WR717 München ’72

 

Während der olympischen Spiele 1972 in München nahmen palästinensische Terroristen Mitglieder der israelischen Mannschaft als Geiseln. Matthias von Hellfeld erzählt.

Die passende Ausgabe “Eine Stunde History” läuft am 30. Juli 2017 auf DLF nova.

7 Gedanken zu „WR717 München ’72

  1. Philip

    Hi Holgi,
    hi Matthias,

    danke für diese Folge, die dieses schreckliche Ereignis beleuchtet. Zwei von den drei überlebenden Attentätern wurden später vom Mossad aufgespürt und getötet [1]. Der letzte, Jamal Al-Gashey, soll heute noch in Afrika leben und lt. einem Zitat auf Wikipedia war er selbst 1999 noch stolz auf seine Taten „für die palästinensische Sache“ [2]. Ergänzend sei erwähnt, dass die Terroristen mitsamt Geiseln per Helikopter nach Fürstenfeldbruck kamen, um dort in ein, als Hinterhalt aufgestelltes, Flugzeug zu steigen (und nicht per Bus).

    Erwähnen lässt sich auch noch, dass das Attentat und die Caesarea oft verfilmt wurden, meistbekannt wohl im Spielfilm „München“ von Spielberg, der zumindest(!) das Attentat von München recht nah an den historischen Begebenheiten wiedergibt.

    Ich würde mich auf jeden Fall über weitere Sendungen zur deutsch-israelischen Geschichte freuen!

    Viele Grüße
    Philip

    [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Caesarea_(Mossad-Sondereinheit)
    [2] https://en.wikipedia.org/wiki/Jamal_Al-Gashey

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  2. christian von Praun

    Israel hat sich gerächt, das wurde sogar verfilmt, könnte man wissen wenn man eine Sendung zu diesem Thema macht…
    Ansonsten wie immer eine schöne Sendung

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  3. LEX.

    …sollte man (zumindest als Geschichtsexperte, der gerade einen Beitrag über das Thema gemacht hat) eigentlich wissen:
    Die Geschichte des Mossad ist eng mit der Rache des München-Attentats und der Liquidierung der Attentäter verknüpft! — Golda Meir und ihr Geheimdienst sahen sich dadurch auch herber öffentlicher Kritik ausgesetzt, da damals auch hierbei schwere Fehler passierten: u.a. wurde damals aufgrund einer simplen, leichtvermeidbaren Verwechslung aufgrund von Äusserlichkeiten in Belgien eine unschuldige, falsche Person exekutiert…
    https://www.youtube.com/watch?v=NFVajLt0Rzo

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  4. Alexx

    Ergänzungen:

    Wie schon in den Kommentaren bemerkt gab es wohl eine Reaktion Israels, das Agenten losschickte, die sich quer durch Europa mordeten.

    Die Lillehammer-Affaire, wo ein Unschuldiger ermordet wurde, als berühmtes Beispiel. Die schwedischen Behörden konnten einen Agenten festnehmen und dieser hat im Verhör auch ausgepackt.

    Bekannt ist noch die Telefonhörer-Bombe, bei der die israelischen Attentäter die Zielperson anriefen und als diese sich meldete, deren Telefonhörer sprengten. Gestorben ist der Mann später im Krankenhaus.

    Der schon erwähnte Film München aus dem Jahr 2005 orientiert sich an diesen Ereignissen, lässt aber auch einiges weg.

    Zu den Sendungsinhalten:

    Die Deutsche Polizei hat nicht mit Maschinengewehren geschossen. Solche Kriegswaffen gibt es nicht bei der Polizei, weder damals, noch heute.

    Geschossen wurde Sturmgewehren. Nicht nur ohne Nachtsicht, nein, oft nicht mal mit Glasoptik. Nur über Kimme und Korn in die Dunkelheit hinein.

    Als die Terroristen merkten, dass sie nicht mehr davon kommen, hat einer eine Handgranate zu den Geiseln in den Helikopter geworfen. Das ist dir Ursache für das ausgebrannte Wrack.

    Sehr interessant ist noch die Tatsache, dass eine deutsche Spezialeinheit des BND bereitstand, in der Nähe und bewaffnet. Ähnlich spezialisiert wie die spätere GSG9.

    Warum diese Einheit nicht zum Einsatz kam ist Verschwörungstheorie. Vermutlich schlechte Kommunikation und die Tatsache, dass die Verantwortlichen nichts über diese streng geheime Einheit wusste.

    „Der ehemalige BND-Mitarbeiter Norbert Juretzko berichtet von einer geheimen Einheit des BND. Sie sei für den Verteidigungsfall gegründet worden. Die Truppe hieß demnach „Stay behind“ und sollte im Kriegsfall hinter den Linien aktiv sein.

    „Sie waren gute Schützen, sie waren fit im Nahkampf, sie konnten sich von Hubschraubern abseilen – alles das, was später die GSG 9 auch konnte“, sagt Juretzko, der, wie er sagt, später selbst in dieser Truppe war. Die Einheit sei auch sofort nach der Geiselnahme in der Nähe von München zusammengerufen worden. Auch Geheimdienstexperte Wilfried Huismann bestätigt das. Ein Mitglied von „Stay behind“ habe ihm alles erzählt. „Er sagte mir: Ich war sicher, dass wir mit den Palästinenser fertig werden.“ “

    http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.az-kritik-olympia-1972-so-packend-war-die-zdf-doku-page1.87d00475-71fc-4ec4-a13d-9f09d9c35395.html

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  5. Tarifkenner

    Vielen Dank für die interessante Sendung. Es ehrt Euch, den damals Handelnden keine Vorwürfe zu machen. Es sollte aber schon gesagt sein: So völlig jenseits einer auch nir theoretischen Vorstellbarkeit war das Attentat nicht.

    „Ein Freischärlerkommando hat gegen fünf Uhr früh den Zaun des Dorfes überstiegen. Die Eindringlinge haben den Wohnblock der israelischen Mannschaft besetzt. Es wurden Schüsse und Rauch gemeldet.“

    Dieser Text des Münchener Polizeipsychologen Georg Sieber beschrieb bereits im Februar (!) 1972 ein mögliches Krisenszenario. Sein Chef, der Polizeipräsident, wollte das aber nicht zu hoch hängen.

    Die Aussage, dass „die Flugzeugentführungen“ erst mit dem Olympiaattentat 1972 einsetzten, ist zumindest missverständlich. Flugzeugentführungen stiegen sprunghaft ab 1968 an, weil nach dem Sechstagekrieg vor allem palästinensische Terroristen diese Form von Gewalt für ihre Zwecke einsetzten. Als am 29. August 1972 Mitglieder der palästinensischen Befreiungsfront Beirut mit unbekanntem Ziel verließen, warnten daher die Geheimdienste die Sicherheitsbehörden und die Fluggesellschaften vor Flugzeugentführungen durch Palästinenser. Bei dieser Lage auch die Sicherheitsvorkehrungen für die Olympischen Spiele etwas hochzufahren, wäre nicht außerhalb jeder Polizeivernunft gewesen.

    Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42891804.html

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