WR352 Blutige Jesen

 

wrint_heit_2014_200Diesmal mit Fischen, Spaßbädern, Schönheit, Klugheit, Stuhlgang, Wasser, Zielen, Elebnissen, der Wende, dem Presseclub, dem Einbeinigen, Personen, Hypnose, NLP, Drogen, Dollarzeichen, dummen Fragen, Bettseiten, Markus Lanz, Zähnen, Hetze, Vergänglichkeit und Motivation.

Ohne Alex ginge es nicht. Hier sammelt sie für Dingens.

Shownotes
von warzenbrot, mathepauker

Fische in der Kirche

00:00:00

(Holgi hat den Fische-Witz sehr wohl schon mal erzählt – in WR335)  — Übergriffig — Pointe — Menscheln — Alexandra hat ein neues Hobby: Kirchenbesuche — Shopping Queen — Fernsehgottesdienst — Hagia Sophia — Mustafa Kemal Atatürk — Kölner Dom — Aachener Dom — Weihrauch — THC (Tetrahydrocannabino) — Gerhard Haderer — Das Leben des Jesus — Bukolisch — Pantogrator — Augsburger Dom — Der schwerste Kürbis Deutschlands 2014 kommt aus Augsburg — Kreuzgang — Erntedankfest — Kunsthistorik — Gotik — Barock — Kunstbanause — Bildungsbürgertum — Biedermeier — Holgi hat keinen Kraftwagen mehr.

Neo: Kommt da jetzt endlich ein Spaßbad hin?

00:15:21

(Spaßbad)  — "Nee, leider nicht. Aber wir arbeiten dran." (Holgi) (Große Hallen für Zeppeline – Holgi spielt aufs Tropical Islands an — Shopping Malls, wo nebenan Flugzeuge landen könnten – Anspielung auf den Flughafen Berlin Brandenburg) .

Björn: Wärt ihr lieber der schönste oder der klügste Mensch der Welt?

00:16:20

Giftschrank — "Ich glaube, beides ist total scheiße." (Alexandra) — Narzissmus — "Ich finde es absolut faszinierend, wie diese Menschen von sich überzeugt sind." (Alexandra) — Sozialpsychologie (Heinz Wäscher – aus "Kein Pardon")  — Halo-Effekt (Jeremy Meeks – der Knast-Schönling)  — Tinder — Erving Goffman.

Christian: Hattet ihr Stuhlgang?

00:31:14

(Stuhlgang)  — "Geh kacken, Christian!" (Alexandra) — "Deine Mutter hatte Stuhlgang, Christian." (Holgi).

Martin: Wo wird eigentlich nicht nur mit Wasser gekocht?

00:31:24

Auch nur mit Wasser kochen — Napalm — Kesselflicker — Humanismus — Herzensbildung — Pseudomedizin — Globuli — Jürgen von der Lippe — Stackenblochen-Eintrag über Doktorgrade von Wissenschaftlern — Mikrowellenherd.

Benjamin: Wie setzt ihr euch eure Ziele und wie schafft ihr es, Ziele durchgängig und langfristig als erstrebenswert anzusehen?

00:38:48

Frohlockend — Stagnation — Seiteneinsteiger — Lebensstandard — Gretchenfrage — Steve Jobs — Tagein tagaus — "Du brauchst Geld, um frei zu sein." (Holgi) (Augenthrombose – hatte Holgi 2013)  — Die Sache ging aber gut aus)  — Intrinsische Motivation — "Sport ist etwas, das wehtut." (Alexandra) (Sheldon Cooper – aus "The Big Bang Theory")  — Personal Trainer — Jane Fonda ("Sport macht sexy – und zwar jeden." (Holgi))  — Energiebilanz — Nährwert — Snickers — Stoffwechsel — MyFitnessPal — Anorexie — Balisto — Natural American Spirit — (Abstrakte) Ziele — Glücksgefühl ("Sitzen vier Polen im Auto" – Alexandras erstes Buch)  — Minderwertigkeitskomplex.

Magnus: Wäret ihr bereit, Geld oder Arbeit für dieses Erlebnis aufzuwenden?

01:09:10

Holgi und Alexandra würden es beide nicht tun.

Matthias (an Alexandra): Wie wird in Polen bezeichnet, was wir in Deutschland mit "die Wende" bezeichnen?

01:09:42

"Ich glaube, so etwas wie die Wende gibt es gar nicht." (Alexandra) — Mauerfall — Wojciech Jaruzelski — Przełom — Die Wende in Polen.

Matthias (an Holgi): Was hältst du von der Sendung "Presseclub" – Selbstdarsteller und viel Blabla oder als inhaltliche Auseinandersetzung die bessere Alternative zu Jauch und Co?
01:11:19

Presseclub — Günther Jauch — Der Internationale Frühschoppen — Volker Herres — taz (Die Tageszeitung) — Fox News Channel — Die Welt — Wirtschaftswoche — "Günther Jauch braucht halt kein Mensch." (Holgi).

Michael: Woher hat der Einbeinige seinen Namen?

01:14:35

"Weil er nur ein Bein hat." (Holgi) — Skiapoden.

Manuel: Wie viel Holger steckt in Holgi, wie viel Alexandra steckt in Silentiffy?

01:16:13

"Das können nur Menschen beantworten, die mich sehr gut kennen." (Holgi) — Alexandras Blog — Alexandra bei Twitter (@silenttiffy) — @holgi — Augenkontakt — Soziotop — Diskrepanz — Inzest — Holgis Blog: Stackenblochen.

Björn: Welche zur Zeit verbotenen Drogen sollte man legalisieren und warum?

01:30:26

(Drogenlegalisierung)  — Alexandra findet, man solle endlich Zigaretten verbieten — Holgi würde gerne Alkohol kontrollierter abgegeben sehen — Alkoholismus — "Gegenfrage: Warum sollte man überhaupt irgendeine Droge legalisieren?" (Holgi) — Kiffen — Coffeeshop — Bong.

Andreas: Warum ist Macht so geil?

01:35:50

"Das wirst du noch zu spüren bekommen, Freundchen!" (Holgi) — Pippi Langstrumpf — Max Weber.

Florian: Warum gibt es das Dollar-Zeichen auf der Tastatur?

01:41:23

(Dollarzeichen)  — Yen (japanische Währungseinheit).

Johannes: Könnt ihr das bitte kurz anstimmen?

01:42:10

Erste Wrintheit des Jahres 2014: WR240.

Michel: Auf welcher Bettseite schläft die Frau?

01:42:44

Stockfotografie.

David: Was war der letzte Lanz-Skandal, der die sozialen Netzwerke beschäftigt hat?

01:44:14

(Markus Lanz — Sahra Wagenknecht — Wetten, dass..?) .

Mark: Erst die Zähne putzen und dann frühstücken oder erst frühstücken und dann die Zähne putzen?

01:45:21

Die Frage wurde in WR194 schon mal behandelt.

Moritz: Gibt es das überhaupt und falls ja: darf man es?

01:46:19

"Das gibt es, aber man darf es nicht." (Alexandra) — Fritz J. Raddatz — Korsett — Dragqueen — Titanic — Eulenspiegel.

Robert: Habt ihr ähnliche Momente, in denen euch die eigene Vergänglichkeit so intensiv bewusst wird?

01:50:30

Holgi hat solche Momente, Alexandra nicht — Resonator-Podcast — Flug zum Mars — Anti-Aging — Die Nanny.

Obligatorische Höflichkeitsfrage von Leisure: Wie geht es euch denn?

01:58:47

Alexandra geht es herrlich, ganz wunderbar — Der Oktober ist ihr Lieblingsmonat, sie ist dann der glücklichste Mensch der Welt — Holgi hat immer noch viel zu viel zu tun und braucht dringend Urlaub, den er im Folgemonat auch haben wird — Es geht ihm wegen einer Sache, über die er nicht öffentlich reden möchte, schlecht, aber davon abgesehen gut, weil er in der zurückliegenden Nacht erstmals in der laufenden Woche ausgeschlafen hat.

51 Gedanken zu „WR352 Blutige Jesen

  1. Benedikt

    Da habe ich endlich wieder was zu hören ! Vielleicht setzt du dich ja auch mal wieder mit Malte Welding zusammen und lääst das Mikro mitlaufen. Ein schönes restliches Wochenende !

    Antworten
    1. Eule

      +1 !11Einself!

      Immer ähnlich klasse wie der Lauer, aber während der nach rund zwei Stunden schon fertig ist, geht Malte halt um die Zeit gerade zum ersten Mal aufs Klo… 😉

  2. irgendwer

    Alex ist ne top Gespraechspartnerin fuer dich, mag es dass sie so gut ausdruecken kann was und wie sie empfindet. Danke euch beiden

    Antworten
  3. nichtdiebohne

    Danke für diese durchaus philosophielastige Sendung. Eine Anmerkung als „Zwangsdialektiker“ (Grossartig! aber leider sucht man sich seine Zwänge ja nicht aus) zu der Drogenlegalisierung. Was du, Holgi, anführst ist ja ein schlichtes Beweislastargument. Verallgemeinert (ob man so verallgemeinern darf, dazu später) sagst du also die Erlaubnis muss gerechtfertigt werden, nicht das Verbot. Oder etwas spezieller: im Zweifelsfall braucht eine Erlaubnis bessere Gründe als das entsprechende Verbot. Das heisst unter anderem, dass eine Erlaubnis Gründe braucht. Kann man so sehen, man befindet sich dann eben nicht in Wallensteins Lager, sondern in einer Gesellschaft in der alles, was nicht explizit erlaubt ist, verboten ist.
    So wie ich den „Internet-Holgi“ kennengelernt habe, glaube ich nicht, dass du diese Konsequenz akzeptabel findest.

    Jetzt zur Verallgemeinerung:
    In Rede steht ein bestehendes Verbot. Es scheint einleuchtend, Gründe für die Änderung der gültigen Rechtslage zu verlangen. Wenn jemand ein Gesetz ändern will, wird er dieses Ansinnen wohl schon mit der ein oder anderen Erklärung rechtfertigen müssen. Das Beweislastargument wirkt hier vernünftig.
    Die Konsequenz hieraus ist allerdings ein Primat des Status Quo. Die Tatsache, dass etwas bisher in einer gestimmten Weise gehandhabt wurde, verschafft dieser Praxis einen Vorteil. Faktisch ist das richtig, allein „fair“ erscheint es mir nicht.
    Auch der Hinweis dass ursprünglich Gründe für die gesetzliche Regelung angeführt wurden (ohne Grund wird das Verbot nicht verhängt worden sein) rechtfertigt diese Begründungsasymmetrie nicht. Denn damit wird nur gezeigt, dass es Gründe gab, nicht dass es sie gibt bzw. wir sie nachwievor als (gute) Gründe erachten.
    Während der allgemeine Fall auch den Unterschied zwischen erlauben und verbieten abstellt, war hier davon noch gar nicht die Rede. Dieser Unterschied scheint mir den fragwürdigen Vorrang bestehender Gesetz bzgl. Rechtfertigung noch weiter zu unterminieren. Aus den Gründen, aus denen ich eher in einer Gesellschaft mit der Maxime „was nicht verboten ist, ist erlaubt“ leben möchte finde ich grundlose Verbote schlimmer als grundlose Erlaubnisse. Dementsprechend scheint es wünschenswert alle Verbote anlasslos (ohne gute Gründe gegen sie) regelmässig auf ihre Gründe hin zu überprüfen.

    Langer Rede, kurzer Sinn ein bisschen Selbstdarstellung, ein bisschen Anliegen. Nachdem die FDP den Ausdruck „liberal“ mit sich in die tiefsten Niederung sozialdarwinistischer Zügellosigkeit gerissen hat und in unserem Bundestag drei konservative und ein linke Partei sitzen, darf man dem Begriff liberal wohl etwas Fürsprache angedeihen lassen.

    Nochmal Danke für die gute Unterhaltung und auf bald in meinen Ohren

    Antworten
    1. Madner Kami

      Sehe ich auch so: Das Verbot braucht eine Begründung, nicht die Erlaubnis. Oberste Maxime unserer Gesellschaft ist ja eigentlich die persönliche Freiheit und diese darf, logischerweise, nur dort eingeschränkt werden, wo sie die Freiheit anderer Menschen beeinträchtigt oder dort, wo die Freiheit des Einzelnen der Gesellschaft in ihrer Gesamtheit schadet. In diesem Sinne sind *alle* Drogen freizugeben und nur diese sind zu regelmentieren oder gar zu verbieten, die anderen Personen als dem Nutzer oder der Gesellschaft schaden.

  4. obligatorischer klugscheisserpost von wegen "$" beim programmieren

    wenn ihrs schon explizit aknündigt dass bestimmt jemand dazu kommentieren wird:
    die bedeutung von „$“ kommt auf die programmiersprache an. holgi macht scheinbar manchmal ein bisschen PHP, wo es in der tat variablen einleitet.
    ich würd schätzen wir haben das „$“ auf der tastatur weil es schon vor urzeiten für scripten uf der unix-shell benutzt wurde:
    The Bourne shell was the default Unix shell of Unix Version 7. Most Unix-like systems (das heisst macOS, linux und BSD) continue to have /bin/sh […] even when other shells are used by most users.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Version_7_Unix

    Antworten
    1. obligatorischer klugscheisserpost von wegen "$" beim programmieren

      mist, falscher link. quote war von dem hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Bourne_shell
      danke übrigens wie immer für die tolle sendung, sind jedesmal interessante erkenntnisse dabei die ich so noch nie von jemandem forumliert gehört hatte!

    2. Jooo

      Ich gehe davon aus, dass es anders rum ist – es wird in Programmiersprachen benutzt, weil es auf der Tastatur ist und weil man es selten als „valides“ Zeichen für Bezeichner braucht.

    3. Eule

      @ Jooo:
      Sind wir nicht so auch zum @-Zeichen in der E-Mail-Adresse gekommen? Soweit ich weiss war das doch erst ein Terminal-Steuerzeichen, dann lange nutzlos und schliesslich deswegen für die neue Verwendung frei.

      (Fehlt nur noch jemand, der einen Zweck für die „Rollen“-Taste findet…)

  5. Niklas

    Ich wüsste jemanden, der nicht mit Wasser kocht!

    Die Leute, die in einem Brutreaktor arbeiten. Die kochen nämlich mit flüssigem Natrium 🙂

    Antworten
  6. goldfisch

    Die von Holgi angesprochene Uniabschlussrede ist „This is water“ von David Foster Wallace.

    Eine vertonte Videoversion (etwas gekürzt) gibts es auf vimeo:

    Antworten
  7. K

    Super Sendung!
    Aber was ist eigentlich aus den guten alten Ferngespräche geworden? Back to the roots, holgi, talk to the Hörer! Ich fand das immer sehr spannend!
    Unabhängig davon: Weiter so!

    Antworten
    1. holgi Artikelautor

      Du hast so Recht! Die Ferngespräche brauchen einen Abend und ich habe nur sehr wenige Abende derart frei, dass ich entspannt senden kann.

  8. Christian

    Ich finde Benjamins Frage ist schon im Ansatz falsch, sie spiegelt aber gut die heutige „Situation“ in Deutschland wieder. Das ihm nicht bewusst zu sein scheint was an der Frage falsch ist, auch wenn er gar nicht daran Schuld ist es nicht zu wissen, macht mich etwas traurig.

    Die eigentliche Frage ist doch, „was will ich tun?“, nicht „was soll ich tun?“ Solange dir das nicht klar ist, würde ich mir über Motivation und wie man sie bekommt erst einmal keine Gedanken machen. Leider werden wir ja seit Jahren aus allen Ecken darauf getrimmt uns immer nur die Frage zu stellen wie wir der Arbeitswelt besonders nützlich zu sein haben, deshalb auch das „was sollen wir tun“, und nicht wie wir zufrieden leben können, eben das „was will ich tun?“

    Dieses unterschwellige „Ist das denn jetzt alles“ klingt so ein bisschen nach jemandem der bisher alles getan hat was von ihm erwartet wurde – immer ja auch mit dem sozialen Versprechen verbunden, dass dann „alles besser“ wird – und der jetzt wie so viele andere irritiert ist, das es einerseits nicht „besser“ wurde und andererseits auch irgendwie so seltsam leer ist.

    Der Trick ist es jetzt erst einmal zu versuchen herauszufinden was du denn eigentlich gerne tun willst und wie dein Leben überhaupt aussehen soll. Das klingt leichter als es ist, insbesondere da wir ja bis zum Ende unserer Ausbildung oft gar nicht wissen was wir wollen sondern nur was die Gesellschaft von uns erwartet.

    Ein erster Schritt könnte sein, deinen Wohlstand zu nutzen um neue Erfahrungen zu machen, aber erst einmal noch nicht alles bisher getane über den Haufen zu werfen. Mach mal Urlaub, such dir ein Hobby, probier möglichst viel verschiedenes Zeug aus, Internet ist da ein großartiges Werkzeug. Wenn sich herausstellt das dir etwas nicht so gefällt wie zuerst gedacht scheue nicht es wieder zu lassen.

    Irgendwann werden dir Dinge begegnen wo du sagst „das ist geil, das mach ich jetzt weiter“.

    Dann kannst du dir immer noch überlegen, ob es Hobby bleibt oder ob du deine Lebensplanung an der Stelle änderst. Wenn es aber etwas ist wo du wirklich Bock drauf hast, dann stellt sich auch plötzlich die Frage nach der Motivation nicht mehr so.

    Schau dir Holgi an. Er hat im Podcast bestimmt fünfmal erwähnt, dass er immer noch nicht weiß wie er sich initial motiviert. Trotzdem macht er den ganzen Tag Radio in allen möglichen Formen und Facetten, teils im „echten“ Radio, teils als Podcast, mit beeindruckendem Output. Ich unterstelle mal weil Radio und mit Menschen reden etwas ist, was er geil findet. Da kommt dann selbst jemand, der sich selbst für unmotiviert hält, aus den Puschen.

    Um das Problem, dass alles irgendwann alltäglich und zur Routine wird, wirst du aber nicht herumkommen, egal wie geil und interessant Leben und Job sein werden.

    Antworten
    1. Chris

      Ja, Jetzt hast du soviele Gedanken geäußert, die das Problem versuchen zu relativieren und Alternativen zu finden, um am Ende doch nur auf die einzig logische Erkenntnis zu kommen. Das Problem bleibt für immer.
      Vielleicht hat er schon viele tolle Hobbies? Vielleicht gibt es keinen anderen Beruf, der ihn mehr ‚ausfüllt‘.
      Abgesehen davon, dass man sich nicht unbedingt an der einen Formulierung aufhängen sollte. Die Frage ist sehr richtig gestellt. Denn an der Erwartung, welche die Gesellschaft stellt kommst du nicht herum. Du musst Erwerbsarbeit leisten, du wirst immer an einem Punkt ankommen, an dem es dich implizit zu gesellschaftlichen Zwang und Routine führt.
      Das ist im Prinzip systemimmanent, niemand hier wird das nochmal anders erleben. Oder wieviel Leute kennt ihr, die mal eben ein Jahr nix machen, eine Lücke im Lebenslauf hinnehmen, um dafür dann mal unter Palmen über schöne Lebensalternativen nachdenken…
      Das setzt viel Wohlstand vorraus denke ich.
      Ich müsste ansonsten nochmal in die Frage reinhören, denn es kam mir nicht so vor als hätte er Probleme mit der Freizeitgestaltung, die ihn anödet.

    2. Christian

      Ich meine das aber ganz anders als du glaubst.

      Der Mensch verträgt an sich Eintönigkeit nicht so gut. Frei nach dem Spruch „Zeig mir die schönste und klügste Frau der Welt und ich zeige dir einen Mann der sie satt hat“ wird selbst das größte Spektakel irgendwann eintönig.

      Das ist normal.

      „Denn an der Erwartung, welche die Gesellschaft stellt kommst du nicht herum.“ Selbstverständlich geht das. Das man Erwerbsarbeit leisten muss ist erst einmal zwangsläufig so, wenn man nicht wohlhabend zur Welt gekommen ist. Das heißt aber nicht, dass ich mir nicht zumindest aussuchen kann womit ich meinen Lebensunterhalt bestreiten will.

      Niemand zwingt dich mit vorgehaltener Waffe dazu Bürokaufmann zu werden, zu heiraten, zwei Kinder groß zuziehen und ein Haus zu bauen (nichts gegen Bürokaufleute im übrigen). Es legt dir nur halt auch niemand den goldenen Teppich aus und räumt dir alle Steine aus dem Weg.

      Es gibt dir darüber hinaus auch keiner eine Garantie, das du erfolgreich wirst und zu Reichtum und Wohlstand gelangst und da kommen wir zum eigentlichen Kern der Sache. Wohlstand ist einfach bequem und Existenzangst ist scheiße und deshalb lässt man lieber alles so wie es ist. Auch das ist menschlich.

      „wieviel Leute kennt ihr, die mal eben ein Jahr nix machen, eine Lücke im Lebenslauf hinnehmen, um dafür dann mal unter Palmen über schöne Lebensalternativen nachdenken“. Genug. Aber es geht hier ja nicht um Schlendrian unter Palmen sondern der Frage ob sich das Risiko die bisherige Lebensplanung möglicherweise nochmal komplett über den Haufen zu werfen auch lohnt.

      Die Antwort darauf ist: Nur wenn du das neue Leben auch magst mit all seinen Änderungen und Anpassungen, möglicherweise auch der geringere Wohlstand. Dazu muss man aber erst einmal herausfinden wo man hinwill und nicht wo einen die Gesellschaft hindrücken möchte

  9. Samira

    Es gab in der Geschichte der Menschheit noch nie eine drogenfreie Kultur. Verbietet man eine Substanz wandert sie in den Untergrund und schafft ein Verbrechen ohne Opfer. Der Krieg gegen die Drogen ist weltweit gescheitert und es ist an der Zeit an neue Konzepte zu dieser Problematik zu denken; Ich persönlich bin für die komplette Abschaffung des Betäubungsmittelgesetzes aus folgenden Gründen:

    a) Kosten. Die Polizei ist eh schon überlastet. Schichtet man die Mittel die in den Kampf gegen Drogen eingesetzt werden in Therapie und vor allem Aufklärung um erreicht man mehr.
    b) Der Coolness-Faktor sinkt sobald eine Substanz legal ist. Wie das Beispiel Holland und in Teilen USA zeigt sinkt der Anteil an kiffenden Jugendlichen und Erwachsenen nach der Legalisierung.
    c) Billigen Chemodrogen wie Croc oder Crystal wird der Markt abgegraben.
    d) Manche Drogen sind nicht so schlimm wie ihr Ruf. Ein Heroinabhängiger zum Beispiel kann hundert Jahre alt werden wenn er sich sauberen Stoff schießen kann. Die Drogentoten und der körperliche Verfall der Abhängigen liegen einzig und allein an der zum Strecken benutzten Scheiße und der inhärenten Unsicherheit über die Stärke des „Stoffs“
    e) Steuern: Das ehemalige Nachrichtenmagazin hat vor Jahren mal ausgerechnet wie viele Steuern rumkämen wenn man von einem Verkaufspreis von 10 Mark (heute wohl 10 Euro) pro Gramm Haschisch/Grass ausgeht. Wenn ich das richtig erinnere waren das 60-70 Prozent Steueranteil. Eine Meeeeenge Geld.

    Also: Keine Verbote, mehr Aufklärung und Therapie sind der Weg in die Zukunft

    Antworten
  10. holgi2

    Hallo Holgi, hallo Alex,

    eure Diskussion um „auf Fakten basierende Hetze“ in Ehren, aber habt ihr dabei nicht vergessen, dass es die auch in anderem Sinne gibt?

    Einerseits könnte ich z.B. wahrheitsgetreu erzählen, wer wie und wo ein kleines Kind sexuell missbraucht hat. Daraus würde ggf. ein Mob entstehen, der sich ihn mal „vorknöpfen“ würde. Andererseits wäre es ja möglich, dass Hetze nur in Verbindung mit einer Aufforderung entsteht, also z.B. zu fordern, besagte Person zu finden und zu bestrafen. Ich wäre über einen kurzen Kommentar dazu dankbar.

    Danke aber so oder so für die tolle Sendung! Regt immer wieder zum Nachdenken an.

    Liebe Grüße
    holgi2

    Antworten
    1. Christoph

      Ist mit faktenbasierter Hetze nicht ehr so was gemeint wie:

      Schwarze verbreiten Ebola

      Oder

      Schwule haben häufiger Aids

      Also Außerungen, die nur mit der Intention der Diffamierung gebracht werden und an sich auch richtig sind aber halt die zur Einordnung wichtigen weiteren Fakten und Grundlagen weglassen.

  11. Stefan

    Nur mal so am Rande: Mir gehts grad tierisch auf den Senkel, dass Alex ständig mitten im Satz abbechen muss, nur weil Holgi noch nen Gedanken zuende aussprechen muss. Stört total, dieses 2-3 malige Anfangen – reicht mir schon, dass mir das im Leben dauernd so passiert. Gibt es da keine Lösung für? Politiker und sonstiges TV-Volk blökt dann einfach weiter und wird lauter.

    Antworten
    1. Markus Sax

      Auch ich empfinde das mitunter als recht anstrengend. Holgi ist sich über diese, ich nenne sie mal frech Unart im Klaren. Das hat er soweit ich mich entsinne mal erwähnt. Auch seine Gesprächspartner dürften mittlerweile wissen, worauf sie sich bei ihm einlassen. Schließlich hat er in seinen Produktionen quasi das Hausrecht, und kann sich daher so präsentieren, wie er möchte. Dass er auch anders kann, beweist er regelmäßig beim Resonator, einer Auftragsarbeit, die naturgemäß seine Freiheiten einschränkt.

  12. Mike

    Zum Thema Arsch hochkriegen/Abnehmen/wastun.

    Ich habe vor mehr als 10 Jahren, mit Ende 20, ähnlich wie Holgi, 50kg abgenommen. Innerhalb von etwas über einem Jahr.
    Ich bin Fahrrad gefahren ohne Ende (Heimtrainer meistens, später auch echtes Fahrrad). Rund 30, 40 km täglich! Also mehr als eine Stunde pro Tag mit ziemlichen Tempo.
    Ebenfalls habe ich kein Zuckerzeugs mehr gegessen wie Schokolade, Eis und den ganzen Kram.
    Auch habe ich kleinere Portionen gegessen. Das Sättigungsgefühl braucht seine Zeit. Das muss man auch erstmal lernen das kleinere Portionen auch reichen.
    Allerdings habe ich alles weiterhin gegessen, wie vorher auch. Naja, fast. Auf Pommes oder Majo und sowas, wo man eh weiß es ist total ungesund, habe ich verzichtet.

    Ich wollte schon Jahre vorher abnehmen. Auch sagten einige das ich abnehmen sollte. Oder die Gesellschaft gibt das Schönheitsideal auch vor. Das alles nützt rein gar nichts. Da können die Leute, oder die Gesellschaft, soviel reden wie sie wollen.
    Letztendlich hilft nur eins. Man muss es selbst wollen. Nicht wegen anderer, wegen dem Gesellschaftsbild – sondern nur und ausschließlich für sich alleine.

    Mein Antrieb war, daß ich mich mit 130kg nur noch schlecht und träge gefühlt habe. Und das ich mich in Spiegelungen, wie Schaufenstern, selbst gar nicht angucken konnte und wollte. Auf Fotos erstrecht nicht, da dachte ich nur „Oh Gott“. Kleinere gesundheitliche Probleme kamen hinzu.

    Am Anfang fällt es am allerschwersten. Weil es eine deutliche Umstellung ist. Ist wohl so ähnlich wie mit dem Rauchen aufhören.
    Doch nach 2, 3 Monaten, wenn sich die Erfolge einstellen, ist das ein sehr cooler Moment.
    Hinzu kommt, dass ich mich, je mehr ich abnahm, mich immer besser fühlte. Plötzlich wurde ich agiler, ich nahm die Treppe und nicht die Rolltreppe, spurtete immer besser hoch. Und ich konnte auch wieder in die Knie gehen ohne mich festhalten zu müssen. Und dann auch länger als 10 Sekunden.
    Was auch cool war, wenn man sehr dick ist rutscht die Hose ständig nach unten, weil sie einfach weit ist, dem Bauch entsprechend. Allerdings unterhalb des Bauchs ist die Hose dann viel zu weit.
    Durch den Bauch rutscht die immer und hängt dann wie ein nasser Sack.
    Hochziehen, 10 Schritte gehen, und schon hängt sie wieder unten.
    Das war dann auch weg als ich unter die 100kg kam. Plötzlich saß meine Hose nach 2 Stunden noch genau so, wie zuvor auch. Auch nach längeren Gehwegen.
    Solche Sachen, glaube ich, verstehen die meisten Leute, die immer normalgewichtig waren, gar nicht.

    Durch das viele Fahrrad fahren bekommt man auch an den Beinen richtige Muskeln – gleichzeitig wiegt man viel weniger so das man sich irgendwie, auch wenns komisch klingt, wie eine Feder vorkommt.
    Was natürlich das Selbstwertgefühl sehr steigert, da man sein geringeres Gewicht ständig spürt.
    Ich hatte viel mehr Elan, Lust und Lebensfreude.
    Was auch schön ist, pötzlich ist man nicht mehr in jeder Runde der dickste.

    Und als Mann fiel mir auch sehr deutlich auf, wie einen Frauen angucken wenn man 130kg wiegt, und wie einen Frauen angucken wenn man 80, 85, 90 Kilo wiegt. Irgendwo – beim Bummeln, im Supermarkt usw.

    Das fand ich sehr interessant. Denn eigentlich sehe ich relativ gut aus. Mit 130kg allerdings nicht. Ist eben so. Wie sähe ein George Clooney, Matt Damon oder Brad Pitt mit 130kg aus? Genau.

    Ich würde mal behaupten, daß >95% aller Frauen, als ich noch richtig dick war, „diesen“ Blick hatten, kurz bevor sie in eine andere Richtung wegguckten. Mit 85kg gucken einen die selben Frauen (typtechnisch) plötzlich an und lächeln einem zu. Und man denkt sich dann, vor einem Jahr, oder zwei, hättest du dich etwas angewidert abgewendet.

    Dieses „die inneren Werte zählen“ sagen zwar viele. Die Wahrheit ist eine andere.
    Als allererstes sieht man sein gegenüber. So ist es eben. Die „inneren Werte“ werden erst gar nicht kennen gelernt, oder so gut wie nie, weil Männer mit 130kg bei Frauen so gut wie keine Chance haben und sie so die inneren Werte nie kennen gelernt werden.

    Und als Hetero- Mann will man bei Frauen ankommen. Bei einigen wenigstens. Das ist eben so und normal – menschlich. Das kann auch ein Antrieb sein. Auch wenn es eigentlich schade ist.
    Aber wie gesagt, erst zählen die äußeren Werte, die inneren werden erst später kennen gelernt.
    Man möchte es vielleicht so haben das die inneren Werte als erstes zählen. So funktioniert die Gesellschaft und Menschen allerdings nicht. Oder nur sehr wenige Ausnahmen.

    Antworten
  13. Jaloux

    Erst ein mal vielen Dank für diesen köstlichen Aquariums-Witz. Falls ihr aber mal so richtig Stimmung in der Bude haben wollt empfehle ich euch morgens den „Schmerzhaften Rosenkranz“ auf Katholisch-TV anzusehen. Das tut weh…

    Antworten
  14. Markus Sax

    Auf welcher Seite im Bett die Frau schläft? Natürlich auf der, die näher zum Kinderzimmer liegt. Sie kann somit das regelmäßig auftretende nächtliche Gequengel schneller und zielsicherer abfangen. Bewährt sich bei uns bestens. ;-P

    Antworten
  15. blindthemwithscience

    Niedlich! Wie kannst du, Holgi, wissen das es keine früheren Leben gab? Und zwar gar nicht! Du kannst es höchstens für dich glauben. Wissen tust du es auf keinen Fall!

    Antworten
    1. holgi Artikelautor

      Diejenigen, die behaupten, es gäbe frühere Leben, können das allerdings auch nicht. Und die Wahrscheinlichkeit, dass es das nicht gibt, ist größer. Darum „wissen“.

    2. Jaloux

      Holgi weiß es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit. Klar könnte es auch die Zahnfee geben, aber warum sich mit solchen Hirngespinsten aufhalten? Es ist biologisch absolut unplausibel, dass tote Menschen beim Verwesen ihre Erinnerungen behalten und die dann an Milliarden anderer Moleküle weitergeben, damit die zufällig wieder zu ’nem Menschen werden. Und das über mehrere Generationen hinweg. Da sind Tagträume eindeutig plausibler. Dass das menschliche Gehirn sich gerne täuschen lässt ist hinlänglich bekannt. Man sollte Geschichten von „früheren Leben“ also immer auf andere Erklärungen (psych. Krankheiten, Medikamente, Drogen, körperliche Belastung) abklopfen, dann wird man schnell fündig.
      Bisher hat noch niemand, der solche Behauptungen aufstellte, sie belegen können. Interessant ist auch, dass es sich immer nur um frühere Leben handelt, über deren Umstände man auch als Laie etwas wissen kann. Zukünftige Leben werden recht schnell eindeutig als Träumereien beschrieben.

  16. Begeistert!

    Alexandra, Holgi… Danke! Super sendung
    @Holgi, Thema Arsch hoch bekommen:
    lade doch bitte mal deinen Güntherkumpel ein! und noch jemand der das vieleicht wissenschaftlich beleuchten kann! Einen Faulheits/Moviationsresonator sozusagen
    Das wird sicher spannend. Ähnlich wie bei dir ist bei mir das Arsch hochbekommen ein lebensbegleitendes Merkmal. Wenn ich jedoch einmal etwas gefunden habe kann ich mich begeistern. Wie bei dir das Fahrrad.
    Meine Frau nennt das Resilenz, was schon sehr passend ist. Wenn ich nichts mach, mache ich das mit Begeisterung. Wenn ich aber etwas mache dann bin ich auch nicht zu stopen. Und bevor ich hier ewig weitermache höre ich lieber auf. Du nicht! Mach du Podcast ewig weiter.
    Frohlockende Grüße

    Antworten
  17. Sebastian

    Zum Thema Motivation speziell auf das Abnehmen bezogen:

    Die körperlichen und hormonellen Veränderungen bei adipösen Menschen haben Einfluss auf deren Motivationsfähigkeit, Leistungsfähigkeit, die Psyche und vieles weitere.

    Sehr beispielhaft zu sehen an dem Projekt „Fit2Fat2Fit“ von einem Personal Trainer namens Drew Manning. Dieser hat innerhalb eines halben Jahres (kein Training und schlechte Ernährung) massiv zugenommen und dann innerhalb eines halben Jahres alles wieder abgenommen.

    Die komplette Zeit wurde in einem Videotagebuch dokumentiert und er beschreibt sehr gut, wie antriebslos und motivationslos er sich mit dem Übergewicht fühlte.

    Das Jahr als Zusammenschnitt https://www.youtube.com/watch?v=RmU-TcLdH0E

    Antworten
    1. holgi Artikelautor

      Das beantwortet aber immer noch nicht die Frage, wie man seinen Hintern initialö in Bewegung setzt. In Bewegung zu bleiben, ist dann eher trivial.

  18. sebastian

    Ausreichender Leidensdruck oder „Zwang“ von außen (z.b. Sportprüfungen während der Ausbildung).

    Standardtipps und tricks:

    Mit Freunden Sport treiben
    Leuten von seinen Plänen erzählen
    Usw.

    Nach den ersten Malen kommt dann die Endorphinsucht ins Spiel.

    Das mit dem „in Bewegung bleibem“ kann sich auch wieder im Sand verlaufen meiner 1-Personenstatistik zu Folge.

    Antworten
    1. holgi Artikelautor

      Kann es. Habe ich auch schon erlebt. Von den Plänen zu erzählen, halte ich für einen Fehler, weil man dann Gefahr läuft, es nicht mehr für sich selbst, sondern für die Anderen zu machen. Und das ist immer ein sehr schlechter Grund, wenn es eigentlich nicht um die Anderen geht.

  19. David

    Als ihr beim Thema „Zielsetzung“ auf ‚Reden berühmter Menschen an Universitäten‘ kamt, musste ich sofort hieran denken: https://www.youtube.com/watch?v=NyBvbot3emM

    Tim Minchin hat die Freundlichkeit, 9 Lebens-Lektionen zu präsentieren. Die elf Minuten sollte man dringlichst rezipieren. Wer sich aber tatsächlich nur für Zielsetzung interessiert, spule zu Lektion 1 (02:15) „You dont‘ have to have a dream“.

    Übrigens kann ich auch sonst alles, was Tim Minchin in ein Mikrophon spricht, uneingeschränkt empfehlen. Gleiches kann ich von Holgi sagen.

    Grüße!

    Antworten
    1. Moss

      Exakt (ich wohne auch in BaWü).

      Das gleiche üble Problem wie Alexandra mit balkonrauchenden Nachbarn hatten wir übrigens auch – immer so abends nach 9 machte es oben „Klick“. Seitdem jedes Mal auf unserer Seite lautes Schimpfen anhub, scheinen die was gemerkt zu haben. 😉

  20. Simon

    Hallo Holgi, Hallo Alex,

    beim Thema akademische Titel bin ich auch auf Holgis Linie und habe eine kleine Anekdote beizusteuern:
    Mein 2-jähriger Sohn ist letztens im Ohr operiert worden und sollte 2 Tage später zu einer Nachuntersuchung in die HNO-Ambulanz des hiesigen Klinikums. Dort waren vor Beginn der Untersuchung 3 Assistenzärzte und eine PJ-lerin im Behandlungszimmer anwesend. Dann kam noch der Oberarzt, welcher meinen Sohn operiert hatte, hinzu. Dieser war ein älterer, routinierter Kinderohren-Spezialist. Mein sehr verängstigter Sohn sollte nun hingelegt werden damit ihm in den Gehörgang geschaut werden konnte, wogegen er sich allerdings mit Leibeskräften wehrte. Daraufhin lies der Oberarzt nach einer Schwester rufen die meinen Sohn während des kurzen Blicks in sein Ohr festhalten sollte. Die einzige Schwester welche sich gerade im Dienst in der Ambulanz befand sei wohl gerade beschäftigt, sagte daraufhin einer der Assistenzärzte. Der Oberarzt: „Dann warten wir halt bis sie fertig ist.” Der Assistenzarzt erwiderte: „Einer von uns kann ihn doch festhalten!” Darauf der Oberarzt: „Ne, dafür brauchen wir eine Schwester!”
    Ich witzelte noch, daß die anwesenden Ärzte dafür unterqualifiziert seien, worauf der Oberarzt mit einem Grinsen im Gesicht sagte: „Ja, dafür sind sie alle unterqualifiziert. Sowas lernt man nicht im Studium.” ; )

    Da ich die Sendung noch nicht fertig hören konnte, weiß ich nicht ob dieser schon erwähnt wurde, aber zum Thema Gesellschaft und Drogen kann ich noch die Schriften von Günther Amendt als Anregungen empfehlen.

    Frohlockende Grüße ; )
    und weiter so
    Simon

    Antworten
  21. Rico

    Wenn der Witz mit den Fischen auf „sie haben nicht aufgepasst“ endet und sich auch auf die Fische bezieht, wieso fängst man dann wieder von vorne an?

    Antworten
  22. Paul

    Liebe Alex, lieber Holgi,

    vielen Dank für die schöne Unterhaltung. Zum Führen von Doktortiteln möchte ich ein Punkte anmerken:

    1. Unter Wissenschaftlern ist das Führen des Titels meiner Meinung nach deshalb unüblich weil erstens jeder einen hat oder gerade macht und zweitens die universitäre Hierarchie dermaßen steil ist, dass dieses Unterscheidungsmerkmal nicht benötigt wird.

    2. Halte ich den Doktortitel in einigen Fällen tatsächlich für ein Zeugnis von Reife, in jedem Fall aber von Durchhaltevermögen und Leidensgeprüftheit (ja, ich spreche aus eigener Erfahrung und vielerlei Beobachtung). Davon sind allerdings Mediziner auszunehmen, da deren Aufwand zur Erlangung des Titels in den meisten Fällen vergleichbar ist mit dem in anderen Fächern für eine Diplomarbeit anfallenden.

    3. Ist (zumindest in Deutschland) noch etwas mehr mit dem Doktortitel verbunden als nur das Ausweisen einer wissenschaftlichen Leistung. So kann im seltenen Fall einer Aberkennung dies u. a. durch die Feststellung geschehen, dass sich der Betroffene durch sein Verhalten des Führens seines Titels als unwürdig erwiesen hat (s. hierzu https://de.wikipedia.org/wiki/Aberkennung_eines_akademischen_Grades). Im Gegensatz zu Plagiatsverfahren ist ein entsprechendes Verfahren wegen „unwürdigem Verhalten“, wie in jüngerer Zeit gegen den Physiker Jan Hendrik Schön, allerdings sehr schwierig zu führen, da (so weit ich weiß) im dritten Reich der entsprechende Passus zur Abwürdigung von Wissenschaftlern jüdischer Herkunft missbraucht wurde. So ging bei Schön der Fall bis zum Bundesverwaltungsgericht. Der Punkt dabei ist, dass Schön das „unwürdige Verhalten“, nämlich Messdaten groß angelegt zu fälschen, nicht während seiner Doktorarbeit sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt seiner Laufbahn begangen hat.
    Weiteres hierzu:
    http://www.haufe.de/recht/weitere-rechtsgebiete/strafrecht-oeffentl-recht/aberkennung-des-doktorgrades_204_192266.html
    http://www.bverwg.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung.php?jahr=2013&nr=56
    Also ist der Titel mit einer gewissen Wissenschaftsethik verbunden. In anderen Ländern gilt das im übrigen so weit ich weiß nicht, aber die deutschen sind ja auch viel titelgeiler als die meisten anderen.

    Das schönste finde ich persönlich ja im Bezug auf berufliche Titel, dass früher der Titel des Mannes auch auf die Frau übertrug (die Frau Doktor, aber auch Frau Professor etc.). So durfte ich letztens auf einem Grabstein einer Dame lesen, dass diese es zu Lebzeiten immerhin zur „Oberamtsratsgattin“ gebracht hat.

    Frohlockendste Grüße
    Paul

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