WR712 Natalie Grams

 

Natalie Grams ist Ärztin, Autorin („Homöopathie neu gedacht„*) und ehemalige Homömopathin. Ihr Versuch, Belege für die Wirksamkeit der Homöopathie zu finden, endete damit, dass sie ihre Praxis geschlossen hat und seitdem Aufklärungsarbeit in Sachen Pseudomedizin betreibt.

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17 Gedanken zu „WR712 Natalie Grams

  1. foobar

    FYI: Gegen 28:18 klingt das irgendwie als wäre da beim Schnitt etwas schiefgelaufen …

    Was die Kommunikation mit Trägern irrationaler Überzeugungssysteme über diese irrationalen Überzeugungen angeht, will ich hier mal Street Epistemology einwerfen:

    https://streetepistemology.com/

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  2. Jakob

    Interessantes Gespräch, danke. Gibt es dann auch Interview mit einer aktiven Befürworterin oder einem Befürworter? Währe sicherlich interessant.
    Holgi hat seine starke Ablehnung für mich etwas zu sehr das Gespräch lenken lassen, etwas weniger Bashing hätte mir besser gefallen und nicht so sehr den Charakter von nach-unten-treten gehabt.

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    1. Marco

      Wo hören Sie bei dem Gespräch großartig Bashing bei raus? Es war eine angemessen kritische aber sachliche Bestandsaufnahme der aktuellen Situation zum Thema Homöopathie.
      Hier ein Homöopathenbashing herauszuhören kann ich nur verstehen, wenn man sich bei dem Thema persönlich angegriffen fühlt.

    2. Jakob

      naja, ich hatte ab und an (!=großartig) den Eindruck, dass Holgi für seine (bekannte) Verachtung gegen Homöopathie an einigen Stellen Bestätigung im Gespräch gesucht hat. Er versteckt sich mit dieser Meinung ja auch nicht und bringt sie in anderen Formaten immer mal wieder zum Ausdruck. Das war auch nur eine Anmerkung von mir – das Persönliche macht so Gespräche ja auch durchaus interessant.

      Ich bin auch kein Verfechter von Pseudoheilmethoden und -wissenschaften und halte sie gerade in akuten Fällen für hinderlich, wenn nicht gefährlich. Insofern ist die Beschreibung Homöopathiebashing als solche zu verstehen – eine inhaltliche Wertung meinerseits hat nicht stattgefunden.

      oh, und hier wird gesiezt? das ist aber sehr förmlich 😉

  3. Johag

    Ich finde, Holgi hat sich im Rahmen des Gespräches schon ganz schön zurückgehalten, was seine Meinung zur Homöopathie angeht. Er hat einfach Fragen gestellt und damit die Position und Argumentation von Natalie Grams sehr gut herausgearbeitet.
    Natalie hat wiederum klare Kante gegenüber ihrer heutigen und damaligen Einstellung zur Homöopathie bezogen und das ohne irgendein Gebashe…
    …insgesamt war das Gespräch sehr angenehm und interessant!

    Eine kleine Anmerkung zu der Äußerung zur Impfung:
    Als unsere Kinder vor 8 Jahren geimpft werden sollten, wurden meine Frau und ich von Impfgegnern torpediert und wir „saßen stundenlang im Internet“ , um „pro und Contra“ abzuwägen, bis wir schließlich entnervt den Pc ausschalteten und uns entschieden „mal einfach nur den gesunden Menschenverstand“ walten zu lassen… …das Ergebnis waren ganz exakt genau die Argumente, die Natalie im Gespräch nennt…

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    1. Christian1313

      „Als unsere Kinder vor 8 Jahren geimpft werden sollten, wurden meine Frau und ich von Impfgegnern torpediert und wir „saßen stundenlang im Internet“ , um „pro und Contra“ abzuwägen“

      echt jetzt?

      Was machen Sie denn bei wirklich kniffligen Fragen des Lebens?

  4. Gökhan

    Ich bin ebenfalls absoluter Homöopathie Gegner nur ist es als Laie fast unmöglich andere dagegen zu überzeugen.

    Der inzwischen 6 jährige Neffe meiner Frau ist Autist. Nach drei jahre langer Teraphie in Schweden waren quasi keine Fortschritte zu erkennen. Er zerriß ständig Papiere und lief permanent davon. Er konnte kein Wort sprechen.

    Schließlich fanden sie ein Teraphie Zentrum in Istanbul die sie bis heute in zwei Jahre über 20.000€ gekostet hat. Als sie uns baten die erforderlichen Medikamente aus Deutschland zu versenden, besorgte sie meine Frau aus der Apotheke und war geschockt, dass alle fünf Medikamente rein homöopathisch waren.

    Ich war mir sehr sicher das der Junge dort mit solchen Mitteln garantiert keine Fortschritte erzielen kann. Jetzt kann er aber bruchstückhaft reden, er läuft nicht mehr weg und interagiert mit seiner Umwelt.
    Er kann sogar selbständig Aufgaben erledigen.

    Wie soll man die Eltern davon überzeugen dass die Fortschritte bestimmt nicht von den Medikamenten kommen ?
    Ihnen ist es schlichtweg egal. Wer heilt hat recht, so die Überzeugung.

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    1. foobar

      > Wie soll man die Eltern davon überzeugen dass die Fortschritte bestimmt nicht von den Medikamenten kommen ?

      > Ihnen ist es schlichtweg egal. Wer heilt hat recht, so die Überzeugung.

      Ich habe zwar leider auch kein Patentrezept, wie man die Eltern davon überzeugt, aber mglw. hilft folgende Perspektive:

      Wer heilt, hat ja tatsächlich Recht! Die Frage ist aber doch: Wer heilt hier?

      Also, die ganze Idee wissenschaftlicher Medizin kann man ja im Grunde zusammenfassen als „Wer heilt, hat Recht“, und es gibt in der Wissenschaft ja auch kein Verbot gegen Homöopathie: Wenn Homöopathie tatsächlich nachweisbar heilen würde, dann wäre sie selbstverständlich Teil der wissenschaftlichen Medizin. Dass solch ein Nachweis vor dem Hintergrund unserer sonstigen Erkenntnisse jemals gelingen könnte, scheint zwar monumental unwahrscheinlich – aber sollte er entgegen aller Erwartung gelingen, wäre Homöopathie von diesem Zeitpunkt an Medizin.

      Die Wissenschaft als Methode hat lediglich eine Menge dazu zu sagen, wie wir bei der Beantwortung der Frage, ob etwas heilt oder nicht, Selbsttäuschung vermeiden, aber sie macht ja gerade keine Vorgaben dazu, welche Ergebnisse zulässig sind.

      Von daher ist vermutlich der beste Ansatz zur Kommunikation, das Wohl des Kindes und die Feststellung, dass, wer heilt, Recht hat, als gemeinsame Basis zu nehmen, von da aus zu ergründen, wie man denn herausfindet, wer heilt?

    2. mrjerk

      Hallo,
      >Wer heilt, hat ja tatsächlich Recht! Die Frage ist aber doch: Wer heilt hier?
      Das ist, finde ich, ein wichtiger Punkt, den Foobar da anspricht.

      Wenn ich krank bin und das Bett hüten muss, höre ich gerne Podcasts & Hörspiele. Ich bin abgelenkt, langweile mich nicht, mir geht es dann (subjektiv!) besser, als wenn ich nur an die Decke starre. Dies ist ein rein persönlicher, wissenschaftlich vermutlich nicht belegbarer Zusammenhang, evtl. wirkt hier sogar „nur“ der Placebo-Effekt. Dagegen ist auch überhaupt nichts einzuwenden, im Gegenteil – es ist ja gut, wenn man etwas findet, was einem bei der Genesung gut tut.

      Ich käme aber NICHT auf den Einfall, Holgi oder den Drei ??? besondere Heilkräfte zuzuschreiben oder zu forderen, dass meine Krankenkasse gefälligst ein Audible-Abo zu bezahlen hat. Genau das wäre aber das Äquivalent zu dem, was die Homöopathie seit Jahren versucht. Diese Unehrlichkeit gegenüber den Patienten ist es, die mich an der Sache stört.

      Meinetwegen sollen sich Menschen unwirksame, aber medinzinisch unbedenkliche Zuckerkügelchen einwerfen, wenn sie sich damit besser fühlen – aber dann sollte man ihnen eben auch klar sagen, dass es unwirksame Zuckerkügelchen sind (und dann kann man nämlich auch TicTacs lutschen, die sind nicht nur kostengünstiger, sondern schmecken im Zweifelsfall auch besser ;)).

      Viele Grüße,
      Jörg

  5. Langerjan

    Matthew Inman („The Oatmeal“) hat zu dem Verdrängungseffekt im Kopf einen wie ich finde sehr treffenden Comic gezeichnet, den man auch auf die-hard Homöopathen Anwendung findet. Natalie Grams hat dieses Konzept ähnlich beschrieben, darum möchte ich das hier mal miteinander verknüpfen:

    http://theoatmeal.com/comics/believe

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  6. Steff

    Vielen Dank, Natalie Grams und Holgi!
    Das war wirklich sehr interessant und ansich nur noch eine Bestätigung meiner Meinung.
    Sehr schön fand ich, daß Holgi trotz seiner bekannten Meinung sehr professionell das Thema aufgearbeitet hat. Alles in allem ordentlich dargestellt – eben mit Argumenten.

    Ebenfalls schön, daß das alte „WRINT“ wiederbelebt wird – ordentlichen Themen und Gesprächspartnern.

    Danke!

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  7. Turtle

    Schönes Gespräch. Ich hatte mir Frau Grams‘ Buch schon vor längerer Zeit gekauft, rein aus Interesse wie sie die Sache angeht als bekennende Bekehrte, weniger der fachlichen Dinge wegen. Damals fand ich zwar dass sie ein bisschen zu oft die Wikipedia zitiert anstelle von Primärquellen, aber letztlich ist das Jammern auf hohem Niveau.

    Das Buch „Homöopathielüge“ habe ich auch gelesen und finde es bis heute eines der besten zum Thema. Der Titel ist allerdings hochgradig dämlich, da er damit nur die Gegner anspricht und nicht jene die vielleicht noch unsicher oder überzeugbar sind. Ich nehme mal zugunsten der Autoren an, dass da der Verlag hinsichtlich der Schlagzeilentauglichkeit ein Wort mitgeredet hat.

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