WR256 Schärfenwurstverlagerung

 

wrint_2014_zumthema_200 Chris Marquardt und ich rekapitulieren das Subjekt aus der letzten Sendung, reden über Objektive, Sensoren, Cropfaktoren, die Schärfentiefe, die Tiefenschärfe und die Tärfenschiefe, über Astrofotografie, die Sony Alpha 7R, Schärfe, Pixel, über Cropsensoren (APS-C, Micro-Four-Thirds, Foveon) und Vollformatsensoren, die Sony RX100, über Normalbrennweite, Bildwinkel, die Bildebene, Tiefenstaffelung, die Schärfeebene, eine Lichfeldkamera (Lytro), die Hyperfokaldistanz, den Zerstreuungskreis, Retina-Displays, die Makula, chromatische Abberationen, FarbkanälePrismenbrillen, Kontrast, Unscharfmaskierung, Halos, Siemensstern, den Epson V600*, zwischenzeitlich lerne ich, warum eine große Blende eine kleine Zahl hat, dann reden wir über Pinholes (Chris baut eine Lochkamera!), das Noctilux, Sternenspuren, die Fokusfalle (DOFmaster), Messsucherkameras, Spiegellinsenobjektive, dendas Bokeh und den Tilt.

Die besprochenen Fotos: Flaschen, Valdemossa, Gras durchs Pinhole, Tilt (Tab Two)

*Afiliate-Link

34 Gedanken zu „WR256 Schärfenwurstverlagerung

  1. Richard

    Sorry offtopic : aber Danke fürs ins Gedächtnis rufen, WRINT ist immer wieder großartig was für Realitäten Holger aufeinander treffen lässt:

    Tab Two (Helmut Hattler und Joo Kraus) beschwört schöne Erinnerungen an die Abizeit, waren tolle Konzerte… geh jetzt mal die CD aus den späten 90er Jahren suchen und hoffen das sie nicht verkratzt ist. Na zur Not gibts sonst eben nur Hattler auf der Kraan Vinyl.

    Jetzt mal die Folge hören…

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  2. manka

    Zum Thema Prisma… Was uns in der Ausbildung zum Augenoptiker erzählt wurde, wie weit unser Hirn Dinge ‘rausrechnet’… Es gab da ein Experiment, wo den Probanden eine Prismenbrille aufgesetzt wurde, die das Bild auf den Kopf stellte. Nach eingen Tagen (genau weis ich das nicht mehr) sahen die Probanden die Welt nicht mehr verkehrt herum. Als sie die Brille wieder absetzten, sahen sie die Welt ohne Brille einige Zeit (auch da weis ich nicht genau wie lange) verkehrt herum, bis das Hirn den Normalzustand wieder hergestellt hatte.

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    1. manka

      Ach, ja kurze Zeit später habt ihr das Beispiel selbst in der Sendung 🙂

      Zum Farbsehen: Ausserhalb der Makula und angerenzender Bereiche kann gar keine Farbe wahrgenommen werden. Lediglich Hell/Dunkel wird in den Bereichen drumherum wahrgenommen.

  3. Tobi

    Schöne Folge, eben durchgehört. Leider noch etwas zu sehr auf die technischen Aspekte der Fotografie fokussiert – vielleicht kommt Ihr bald auch mal zu den krativ/gestalterischen Themen?!

    Falls es interessiert: ich habe zum Thema Street Photographie eine kleine Fibel verfasst: http://gatogatogato.ch/books – ggf. für die Zielgruppe interessant?!

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  4. Jeremy

    Hallo zusammen,
    erstmal herzlichen Dank an Chris und dich für diese tolle Sendungsreihe!
    Ihr habt mich mit den Fotografiesendungen neugierig gemacht, weshalb ich jetzt darüber nachdenke, mir in naher Zukunft eine Spiegelreflexkamera zu kaufen. Könnt ihr mir da Kauftipps geben? Ich habe schon viel über die 600D gelesen, ist die empfehlenswert? Ich habe außerdem gelesen, dass man nach dem Kauf einer Kamera an diesen Hersteller gebunden ist, was die Kompatibilität von Objektiven mit Gehäusen angeht. Ist Canon da die richtige Wahl? Worauf muss ich als Einsteiger achten? Wie hast du, wie habt ihr angefangen?

    Dank und Gruß
    Jeremy

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    1. Flotti

      Yeremy,
      Holgis Audio-Reihe ist vermutlich der Falsche Ort für solche Fragen wie Kauftipps 😉
      Aber selbst wenn Du die gleiche Frage wie hier in einem Canon/Nikon/Fuji Forum postest, wirst Du keine gescheiten Antworten bekommen.

      Bevor Du Dir überlegst ob Nikon, Canon oder whatever, stell Dir die Fragen:

      – Was willst Du fotografieren?
      – Wie willst Du fotografieren?

      Was:
      Sternenhimmel, Landschaft, Fashion, Portraits, etc.

      Wie:
      HDR, Schnappschüsse, etc. pp.

      Ich hoffe ich habe klar gemacht was ich meine. Je nachdem für was Du Dich interessierst, gibt es gute und schlechte Kameras.
      Wenn Du street photography machen willst, ist eine dicke SLR mit 200mm Objektiv vielleicht eher unpraktisch. Macht Dir zwar 36Megapixel und hat Blende 2, aber Du wirst sie nie in die Stadt nehmen weil sie so unpraktisch ist.

      auf der anderen Seite, wenn Du Landschaftsfotografie machen willst, kannst du Dir sogar analoge Mittelformatkameras anschauen…

  5. Clemens

    Die Scharfstell-Hilfe für die Astrofotografie nennt sich Scheinerblende (Lochanzahl 2 oder mehr), manchmal auch Hartmann-Blende (Lochanzahl 3 oder mehr). Nicht zu verwechseln mit der Scheiner-Methode, einem Weg, seine Teleskopmontierung äußerst exakt einzunorden.

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  6. Christian Berger

    Die Farbmuster bei feinen, sich wiederholenden Mustern kommen übrigens bei modernen PAL-Dekodern nicht mehr vor.

    Übrigens Baupläne für so einen “Rangefinder” finden sich auch im “Werkbuch für Jungen” von “Rudolf Wollmann”.

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  7. Micha

    Hallo 🙂
    Zum Thema Blende ein Anmerkung von mir.

    Es stimmt nicht durchgehend, dass je kleiner die Blende, desto größer die Schärfe. Ab einer gewissen Blende, meist schon ab 22 oder spätestens bei 32 kommt die Physik zum Einsatz und beschert uns einen Brechungsfehler am Rand der Blende, was das Bild insgesamt wieder unschärfer macht. Das trifft auf Linsen als auch auf Lochblenden zu. Daher sind Lochkameras immer recht unscharf.

    Schöne Grüße, Micha

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  8. alfora

    Kleine Eselsbrücke für die Blendenzahl:

    ½ Torte ist größer als 1/16 Torte
    Blende f/2 ist daher größer als Blende f/16

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  9. codingbinary

    Zum Thema Bokeh und sein Wortursprung:

    Es kommt vom japanischen Verb 暈ける (bokeru) – verschwommen werden; verblassen.
    Und es stimmt, Boke kann auch Idiot heißen (meistens die Bezeichnung für die Rolle des Idioten bei japanischen Comedy-Duos). In dem Fall wird es aber mit anderen Schriftzeichen geschrieben (惚け bzw. 呆け)

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  10. alfora

    Kleine Eselsbrücke für die Blendenwerte:
    1/2 Torte ist größer als eine 1/8 Torte
    Blende f/2 ist größer als Blende f/8

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  11. Flotti

    Ich frage mich grade, ob das mit dem Crop-Faktor nicht noch mehr Vorteile außer der scheinbar höheren Brennweite hat:
    Da man den Ausschnitt des Bildkreises verkleinert, fallen entsprechend auch die Ränder der Linse weg, die ja die Aberrationen enstehen lassen.

    Daher müßte ja eine vollformat-taugliche Linse auf einem crop-sensor bessere Ergebnisse liefern…das hängt natürlich primär davon ab, ob der crop-sensor die fehler überhaupt auflösen könnte…hmmm…

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  12. Bigmcintosh

    Hallo Chris,
    ich hätt da mal ne Frage. Ich bin mir nicht sicher ob die hier rein passt, aber da ich denk, dass das was mit schärfe zu tun hat, Frage ich mal hier 😉
    Du kennst ja sicherlich so Stadt/Dorfaufnahmen aus der Luft, die Aussehen wie Miniaturlandschaften. Kannst du mir erklären wie sowas gemacht wird? Wodurch kommt der Effekt zustande?

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    1. Flotti

      @Bigmcintosh: Nennt sich shift-effekt. Kommt in der Folge ganz am Schluss.

      @Holgi: du brauchst kein teures Shift-Objektv – gibt doch lensbaby 🙂

    2. BigMcIntosh

      Wird dabei die Schärfewurst auf den Boden gelegt oder wie wird der Effekt genau ezeugt?

  13. sternburg

    So lustig ich Schärfenwurst finde:

    “Hmmm… wir suchen ein Wort für eine Ebene , die allerdings eine gewisse Dicke aufweist. Also eher so was wie ein Quader,aber ganz flach. ”

    “Du meinst, sowas wie eine Wurstscheibe?”

    “Ja, genau. Schärfenwurst, hihi.”

    Freunde, das in Wurstscheibe enthaltene Wort, das ihr gesucht habt, ist nicht Wurst sondern Scheibe. Schärfenscheibe. Wäre doch auch schön anschaulich.

    Ansonsten ein gutes Beispiel dafür, warum ich Podcast von Leuten, die ich mag, auch dann höre, wenn mich das Thema an sich nicht interessiert. Ich habe nie und werde wohl auch nie ambitioniert fotografieren. Trotzdem ist in den beiden bisherigen Folgen einiges an Erkenntnis für mich heraus zu holen. Schließlich bin ich immerhin häufiger Betrachter von Fotografie und ihr außerdem beständig ausgesetzt (und sei es durch Reklame). Da kann es nicht schaden, ihre Entstehungs- und Wirkmechanismen laienhaft zu kennen.

    Besonders gelungen finde ich es bisher, wenn ihr den Vergleich zum menschlichen Bildverarbeitungssystem findet. Dabei habt ihr m. E. bei Chris spannender Erfahrung mit Prismengläsern das Interessanteste gar nicht so betont: Klar ist das spooky, dass sein Hirn irgendwann den Effekt rausrechnet, so dass er diese Fehlfarben nicht mehr wahrnehmen musste. Viel krasser finde ich aber, dass er die – weiter vorhandenen – Aberrationen auch mit allem ihm zur Verfügung stehenden freiem Willen nicht mehr wahrnehmen konnte. Das heißt, unser Hirn macht uns nicht nur etwas vor. Wir können auch nichts dagegen tun. Und abgesehen von solchen Versuchen können wir das nicht einmal bemerken, dass wir von unserem Hirn beschissen werden.

    Das stellt sich doch die Frage: Woher weiß mein Hirn, was ich wahrnehmen möchte und was nicht? … ob es jemanden gibt, der innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft an so etwas forscht?

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    1. Flotti

      @sternbug: Du bist doch Dein Gehirn?! 😉 Wie kannst Du dann sagen, dass Dein Gehirn Dich “belügt” 🙂

      Nein ernsthaft, es geht hier in der Essenz um (Selbst)Bewusstsein. Also, wieviel aus meiner Umwelt nehme ich wahr, bzw. wieviel meines eigenen Körpers (Augen) nehme ich wahr.

      Ich verweise hier immer gerne auf Mr. Julian Jaynes. In den ersten Kapiteln seines Buchs zum bikameralen Geist schreibt er über Bewusstsein, und wieviel unseres Lebens wir eigentlich bewusst wahrnehmen. Sehr interessante Einsichten!

  14. Michael

    Zur Lytro kurz einige Worte, da ich durchaus etwas länger Zeit mit der kleinen Lichtfeldkamera verbringen und mit ihrem Erfinder mal schwätzen durfte – Beweisbild; ) http://www.flickr.com/photos/zufallsfaktor/9209040460/ . Mit einer Lytro zu photographieren ist tatsächlich ein sehr, sehr anderes Gefühl (wobei sich auch hier quasi ein Klassik-Modus einstellen lässt, in dem ein “Hauptfokuspunkt” ausgewählt werden darf), denn man beginnt irgendwann nicht mehr nach “dem Subjekt”, sondern nach Kompositionen durch die verschiedenen Ebenen hindurch zu photographieren. Das macht auch tatsächlich gut Spaß. Aber natürlich taugt die Lytro noch nicht für den Photographen, sondern ist derzeit eher ein Experiment, das sich erst über verschiedenen Iterationen hinweg entwickeln soll – wie es eben damals auch bei den ersten Digicams der Fall war. Aber die Technik darin, die ist auch so schon Wahnsinn!

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  15. panzi

    Also diese ekelhaften Artefakte bei Fernsehern sehe ich schon immer. Darauf braucht man mich nicht aufmerksam machen. Aber ich dachte die kommen von zu starker MPEG Kompression. Naja, vielleicht teilweise auch das.

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  16. Stephan

    Hallo Chris und Holger!
    Wenngleich ich ohnehin passionierter WRINT-Hörer bin, gefällt mir die neueste Reihe zum Thema Fotografie besonders gut. Chris kann Ding rund ums Thema Fotografie wirklich erklären wie kein Zweiter! Soeben habe ich die zweite Folge zu Ende gehört und freue mich jetzt schon auf die dritte.
    Nun aber zu meiner Frage: In der Folge wurden in einem Nebensatz Makro-Objektive erwähnt. Dazu würde ich gerne erfahren, was beispielsweise ein 65mm Makro-Objektiv von einem “normalen” Objektiv gleicher Brennweite unterscheidet?
    Es wäre schön, wenn ihr darauf noch einmal eingehen könntet!

    Antworten
    1. Jan

      Makro-Objektive können näher ran an ein Objekt, d.h. die Schärfeebene näher an das Objektiv ranlassen. Häufig spricht man von einer Vergrößerung von 1:1 (das Bild auf dem Sensor ist genauso groß wie das Objekt). Gleichzeitig kann das Objektiv bis ins Unendliche scharfstellen, d.h. es kann als “normales” Brennweitenobjektiv verwendet werden.

      Beispielsweise stellt Canon für sein EF-Objektiv-System 100-mm-Objektive sowohl als Makro als auch als gewöhnliches Objektiv her. Das Makro kann bei gleichem Öffnungswinkel ab etwa 30 cm Entfernung scharfstellen, das gewöhnliche 100mm dagegen erst ab etwa 90 cm. Der maximale Vergrößungsfaktor beim Makro ist 1:1, beim gewöhnlichen Objektiv dagegen 0,14 (etwa 1:7).

  17. Flotti

    @Holgi:
    zum Thema Tärfenschiefe. Ich habe gestern abend ein sehr sehr (SEHR) geiles Feature auf meiner X20 gefunden, und ich bin mir sicher, dass Du das auf deiner X100 auch hast.
    Wenn man im Display kann man sich die Entfernungsmessung anzeigen lassen. Dies ist immer an wenn man manuell fokussiert, man kann es aber auch in anderen Modi aktivieren.
    Jetzt verändere mal die Blende. In der Leiste die die Entfernung von 1cm bis unendlich anzeigt ist ein roter Strich – der Schärfepunkt. Darum ist ein weißer Balken. Der verändert sich in abh. von der Blendeneinstellung – das ist die Schärfentiefe!!!!

    Saugeil find’ ich das. Jetzt kann man für Street-Photography seine Kamera voreinstellen und weiß genau in welchem Bereich die Schärfe liegt.

    Ich bin total begeistert von der Fuji. Und auch begeistert von Deiner Podcast-Reihe mit Chris! Thanks

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  18. sedu

    In der Makula enthält im Übrigen nur Stäbchen, weshalb sie der Punkt des schärfsten Sehens ist. Die Stäbchen können nur Hell & Dunkel unterscheiden. Die Zapfen reagieren auf Farben und sind in der restlichen Netzhaut verteilt. Das Hirn rechnet den Flächen, die sich aus den Stäbchen der Makula ergeben, die Farben der Zapfen hinzu.

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