WR643 Weihnachtswissenschaft 2016

 

Darin: Büro für Weihnachtslieder (Twelve Days of Christmas) – Video: Gauss Christmath Special – Video: Knoblauch mit den Füßen schmecken – Video: KI singt WeihnachtsliedSozialer KunstgemschmackGeschenkeformelDie Zahl des JahresWichtigste Entdeckungen 2016 – Soziale Stellung beeinflusst AppetitEinfache PersönlichkeitsfeststellungAffenspracheSoziale leben längerBetrüger merkt man sichGesellschaftliche Kosten und Kinder – Podcasts: Probably Science (Folge zur Drogenpolitik), Die Stadt und das Gras (feed, iTunes) – Philosophisches Radio (mp3) – RosenkohlWeihnachtsinsel (Krabben) – Weihnachtsinsel (Scheiße) – Guano Islands Act – Video: Alle Menschen san ma zwiederWeihnachtsbeleuchtungVernuddelte KabelNaturgeschichte einer Kerze (Volltext) – A Note on the Area Requirement of Euclidean Greedy Embeddings of Christmas Cactus Graphs

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22 Gedanken zu „WR643 Weihnachtswissenschaft 2016

  1. Mokkel

    Mal eine Frage an Florian. Wird es deine Spektrum-Texte über die Formeln, irgendwann mal gesammelt geben? Z. B. als Sonderheft o. Ä. Mir fehlen einige Texte und es ist mir zu mühsam, die alle zusammen zusammeln.

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  2. nico

    Moin,
    Zu dem Cactus graph: Graphentheorie ist eigentlich sehr einfach und anschaulich, es werden aber sehr viele Begriffe benutzt die zwar in den Umgangssprache vorkommen, aber hier eine andere, klar definierte Bedeutung haben die man daher kennen muss. zb „simple cycle“.
    Ich kenne die ganzen Begriffe nur auf englisch, daher bleibe ich beim Englischen (und druecke mich nicht maximal praezise aus).
    Ein graph ist eine Kombination aus Knoten (vertices/nodes) und Verbindungen (edges). Das kann man auf einem Blatt Papier zeichnen als Punkte und Linien. Wie Florian schon sagt, ist ein cactus graph ein graph mit besonderen Eigenschaften, naemlich dass beliebige zwei simple cycles nur eine vertex gemeinsam haben. (Ein cycle ist wie man sich denken kann ein geschlossener Pfad durch vertices and nodes. Ein simple cycle hat ausserdem die Eigenschaft, dass der Pfad durch keine vertex zweimal geht. Wenn man also einen graph in der Form einer „8“ hat, dann besteht der aus zwei simple cycles die in der Mitte eine vertex gemeinsam haben.)
    Ein Christmas cactus graph ist ein cactus graph mit den zusaetzlichen Eigenschaften, dass er verbunden (connected) ist und eine vertex nicht zu mehr als zwei blocks gehoeren kann. (verbunden heisst, dass beliebige zwei vertices durch einen Pfad verbunden sind. Ein block ist ein verbundener Teil eines graphs von dem man eine beliebige vertex entfernen koennte ohne, dass der Rest des block disconnected wuerde. (Eine „8“ zb, besteht aus zwei blocks, denn wenn man in der Mitte eine vertex entfernte wuerde der Rest in zwei Teile zerfallen.) ) Ein cactus graph koennte also etwas wie ein Kleeblatt (oder eine „8“ mit drei Ohren) enthalten aber ein Christmas cactus graph nicht, denn die vertex in der Mitte waere Teil von drei Bloecken.
    Die Namen kommen wahrscheinlich daher, dass der cactus graph ein wenig wie ein Kaktus aussieht und man den Christmas cactus graph so wie einen WEihnachtsbaum zeichnen kann. Graphentheoretiker sind fantasievoll, es gibt auch trees und forests.
    Soweit zum graph. Ein Euclidean embedding ist ganz schlicht eine Art und Weise den Graph in Form von Punkten und Linien auf ein Blatt Papier zu zeichnen. Also, jedem Punkt xy-Koordinaten zu geben. Ein greedy embedding hat zusaetzlich die Eigenschaft, dass um von einer vertex entlang des graphs zu einer anderen vertex zu gehen man nie ueber eine vertex gehen muss die (in absoluten Distanzen) weiter vom Ziel entfernt ist als die vorige.
    Das paper beruft sich nun auf einen Beweis, dass man Christmas cactus graphs immer dergestallt zeichnen kann, und beschaeftigt sich mit der Frage wieviel Platz man im schlimmsten Fall auf dem Papier braucht. Sie kommen zum Ergebnis, dass der Platzbedarf im schlimmsten Fall exponentiell mit der Groesse des graphs waechst … das kann man wohl als enttaeuschendes Ergebnis bezeichnen.
    cheers, Nico

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  3. Stefan

    Frohe Weihnachten und Servus.
    Bitte, bitte, bitte Machtbefugnisse Zahlenspecial wobei Holger die Zahl grafmäßig ansagt. Ich selbst habe den tieferen Sinn Graf=Count erst mit Mitte 30 verstanden ( und mich mehr als eine Woche nicht eingekriegt)
    Zu dem Thema Rosenkohl. Wenn beim anbraten noch etwas Bacon dazu kommt und ein/zwei Minuten vor dem servieren noch eine Handvoll Cranberries in die Pfanne gegeben werden essen es sogar die Kinder.
    So, jetzt schnell die Füße aus den Tüten, die Gattin sucht schon den Knoblauch

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  4. Peter

    Ha ha … schon zu meiner Schulzeit (also vor über einem viertel Jahrhundert) gab es die „Urban Legend“, dass, wenn man sich die Fußsohle mit Knoblauch einreibt, danach aus dem Mund zu riechen beginnt. Dank WRINT weiß ich jetzt, dass es die reine Wahrheit ist, inkl. wissenschaftlichen Background 😀

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  5. Mina

    Soziale Stellung und Essen:
    Ich hab mir vorstellt, dass man einfach einen Mangel fühlt, wenn man denkt, dass viele andere höher sozial gestellt sind und dadurch sich mehr vom Essen nimmt.
    Bei den Höhergestellten wär es dann so, dass die das Gefühl bekommen „Das ist nur Essen. Das brauch ich jetzt nicht nehmen, weil ich es (oder viel besseres Futter) zu jedem anderen Zeitpunkt mir selbst besorgen kann.“

    Hmm, es passt nicht dazu, dass wir in einer Überflussgesellschaft insgesamt dicker werden. Fühlen wir uns immer so schlecht gestellt?

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  6. Lea

    Zum Thema von dem Lied 12 days of Christmas, Es gibt ein Jüdisches Lied zum Pessachfest mit einem ähnlichen Aufbau. Hier stehen die Zahlen für:
    1: unser Gott
    2: zwei Bücher Moses
    3: drei Stamväter
    4: vier Stammmütter
    5: fünf Bücher Moses
    6: Bücher der Mischna
    7: Tage der Woche
    8: der Tag nach der Geburt an dem die Beschneidung stattfindet
    9: Monate der Schwangerschaft
    10: die 10 Gebote
    11: Sterne aus Josephs Traum
    12: Stämme Israels
    13: Göttliche Eigenschaften

    Daher könnte eine Interpretation des Liedes begründet sein.
    Zum anhören: https://www.youtube.com/watch?v=C1XApoSRaaY

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  7. mithrandir

    Höre gerade eure Auslassungen zum Thema Bildung uns sozialer Status.
    Man merkt schon, dass ihr keine Kinder habt und somit keinen Kontakt zu anderen Eltern.
    Wir sind ein Akademikerhaushalt und arbeiten beide fast Vollzeit (ja und wir sind „Besserverdiener“). Unsere beiden Kinder sind vom 03. bis zum 10. Lebensjahr fast ganztags in den Kindergarten/Hort gegangen und besuchen mittlerweile Ganztagsschulen.
    Die besagten Beschwerden „Thema Rabeneltern“ hatten wir kaum und wenn, dann hauptsächlich von Eltern mit starkem sehr konservativem (ich schätze mich auch als eher Konservativ ein) und pseudochristlichem Hintergrund.
    Wir haben und hatten auch oft Kontakt mit Eltern der so genannten „bildungsfernen“ Schichten. Die müssen ihre Kinder ganztags unterbringen um Unterhalt zu verdienen. Wobei ich auch hier oft das Klischee erlebt habe, dass die ganz gut mit einem Einkommen leben könnten, wenn sie ein bisschen besser mit dem Geld umgehen würden (anderes Thema).
    Aber das Kind kommt nach Hause und wird dann vor die Wii gesetzt oder bekommt ein Tablet zum spielen, surfen, chatten in die Hand gedrückt. Samstags und Sonntags morgens: Fernseher an und die diversen Cartoons und Trashkidkanäle angeschaltet, damit Mama und Papa Ruhe haben.
    Da liegt es nicht am fehlenden Bildungssystem sondern am mangelnden Bewusstsein der Eltern bzw. auch an der mangelnden Bildung der Eltern, die teilweise den Kids in der Grundschule schon nicht mehr in Mathe helfen können, weil sie die Rechenaufgaben nur mit dem Taschenrechner lösen müssen.
    Da sind Kinder dabei, bei denen weißt du, dass die clever sind und entsprechende intellektuelle Fähigkeiten haben, aber das verkümmert vor dem Fernseher, dem Tablet oder der Spielekonsole.
    So lange kannst du die gar nicht betreuen um sie auf das Niveau zu heben, das sie verdienen.
    Wenn man wirklich allen Kindern die gleichen Chancen geben wollte, müsste man die Kinder aus „schwachen“ Umgebungen ihren Eltern wirklich wegnehmen und auf ein Internat oder zu Pflegeeltern schicken.
    Aber das verstößt logischerweise gegen Menschenrechte usw.
    Das passiert übrigens auch bei Eltern, die gut verdienen. Wenn die Eltern nicht selbst gelernt haben, wie wertvoll Bildung ist (und das eben nicht nur in pekuniärer Hinsicht), werden es die Kinder auch nur in seltenen Fällen erlernen. Selbst bei der besten außerhäuslichen Betreuung nicht.
    Ich weiß leider auch keine Lösung, aber es ist tatsächlich nicht so schwarz-weiß wie immer getan wird: Mehr Geld in die Bildung und das wird schon alles besser. So lange die Eltern nur RTL2 und Super RTL und Nachrichten auf N24 schauen, werden die Kinder kaum mitbekommen, dass auf den Dritten, bei Phoenix und ja, auch auf Arte informative Sendungen kommen.
    Diese Menschen verstehen dann auch nur die „einfachen“ Wahrheiten der AFD, weil sie nicht gelernt haben zu reflektieren und über den Tellerrand hinauszuschauen.

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    1. Florian Freistetter

      „Man merkt schon, dass ihr keine Kinder habt und somit keinen Kontakt zu anderen Eltern.“

      Hmm. Ich würde nicht aus den paar Informationen die man als Hörer aus einem Podcast erhält daraus schließen, dass man ein komplettes Bild über das Privatleben der Podcaster hat…

  8. mithrandir

    Ok, lasse mich gerne eines besseren belehren, bzw. korrigiere mich: Es hört sich so an, als hättet ihr nicht wirklich viel Kontakt mit anderen Eltern, die Kinder haben.
    Bzw. um es moderner auszudrücken. Für mich scheint es als würden die , die immer behaupten, dass man mit einer ordentlichen Bildungspolitik alle auf eine einheitliche Bildungsebene heben könnte, in einer Filterblase leben würden.
    Bei uns (und ich wohne auf dem Land (BW)) wird wirklich viel für die Kinder getan. Es gibt ausreichend Plätze, auch ganztags. Keine Schulferien an den Kitas und im Hort. Die Erzieherinnen und Lehrer an den Grundschulen sind wirklich gut aufgestellt. Leseprojekte, Matheförderung usw.
    Was bei den Betroffenen fehlt ist letztendlich die Unterstützung zu Hause. Aber dort weiß (im wahrsten Sinne des Wortes) man es auch nicht besser.

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  9. W.B.

    Es hat sich im Podcast so angehoert, das man die Kinder so frueh wie moeglich weggeben sollte, damit das Bildungs und Erziehungssystem alle „Problemkinder“ rechtzeitig korrigieren kann. Das das System das kann bezweifele ich stark! Hier in NRW hoere ich von Lehreren und Erziehern immer, das es an allem fehlt, vor allem aber an Personal und Geld.
    Als Vater von 2, inzwischen erwachsenen, Kindern habe ich die Erfahrung gemacht, das die Maengel des Bildungssytems nur durch Eigenleistung zu korrigieren sind. Dabei hat meine Frau die tragende Rolle gespielt, weil sie nach den Babypausen keine brauchbare Arbeit gefunden hat. Hier auf dem Land hat man schnell mehr Fahrkosten als die Arbeit unter dem Strich einbringt.
    Will damit sagen: Das konservative Familienmodell kann auch funktionieren!

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    1. holgi Artikelautor

      Du unterstellst, das Personalproblem sei nicht lösbar. Ist es aber. Es hat auch niemand behauptet, das konservative Familienmodell würde nicht funktionieren – so lange dieses Modell kein Problem verursacht, gibt es ja auch kein Problem. Allerdings beinhaltet das konservative Familienmodell, dass man sich Einmischung von außen verbittet – und das macht dann im Zweifelsfall genau die Probleme, die durch Einmischung hätten verhindert werden können.

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