WR264 Chaben und Dudae

 

wrint_heit_2014_200Da simmer wieder! Diesmal mit Fragen zu Störungen, Wohnorten, Vornahmen, Furcht, Büchern,  Türen, Lesen, Dingen, Anschlägen, Fragen, Blogs, Hans-Peter Friedrich, Rauchen, Macken und ein paar Fragen, die wir längst beantwortet hatten.

Ohne Alex ginge es nicht. Hier sammelt sie für Wilmaaaaa.

 

Shownotes
von mathepauker, @moe, vale

Zurück aus der vierwöchigen Pause

00:00:00

Holgi findet das WRINT-Intro von Oliver Kraus immer noch nicht langweilig ((Das Intro gibt es übrigens auch als Klingelton))  — Shownotes — "Die Vögel singen wieder die Rewe-Melodie." (Alexandra) — "Wir hier im Osten, wir haben ja nichts." (Holgi) — Misteln — Benrather Linie (macht Bäume krank) — "In Bayern ist ja sowieso alles gesund." (Holgi).

Jan: Ist es euch unangenehmer, andere Menschen zu stören, oder von anderen Menschen gestört zu werden?

00:05:42

Alexandra wird lieber gestört — Sie hasst Sitzplatzreservierungen in Zügen und sitzt lieber (wie eine 16-Jährige) auf dem Treppchen im Zug — Holgi findet, er störe Menschen nicht, wenn er sie im Zug darauf hinweist, dass sie auf einem für ihn reservierten Platz sitzen — Holgi versucht, genauso wenig zu stören wie er selbst gestört werden möchte — Musikanten in der Berliner S-Bahn, gegen die der Betreiber nichts unternimmt — Tchibo — "Wir belästigen einander ja schon einfach dadurch, dass wir so dicht aufeinander wohnen." (Holgi).

Tims erste Frage

00:13:20

(Wurde bereits in WR222 behandelt) .

Tims zweite Frage: Wieso sollte man sein kurzes Leben auf löchrigen Straßen und in stinkenden Bussen irgendwo in der Betonwüste verbringen, anstatt auf einen See zu schauen und gelegentlich Bötchen zu fahren?

00:14:09

Konstanz — Lindau — Starnberg (Alexandra hält die Diskussion für sinnlos, weil es eben Stadt- und Landmenschen gibt)  — Stress (Potsdam – wo der Siff zu Ende ist)  — Impulsvortrag — TED Lightning Talk "The demise of guys?" von Philip G. Zimbardo (Philip G. Zimbardo — Stanford-Prison-Experiment — Buch "Psychology")  — Gendergerechte Spielplätze — Ernsthaft diskutiert durch die SPD-Frauen des Münchner Stadtrats (SZ-Artikel dazu: "Mädchenhaus und Jungenhütte")  — Gender Studies.

Christopher: Wenn ihr die Möglichkeit hättet, die Zeit anzuhalten, wann und wo immer ihr wolltet – was würdet ihr damit tun?
00:26:04

Mein Vater ist ein Außerirdischer — Die Frage wurde ebenfalls in WR222 bereits beantwortet.

Benjamin: Wie macht ihr das mit den Bettdecken?

00:27:14

(Wurde überraschenderweise auch in WR222 beantwortet) .

Stefan: Gibt es irgendwo eine Liste von Ärzten, Apotheken und sonstigen Gesundheitsinstitutionen, die sich nicht am Geschäft mit Esokram beteiligen?

00:29:34

(Höre wiederum WR222) .

Andreas: Welche männlichen Vornamen gefallen euch? Wie würdet ihr euren Sohn nennen?

00:30:39

Elvis — Emma — Moritz — Alexandra ist für klassische, zeitlose Namen — Alexander — Stefan, Stephan — Modern Family — Holgi denkt über Männernamen nicht nach, weil er keinen Sohn haben möchte, sondern eine Tochter bekäme — "Jungs stinken halt." (Holgi) (Charlotte – nicht Lotte)  — Pippilotta Viktualia — Abdou — Ali — Mohammed — Jesus (als Vorname) — Abraham — Noah — Jamisha — Lukas (als Nachname).

Bernhard: Was macht ihr, wenn ich euch vor etwas fürchtet, womit ihr aber permanent konfrontiert seid?

00:35:47

Holgi redet darüber, Alexandra erforscht die Angstmacher — Holgi hat Angst vor Dingen, die er nicht kontrollieren kann (Er fürchtet sich nur vor Aspekten in der Zukunft – und die Zukunft kann er nicht erforschen, sondern nur auf sich zukommen lassen) .

Hannes: Wie viele noch ungelesene oder noch nicht zu Ende gelesene Bücher besitzt ihr?

00:38:15

Alexandra traut sich nicht, nachzusehen — Holgi würde sich bei 100 solcher Bücher nicht wundern — Bei Alexandra sieht es ähnlich aus (inklusive E-Books) — Sie hat nicht das Interesse an jenen Werken verloren, sondern wartet auf den richtigen Zeitpunkt zum Lesen — Game of Thrones — Holgi fragt, ob noch jemand seine Bücher nicht bei Amazon kauft — Er hat gar nicht so viel Zeit und Muße, wie er gerne zum Lesen hätte — Alexandra ergänzt, dass man denke, die Lesezeit miteinzukaufen — Alexandra und Holgi verstehen beide nicht die Forderung, dass man begonnen Bücher zu Ende lesen müsse — Bildungsbürgertum — Ausdruck der disziplinatorischen Überlegenheit — Redezeit auf WDR 5 — Gregs Tagebuch — "Jede Lektüre ist pädagogisch und kulturell wertvoll, verdammt nochmal." (Holgi) — The Catcher in the Rye.

Jens: Ist diese Long-Distance-Türaufhalterei schon Trollismus oder habe ich ein falsches Verständnis von Freundlichkeit?

00:44:23

Holgi trollt in der Hinsicht gerne mal, glaubt aber auch, dass das lange Aufhalten manchmal ein Versehen ist — Alexandra ist total unangenehm berührt, wenn ihr jemand die Tür aufhält (Besonders dann, wenn sie das Gefühl hat, dass das Aufhalten mit ihrem Geschlecht zu tun hat)  — Sie mag es auch nicht, wenn man ihr in den Mantel hilft — Bei Holgi sieht es umgekehrt aus — "Das ist jetzt bestimmt gendertechnisch auch wieder total schlimm und gehört auf den gendergerechten Spielplatz." (Holgi) — Holgi wurde kürzlich von einem Rollstuhlfahrer angeschrien, als er diesem helfen wollte — "Chabos, Chaben" (Alex).

Peter: In welcher Sitz- oder Liegeposition lest ihr Bücher?

00:50:02

Holgi kann Bücher aus Papier nicht im Bett lesen und hat sich (deshalb) ein Kindle Paperwhite gegönnt (Amazon Kindle)  — Holgi liest sitzend — Alexandra hingegen begibt sich zum Lesen in Embryonalstellung — Holgi versteht nicht, warum es gewisse Bücher noch nicht elektronisch gibt — Alexandra bedauert, dass ältere, vergriffene Bücher nicht als E-Book aufgelegt werden — Akte Europa — The Long Tail — Holgi vermutet, Betriebswirtschaftler können sich nicht vorstellen, dass Menschen alte Produkte haben möchten — Holgi kritisiert, dass E-Books (eigentlich: Leserechte) annähernd so teuer sind wie die gedruckten Ausgaben.

Sebastian: Wenn Ihr in ein fernes Land auswandern würdet und, abgesehen vom Reisegepäck, nur einen Gegenstand von zu Hause mitnehmen könntet – welcher wäre das?
00:56:01

Alexandra würde ihr Kindle Paperwhite mitnehmen — Holgi würde seinen Rechner mitnehmen — Roter Faden ((Bekannt aus NSFW022)) .

Markus: Wie kann man gutes Deutsch lernen?

00:58:28

Duden — Trivial Pursuit — Etymologie — Bibel (komplett lesen) — "Und Echziel zeugte Zechziel." (Holgi) (Ezechiel)  — Kreuzworträtsel — Ra — Ern — Nil — Um die Ecke gedacht — Alex empfiehlt Autoren, die einen großen, tollen Wortschatz haben (Thomas Mann – Holgi erträgt ihn nicht)  — Max Goldt (Theodor Fontane – Holgi findet ihn noch langweiliger als Thomas Mann)  — Vokabeltrainer im aktuellen Kindle Paperwhite — Holgi ist kein Freund von Touchscreens — Auch er findet, man solle einfach lesen, um gutes Deutsch zu lernen — Alexandra ergänzt, Autoren mit großartigem Wortschatz empfehlen, alles zu lesen: Rückseite der Shampoo-Flasche, Comics, Schundliteratur, hohe Literatur, Fachbücher.

Martin: Unter welchen Umständen habt ihr am 11. September 2001 von den Terroranschlägen erfahren? 01:04:45

Benjamin: Welche wären es dann?

01:13:18

Alexandra bewundert Menschen, die andere Menschen interviewen können — Musikjournalismus — Holgi und Alexandra verstehen beide nicht, wofür es Konzertbesprechungen gibt — "Und Form kann jeder alte Arsch. Dafür muss ich keine Profis dahin stellen." (Holgi) — Spex — Ramp — Radiohead — Columbiahalle — Pierre Bourdieu — Mumble — Tocotronic — "Warum sind Menschen so rücksichtslos miteinander?" (Holgi, der das die Wrintheit fragen würde, wenn er sie nicht selbst wäre) — Siff.

Isabelle: Was sollte man eurer Meinung nach in den ersten (Blog-) Eintrag schreiben, den man erstellt?

01:25:08

("Was ist das Erste, was die Leute in ihr Blog schreiben? – Hallo Welt! Oder?" (Holgi))  — Holgis erster Artikel beim alten Stackenblochen — Holgis erster Eintrag beim neuen Stackenblochen)  — twoday.net.

René: Ist denn dieser Hans-Peter Friedrich noch im Amt? 01:29:38

Morgan: Ist es einfach, mit dem Rauchen aufzuhören?

01:32:08

"Ja, es ist einfach. Man muss daran glauben, dass es nicht schwierig ist." (Alexandra) — "Mein Hassobjekt sind rauchende Eltern kleiner Kinder!" (Alexandra) — Alexandras Wutanfall auf Twitter — Derailing (Ablenkungsmanöver)  — Gluten(frei) (Liberté toujours – Werbespruch von Gauloises)  — James Dean — Kurt Cobain — Tabakrauchen — Blue Moon mit Thilo Baum vom 25. Mai 2005 ((In besserer Qualität auch zum Herunterladen verfügbar))  — Holgi legt gesteigerten Wert darauf, "rauchfrei" zu sein und nicht "Nichtraucher", weil die Vorsilbe "nicht" etwas Doofes (einen Mangel) konnotiert.

Masia: Welche Macke habt ihr euch zuletzt ab- oder angewöhnt?

01:46:09

Holgi hat seine Ernährungsweise signifikant verändert, er isst nicht mehr für zwei — Alexandra ist zu einer Sportliebhaberin geworden und bewegt sich regelmäßig — Holgis Augenthrombose — "Nicht jeder muss joggen! Joggen ist nicht für jedermann!" (Alexandra) (Holgi findet es eine Frechheit, ungefragt Ratschläge zu erteilen – muss sich das aber selbst noch abgewöhnen)  — Alexandra hat es sich abgewöhnt, die Haare auszureißen (tat sie als Kind) und Bierdeckel zu zerkleinern — Holgi kaut Nagelbetten und würde das gerne dauerhaft sein lassen.

Obligatorische Höflichkeitsfrage von Leisure: Wie geht es euch denn?

01:53:13

Alexandra geht es gut, sie hat sehr viele tolle Sachen vor — Von Problemen mit seiner rechten Schulter abgesehen geht es Holgi auch gut — MRT — "Ich bin ja nicht mehr der Jüngste!" (Holgi) — Verabschiedung (sogar noch mit Jingle).

54 Gedanken zu „WR264 Chaben und Dudae

  1. BrEin

    1. Was Holgi? 30kg verloren? Respekt und herzlichen Glückwunsch!
    Das war schnell und das war viel!
    Ich habe zwar auch 40kg in etwa einem dreiviertel Jahr verloren, aber dazu habe ich ja fast schon aggressiv Sport getrieben.
    Wenn man mal einmal in seinem Modus von Diät und Sport ist, geht dass mit dem Abnehmen einiger maßen. Aber man muss aufpassen, dass man im Modus bleibt und es ist schwer, sollte man mal aus dem Rhythmus kommen sein, wieder rein zu finden.
    Viel Erfolg weiterhin! Ich will noch lange einem gesunden Holgi zuhören können.

    2. Thema Belehrungen.
    Es ist schon witzig. Ich habe zwar keine Lust nachzuschauen, in welcher Folge das war, aber es ist nicht sehr lange her, dass Holgi sich köstlich darüber amüsiert hat, dass andere seine Ratschläge nicht einfach annehmen. “Geht doch besser so!” (Paraphrase)
    Eines der Ratschläge war an seine Freundin, die doch besser beim Fahrradfahren mit dem Ballen, statt mit der Fußfläche in die Pedale treten solle. Oder war das, dass sie statt dessen den Sattel niedriger machen soll? Egal, so ähnlich.

    Mich hingegen amüsieren beide Holgis.

    3. Was die geringen niedrigeren Preise für eBooks angeht, so habe ich mal gehört (ich kann im Inet nichts dazu finden), dass bei einem Taschenbuch mit etwa 300 Seiten die reinen Druckkosten (Material, Druck, Bindung) bei <1€ je Buch liegen sollen. Den Rest regelt bei uns die Buchpreisbindung.
    Kommt sicher auf die Auflage an, aber wir reden hier sicher nicht über ein Fachbuch der Medizin oder sowas.
    Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die eBooks, bei dem man sich lediglich den Druck spart, nur etwa um diesen Betrag billiger sind. Versand und Lagerung vielleicht auch noch rausgerechnet.

    Gruß und vielen Dank wieder für eine absurd gute Unterhaltung.
    Fabian

    Antworten
    1. Eule

      Bei einem eBook fallen allerdings nicht einfach nur die Druck- und Logistikkosten der Papierversion weg, sondern es sind auch spezifische Arbeitsschritte nötig zur Aufbereitung des Textes für die Wiedergabe auf Readern wo die Leser selber Kontrolle über Darstellungsstandards (variable Buchstabengröße, Textmenge pro Seite) haben. Kapitelmarken setzen, im ganzen Text Zeilenumbrüche und Leerzeichen kontrollieren, Schriftgrößenformatierungen, ggfs. Tabellen und/oder Bilder einpflegen usw. – die durch Nicht-Drucken wegfallenden Kosten werden also durch andere ersetzt, wobei ich nicht weiß wie die sich summenmäßig zueinander verhalten. Wenn man mal einen nicht ordentlich formatierten Text auf dem Reader gesehen hat weiß man, dass das für den Lesekomfort sehr wichtig sein kann.

      Die entscheidende Frage neben dem Komfort scheint mir daher die von Holgi genannte zu sein: Wert einer Leselizenz vs. Wert des physischen Eigentums am Exemplar.

    2. Hans Waldmann

      Danke BrEin, danke Eule,

      ich denke auch, dass das wiederholte Schimpfen ob des geringen Preisunterschiedes zwischen gedrucktem Buch und e-Book etwas vermessen ist; am Besten lässt man sich das mal von jemandem vom Fach erläutern. Anyone?

      Danke für die Sendung(en).

    3. BrEin

      Mhhhhhh, gute Frage Hans.
      Wer in diesen Kreisen hier könnte das in Erfahrung bringen.
      Wer könnte Kontakt zu einem Verleger haben, weil, sagen wir mal, er oder sie selber Bücher schreibt und verlegen lässt.

      Grübel, grübel, … 😉

    4. Peter

      Als Verlagsmensch (habe letztes Jahr eine Verlagsausbildung abgeschlossen) kann ich die vorherigen Ausführungen von Eule und Hans Waldmannn bestätigen. Der Preis liegt aber auch deswegen so hoch (viele Verlage setzen den eBook-Preis einfach pauschal auf den Printpreis minus 10-15 Prozent), da man sich bei Neuerscheinungen nicht selbst zu sehr unterbieten möchte, oft wird auch die Konstruktion bemüht, dass das “Kulturgut Buch” seinen Wert behalten solle. Verkäufe fallen aber tatsächlich bei den meisten Titeln relativ unabhängig von deren textlicher Qualität (es geht v.a. um die Rezeption) recht stark ab; man muss bedenken, dass die meisten Publikumsverlage zwei sog. “Programme” im Jahr veröffentlichen.

      Bei älteren Titeln (Longlist) muss man bedenken, dass den Verlagen hier oft die Rechte fehlen, da das eBook-Recht nicht im ursprünglichen Verlagsvertrag geregelt wurden. Das liegt sicher auch daran, dass viele Verlage lange die Möglichkeit der eBook-Publikation verschlafen haben; zum anderen aber am Agenturwesen: Während Autoren sich meist freuen, wenn ihr Titel wieder aufgelegt wird; gibt es Agenturen, die – im (vermeintlichen?) Interesse des vertretenen Autors – dann nochmals Geld sehen wollen. Wenn man jetzt mal annimmt, dass der Verlag zuletzt nur ein paar Exemplare eines Titels pro Monat abgesetzt hat, wären selbst 500 € viel, wenn man von einem Verkaufspreis von 5 € ausgeht: Abzüglich 19% USt und 30% Händlermarge müsste der Verlag dann 170 eBooks verkaufen um allein diese Zahlung hereinzubringen, ganz unabhängig von den Kosten der Erstellung des eBooks. Und das kann dauern.

      (Hinzu kommt dann noch, dass es (gefühlt besonders in größeren Verlagshäusern) niemanden gibt, der die spezifische Aufgabe hat, alte Titel durchzugehen um diese dann nach und nach Digital verfügbar zu machen. Und da kann ich mir ein Umdenken erst vorstellen, wenn eBooks einen deutlich größeren Anteil am Verlagsumsatz ausmachen.)

    5. holgi Artikelautor

      Abgesehen davon, dass ich mir sehr gut vorstellen kann, dass es long tail doch ein gutes Geschäft sein dürfte, wäre es vor allem ein gutes PR-Vehikel und ein gute Argument zur Existenzberechtigung, wenn ein Verlag sagen könnte, dass es alle alten Bücher auch noch gäbe.

  2. Chris

    Zum Thema rauchen,
    Was sagt man denn am besten Leuten , welche einem dann entgegnen, ‘ ja aber Nikotin ist ja eine Droge die extrem schnell abhängig macht, nur Heroin o. ä. ist schlimmer und deswegen kommt man auch nicht so einfach weg, man kann das nur beurteilen wenn man selber raucht(e).
    Gibt es da Studien? Ich meine, ist doch Blödsinn sonst könnten zB nicht derart viele Menschen einfach so locker aufhören zu rauchen ohne Nebenwirkungen.

    Antworten
    1. BrEin

      Ja, Nikotin ist eine starke Droge, die für körperliche Abhängigkeit sorgt.

      Aber:
      Im Punkto Abhängigkeit ist Nikotin “nur” in dem Maße so schlimm, wie schnell es abhängig macht.
      (Wer sonst drückt sich denn täglich eine dieser Zigaretten rein und das über Wochen, wie bei anderen Drogen, bis man endlich süchtig ist. Dafür reichen wenige Tage.)
      Aber was die Such angeht, also wie lange man braucht um davon loszukommen und wie schlimm ein solcher Entzug ist, da kann sich das Nikotin mit dem Heroin nicht messen.

      Im wesentlichen hat es Holgi schon gesagt. Einen Tag nicht rauchen und man hat es im wesentlichen überstanden. Gut, diesen Tag ist man zu nichts zu gebrauchen, aber am nächsten Tag ist schon alles vergessen.
      Danach greift nur noch die geistige Abhängigkeit, von der Holgi auch sprach. Der ist der Grund, weshalb man nach Tagen, Wochen oder gar Monaten wieder rückfällig werden kann, weil Rauchen halt eben “auch” schön ist, gewohnt ist, routiniert ist usw.
      Dann aber wird die erste Kippe einen wieder richtig umhauen. Nach 3 Wochen etwa ist der Teerspiegel in den Lungen wieder eher auf dem Stand eines Nichtrauchers. (Nicht der Zustand der ganzen Lunge, aber dieser Schadstoffwert.)

      Gruß
      BrEin

    2. kraeuterzucker

      Ich habe mir den Nichtraucher-Bluemoon jetzt auch mal angehört (ihr hattet die Folge schonmal in einem vorherigen Podcast erwähnt, ich habe ich ihn damals aber selbst nicht gefunden; danke liebe Shownoter an dieser Stelle!). Ich bin sehr gespannt auf die Wirkung. Feuerprobe wird der nächste Kneipenabend sein… Was mir jetzt am stärksten hängen geblieben ist, ist die Tatsache, dass es eben keine gute schmeckende/entspannte/verdiente Zigarette gibt, weil dieser Reiz im Hirn eben immer durch die vorhergehende Kippe erzeugt wird.
      Trotzdem bleibt bei mir noch ein Fall hängen, mit dem ich nicht weiss wie man am besten damit umgeht, vielleicht kann man mir ein Ex-Raucher darauf eine Antwort geben. Ich kenne einige Menschen, die alle 3-4 Monate nach einem guten Essen eine Zigarette rauchen. Wohl mit Genuss. Und danach keine mehr. Dürfte rein physiologisch aber nicht sein (Acetylcholinrezeptoren sind wieder vollständig frei), die Wirkung müsste eigentlich die der “Ersten” Zigarette entsprechen. Ganz wichtig: diese Menschen sind Ex-Raucher, bei lebenslangen Nichtrauchern habe ich das noch nie beobachtet. Gibt es da also noch einen Teufel? Neben den starken Angewohnheiten, die man eben im Alltag umlernen muss (Kippe zum Kaffee, Kippe zum Feierabend…) hat unser Gehirn ja noch die großartige Fähigkeit, positive Erinnerungen mit Sinneseindrücken abzuspeichern. Das Öffnen der alten Keksdose erweckt Weihnachten als Kind wieder, eine Redewendung erinnert uns an den/die letzte Ex… Kann es sein, das uns eine Erinnerung, die mit Zigaretten eingespeichert wurde so stark ist, dass die guten Gefühle stärker sind als das Nervengift?
      Mir geht es z.B. mit Jägermeister so. Ich finde den Geruch und Geschmack unangenehm, ich mag grundsätzlich keinen süßen Alkohol und die Vorstellung daran finde ich schon proletenhaft. Ich habe aber zwei entscheidende Abende erlebt, an denen ich dieses Gesöff mehr oder weniger freiwillig getrunken habe, beide hatten eine sehr positive Auswirkung auf meinen Lebensweg. Kurzum: Ich finde Jägermeister zwar ekelhaft, aber auch “romantisch”, so absurd das klingt.
      Und da die Frage: kommt man davon wieder los?

    3. holgi Artikelautor

      Davon kommt man auf dieselbe Weise los, wie man vorher drangekommen ist: Durch Lernen. Wenn Du oft genug Jägermeister trinkst, obwohl Du ihn nicht magst, oder ihn halt nicht trinkst, obwohl Du dich gerade nach trinken fühlst, gewöhnt sich dein Gehrin daran, dass Jägermeister dazu gehört (oder halt nicht) und bildet eine Routine, über die Du nicht mehr nachdenkst. Auch Geschmack ist in vielen Fällen bloß Verhalten.

  3. Berlitz

    Liebe Wrintheit,
    ich bedanke mich für die vielen neuen Gedanken und Anregungen, die mir dank eures Podcasts zuteilwerden.
    Zum Thema lesen: Lesen als Beweis der eigenen Disziplin und nicht aus Lust oder Vergnügen am Lesen gehört seit Jahren zu meinem Alltag. Ich habe erst mit 16 Jahren angefangen privat regelmäßig zu lesen, meist Klassiker, die meine Schulkameraden nach einer Seite aufgegeben hätten. Bücher, die während des Lesens enorme Disziplin verlangen empfinde ich als Qual, aber später als enorm lohnenswert. Das beste Beispiel, dass ich aufbringen kann ist Ulysses. Lustvolles Lesen, ich nehme an, dass damit das eingesogen werden in die Welt des Buches gemeint ist, habe ich bisher nur ein einziges Mal erlebt. In der Regel lese ich immer mit einer gewissen Distanz, was ich von philosophischer Lektüre gewöhnt bin. Zudem Schweife ich sehr oft beim Lesen ab und lese daher sehr langsam, wobei ich nicht weiß, ob das meiner späten Leseleidenschaft verschuldet ist.
    Ich hoffe ich bin nicht der einzige, der sich freiwillig durch Bücher quält.

    Antworten
    1. Alexandra

      Also, ich bin ja begeisterte Sachbuch-Leserin, und davon will ich auch nicht unterhalten oder gar “reingesogen” werden, ich mag die Herausforderung und die Konzentration, die es erfordert, trockene Texte zu lesen. Ich stimme dir zu, dass es sich bei vielen GUTEN (!) Büchern lohnt, dranzubleiben, auch wenn sie eine harte Nuss sind. Was ich nicht verstehe ist: wenn man ein Buch als mies erkannt hat (sagen wir mal, so floskelgepimpter Plauderschund von der Bestsellerliste) und dann meint, gerade DAS zu Ende lesen zu müssen. 🙁

  4. Donngal

    Auch zum Thema rauchen: Ich finde es erstaunlich wie jemand freiwillig Zigaretten rauchen kann, bin aber rauchen nicht generell abgeneigt. Ich rauche 3-4 Mal im Jahr eine (oder mehrere) Zigarren, hab aber immer wieder monatelange rauchfreie Zeiten. Diese Zigarren rauche ich aus purem Genuss, weil mir der Tabakgeschmack gefällt. Das entfällt aber für mich bei Zigaretten (insbesondere mit Filter) volllkommen. Auch vestehe ich nicht den Sinn des “auf Lunge” rauchens. Der Geschmack ensteht doch im Mund oder? Die Wirkung ist ja nach der anfänglichen Gewöhnung schnell weg. Achja, es gibt auch noch Schnupftabak Phasen bei mir. Teilweise aus Genussgründen (schwer vorstellbar, oder) teilweise weil ich wenn ich zu viel getrunken habe und alle um mich rauchen, das Gefühl habe, eine Zigarette könnte jetzt sinnvoll sein (Was ich mit dem ersten Zug bereue und meist die halbe Zigarette im Ascher ausdrücke…) In diesen Situationen kommt dann der Schnupftabak zum Zug. Ich finde diese verschiedenen Nutzungsweisen sind irgendwie anders zu beurteilen, als gewohnheitsmässiges Rauchen.

    Übrigens sehe ich Tabak generell als Droge an und deshalb verbietet es sich mir, während oder vor der Arbeit zu rauchen. Passt irgendwie nicht, hängt für mich immer mit Entspannung und Freizeit zusammen und eigentlich auch mit weiteren Drogen wie Alkohol.

    Antworten
  5. Sebastian

    Das leidige eBook und die Buchpreisbindungsthema ist ja eh so ein Fall für sich und ohne zu wissen was so ein Druck eigentlich tatsächlich kostet kann ich es auf der einen Seite zwar verstehen das man sagt das man für fast das gleiche Geld dann das Buch haben möchte, aber auf der anderen Seite ist das für mich keine Option. Ich zahle in letzter Zeit auch die beinahe gleichen Preise weil ich das gedruckte Buch einfach gar nicht mehr haben möchte. Ich möchte ja meine Bücher alle auf dem Kindle mitnehmen können um dann spontan entschieden zu können was aus meiner Bibliothek ich jetzt lese. Bei Fachbüchern macht das direkt noch mehr Sinn, weil man seine kompletten Nachschlagewerke dabei hat. Für mich ist das eigentlich sogar ein Mehrwert gegenüber den Printversionen (wobei man bei Fachbüchern natürlich sagen muss das ich die meistens eh direkt bei OReilly.com oder so kaufe wo sie in der Tat auch noch viel günstiger sind).
    Das einige was mir dann doch zu weit geht ist wenn Printbücher auf einmal erheblich im Preis gesenkt werden und dann sogar mal billiger sind als die eBooks, das dürfte nicht passieren.

    Antworten
  6. Rene

    Ich halte Frauen auch gerne die Türen auf und das hat nichts damit zu tun, dass ich Frauen für schwach halte – ganz im Gegenteil. Das hat etwas mit Achtung zu tun und einfach weil ich Frauen toll finde. =)
    Männern halte ich auch die Türen auf, aber halt nicht so gern wie Frauen.

    Antworten
    1. Leif

      Japp, genau mein Gedanke.
      Als Mann der Frau die Tür aufzuhalten ist in meinen Augen eine Respektsgeste, genau wie das “in-die-Jacke-helfen”, den Stuhl vorziehen, sich erst NACH ihr an den Tisch zu setzen.
      Das versuche ich bei Restaurantbesuchen tatsächlich einzuhalten. Ich gebe zu, dass ich manchmal darüber hinweg komme, aber meistens gelingt es mir, auch hier mit Anstand und wohlerzogen zu agieren.

      Den Gentleman zu geben, gehört für mich bei einem Besuch im guten Restaurant dazu, wie schöne Kleidung, die teure Uhr und rasiert. Bin ich da altmodisch?

      PS: Ich bin mir bewusst, dass ich dabei eine “Rolle” einnehme, aber ich finde das gut.

  7. xumatik

    Rauchen in der Öffentlichkeit ist Unterschicht und sich selbst schaden ist moralisch genauso verwerflich wie anderen Schaden zuzufügen. Ganz schön hoher Anspruch an andere – für Leute die täglich Alkohol trinken oder ganze Tage im Bett verbringen. Das war jetzt auch eher grenzwertig.

    Antworten
    1. xumatik

      Grenzwertig schloß meinen Kommentar mit ein. Das war übertrieben, meinetwegen auch totaler Unsinn – keine Frage. Ich finde nur das ihr euch da auf ein hohes Ross setzt, wenn ihr sagt, sich selbst schaden ist wie anderen schaden. Dachte bisher , das du z.b. Selbsttötung für eine akzebtable Entscheidung hieltest. Ein Merkmal zu nehmen, so kritikwürdig es auch sein mag, und dann den Menschen so rigeros in eine Schublade zu stecken, halte ich auch für unsinnig. Aber vielleicht war das ja auch nicht soooo ernst gemeint und es liegt an meiner fehlerbehafteten kognitiven Emphatie. Dann entschuldige ich mich.

    2. holgi Artikelautor

      So langsam wird’s doch. Der Punkt mit der Selbstentleibung ist bedenkenswert. Und wenn etwas aussieht wie eine Ente und watschelt wie eine Ente, halte ich es gewöhnlicherweise auch für eine Ente.

  8. beentold

    Hach ja… Ich habe mich heute dabei erwischt, dass ich die alte Wrintheit nicht mehr vermisse. Das meine das nicht böse dem Toby gegenüber. Eher als Kompliment für Alex gemeint. Ich habe ein paar Sendungen gebraucht, um mich an sie zu gewöhnen. Jetzt würde ich sie total vermissen, wenn sie die Wrintheit mal verlassen sollte. (Was sie nicht wird, weil ist so. :D)
    Danke für die tolle Unterhaltung, Ihr Zwei!

    PS:
    [Klugscheißermodus]Demise wird wie “dimais” (mit hartem s und das erste i ist lang) ausgesprochen.[/Klugscheißermodus]

    Antworten
    1. Donngal

      Du vermisst den “Toby” wohl deshalb nicht, weil es der Nikolas, oder auch der feine Herr Semak war. 😀

    2. beentold

      D’oh! So schnell vergisst man… Dabei höre ich Nikolas in diversen anderen Podcasts und den Toby ja immer noch im Realitätsabgleich hier… Oh je… Nikolas, Toby wenn ihr das lest, tut mir leid. >.<

  9. Nicolas

    Es gibt für den ersten Kindle Paperwhite jetzt ein Softwareupdate, das die Features des neuen Kindles (z.B. den Vokabeltrainer den ihr angesprochen habt) beinhaltet.

    Antworten
  10. Justus

    Zu den Nagelbetten: Ein bisschen Spiritus auf den Fingern wirkt Wunder!
    Das Zeug ist hinterlässt lange einen so bitteren Geschmack im Mund, dass man sich das sehr schnell abgewöhnt.
    Wer sich nicht die ganzen Hände damit waschen will kann’s ja mit Q-Tips auftragen.

    Gruss aus der Bastelecke 😉

    Antworten
  11. Paul Hilbert

    Mal ein Gedankenspiel, wenn wir in den Aussagen im Sinne von “die denken sie wollen es oder mögen es, aber eigentlich…” und “eigentlich war das anfangen nur ein Fehlverhalten” etc Rauchen durch Fleisch ersetzen, könnten wir nicht die gleiche Aussage erwirken? Also potentielle Irrationatilät die eigentlich Gewohnheit ist durch kognitive Dissonanz begründen? Ich will damit nicht in irgendeiner Weise missionieren, aber mir kommt es eher so vor macht ihr die gleichen Vorwürfe die ihr “den Anderen” immer andichtet… eigentlich sind wir aber alle scheiße 😉

    Antworten
    1. Donngal

      Mhh, das käme darauf an. Gibt es Personen die bei der ersten Zigarette ihres Lebens denken “Wow, das ist lecker!”? Gibt es das beim ersten Filetsteak des Lebens? Ich kenne keine Studien, aber zweiteres kann ich mir deutlich besser vorstellen.

    2. Konrad

      Das kann man sicher nicht 1:1 übertragen.

      Der Mensch ist nunmal ein Allesfresser und der menschliche Körper ist entsprechend auch auf tierische Nährstoffe angewiesen. Gerade Schwangere und Kinder sollten von solchen ideologischen Experimenten Abstand nehmen.

      Rauchen ist, soweit ich weiß, einfach nur schädlich.

      PS: Ja, der gemeine Deutsche isst zu viel Fleisch und in der Menge ist’s sicherlich auch schädlich.

    3. Jan

      Ich bin rauchfreier Veganer, der meint seinen Missionierungseifer überwunden zu haben, aber sich in gleicher Weise wie Paul zu einem Kommentar verleitet sieht. In meiner Erinnerung gab es in einer der vielen anderen Sendungen von holgi bereits einmal das nahe beiandern befindliche Thematisieren von Rauchen und Veganismus, was mich zur Überlegung brachte: Tausche die entsprechenden Begriffe aus und alles was holgi über das Rauchen/Nichtrauchen/rauchfrei sein sagt, trifft auch auf das Vermeiden und Ablehnen von Tierprodukten zu.

      Das sich das nun meiner Wahrnehmung nach wiederholt hat, äußere ich den Gedanken nun doch mal und freue mich ihn nicht der einzige gewesen zu sein.

      Klar, nicht eins zu eins übertragbar, aber wo der einen Sache die Coolness nachgesagt wird, hält sich auf der anderen Seite der Allesfressermythos und ähnliches 😉

  12. Dnns

    Mehr Holgis in öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Zeit in der ich täglich mit den Öffentlichen gefahren bin war schon teilweise nervig. Was ist so schwer daran einfach ein bisschen Rücksicht auf seine Umgebung zu nehmen?

    Antworten
  13. Tilman

    Wieder eine sehr unterhaltsame Sendung. Danke dafür.

    Um mal zu versuchen Holgis Frage zu beantworten warum denn die Menschen so rücksichtslos seien…
    Rücksicht und Zusammenleben haben für verschiedene Menschen einfach verschiedene Bedeutungen.

    Für dich ist es wohl wichtig, dass deine Mitmenschen sauber sind, sich schön anziehen, in der S-Bahn weder musizieren noch stinkenden Döner essen oder rauchen und findest es rücksichtslos wenn sie dem nicht entsprechen.

    Ich finde es dagegen rücksichtslos wenn die gesellschaftliche Mehrheit ihre Normen mit Polizeigewalt oder anderen Formen von Zwang dem Rest der Gesellschaft aufdrückt, wie das eben zum Beispiel in den von Dir so geliebten süddeutschen Kleinstädten der Fall ist.
    Dort werde ich dann eben auch auf der Straße von der Polizei angehalten weil ich verdächtig dreinschaue oder ausländisch aussehe. Dort verliere ich eben wegen einem Gramm Gras den Führerschein. Clubs in denen Leute Drogen nehmen werden eben von Hundertschaften an Polizisten kurzerhand geschlossen. Und dort kannst Du nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr kaufen.

    Dafür ist es da dann schöner, es gibt keine Ruhestörungen und die Straßen sind sehr sauber. Auch die Leute sind sehr höflich: Ich wollte neulich eine Frau in Freiburg nach der Uhrzeit fragen und sie sagte bevor ich den Mund aufmachen konnte “Nein tut mir leid ich hab kein Kleingeld”.

    Ich freue mich jedesmal wenn ich in Berlin einen Joint im Ubahnbahnhof rieche, weil es für mich ein Symptom eines anarchischen fuck-the-authority-Denkens ist, dass ich — vielleicht kindischerweise — einfach nur herrlich finde.

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    1. holgi Artikelautor

      Die gesellschaftliche Mehrheit beeinflusst man aber nicht durch das Brechen ihrer Regeln, denn das wäre letztlich Selbstjustiz. Wir haben gute Mechanismen, um diese Regeln zu ändern. Es sind Faulheit oder Ungeduld junger Leute, die dazu führen, dass sie lieber die gesellschaftliche Mehrheit belästigen, als die bewährten Mechanismen zu benutzen. Und das finde ich sehr unverschämt – gerade, wenn ich mir ansehe, für wie irre reflektiert sich viele junge Leute halten, was man immer ganz gut an den billigen Dialektikversuchen erkennen kann, die sie hernehmen, um vermeintlich zu rechtfertigen, warum irgendwelche Regeln ausgerechnet für sie gerade im Moment nicht gelten sollten.

    2. Dnns

      Also das mit dem Gestank nach Döner etc. finde ich schon in gewisserweise ein Maß an Rücksicht, die man nehmen kann. Was mir in der Zeit, in der ich mit den Öffentlichen immer zur Arbeit gefahren bin, immer sehr negativ aufgefallen ist, das waren Leute, die sich dermaßen Laut im Zug unterhalten haben, dass man das noch 20 Meter weiter hört, und wirklich jedes Wort versteht und sich teilweise selbst nicht mehr in angemessener Lautstärke mit dem Gegenüber unterhalten kann. Noch schlimmer fand ich dann noch die Leute, die ihre Musik Laut über ihr Handy gehört haben. Abgesehen davon, dass es über die Handylautsprecher meistens ätzend klingt, teilt nun mal nicht jeder den gleichen Musikgeschmack. Wenn man diese Leute dann auch noch freundlich darauf hinweist die Musik doch bitte aus zu machen, oder eben über Kopfhörer zu hören, dann wird man noch dumm angemacht. Ich finde das hat nichts mit meinen speziellen Normen.

      Das mit den, dass du durch ein paar Gramm deinen Führerschein verlierst, wenn ich das jetzt richtig verstehe, dann ist das nunmal nach unserer Gesetzeslage verboten. Wenn dich das stört, dann versuch es zu ändern. Aber so lange die Gesetzeslage so ist, dann musst du damit leben.

      Da muss ich Holgi halt zustimmen. Unser Zusammenleben könnte in manchen Dingen besser sein, wenn wir einfach ein bisschen Rücksicht auf andere nehmen. Einfach versuchen den Leuten in deiner Umgebung nicht auf die Nerven zu gehen, weil einige haben eventuell genau das vor. Auffallen um jeden Preis, beachtet werden.

    3. Tilman

      Ich glaube da hast Du mich falsch verstanden. Mir ging es nicht um tatsächliche Regeln&Gesetze sondern um den gesellschaftlichen Konsens, was toleriert wird. Das wird ja nicht über irgendwelche “guten Mechanismen” festgelegt, sondern ergibt sich im Zusammenleben. Dieser Konsens beeinflusst Gesetze und Regeln nur in den Randbereichen. Was man z.B. in der Öffentlichkeit für Kleidung tragen kann ist nur zu einem sehr geringen Maß durch Gesetze geregelt. Trotzdem unterscheidet sich da München von Berlin.

      In Berlin gibt es eine relativ große Freiheit rumzulaufen wie man will und dieses Beispiel lässt sich auf viele Bereiche des Zusammenlebens übertragen. Wenn vielleicht mal ein muffeliger Typ im Trainingsanzug in der U-Bahn ein Bier neben mir verschüttet finde ich das okay. Auch wenn ich selbst diese Freiheit in dieser Form nie nutzen werde. Es ermöglicht aber Freiräume die woanders so nicht bestehen können.

      Wo Du da siehst, dass ich versuche Selbstjustiz oder Sonderregeln für mich zu rechtfertigen verstehe ich nicht. Falls ich meine Meinung nicht gut genug erklären konnte, lösche bitte den Kommentar anstatt weiter zu versuchen mich persönlich anzugehen. Ich bin weder jung noch unverschämt noch esse ich Döner in der U-Bahn.

  14. Herwig

    Mir gefällt ja “Wrint” als männlicher Vorname sehr gut (naheliegend, oder?). Komischerweise heisst bislang niemand so 🙂

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  15. Daniel

    In einem Punkt möchte ich mir erlauben, Alexandra zu verbessern:

    Ich wohne am Rhein. An der deutsch-französischen Grenze. Quasi am Westwall – viel weiter westlich geht (zumindest im Süden) nicht. Und dennoch sind etwa die Hälfte unserer Westbäume voller Mistelkugeln 🙂

    Sie scheinen es aber ganz gut zu überleben.

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  16. Roman Bohne

    @Alexandra Ich finde es ja immer wieder spannend, wie Alex an gewöhnlichen gesellschaftlichen Konventionen scheitert (über deren Sinn und Unsinn sich auch meiner Meinung nach manchmal trefflich streiten lässt). Bsp.: 00:49:36 -> Man sagt einfach Danke. Sehr amüsant! Vielen Dank!

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  17. Stolperstein

    Frau Eules eBooklesehaltung entspricht ziemlich genau meiner Papierbuchlesehaltung, wenn ich das richtig verstanden habe. Nur liegt das Buch dabei im 90°-Winkel aufgeschlagen auf dem Bett und je nach zur lesender Seite liegt es dabei entweder großflächig mit dem Cover auf oder mit dem Blätter-Ende der jew. Aufschlagkathete.
    So muss man auch quasi keine Kraft aufwenden zum Lesen. Für den trotzdem gelegentlich notwendigen Wechsel von den beidseitigen Embryonalpositionen zur Bettkopfendgestützten gemischtsitztliegenden Rückenlageposition wechsel ich dann den Bucharretierungsgriff zur Daumen-vorne-Einklemm-und-Buchrücken-auf-den-Zeigefinger-ableg-Technik, die auch relativ kraftfrei funktioniert.

    Schwierig wird es jeweils nur bei sehr dicken oder großen Büchern ab A4. Eines meiner Lieblingsbücher ist leider so ein ekliges Format und richtig dick und zweispaltig eng beschrieben, da funktioniert das leider derart schlecht, daß ich es immer noch nicht ganz zuende gelesen habe. 🙁

    P.S. Ich kann mich nicht zu eBook-Readern durchringen, dazu liebe ich die Haptik von Papierbüchern viel zu sehr.

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  18. psh0r

    Zur von Holgi spontan eingeworfenen Frage “Kauft eigentlich noch jemand Bücher woanders als bei Amazon, wenn er sie online kauft?”:
    Ja. Ich kaufe meine Bücher bei meinem lokalen Buchhändler. Ich bestelle sie auf dessen Webseite im Internet vor und hole sie an der Abholstelle in dessen Geschäft mit einem kleinen Umweg auf dem Weg zur Arbeit ab (ich könnte sie mir auch nach Hause schicken lassen).
    Ich tue das, weil ich Fan von lokaler Infrastruktur im speziellen und verteilter, dezentraler Infrastruktur im Allgmeinen bin, weil zentralistische Infrastruktur dazu tendiert, von einigen Wenigen kontrolliert zu werden. Das hat dann oft Mono- oder Oligopolcharakter und ich möchte verhindern, dass Amazon irgendwann bestimmen kann, was es zu lesen gibt und was nicht.

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    1. BrEin

      @psh0r
      Also auch Prinzip und nicht weil es Dir sonst irgend einen Mehrwert bietet.

      Ich versuche das auch, aber leider scheitern die Händler regelmäßig daran, wenn man nicht gerade eines der 08/15 Bücher will, die sie eh im Verkauf haben. Ist das Buch auf Englisch (und kein Wörterbuch u.ä.) dann war’s das.

      Buchhändler bieten mir nur dann einen Mehrwert, wenn ich auf dem Einkaufsweg oder in Bahnhöfen mal rein laufe und mir eines der 08/15 Büchern mitnehmen kann, die auch bei Amazon und Co. noch der Buchpreisbindung unterliegen.

      Gruß
      BrEin

  19. Mike_060

    Hallo holgi,
    Wird Zeit mich mal wieder für deine tollen Podcasts zu danken.
    Echt klasse auch diesmal wieder ( flattr eingeschlossen)

    Vielleicht denkst du mal über ein eigenen singulären Podcatcher nur für deine Formate nach. Ich glaub das könnte ich Kollegen dann auch easy weiterempfehlen.
    Ansonsten: mehr bücher über ebooks. Verstehe echt nicht, dass die Verlagsindustrie das nicht endlich begreift?
    Ältere Bücher Per ebook. Neuere Beides.
    Naja – dist wohl wie bei Musik. Erstmal mussen einige Pleite gehen damit sich was ändert.

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  20. Hendrik

    Hi Holgi und alle anderen,

    wie immer tolle Sendung. Möchte nur noch ein paar Worte zum Thema gendergerechte Spielplätze loswerden, da ihr das Thema doch etwas anders dargestellt habt, als es sich die “Gender Studies”-Menschen gedacht haben.

    Die Idee zu diesem Jungenhaus und Mädchenhütte kommt nicht von der SPD (soweit ich weiß), sondern hat irgendein Abenteuerspielplatzbesitzer sich so ausgedacht. Aber die Lautsprecher (meistens die Ahnungslosesten) hört man eben am lautesten.

    Die Idee bei den gendergerechten Spielplätzen ist die, dass sich Bauausschüsse darüber Gedanken machen, wie sie Angebote an Außenflächen schaffen, die für alle Kinder bis ~15 Jahren oder so attraktiv sind. Wenn wir uns die Spielplätze anschauen, gibt es Sandkästen und Schaukeln, Holzhütten und Karussells. Und darüberhinaus Bolz- und Basketballplätze. Während die ersten genannten Angebote für alle Kinder bis 7 oder 8 Jahren noch interessant sind, gibt es sonst fast ausschließlich Angebote, die sich eher an Jungen richten (Bolzplätze gibt es zumindest hier an jeder Ecke). Kinder über 8 Jahre, die eben nicht gerne Fussball oder Basketball spielen (also potentiell eher Mädchen), finden draußen hingegen wenige Orte, an denen sie spielen können. Ich finde durchaus, dass sich die Menschen in den Bauausschüssen genau über diese Problematik Gedanken machen können und sich überlegen sollten, welche Angebote über Fussball und Basketball hinaus es sonst noch geben könnte/sollte. Und nichts weiter ist die Forderung nach gendergerechten Spielplätzen (zugegeben der Begriff ist etwas hochtrabend).

    Ansonsten: Bitte mach noch lange deine Sendungen weiter. Sie machen immer wieder Freude 😉
    Viele Grüße, Hendrik

    P.S.: Wenn ich schon mal dabei bin 🙂 ich finde auch, dass der Bereich “Gender Studies” zu oft ins lächerliche gezogen wird, dank der Lautsprecher, die mit ihren komischen Forderungen und sinnlosen Gängelungen die Thematik sehr in den Dreck ziehen. Es gibt Themen, die durchaus gesellschaftlich wichtig und spannend sind (Reichen zwei Geschlechter wirklich aus? [Stichwort zB Intersexualität, Androgenresistenz, Judith Butler], Machtstrukturen und Geschlechterrollen, “Warum sind traditionelle “Frauenberufe” oft die schlechterbezahlten Berufe [Krankenschwester, Kindergärtnerin, Altenpflegerin, Verkäuferin] und warum ändert sich das nicht?”, soziale Geschlechterkonstruktion, “Gibt es in homosexuellen Beziehungen auch den ‘Vater’ und die ‘Mutter’?”). Es geht halt nicht immer nur um Irgendwas_*Innen, jederman/jederfrau/jedermensch und sonstige absurde Forderungen. Aber ich schweife ab, das ist hier ja grad nicht das Thema.

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    1. holgi Artikelautor

      Das ist ja möglicherweise auch alles interessant. Es halt halt bloß nix mit der gelebten Realität zu tun – und die durch lautes Getröte zu verändern, versuchen die Weltverbesserist_Innen ja dummerweise.

    2. Hendrik

      Ja genau diese Weltbersserist_innen darf man aber nicht als “die” Gender Studies sehen, weil das eben nur ein winziger und nicht repräsentativer Teil ist, dazu noch extrem lauter Teil ist. Sagt ja auch niemand, dass der Journalismus eigentlich nen Witz ist, weil die BILD teilweise Bullshit schreibt. Es gibt auch guten Journalismus wie es auch gute Gender Studies gibt.

      Und vieles von dem was ich oben schrieb ist durchaus gelebte Realität, “Regenbogen”-Familien mit Kindern (und Adoptionsprobleme bei diesen), biologische Störung des Geschlechts (schwankende Zahlen von <1% bis zu 4% "betroffene"), Lebensstandards von Frauen (von wegen Gleichberechtigung…). Das sind alles gelebte Realitäten von vielen Menschen in Deutschland und Themen die die Gender Studies erforschen. Die werden mit den _*Innen in einen Topf geworfen, der ihnen nicht gerecht wird.

  21. Josef Max Hajda

    Hallo Alex, hallo Holgi,

    ich habe zum Thema Bücher zwei Sachen, die euch vielleicht interessieren könnten

    1. Auf der Plattform https://unglue.it findet Crowfunding für freie Bücher statt. Genau die angesprochenen Bücher, die zwar in kleinen Mengen nachgefragt werden, aber nicht mehr verlegt werden, können hier von ihren Autoren freigekauft werden. Gesammelt wird von der Crowd, erfolgreiche Projekte werden dann frei zugänglich für Jedermann.

    2. Auch ich habe mir die Frage gestellt, wieso Verlage in Sachen Internet so hinterher hinken und es nicht von jedem Buch ein eBook gibt. Auch hat mich interessiert, wieso eBooks nicht deutlich günstiger sind. Da ich die Fragen aber von jemand mit Ahnung beantwortet haben wollte, habe ich Karla Paul, eine Expertin in Sachen Büchern eingeladen mir und meinem Kollegen im Podcast ein wenig darüber zu erzählen.
    Deshalb hier mein Shameless Selfplug:
    http://hajda.de/verlage-und-das-internet-sag-interview/

    Danke für die vielen tollen Sendungen 🙂

    Liebe Grüße,
    Josef

    Antworten
  22. Nadine

    Hallo Alexandra und Holgi,

    vielen Dank für die gute Unterhaltung. Und besonderen Dank für den Hinweis auf den Nichtraucher-Bluemoon. Bin seit 14 Tagen rauchfrei und fröhlich!

    Grüße aus Köln,

    Nadine

    Antworten
  23. Simon

    Deutsch lernen geht wunderbar, in dem man eine Fremdsprache lernt. Dabei bekommt man einen total neuen Blick auf die eigene Sprache, erkennt Vor- und Nachteile und das besonders mit einem Tandem-Partner. Denn der wird einem Fragen stellen, die man sich so niemals selbst gestellt hätte.

    Antworten
    1. Simon

      p.s. Ein Beispiel: Mein Tandem fragte letztens: Was ist eigentlich die Vergangensheitsform von “möchten”?

      Tipp: “mochte” ist es jedenfalls nicht, denn das kommt von “mögen”. Als ich es dann nachgeschlagen habe, blickte ich in den Duden und habe kurz gezweifelt ob ich wirklich Deutschstämmig bin … das hatte ich so noch niemals jemanden sagen hören. 😀

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