WR355 Am Arsch der Erkenntnis

 

wrint_wissenschaft_200Diesmal mit einem Vortrag in Offenburg, einem Buch zu Rosetta, Philae, Feuchtigkeit, Wolkenbildung, Parteischönheit, neuen Pilzen, Wissenschaft in Östereich, dem Square Kilometre Array, Nobelpreisen für Chemie und Physik, kalter Fusion, Zufriedenheit, Methanfressern (Resonator zum Thema), Selbstlosigkeit, Bob Dylan, der Evolution, Luftverschmutzung, Sehschärfe, dunkler Materie und dem Blutdruck.

Ohne Florian ginge es nicht. Spendet ihm hier!

36 Gedanken zu „WR355 Am Arsch der Erkenntnis

  1. Christoph

    Zum SKA:

    Florian kennt die astronomische Forschungslandschaft in Deutschland sicherlich wesentlich besser als ich: Soweit ich den Überblick haben wir in Deutschland einen gewissen Schwerpunkt in de Radioastronomie im infrarotnahen (Submm) Bereich (daher die starke Beteiligung an ALMA, Instrumente bei IRAM etc.) – Schwerpunkt Bonn und Köln (Eckart), sind aber Ein grosses Institut wie Greenbank haben wir in dem Bereich nicht. Meine Frage ist, ob wir daher auf das Projekt nicht nur Geld drauf werfen würden ohne “uns” wissenschaftlich ernsthaft zu Beteiligen?

    Zu Rossi:

    Wie schon bei Florian geschrieben: Wenn das doch alles so gut funktioniert, warum verkauft der Mann dann nicht einfach die Energie? Es gibt doch ein 1 MW “Kraftwerk”, damit müssten sich doch problemlos Einnahmen von mehreren 100000 Euro pro Jahr generieren lassen?! Warum wohl macht Rossi das nicht?

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    1. Florian Freistetter

      Naja, es gibt schon noch ein bisschen mehr Radioastronomie. Jedes Institut hat iA auch ne Arbeitsgruppe zur Radioastronomie. Oder zumindest jemand der auf dem Gebiet arbeitet – weils einfach wichtig ist und man auch auf anderen Gebieten ohne diese Daten nicht auskommt. Und dann ist da ja auch noch das MPIfR. SKA ist halt einfach DAS Radioteleskop der Zukunft. Das ist besser als alles, was sonst noch so rumsteht und das mit Abstand. Da nicht mitzumachen, heißt, den Anschluss an die moderne Forschung zu verlieren…

  2. BrEin

    Kann man mal noch das Video vom Rosetta-Trailer verlinken?

    Ich finde es nicht, auch nicht das Blog vom Florian, indem es verlinkt sein soll.

    Gruß und vielen Dank
    Fabian

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  3. tim

    Das Gesetz für das Auflösungsvermögen von Mikroskopen wir in NRW im physik LK angesprochen.. volkommen unbekannt ist das also nicht..

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  4. Kirsten

    Holgi, Du warst schon zu lange nicht mehr auf der Kö.
    “Neandertaler marodieren durch Düsseldorf“
    Dafür brauchen wir noch viele Jahre Evolution, bis hier Neandertaler rumlaufen 🙂
    Liebe Grüße, Kirsten.

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  5. tp1024

    Ich fand ja die neueste Wunderbatterie ganz nett. Im Grunde haben da die Forscher alles richtig gemacht. Sie soll eine Kapazität bis zu 1000 Wh pro kg haben, 10.000 Ladezyklen aushalten, sie benutzt das neuste Wundermaterial Graphen … aber dann haben sie es völlig verpatzt und nicht angekündigt, dass sie in den nächsten 5-10 Jahren Marktreif sein soll. Kein Wunder, dass sie nicht in die Nachrichten kommt.

    Für meinen Blog hat es gerreicht: http://tp1024.wordpress.com/2014/10/20/die-nachste-wunderbatterie/

    In die Nachrichten (zumindest von Spektrum) hat es eine neue Lampe geschafft. Mit Kohlenstoffnanoröhren (was schonmal super Medientauglich ist) und einer eigenen Pressemeldung (total hilfreich), sowie kontextloser Angaben zum superniedrigen Stromverbrauch … der sich aber am Ende auf dem Niveau einer unterdurchschnittlichen Energiesparlampe bewegt. (Gibt es auch auf meinem Blog, beides mit dem verlinkten Originalpaper.)

    Manchmal ist es wirklich schade, wie über Wissenschaft (nicht) berichtet wird.

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  6. jJan

    hey ihr,

    zum Thema Landwirtschaft und Abwasser. Ich weiß nicht ob es in allen Bundesländern gleich läuft, aber Oberflächenwasser wird eigentlich nur auf versiegelten Flächen (also z.b. der Garageneinfahrt) in das Klärwassersystem eingeleitet. Regen und auch das was der Bauer sonst noch so auf die Flächen aufbringt sickert ja nur zum Teil durch die Erdschichten und wird dann dem natürlichen Wasserkreislauf (z.B Flüssen) zugeführt.
    In Gebieten mit Erdbrunnen, wo das Trinkwasser entnommen werden soll, werden als Wasserschutzgebiet ausgewiesen, da gelten dann strengere Regeln, damit du keine Gülle in deinem Wasser hast.
    Es gibt übrigens noch zahlreiche Regionen ohne Anschluss an zentrale Kläranlagen, da müssen sogenannte Kleinkläranlagen betrieben werden. Ich zahle z.B. auch keine Abwassergebühren, sondern nur die Betriebskosten für meine kleine Kläranlage.

    Ich hoffe etwas Licht ins Dunkel gebracht zu haben.

    jan

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    1. -gb-

      Danke, ist hier in Bayern auch so. Wie sollte auch das Wasser von Feldern in die Anlagen geleitet werden? Dazu msste doch unter den Feldern irgendeine Art Auffangkonstruktion bestehen. Nein, das sickert ins Erdreich bis es irgendwann nach mehreren Jahren in tieferen Schichten landet.

      Es gibt da aber das Problem mit dem Trinkwasser. Das beziehen wir aus Brunnen die tief genug seien sollten. Manchmal, bei bestimmten Wetterlagen mit viel Regen und wenn viel geodelt wird, kann man das allerdings minimal am Leitungswasser riechen. Also nicht den Odel direkt, aber es riecht eben leicht anders. Klar wird die Wasserqualität überwacht, jedoch werden die Proben nur an extrem günstigen Tagen genommen an denen das Wasser dann auch ok ist. Zum Trinken verweden wir gekauftes Flaschenwasser.

      Ist natürlich nicht überal so sondern von Bezirk und Brunnentiefe abhängig. Ist eben ein Wasserkreislauf, so wie die Gemeinden am Rhein auch Rheinwasser bekommen, das durch ein paar hundert Meter Sand bis zum Brunnen gefiltert wurde.

    2. HaChri

      Hallo Holgi,

      so wie Du es dargestellt hast, könnte man meinen das die Fäkalien aus der Tierhaltung alle in die Kläranlage gehen würde/müßten – wofür der Landwirt nichts bezahlen muß. Sicher hast Du dieses Statement mit den Worten sinngemäß eingeleitet – ich weiss nicht ob ichs auf die Reihe kriege – und ich muß Dir leider sagen: Hast Du nicht.
      Kurzfassung meiner Sicht der Dinge:
      Die Scheisse die die Tier hintelassen ist ein wertvoller Dünger, da sie alles enthält was das Tier nicht verwertet hat, aber die Pflanzen gut gebrauchen könnne – deshalb wird sie auch (hier in NRW bis zu 6 Monate) zwischengelagert – bis sie Pflanzengerecht gebraucht und ausgebracht wird/werden darf.
      Weshalb sollte das dann erst durch eine Kläranlage ?
      Im übrigen… was passiert mit den Resten aus den Kläranlagen ? Richtig: Er kann entweder verbrannt werden oder… er wird wieder an die Landwirtschaft abgegeben.

      Ach hat sich einer überhaupt mal gefragt warum Deutschland eines der niedrigsten Lebensmittelpreiseniveau in Europa hat ?

      Es grüßt der HaChri

    3. holgi Artikelautor

      Die Gülle ist natürlich auch ein Problem, es ging mir aber um Chemikalien, die die Landwirtschaft in die Umwelt einbringt.

  7. Chris

    Zum Thema kalte Fusion.

    Ich weiß auch nicht ob das nur Humbug ist, oder nicht. Nach der Vernunft ist das Unsinn.

    Ich halte es zu 99% unmöglich. Allerdings bin ich vorsichtig etwas sofort als lächerlich abzutun, wonach es mich eigentlich drängt. Die Geschichte zeigt das viele Dinge als lächerlich abgetan wurden.
    Z.B. vor 1995 haben sehr, sehr viele, die allermeisten, ernsthafte Wissenschaftler/Astronomen behauptet, dass Planetensysteme um andere Sonnen absolut unwahrscheinlich sind – und eigentlich ausgeschlossen.
    Galilei landete vor der Inquisition weil er behauptete, die Erde sei nicht im Mittelpunkt.

    Allerdings scheint Lockheed, die vor allem vom US-Militär finanziert werden, ja daran zu forschen.
    “Eine Arbeitsgruppe um Projektleiter Tom McGuire will ihn in nur vierjähriger Arbeit entwickelt haben.”

    Eine Arbeitsgruppe bei Lockheed hat 4 Jahre daran rumgebastelt. Seriös ist Lockheed auch.
    Damit, Holgi, kann man nicht mehr behaupten, dass daran geforscht würde wenn es funktionieren könnte. Das es nicht passiert. Oder das es nicht gemacht würde.
    Vollidioten werden die von Lockheed auch nicht sein. Nehme ich einfach mal an.

    Natürlich wird es nicht ewig mit fossilen Brennstoffen weiter gehen. Aber noch läuft es ganz gut damit.

    Nur mal für Spaß. Gedankenexperiment. Muss ja erlaubt sein. Auch wenn es nichts bringt.
    Nehmen wir an, kF funktioniert. Irgendwie. Egal.
    Was wären die Auswirkungen?

    All die Kohlekraftwerde, Kernkraftwerke, Gas- und Wasserkraftwerke, die hunderte Milliarden, wenn nicht weltweit Billiarden, gekostet haben, wären obsolet.
    Vattenfall möchte fast 5 Milliarden Schadensersatz vom deutschen Staat für die Stilllegung von ein paar Kernkraftwerken.
    Weltweit gibt es hunderte Kernkraftwerke. Alleine in den USA stehen 100. In der EU stehen 132.
    All die teuren Kernkraftwerke sollen noch Jahre und Jahrzehnte laufen und Geld einbringen.

    Das Stromnetz, die Trassen über tausende Kilometer, die auch dutzende Milliarden gekostet haben, wären auch überflüssig, da jedes Dorf sich einen 2qm kF Reaktor hinstellen könnte.

    Natürlich wäre auch das Öl, und Gas, überflüssig. Man bräuchte es nicht mehr um Schiffe, Autos oder Kraftwerke damit zu betreiben.
    Staaten wie Russland, der Irak, Saudi-Arabien usw. wären sehr schnell Pleite wenn ihnen keiner mehr ihr Öl und Gas abnehmen würde.
    Öl- und Gaspipelines wären ebenso überflüssig.
    Ölbohrplattformen, wovon jedes Milliarden kostet, und es hunderte gibt, wären überflüssig.
    Z.B. die Nord-Stream Pipeline, die Gazprom mit Schröder vor ein paar Jahren durch die Ostsee bauen lies und 7,4 Milliarden Euro kostete.
    Das Word “Ölscheichs” wäre in einigen Jahren genau so verschwunden wie das Wort “Strassenfeger”.

    Etwas wie eine kF würde die ganze Welt verändern. Wie sehr könnte keiner so genau voraussagen.

    Hätte ich in der Schublade die Pläne für einen funktionierenden kalten Fusionsreaktor, mit allen Details, wäre ich sehr, sehr vorsichtig. Denn ich würde mir sehr viele, sehr reiche und mächtige Menschen, Firmen und Konzerne zum Todfeind damit machen. Sogar ganze Staaten. Und ich hätte um mein Leben, mit Sicherheit sehr berechtigt, Angst.

    Wenn ein Ölscheich, oder ein Energiekonzern, dem dutzende Kraftwerke, Minen, Trassen und Bohrplattformen gehören, sowas in der Schublade hätten würden sie es wohl auch eher in der Schublade belassen. Solange es nach dem Status Quo ziemlich gut für sie läuft.
    Exxon hatte vor ein paar Jahren den höchsten Gewinn in einem Quartal, in 3 Monaten, der Geschichte. 11,68 Milliarden Dollar.
    Das sind fast 50 Milliarden Dollar Gewinn im Jahr. Soviel wie der reichste Mensch der Welt, Bill Gates, so ungefähr hat.

    Wie gesagt, ich halte es für sehr unwahrscheinlich bis fast unmöglich, aber nicht zu 100% ausgeschlossen.

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    1. holgi Artikelautor

      Alles, was du als vermeintliche Argumente aufzählst, belegt exakt nichts. Wenn ich argumentiere, wie du es versuchst, hebele ich dir als erstes die Behauptung aus, Lockheed sei seriös, die haben nämlich den Starfighter gebaut und der ist vom Himmel gefallen.

      Der Rest sind viele Worte – im übrigen dieselben, die alle Verschwörungstheoretiker benutzen, inklusive Gallileo-Gambit – die zu nichts führen, weil sie nichts belegen, außer sich selbst.

      Eine Firma behauptet, etwas Außergewöhnliches erfunden zu haben und außer der Behauptung gibt es keine Belege. Nichtmal gewöhnliche, geschweige denn die nötigen außergewöhnlichen. Gleichzeitig wird weltweit an Kernfusion geforscht, aber diese Forscher sollen nicht auf die kalte Fusion gekommen sein, obwohl sie doch so einfach zu erreichen ist, dass sie sogar in einem vergleichsweise kleinen Firmenlabor hergestellt werden kann? Das kannst du deiner Großmutter erzählen!

    2. Nicolas

      Kleiner Kommentar ohne auf die Glaubwürdigkeit derlei Presseerklärungen einzugehen: Meines Wissens hat Lockheed nie behauptet die “kalte” Fusion erreicht zu haben. Ihr Reaktor ist vom Prinzip ein “klassischer” Fusionsreaktor. Ihre Verbesserung bezieht sich auf ein angeblich effektiveres “Einsperren” des Plasmas auf Basis von Plasmaspiegeln.

    3. tp1024

      Die wichtigste Anmerkung wäre wohl, dass Lockheed Martin nichts mit kalter Fusion am Hut hat. Es geht um heiße Fusion, nur mit einem kompakteren Reaktor einer Bauart, die seit 30 Jahren oder so niemand mehr ernsthaft gebaut hat.

      Ich weiß nicht wie seriös das ganze letztendlich ist. Aber man hat einige Modifikationen vorgenommen, man hat heutzutage 4 mal so starke Magnetfelder dank besserer Supraleiter und man hat Computer die die Vorgänge in so einem Reaktor deutlich besser simulieren können. (Plasmaphysik ist echt nicht ohne. Kernspaltung ist im Vergleich dazu simpel.) So völlig unrealistisch sind die Behauptungen meiner Meinung nach auf keinen Fall, einfach weil es im Hintergrund große Fortschritte auf dem Gebiet gab. Der leistungsfähigste Fusionsreaktor der Welt (Joint European Torus) ist nun schon über 30 Jahre alt, es gibt da eine verdammt große Schere zwischen Theorie und Praxis.

      Nächstes Jahr will Lockheed Martin die aktuellen Messreihen mit dem Reaktormodell abgeschlossen haben und Ergebnisse veröffentlichen. Laut Aussage von LM hat man 200 Versuche durchgeführt mit Heizleistungen von bis zu 1kW. Nicht überragend aber man fängt halt immer unten an. Ich erteile jedenfalls allen die Erlaubnis gespannt sein zu dürfen. Jedenfalls ist es mir lieber, wenn etwas versucht wird und man scheitert, als sich nur ständig das Maul zu zerreißen, dass etwas sowieso nicht geht. Zumal der Aufwand für den Reaktor nach allen Aussagen verhältnismäßig sehr klein sein wird.

    4. tp1024

      Die Bauart ist in wesentlichen Teilen verwandt mit dem “Symmetrischen Spiegel”. Der größte seiner Art wurde zwar fertig gestellt, aber am Tag der Fertigstellung wurde dem Projekt 1987 das Geld entzogen:
      http://en.wikipedia.org/wiki/Mirror_Fusion_Test_Facility

      Es lässt sich zu dem Thema sehr viel aktuelle Forschung unter “axisymmetric magnetic mirror fusion” finden. Zum einen hauptsächlich aus den 70er und 80er Jahren,. Nach Einstellung des Projekts dann lange nichts und dann schließlich wieder mehr in den letzten 10 Jahren. Was auch mit dem Aufkommen von Elektromagneten mit 14T Feldstärke zu tun hat. Damals kam man über 3,5T nicht hinaus. So ein Faktor 4 macht den Unterschied aus, ob das heiße Plasma zu schnell aus dem Magnetfeld entweicht oder nicht.

      Der Vorschlag von Lockheed Martin kommt nicht aus dem nichts, es wurde nur nichts mehr über solche Ansätze berichtet, weil in den Medien das Thema Kernfusion grundsätzlich ohne weitergehende Recherche mit den üblichen Vorurteilen abgehandelt wird.

      Das sollte genug sein, damit jeder selbst beurteilen kann, ob ich manipuliert oder informiert bin.

    5. Chris

      Lieber Holgi,

      zuerst einmal – nicht das du den falschen Eindruck bekommst. Ich möchte deine Kommentarspalte nicht trollen. Nur nicht alles mit sofort “absolut unmöglich” abtun.
      Vielleicht lasse ich meinen Kopf manchmal mit einem “was wäre wenn” abschweifen. Ist ja nicht schlimm. Vielleicht klingt es auch einfach nur zu schön…
      Verschwörungstheoretiker halte ich für genau solche Spinner, wie du auch. Ich lese sowas auch nicht und habe mich nie damit befasst.

      Daher möchte ich dazu eigentlich nichts mehr hinzufügen, nur auf dein Posting antworten 🙂

      Warum ich denke das Lockheed durchaus seriös ist und nicht irgendwer: Lockheed ist ein Technologiekonzern die seit Jahrzehnten in der Luft- und Raumfahrt arbeiten. Auch in der Rüstung.
      Sie haben die bekannten F-16 und F-22 Düsenjets gebaut, die SR-71 Blackbird (das berühmt berüchtigte Spionageflugzeug), die U2, viele, dutzende weitere Flugzeuge und sie waren auch am Hubble Space Telescope und am Space Shuttle beteiligt.
      Lockheed ist ja praktisch der Haus- und Hoflieferant der USA.
      Das einem Konzern, die seit annähernd hundert Jahren Flugzeuge bauen nicht nur die Starfighter, sondern viele andere Flugzeuge, runtergefallen sind, ist kein Argument.
      Auch Airbus und Boeings sind schon wegen Konstruktionsfehlern runtergefallen (z.b. die Niki Lauda Maschine; Lauda Air 004 in Thailand).
      Wie gesagt, ich glaube einfach nicht das sie Vollidioten sind und nicht wissen, wovon sie sprechen.
      Auch weil ich glaube, wirklich lächerlich will sich niemand machen.

      Darüber (vernünftig) sprechen kann man ja mal. Wenn nichts rauskommt – egal. Ich mag es einfach nicht wenn Themen von vornherein sofort abgetan werden – als würde man einen Leprakranken (aus aktuellem Anlaß: einen Ebolakranken) anfassen wollen.
      Wie du selbst sagst – wer redet ist nicht tot.
      Auch wenn Helmut Schmid mal sagte “Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen” muss das nicht stimmen.

      Unterm Strich bleibt ja noch die heiße Kernfusion. Da möchte ich direkt ein Buch empfehlen, dass nur noch gebraucht zu bekommen ist. Dort wird sehr schön erklärt was heiße Fusion ist, die Tokamaks usw.
      http://www.amazon.de/Heißer-als-Sonnenfeuer-Eckhard-Rebhan/dp/3492031099

    6. Christian

      Als jemand der selbst jahrelang in der öffentlichen und privaten Forschung gearbeitet hat liest sich Lookheeds Presseerklärung mehr wie ein Trollen nach Forschungsgeldern.

      Die Ankündigung ist dünn, beschreibt einen möglichen Mechanismus der aber erst experimentell bestätigt werden muss, liefert keine Daten und für die weiteren Experimente, das Scale-Up und die ersten echten Forschungsreaktoren sucht man finanzstarke Partner. Aber man gibt schon mal 5 – 10 Jahre als Timeframe an und stellt eine Quasi-Garantie aus, dass das Ergebnis kommerziell verwertbar ist. Been there, done that.

      Da will jemand an lukrative Geldtöpfe und Investoren ran. Da in der militärischen F&E momentan wenig zu holen ist keine Überraschung.

      Da das Konzept “kompakter Fusionseaktor” seit Jahrzehnten erledigt ist (man möge auch gerne nochmal den Resonator zum Wendelstein 7-X nachhören) bin ich da sehr skeptisch ob die Forschungsabteilung von Lookheed da einen Durchbruch erzielt hat, der der internationalen Forschungsgemeinschaft in den letzten Jahrzehnten nicht gelungen ist. Insbesondere da Lookheed keinen Track-Record im Bereich Energieerzeugung hat.

    7. tp1024

      Sorry Christian, kann mir nicht helfen:

      “Als jemand der selbst jahrelang in der öffentlichen und privaten Forschung gearbeitet hat liest sich die Presseerklärung mehr wie ein Trollen nach Forschungsgeldern.

      Die Ankündigung ist dünn, beschreibt einen möglichen Mechanismus der aber erst experimentell bestätigt werden muss, liefert keine Daten und für die weiteren Experimente, das Scale-Up und die ersten echten Forschungsreaktoren sucht man finanzstarke Partner. Aber man gibt schon mal 5 – 10 Jahre als Timeframe an und stellt eine Quasi-Garantie aus, dass das Ergebnis kommerziell verwertbar ist. Been there, done that.

      Da will jemand an lukrative Geldtöpfe und Investoren ran. Da in der militärischen F&E momentan viel zu holen ist keine Überraschung.

      Da das Konzept “schwerer als Luft” seit Jahrzehnten erledigt ist (man möge auch gerne nochmal an Otto Lilienthal denken) bin ich da sehr skeptisch ob die Wrights einen Durchbruch erzielt haben, der der internationalen Forschungsgemeinschaft in den letzten Jahrzehnten nicht gelungen ist. Insbesondere da die Wrights keinen Track-Record im Bereich Flugmaschinen hat.”

      Sorry, die Argumentation ist etwas dünn.

    8. Christian

      @tp1024: Ich befürchte du meinst das ernst und ich befürchte du denkst auch noch deine ‘witzige’ Entgegnung wäre in irgendeiner Form dazu geeignet irgendetwas zu entkräften.

      Das scheitert schon einmal daran, dass dir ein ziemlich dämliches Beispiel eingefallen ist. Das Dinge die schwerer als Luft sind fliegen können, war nämlich wirklich zu keiner Zeit der Menschheitsgeschichte eine Kontroverse. Jeder der Augen im Kopf hat kann sehen, dass das prinzipiell geht. Es gibt nämlich Vögel, die – zumindest das letzte Mal als ich das überprüft habe- sehr wohl fliegen können. Darüber hinaus dürfte seit etwa 200 n.Chr. klar gewesen sein, dass das prinzipiell geht, sonst hätten das die Chinesen nicht gemacht, spätestens aber seit 1783 auch in Europa, als die Gebrüder Montgolfier den ersten Ballon steigen ließen.

      Zweitens ist das ‘Galileo-Gambit’ – der Hinweis das ja angeblich schon immer Erkenntnisse die heute als gesichert gelten früher belächelt wurden und deren Befürworter massiv verfolgt wurden – ein logischer Fehlschluss. Nur weil B aus A folgt folgt A noch lange nicht aus B (Grundlagen der Logik). Heißt, nur weil es Wissenschaftler gab, die trotz ‘richtiger’ Erkenntnisse ausgelacht wurden, heißt das nicht, das alle die man auslacht auch richtige Erkenntnisse haben.

      Drittens ist das ‘Galileo-Gambit’ auch noch faktisch falsch, da dessen Verfolgung ja nichts mit einem Streit über die ‘Korrektheit’ seiner Ergebnisse zu tun hatte sondern mit den Auswirkungen der Erkenntnisse auf Kirchenpolitik und Kirchendogmata, also eine reine machtpolitische Demonstration war. Selbst Menschen wie Ignaz Semmelweis wurden ja nicht wegen ihrer Erkenntnisse verfolgt sondern wegen der Bedeutung, die diese Erkenntnisse für Sozialstatus, Ansehen, Machtposition und Vermögen bestimmter Gruppen haben könnten. Seine Erkenntnisse galten als ‘ehrverletzend’.

      Kommen wir zum eigentlichen Kern der Sache.

      Der Traum vom koffergroßen Tischfusionsreaktor ist – zumindest im Moment – nichts mehr als ein Traum. Alle in den letzten 50 Jahren erlangten Erkenntnisse, deuten darauf hin, dass es nicht möglich ist einen Fusionsreaktor auf diese Größe zu verkleinern. Warum das so ist, erklärt Thomas Klinger im Resonator 23 anschaulich. Bislang schafft es ja noch niemand wirklich selbst mit Anlagen die um Größenordnungen größer sind eine Fusionsreaktion zu erzeugen, die netto mehr Energie erzeugt als zu ihrer Aufrechterhaltung notwendig ist.

      ‘If something sounds too good to be true it usually is’. Wenn jemand nun mit dem Claim ankommt etwas geschafft zu haben, an dem dutzende Forscherteams überall auf der Welt mit Hunderten Forschern seit Jahrzehnten und unter Einsatz von Milliarden VERGEBLICH arbeiten, dann ist sagen wir mal Skepsis angebracht. Diese Skepsis verstärkt sich wenn dieser Claim aus der Forschungsabteilung einer Firma stammt die bislang überhaupt nicht im Bereich der Fusionsforschung gearbeitet hat, die bislang keinerlei Erkenntnisse aus diesem Bereich veröffentlicht hat und deren primärer Geschäftsbereich keinerlei Schnittmenge zum Bereich Fusionsforschung aufweist.

      Spätestens dann wenn auch noch sagen wir mal ‘optimistische’ Zeitskalen bis zur großtechnischen Realisierung angegeben werden, die kommerzielle Verwertbarkeit quasi zu 100% in Aussicht gestellt ist und dann nach Geldgebern und Investoren gesucht wird, die einem aus der ‘Konzeptphase’ heraushelfen sollen ist größte Skepsis angebracht.

      “Extraordinary claims require extraordinary proof”. Wäre der Claim von Lockheed tatsächlich war wäre es wohl die größte technologische Sensation seit der Entdeckung des Feuers.

    9. Christian

      Für alle die diese Textwand nicht lesen mögen:

      Wäre an Lockheeds Aussage wirklich genau so viel Wahres wie behauptet bräuchten sie keine externen Geldgeber. Eine solche – garantierte – Revolution in der Energieerzeugung wäre nichts anderes als die Lizenz zum Gelddrucken, wo selbst gestandene BWLer feuchte Augen bekämen. Das resultierende F&E Projekt wäre das was man in Fachkreisen einen ‘No-Brainer’ nennt und wo eine Firma wie Lockheed-Martin absolut keine Probleme hätte das aus eigenen F&E Geldern zu finanzieren.

    10. tp1024

      “Der Traum vom koffergroßen Tischfusionsreaktor ist”

      Erstens: Nicht das wovon ich rede.
      Zweitens: Nicht das wovon Lockheed Martin redet.
      Drittens: Nicht das wovon sonstwer redet, außer dir.

      Lockheed Martin redet von einem Reaktor der 13 Meter lang ist und einen Durchmesser von 7 Metern haben soll. Auf welchen Tisch soll der passen?

      Informiere dich bitte, bevor du andere Leute derartig diffamierst, wie du es hier getan hast.

      http://aviationweek.com/technology/skunk-works-reveals-compact-fusion-reactor-details

  8. Christoph

    Anmerkung zu Forschungsschiff “Sonne”: Als Ihr davon gesprochen habt, dass die “Sonne” ein neues Forschungsschiff sei, wunderte ich mich, weil ich schon des öfteren von der “Sonne” in der Vergangenheit gehört habe. Die Wikipedia erklärte es mir dann. Es gibt ein altes Forschungsschiff “Sonne” und einen Nachfolger, der nächstes Jahr losfahren soll.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sonne_%28Schiff,_2015%29
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sonne_%28Schiff,_1969%29

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  9. DocDblU

    Weisses Licht für beleuchtungszwecke wird uebrigens nicht mit RGB LEDs (also mit 3 chips) erzeugt, sondern mit einer blauen Led plus fluoszierendem gelbes Licht emittierendem material; eine einzige LED, die direkt weisses Licht abgibt!

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  10. Micha

    Hallo Florian,
    – wie werden die Positionen von Sternen/Himmelskörper eigentlich gespeichert?
    – Kann man sich das als klassiches Koordinatensystem vorstellen? 3, 4 oder Mehrdimensional?
    – Was ist der 0-Punkt? Die Erde, der Satellit(Gaia), “Zentrum” des Universums?
    – Einheit dürfte vermutlich Lichtjahre sein?
    – Erstellt Gaia auch ein “Bewegungsprofil” der Sterne oder hält sie/es nur die Position zu einem bestimmten Zeitpunkt fest?

    Wäre eventuell auch was für die Sternengeschichten

    Antworten
    1. Florian Freistetter

      @Micha: Also die Sache mit den astronomischen Koordinatensystemen ist kompliziert. Darf ich dich vorerst hierauf verweisen: http://de.wikipedia.org/wiki/Astronomische_Koordinatensysteme (Ist aber ein gutes Thema für meinen Sternengeschichten-Podcast…) Da gibt es jede Menge Systeme und da die Daten sowieso elektronisch vorliegen, wird man sich die Koordinaten angeben lassen können, wie man will.
      Die “Einheit” sind aber mit Sicherheit keine Lichtjahre. Lichtjahr gibt eine Distanz an und das macht für die Positionsmessung nicht viel Sinn. Außerdem ist “Lichtjahr” eine Einheit die hauptsächlich von der Öffentlichkeit bzw. für die Öffentlichkeitsarbeit verwendet wird. In der Forschung benutzt man die selten weil sie recht unpraktisch ist. Die Entfernung zu den Sternen wird normalerweise mit “Parsec” angegeben oder noch häufiger direkt mit dem Parallaxenwinkel, der ja die eigentliche Messgröße ist.

      Und ja, Gaia misst auch die Bewegung der Sterne; bzw. ihre Position, ihre Entfernung und ihre Geschwindigkeit.

  11. Claude Fontaine

    Evolution

    So wie ich mir das mit der Rückevolution der Blüten vorstelle, haben sich die Blüten wie folgt etwickelt:
    Früher: viele Bestäuber
    nahe Vergangenheit: nur noch ein Besteuber (Kolobri)
    heute: Rückentwicklung hin zu mehr Bestäubern (Kolibri und Fledermaus)

    Antworten

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