.
    Um etwas anzufangen, muss man einfach anfangen. Klingt blöd aber wenn man Ukulele spielen lernen möchte nimmt man das Ding in die Hand und klimpert rum, jetzt, nicht Morgen, Übermorgen oder am Wochenende, jetzt. Fünf Minuten sind genug und dafür ist auch Zeit, wenn man eigentlich grad arbeitet. Um dran zu bleiben, wenn man keine Disziplin hat, hilft es, sich was einzureden, man sagt sich und am besten seinen Freunden nicht, man versucht Ukulele zu lernen, nein, man spielt Ukulele. Selbstdefinition. Selbstsuggestion hilft auch ungemein, dabei gezwungen lächeln und sich sagen, dass es Spass macht, andere anlügen und sagen, dass es Spass macht. Irgendwann (meiner Erfahrung nach geht das schnell) ist das Lächeln nicht mehr gezwungen und der Spass nicht mehr gelogen und dann will man und es läuft von allein. So hab ich mit 50kg und nichtmal 160cm aus mir eine Gewichtheberin gemacht, so hab ich löten gelernt, bin zum Läufer geworden, zum Yogini und lerne gerade Schlösser knacken. Macht einfach, anfangen, nicht drüber nachdenken.

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