WR673 Agent Orange im Vietnamkrieg

 

Vor 50 Jahren wurde das Entlaubungsmittel „Agent Orange“ zum ersten Mal im Vietnahmkrieg eingesetzt. Matthias von Hellfeld erzählt.

Die passende Ausgabe “Eine Stunde History” läuft am 5. März 2017 auf DRadio Wissen.

10 Gedanken zu „WR673 Agent Orange im Vietnamkrieg

  1. datengammlestelle

    Der 38. Breitengrad war das in Korea. Wäre es der 36. gewesen, hätten Stalin und Kim il Sung ivor Freude Purzelbaum geschlagen.

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  2. Erwin Wappler

    Phan Thị Kim Phúc wurde 1972 mit Napalm getränkt. Der Luftangriff wurde von südvietnamesischen Flugzeugen durchgeführt. Diese wiederum haben sich im Dorf geirrt und hauptsächlich südvietnamesische Truppen getötet. Der Ami, der behauptet hat, dass er am Angriff beteiligt war, hat man längst als Lügner entlarvt. 1972 flog kein Amerikaner mehr mit einmotorigen Propellermaschinen Luftnahunterstützung.

    Das ist aber nebensächlich, weil das Bild des verbrannten Mädchens nicht die Amerikaner vom rechten Kriegsweg abbrachte. 1972 war der Krieg für die USA längst vorbei. Die öffentliche Meinung ist in Amerika 1968 gekippt, als das Massaker von Mỹ Lai von 1967 bekannt wurde. Nixon ist nicht zuletzt 1968 gewählt worden, weil er den Krieg zu beenden versprach.

    1972 bis 1973 hat Nixon Nordvietnam an den Verhandlungstisch zurück gebombt, nachdem die NVA in Südvietnam so erfolgreich unterwegs war, dass die Südvietnamesen sich gezwungen sahen, ihre eigenen Dörfer zu bombardieren. So kam es zu den Verbrennungen der Phan Thị Kim Phúc.

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    1. mithrandir

      Das ist sehr interessanter Kommentar. Ich habe mal ein bisschen gegoogelt und war überrascht, dass vieles dafür spricht, was du schreibst. Insbesondere, dass der angebliche Pilot gar nicht beteiligt war und die Sache extrem ausgeschlachtet wurde: http://www.zeithistorische-forschungen.de/2-2005/id%3D4632#pgfId-1033395
      Ich schätze diesen Podcast sehr und finde Matthias von Hellfeld einmalig, aber der letzte Beitrag und dieser hier war doch sehr subjektiv geprägt. Auch beim Thema Atomkraft gab es viele technische Ungenauigkeiten und Aussagen, die mehr zur Stimmungsmache dienten als zur sachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema.
      Und jetzt diese Pilotenstory, die Matthias voller Leidenschaft vorträgt, deren Wahrheitsgehalt aber anscheinend seit längerer Zeit widerlegt ist.
      Ich habe die DRadio Folge noch nicht gehört und bin gespannt, wie das ganze dort wiedergegeben wird.
      Mich würde einfach interessieren, wie Matthias zu der o. a. Aussage steht. Ich meine Fehler passieren, kein Thema, aber selbst im Wikipedia Artikel steht der Hinweis auf den Pilotenfake. Natürlich ist Wikipedia nicht DIE Superquelle, aber wie konnte der Fastentdecker des Bernsteinzimmers diesen Fakt übersehen?

  3. Jonathan

    Was eine berechtigte Kritik an der chemischen Kriegsführung im Vietnamkrieg hätte werden können endete doch leider in der ein oder anderen plumpen Phrase. Vielen Eurer Aussagen fehlte es zu dem an wichtigem Kontext. Ein paar Beispiele:

    1) Den ersten Irak Krieg unter Georg H. W. Bush als noch gerade so hinnehmbar zu bezeichnen weil der Sadam Hussein zuvor Kuweit überfallen hatte vergisst was vor und während dieses Überfall so alles passierte. Unter Hussein hatte der Irak konservativen Schätzungen nach 300.000 Menschen ermordet (https://www.hrw.org/reports/2003/iraq0503/). Von den Unmenschlichkeiten die sonst so mit einer Diktatur einhergehen haben wir da noch gar nicht gesprochen. Die Amerikanische Intervention rettete tausenden Menschen das leben und beschränkte Husseins Fähigkeit weitere Angriffskriege zu führen. Der erste Irak Krieg kann damit durchaus als Musterbeispiel einer Amerikanischen Intervention nach 1945 gelten.

    2) Der Korea Krieg passt ebenfalls nicht in das von euch vertretende Bild der USA und ihrer Kriege. Nordkorea griff im Juni 1950 seinen Nachbar und stand kurz vor dessen Vernichtung als alliierte Truppen unter UN Mandat die Südkoreaner retteten. Hätte China die befreundete Diktatur nicht unterstützt hätten wir heute vermutlich ein demokratisches geeintes Korea und keinen Diktator im Norden der seine Bevölkerung Hungern lässt und regelmäßig mit dem Atomkrieg droht. Ab von dieser Spekulation lässt sich auf jeden Fall feststellen, dass ohne das Opfer von 36.000 amerikanischer Soldaten ein demokratisches Südkorea heute nicht existieren würde.

    3) Holger erwähnt, hoffentlich scherzend, das die G20 das kapitalistische gegenstück zur Komintern sei. Ob als Scherz gemeint oder nicht ist es doch ein gutes Beispiel für False equivalence. Zurecht habt ihr erwähnt das auch die Sowjetunion in mehreren Kriegen und deren Unterstützung verwickelt war. Und dabei vergessen zu erwähnen das es halt schon einen Unterschied macht für welche Ideen und politischen Vorstellungen man Kriege führt. Dem Sieg Nordvietnams (unterstützt durch die Sowjetunion) folgte die Etablierung einer Kommunistischen Diktatur in Vietnam die bis heute besteht. Rudolph Rummel zufolge wurden nach Ende des Krieges etwa 1 Millionen Zivilisten aus politischen Gründen getötet. (http://hawaii.edu/powerkills/SOD.CHAP6.HTM). Bei aller Kritik an dem Einsatz von „Agent Orange“ gilt es aber auch festzuhalten das den Menschen in Vietnam durch die Amerikanische Niederlage und auch schon während des Krieges beständig Grausamkeiten durch die kommunistische Führung des Nordens angetan wurde und bis heute wird. Wenn man heute noch von inhaftieren Bloggern und Oppositionellen in Vietnam liest kann man rückblickend nur bedauern das die USA den Krieg verloren haben. Das es einen Unterschied ums Ganze machen kann welche Kriegspartei, wie brutal der Krieg auch war, am Ende siegt müssen heute Vietnamesen & Nordkoreaner erleben. Die USA mögen nicht jeden ihrer Kriege so geführt haben wie man sich das auf einer Grünen Wiese vorstellen mag. Eine bessere Vorstellung als Ihrer Gegner (ob Taliban, Kommunistische Diktatoren, Nazis oder fanatische Nationalisten) in was für einer Nachkriegsgesellschaft das Leben auch lebenswert ist hatten sie aber immer.

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    1. Roland

      Ähem…zu 3), soweit ich weiß war die südvietnamesische Regierung auch nicht gerade zimperlich im Umgang mit (teilweise vermeintlichen) Regierungsgegnern. Daher wäre ich nicht so sicher, ob jetzt ein Sieg der U.S.A der dortigen Bevölkerung ein Leben in Freiheit und Wohlstand garantiert hätte. Wie gut das „Nationbuilding“ funktioniert können wir ja live in Afghanistan und im Irak beobachten…Die U.S. Politiker, zumindest in den 70ern, waren nicht soo wählerisch, was die Auswahl ihrer Partner betrifft, das Motto war: „Hauptsache nicht kommunistisch“…Holgi hat da schon recht, Kapitalismus braucht keine Demokratie…

  4. Peter

    Hallo,

    weiß denn einer von Euch Beiden (oder natürlich auch einer der Mithörer) vielleicht ein gutes zusammenfassendes Buch über das Thema „Kalter Krieg“, das eher für den Nichtwissenschaftler geschrieben ist?

    Viele Grüße,
    Peter

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  5. nico

    Moin,
    Die Behauptung, dass agent orange teilweise aus Dioxin besteht stimmt nicht so ganz. Vielmehr ist das Dioxin lediglich eine Verunreinigung die bei der Produktion entsteht und fuer die Entlaubung nicht massgeblich ist. Man koennte also agent orange so reinigen, dass es kein Dioxin mehr enthaelt (dass das nicht gemacht wurde ist wahrscheinlich Unwissenheit und eine Kostenfrage). Die beiden eigentlichen Bestandteile sind auch sehr giftig, aber bei weitem nicht so sehr wie Dioxin.

    cheers, Nico

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