WR090 Holger ruft an: Bei Julian (wg. ATLAS)

Nochmal ein wenig CERN. Ich habe mit Julian Glatzer geredet. Der ist Mitglied der ATLAS-Kollaboration am CERN, was die Menschen sind, die nach dem Higgs-Boson suchen. Für Fachleute sind bestimmt einige Redundanzen dabei, denn wir sprachen unter anderem über das Standardmodell, Antimaterie, Illuminati, Supraleitung, Strom (haha), Strangelets, Aggregatzustände, Kalorimeter, SupersymmetrieTau, Fermionen, Z-Bosonen, Synchrotronstrahlung, Sachen, die ich mir nicht ausgeschrieben habe – und zwischendurch macht auch mein Verstand mal schlapp.

Auch schön: Alpha Centauri zu W & Z-Bosonen

7 Gedanken zu „WR090 Holger ruft an: Bei Julian (wg. ATLAS)

  1. panzi

    Es gibt mehr als 4 Aggregatzustände:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Aggregatzustand#Nichtklassische_Aggregatzust.C3.A4nde

    Und einen Aggregatzustand denn Du (Holgi) wohl noch kennst ist Plasma. Das ist woraus u.A. Blitze, das leuchtende in Leuchtstoffröhren und Sterne bestehen. Plasma ist im Grunde ein Gas, das nur aus geladenen Teilchen (Ionen und Elektronen) besteht.

    Schau dir mal auch ein paar Videos auf YouTube zu Suprafluids (Superfluid Helium) an. Sieht echt cool/strange aus.

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  2. Lucas

    Ich wollte noch ein paar Worte zur Thematik Synchrotron verlieren:
    In den Life Sciences ist Synchrotronstrahlung auch im Bereich der Lösung von Proteinstrukturen äußerst interessant. So können Proteine kristallisiert werden und der Proteinkristall dann in einen Synchrotronstrahl gehalten werden und die gesammelten Daten zur Lösung der Proteinstruktur verwendent werden. Bekannte Synchrotronanlage sind z.B. in Brookhaven (Long Island) oder in der Schweiz die Swiss Light Source.
    Die Lösung von Proteinenstrukturen mit Synchrotronstrahlung haben den Vorteil, dass sie meist eine höhere Auflösung erreichen als die Röntgengeräte in den Forschungsinstituten.

    Die Lösung der 3D-Struktur von Proteinen ist sowohl in der Grundlagenforschung zum Verständnis von molekularen Abläufen als auch in der Pharmaindustrie interessant. So können Medikamente hergestellt werden, die im Schlüssel-Schloss-Prinzip punktgenau ihre Wirkung entfalten können.

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  3. peschmae

    Interessante Sendung!

    Um das mit der Synchrotronstrahlung noch etwas auszuführen – da gibt es durchaus eine grosse Zahl von Quellen die damit hauptsächlich Röntgenstrahlung mit hoher Intensität generieren.

    Teilweise fällt da im übrigen auch Infrarot ab, wobei da die Nachfrage nicht soo gross ist, da es ja Tabletop Infrarot-Laser gibt.

    Man zählt so gute zehn Synchrotronlichtquellen in Europa, mit jeweils zwischen etwa fünfzehn und fünfzig Experimentierstationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Synchrotron

    Das Anwendungsspektrum ist einiges breiter als nur die Proteinkristallographie, wobei diese natürlich eine der Flaggschifanwendungen ist. Diverse Arten von Kristallographie, Spektroskopie, “einfache” Röntgenabbildung – aber oft mit Fokus auf zeitaufgelöstes Messen, Magnetismusforschung, etc

    Da wir gerade bei den Teilchenbeschleunigern sind: über die letzten Jahre wurde im DESY in Hamburg der Teilchenbeschleuniger Petra 3, der für Positronen und Elektronenkollisionen (und als Vorbeschleuniger für einen noch grösseren Beschleuniger, HERA, benutzt wurde) gebaut war, umgebaut zur Synchrotronlichtquelle. Im Vergleich zum CERN ist die Anlage natürlich klein – aber wir sprechen hier trotz allem von 2.3 km Umfang…

    Eine ganz nette Übersicht auch zu dem Thema Synchrotronstrahlung (an der ESRF, dem europäischen Synchrotron) gibt der nachbarliche Podcast Omegatau: http://omegataupodcast.net/2009/03/11-synchrotron-radiation-science-at-esrf/

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  4. name_sei_erforderlich

    Weil es ja in der Sendung um das Problem des “Nachweises” des Higgs-Boson über ein Ausschlussverfahren ging:

    Vielleicht wärs wirklich mal gut, wenn du eine Sendung über Wissenschaftstheorie machst. Insbesondere über Karl Popper (der Soziopod war da bisschen beschränkt). Da werden nämlich solche Fragestellungen klarer.

    Man kann in den Naturwissenschaften nämlich nie etwas *nachweisen*. Man kann nur eine Theorie aufstellen und schauen, ob diese Theorie fehlerbehaftet ist. D.h. also ob es Beobachtungen gibt, die diese Theorie wiederlegen.

    Das ist eine der Kernaussagen des Falsifikationstheorems von Karl Popper.

    Jedes naturwissenschaftliche Ergebnis ist nur ein Vermutungswissen – und Ziel der Wissenschaft ist es, unser vorhandenes Theoriegebäude so gut es geht zu testen.

    Ein einfaches Beispiel: Die Newton’sche Mechanik ließ sich lange Zeit nur schwer widerlegen. Mit Experimenten mit Teilchen ab 10% der Lichtgeschwindigkeit kann man aber zeigen, dass sie so ohne weiteres nicht mehr gilt. Also hat man die Relativitätstheorie konstruiert, um diese Phänomene zu erklären. Die hat sich bis heute gut bewährt – aber ist natürlich trotzdem vorläufig.

    Ich fände es mal schön, wenn du eine Sendung zu dem Thema machen kannst. Weiß aber keinen wirklich kompetenten Gesprächspartner. (Hab selber da nur Laienwissen…)

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