WR044 Holger ruft an: In der Westbank

Lars ist zwar gerade erst nach Argentinien ausgewandert, hat sich aber trotzdem gedacht, dass er ja mal ein Vierteljahr lang als ökumenischer Begleiter in Hebron nach dem Rechten sehen könnte.

Westjordanland, Golanhöhen, Siedlungen, Gazastreifen, Hamas, Israelische Sperranlagen, Jerusalem (Ost), Nakba, Kufiya, IDF, Schovrim Schtika (Breaking the Silence), UNICEF, OCHA, EAPPI

Torrent gefällig?


39 Gedanken zu „WR044 Holger ruft an: In der Westbank

  1. stefan

    1. Telefoniere mit Menschen, die was interessantes zu erzählen haben
    2. ???
    3. Profit

    Wegen sowas hab ich früher Radio gehört, kam leider nur abends/nachts. Jetzt kann ichs auch auf der Arbeit hören. Danke dafür.

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  2. kraeuterzucker

    Was mir bei dem Gespräch völlig gefehlt hat: alle Palästinensern mit denen ich gesprochen habe sind überzeugt, dass nur eine Ein-Staaten-Lösung dauerhaft Frieden bringen kann. Niemand in Grenznähe wünscht sich wirklich von Leuten der PLO regiert zu werden, weil diese vollständig von der israelischen Wirtschaft abhängig ist. Die Menschen wollen doch keinen eigenen Staat, sie wollen erstmal Jobs und eine Perspektive. Die Teilung des Landes ist eine Tragödie.

    Vielleicht noch ein Zitat zum Selbstverständniss der jungen israelischen Soldaten (sinngemäß): „Ihr in Europa redet immer von Kriegsverbrechen. Der Krieg an sich ist ein Verbrechen. Du tust immer das, was nötig ist. Wie kannst du von außen sagen, dass es Kiegsverbrechen gibt?“

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    1. holgi Artikelautor

      Schönes Scheinargument, mit dem man jegliches amoralische Verhalten rechtfertigen und die eigene Verantwortung von sich wegschieben kann. Trotzdem sind Kriegsverbrecher Kriegsverbrecher.

  3. mrjerk

    Wow. „Das war ja mal’n Impact“ ™ – ich glaube ich habe in diesen knapp 1,5h WRINT mehr über den Konflikt im Westjordanland gelernt als in Jahrzehnten medialen Einheitsbreies. Danke an Dich Holgi, für die richtigen Fragen und an den überaus kompetenten Gesprächspartner für die Einblicke in sein Leben dort.

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  4. Michael

    Danke für einen interessanten Podcast.
    An ein paar Stellen hätte ich mir gewünscht, dass sich Holger mit seiner eigenen Meinung und seinen Ansichten etwas mehr zurück gehalten hätte.
    Der Podcast ist kein öffentlich-rechtliches Radio, man muss also nicht alles einordnen und in einen größeren Kontext setzen.
    Dem Interviewpartner sollte mehr Raum gegeben werden wie bei Elementarfragen. 🙂

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  5. Nille O'Shea

    Man sollte Like-Buttons bei den Kommentaren einführen.
    Wie dem auch sei – der Kommentar über meinem gefällt mir. 🙂

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  6. gokzilla

    Es tut gut zur Abwechslung auch eine neutrale Sicht der Situation in Israel zu hören.

    Ich kann zwar kein arabisch, aber all meine arabischen Freunde schwören darauf, das der Satz von Ahmedinejad “ Israel aus der Landkarte zu tilgen“ aus dem Kontext gerissen wurde.

    Es war die Antwort auf die Frage “ Was wird Iran machen, wenn Israel sie mit der Atombombe bewirft“.

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    1. Lars

      Also 2 Bemerkungen dazu:
      Deine arabischen Freunde können das genauso wenig beurteilen wie du, da man im Iran Farsi und nicht Arabisch spricht. (Iraner sind meistens auch recht angepisst, wenn man sie Araber nennt…)
      Das Ahmedinejad dauernd reden schwingt, dass er Israel auslöschen will und Holocaust-Leugner-Konferenzen organisiert ist glaube ich unbestreitbar (unbeachtet ob aus dem Kontext gerissen oder nicht). Die wirkliche Frage ist, ob er es wirklich machen würde und bereit ist die Konsequenzen zu tragen.

  7. Krach

    Im Iran wird mehrheitlich Farsi, nicht arabisch gesprochen…
    und du willst jetzt nicht ernsthaft den Antisemitismus/Antizioismus des iranischen Regimes in Frage stellen?

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    1. holgi Artikelautor

      Das kann man sogar sehr gut in Frage stellen. Allerdings ist es müßig, dies auch zu tun, denn man kann es nicht überprüfen. Also muss man sich an das halten, was der offizielle Teil des Irans bekanntgibt. Und das ist doch reichlich eindeutig.

  8. gokzilla

    Natürlich weis ich das die Iraner keine Araber sind sondern die Nachfahren der Perser ;-). Im Allgemeinen bin ich als (Türke)aber gewohnt, das die Deutschen selbst zwischen Türken und Arabern keine Unterschiede machen und hab es der leichten Verständigung halber verallgemeinert :-).

    Zeige mir eine Quelle ,wo Ahmedinejad offen auffordert und droht Israel anzugreifen ?
    Den Holocaust leugnen leider sehr viele, auch wenn es unfassbar widerlich ist, sind das deren Anschichten und kein Grund gleich ein ganzes Land anzugreifen.

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  9. gokzilla

    mit Quelle meine ich jetzt aber nicht die Springer Presse und SPON, sondern tatsächlich ein Beweis wo Ahmedinejad mit seinem eigenen Worten droht Israel anzugreifen, und auch nicht, zusammengeschnittene Worthülsen die aus dem Kontext gerissen wurden.
    Ich habe etliche „iranische“ Freunde die alle das eben verneinen und Du willst hoffentlich nicht in Frage stellen , sie seien alle Unglaubwürdig 🙂

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    1. Krach

      http://www.youtube.com/watch?v=9hO9nk9sa5I&feature=g-logo&context=G2f1fd31FOAAAAAAAAAA

      Antisemitismus eine erfindung der Zionisten?
      Der Holocaust eine Erfindung der Zionisten, um die ‚Vertreibung‘ und ‚Ermordung‘ zahlreicher in Palästina lebender Araber (aka Palästinenser, ich verweise nochmal auf den Essay)?
      Krieg im Irak, eine Provokation der Zionisten?
      Krieg in Afghanistan, eine Provokation der Zionisten?
      ‚Unterdrückung‘ des Sudan, eine zionistische Verführung?
      Kolonialismus ein Produkt des Zionismus?

      Das grenzt nicht nur an Antisemitismus, er ist vorhanden und lupenrein.

  10. boxi

    sehr interessant die ganze sache. auch wenn man bei derartig politisch aufgeladenen situationen es vielleicht besser wäre noch die andere sicht erzählen zu lassen. vielleicht ruft ja mal jemand an.

    von mir nur ein paar bemerkungen…
    -jede gruppe hat seine teilweise guten gründe etwas zu machen oder eben nicht zu machen. nur kann & will keiner nachgeben. wie soll die fatah auf israel zugehen, wenn sie dafür dann in den wahlen „abgestraft“ werden würden (die hamas gibt es ja nicht „aus dem nichts“), auf der israel. seite ist es nicht anders. mit olmert hat man sich damals aus dem gazagebiet zurückgezogen (inklusive umsiedlung von tausenden siedlern), als „dank“ gibt es terroranschläge und raketen. den „fehler“ wird israel nicht so schnell nochmal gehen, kann sie aber auch gar nicht, denn die bevölkerung in israel hat das natürlich auch bemerkt, wie wenig ein rückzug etwas bringt und wählt fleißig eher die „hardliner“.
    -die hamas hat noch immer im ihrer präambel die vernichtung israel als ziel stehen.klar wäre es schön, wenn man auf sowas mit „liebe“ reagiert. man muss sich aber nur vorstellen was hier los wäre, was z.b. die cdu oder die npd erzählen würden, wenn hier regelmäßig leute sterben würden, regelmäßig raket fliegen würden.

    (und das alles soll nichts rechtfertigen. es ist halt nur leider sehr kompliziert.)

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  11. gokzilla

    Man sollte auch hinzufügen, dass diese Kassam Raketen ,welches die Palästinenser auf die Israelis werfen, selbstgemachte „Raketen“ sind mit einer Reichweite von 3-10 km.

    Bis heute sind nur eine Handvoll Israelische Soldaten durch diese Raketen ums Leben gekommen. Durch die Propaganda glauben aber viele Menschen, das es sich um militärische Sprengköpfe handelt, obwohl diese Dinger nur eine aufgemotzte Sylvesterrakte ähneln.

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    1. kraeuterzucker

      Ja es richtig, dass es sich um sehr primitive Waffen handelt, bis zu 10kg TNT in einer Stahlhülle kann man aber kaum als eine „aufgemotzte Sylvesterrakte“ bezeichnen.
      Ziel ist ja nicht die Bekämpfung der israelischen Soldaten, sonder die Verbreitung von Terror.

      Es ist auch völlig irrelevant wie effektiv die Waffen sind, es handelt sich sehr wohl um Kriegswaffen, die ein angstfreies Leben am Rande der Grenze nicht möglich machen.

    2. boxi

      warum verharmlosen sie tote? sowas versteh ich nicht. jeder toter ist einer zuviel. auf beiden seiten.

  12. Joerg

    Ein Podcast mit „Impact“, zumindest beim Hörer.
    Also ich gebe auch zu, dass die ganze verfahrene Situation bei mir zu einer gewissen Abstumpfung geführt hat.

    Im Kindesalter habe ich miterlebt, wie immer wieder von Friedenspolitik gesprochen wurde, und dass viele Menschen große Hoffnungen hatten, dass es besser werden würde. Das war 1977 oder so, da war ich gerade 7. Das bekommt man als Kind mit, schien es doch wichtig zu sein.

    Dann war es doch so gegen 1990, da ging es weiter und es lag Hoffnung in der Luft.
    Und es wurde ja auch in kleinen Schritten besser, bis Rabin dann 1995 von einem Israeli erschossen wurde. Damit war es dann vorbei.

    Ein anderes Erlebnis hat mich tief bewegt:

    Wir hatten an unserer Fachoberschule einen Vortrag eines Holocaust Überlebenden. (so ca. 1990) Ich saß da und er erzählte von den wirklich unfassbar schlimmen Gräueltaten des Kriegs. Schlimm. Es ist ein anderes Ding, solche Sachen von einer Person zu hören, die selber dabei war.

    Dann ging er aber weiter und bei jedem Satz über „seinen Krieg für Israel“ schwoll seine Brust und ich saß da und konnte es nicht fassen. Gerade einem Krieg gegen sein Volk entkommen, war es überhaupt kein Problem für ihn, andere Menschen zu vertreiben. Als ich gerade dachte, dass ich das nicht weiter ertragen kann, stand der Lehrer auf und unterbrach die Vorstellung recht abrupt und ließ auch durchblicken, dass es für ihn an dieser Stelle nicht erträglich war, das weiter zu hören.
    Das war ein verwirrendes und bestürzendes Erlebnis, ich glaube ich werde die Handlungen dort nie wirklich begreifen.

    Für mich steht nur fest, dass die einfachen Menschen dort die absoluten Verlierer sind.

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  13. Florian

    Hallo Holger,

    ich höre Deine Podcasts sehr gerne und schätze stets Deine Ansichten.
    Beim Hören dieses Podcasts hatte ich aber den Eindruck, Du hast durch Deine Zeit in Frankfurt eine verzerrte pro-israelische Sicht des Nahostkonflikts.

    Wenn wir Deutschen denn schon eine „historische Verantwortung“ haben sollten, dann sollte das sicher nicht eine bedingungslose Partnerschaft mit Israel bedeuten – sondern eben eine Verantwortung, zukünftig Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen durch alle anderen Staaten zu verhindern.

    Gruß,

    Florian

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    1. holgi Artikelautor

      Inwiefern kann eine Zeit in Frankfurt zu einer „verzerten pro-israelischen Sicht“ führen? Inwiefern ist meine Sicht auf den Nahostkonflikt verzerrt? Wie sieht die richtige Sicht auf den Nahostkonflikt aus? Was qualifiziert dich, darüber zu urteilen?

    2. Joerg

      Da hast Du den Holger aber glaube ich vollkommen falsch verstanden.
      Er meint doch wohl eher, dass wir als Land so dermaßen vorbelastet sind, dass wir Israel helfen müssen auch wenn die noch so viel Mist bauen, alleine schon deshalb, weil es politischer Selbstmord wäre, wenn man hier mehr als nur „eine friedliche Lösung im Konflikt“ fordern würde.
      Da käme dann die Judenhasser Keule, und aus ist es.

      Das ist traurig, aber leider die Wahrheit.
      Unser Land hat beinahe eine ganze Volksgruppe ausgerottet, da können wir jetzt an denen nicht viel kritisieren, auch wenn gerade wir es eigentlich machen müssten. Verfahrene Situation und viele Israelis spielen diese Karte auch ganz schnell und immer wieder aus. Das würde ich wahrscheinlich aber auch so machen.

  14. gokzilla

    für mich ist Israel wie das Kind von Deutschland das im Vollsuff jahrelang geschlagen wurde. Nur weil Deutschland sich jetzt komplett geändert hat und Israel wieder in den Armen nimmt, darf es nicht bedeuten, alles durchgehen zu lassen wenn der Sohn jetzt das gleiche macht , was Ihm angetan wurde.

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