WR365 Neualtbier

 

wrint_wissenschaft_200Diesmal mit Florians Vortrag in Berlin, Homöopathie, dem goldenen Brett, dem Landkartenbuch* “Alle Welt”, künstlichem Pulverschnee, strengen Göttern (bei PNAS), wachsendem Deutschland, der Weltbibliothek der Wissenschaft, altem Bier, Erdbebenhaft, der 2015er Sonnenfinsternis und ihrer Auswirkungen auf die Stromerzeugung, der Landung und dem Schlaf von Philae, dem Kinderbuch* “Evolution – das Rätsel von allem, was lebt”, Wasserdampf zur Vorhersage von Starkregen, Freudentränen, Gewalt in Medien, Passivrauchen und Insulin, echten Geistern, Citizen Science: Lichtverschmutzungsmessung per App, warmem Grundwasser, männlichem Orientierungssinn und Kiffen.

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42 Gedanken zu „WR365 Neualtbier

  1. sicDaniel

    Passivrauchen führt zu Insulinresistenz, interessant. Ich hab seit frühester Kindheit passiv geraucht, bis ich mit 24 von zuhause ausgezogen bin. Und ich war dick. Kurz darauf hab ich mit ner Lowcarb-Diät, die ja auch irgendwie mit Insulinresistenz zusammenhängt, recht viel abgenommen.
    Occams Rasiermesser sagt aber, dass ich einfach aufgehört habe, einen Liter Cola und eine Tafel Schokolade durchschnittlich am Tag in mich reinzustopfen.

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    1. Dr. ISO

      @David: naja, so wirklich vergleichbar ist das nicht, weil du eben neben dem nicht-mehr Rauchen auch deine Ernährung umgestellt hast. Insofern ist der Umkehrschluss, dass das nicht-mehr Rauchen NICHT für deine Gewichtszunahme verantwortlich war, nicht widerlegbar.
      Wissenschaftlich korrekte Aussagen kannst du nur machen, wenn du den zu untersuchenden Parameter (Passivrauchen) änderst und alles andere gleich lässt.
      Was die Forscher mit den Mäusen ja auch gemacht haben. Beide Tiergruppen haben fettreiche Nahrung erhalten, nur die einen mit Rauch wurden fetter als die anderen.

      Probleme die ich mit der Studie habe:
      1. Wieviel Rauch haben die Viecher bekommen? Sind die Mengen mit menschlichen Dosen vergleichbar? @ Florian: ist das Paper open source, weißt du das zufällig?
      2. wer sagt denn, dass Menschen nicht schon längst Resistenzen entwickelt haben? Es gibt ja die Theorie der Gewöhnung an z. B. Acrylamid durch das jahrtausende Lange Essen von verkokeltem Lagerfeuer-Fleisch. Warum auch nicht beim Passivrauchen? Gibt es Studien die die Fettleibigkeit von Passivrauhcern angeschaut haben? Auch hier wäre das Paper interessant, weil eigentlich müssten die das diskutieren.
      3. In der Scinexx Zusammenfassung stand was von Lipiden in der Lunge die aktiviert werden und zur Insulinresistenz außerhlab der Lunge führen. Ansatz der Forscher: die Lungen-Lipide blocken. Aber: was passiert wenn ich das tue? Passieren vielleicht andere blöde Effekte wie Lungenkrebs durch den Passivrauch, den ich ja IMMER NOCH einatme?

      Also, ich wäre vorsichtig mit solchen Äußerungen. Forscher versuchen natürlich immer ihre Ergebnisse möglichst gut zu verkaufen, aber man muss IMMER dazu sagen, dass man nicht einfach an einer Schraube drehen kann, ohne zig andere mit zu verstellen.

  2. David

    Bezüglich Homöopathie bin ich dazu übergegangen, die Leute zu überzeugen, doch Meerwasser zu trinken.

    “Deren” Theorie ist doch immer, daß der Wirkstoff “potenziert” wird, in dem er (unendlich) oft verdünnt wird. Das ins Extrem gezogen bedeutet doch aber, daß der erstmalig erstellte Wirkstoff, wenn er das erste Mal in den Abfluss kommt, doch über die Kanalisation und Flüsse und Meere ziemlich perfekt “deren” Potenzierung absolviert hat – und im Endeffekt doch jeder Wirkstoff im Meerwasser/Grundwasser enthalten.
    Daraufhin hat noch nie jemand versucht weiter zu “diskutieren”…

    Antworten
    1. Christian

      Wenn Homöopathie wirklich wirkt, dann ist Scheiße buchstäblich die beste Medizin. Denkt man nur mal drüber nach welche Mengen davon wir jeden Tag in die Kanalisation spülen und wie stark ‘potenziert’ diese Fäkalien dann im Leitungswasser sind.

    1. Udo

      Hi,
      so’n Sonnenscheinmessgerät habe ich in der Antarktis gesehen – funktioniert auch bei widrigen Wetterbedingungen zuverlässig – und per “Revolver” kann auf das zweite Instrument umgeschaltet werden.
      Müsste auf der Station Jubany gewesen sein (ist schon einige Jahre her, als ich mich da rumgetrieben habe.

  3. Jörg

    Hach, mal wieder Homöopathie:-)

    Dieses “Ganzheitlich” hat trotz aller berechtigter Kritik schon eine gewisse Bedeutung.
    Sagen wir mal, ich habe eine Krankheit, die eine medizinische Komponente hat, aber auch eine Psychische (die ja letztendlich genauso medizinisch ist).
    Allzu oft werden die medizinischen Dinge gut therapiert, aber die Psychischen Faktoren gar nicht oder zu wenig beachtet.
    Solche Patienten sind dann zwar irgendwie halbwegs Gesund, aber eben nicht so richtig.
    Wenn die jetzt zu so einem Arzt gehen, der sich erst mal Zeit nimmt, den Menschen reden lässt, Dinge hinterfragt, sich schlicht um die Psyche kümmert, dann geht es diesen Leuten oftmals besser.

    Das ist dann landläufig die “ganzheitliche” Komponente der Homöopathie, weil sich diese “Ärzte” oftmals mehr Zeit nehmen. So höre ich es immer wieder von Mitmenschen, die Homöopathie gut finden.

    Dass ein ordentlicher Psychologe den gleichen Effekt erzielt hätte wird dann nicht mehr gesehen, und leider wird dem Patienten das auch von dem Arzt nicht nahegelegt.

    Natürlich ist dieser Kügelchen Kram Quatsch, die Placebo-Wirkung ist es.
    Dieser Effekt wird dann durch den “endlich hört mir mal Jemand zu” Effekt gesteigert, was an sich ja positiv ist.
    Selbsthilfegruppen erzeugen auch so einen Effekt, der Patient fühlt sich alleine schon deshalb besser, weil er auch andere Menschen trifft, die sein Schicksal teilen.
    Der Erfolg der Homöopathie-Typen ist für mich deshalb eben auch ein Versagen der echten Mediziner, die sich zu wenig Zeit für die seelischen Belange der Patienten nehmen.
    Haus- und Fachärzte müssten deshalb viel stärker mit Psychologen zusammenarbeiten als es derzeit der Fall ist.

    Antworten
    1. Christian

      Das Wort “ganzheitlich” ist an sich nur eine Nebelkerze, eine ziemlich infame noch dazu. Es insinuiert, dass die schulmedizinische Behandlung eben nicht ganzheitlich ist. Ein Kritikpunkt der “alternativen” Heilmethoden ist ja gerade, dass die Schulmedizin – zu fokussiert auf ihre Spezialisierung – nur einen Teil der Leiden behandelt, den menschen aber nicht “als Ganzes” sehen kann oder will. Was auch immer das “Ganze” bedeuten soll.

      Es ist außerdem auch noch eine unbelegte, ja sogar falsche Behauptung. Die Schulmedizin kennt z.B. den Bereich der Psychosomatik, die die Auswirkungen der psychischen Verfassung auf die körperliche Gesundheit untersucht und außerdem die Somato-Psychologie, die die Auswirkungen körperlicher Leiden und Krankheiten auf die Psyche und Neurologie untersucht. Ganzheitlicher geht es kaum noch.

      Das ändert aber nichts daran, dass sich bei einem gebrochenen Bein oder einem grippalen Effekt, kein Arzt “ganzheitlich” um mich kümmern muss.

      Das hat auch nichts mit Eingehen auf die psychische Verfassung des Patienten zu tun. Wir sind nur mittlerweile so konditioniert das wir Ärzten die Heilung von allem Möglichen zutrauen und enttäuscht – ja geradezu frustriert sind – wenn gegen unser Zipperlein eben kein Kraut gewachsen ist . Die negative Seite davon, wenn man Ärzte als “Halbgötter in Weiß” sieht.

      Es ist Fakt, das die Qualität der Behandlung und auch die Zahl der Dinge die wir behandeln könne heute so gut ist wie nie zuvor – gesetzliche Kasse hin oder her.

    2. Christian

      Darüber hinaus sind die Psychologen mit denen ich bislang zu tun hatte ausnahmslos alle Esoteriker und Anhänger “alternativer” medizinischer Glaubenssysteme gewesen.

  4. Dr. ISO

    @Jörg:
    ich stimme dir in jedem Punkt zu, nur sehe ich riesen Probleme mit der SChlussfolgerung:
    …Hausärzte etc. müssten sich mehr mit Psychologen zusammen tun”…

    1.: wie soll das aussehen? Wirklich sinn würde so ein Ansatz nur machen, wenn man das Patientenspezifisch macht. Also ein Facharzt + Püschologe = unbezahlbar, und zwar nicht nur monetär sondern auch zeitlich. Bis sich Püschologe und Facharzt geeinigt haben über eine ganzheitliche Therapie ist der Patient schon im schlimmsten Fall weg vom Fenster…

    2.: ich finde es daher wichtig das Problem in seiner größe mal richtig zu begreifen. Warum haben wir eigentlich diesen schulmedizinisch konträren Wahn mit Homöopatie und dem anderen Firlefanz? Man müsste da eigentlich zurück zu Rokitanski und all den anderen, die Ende des 19. Jhd. die Medizin zur Wissenschaft erhoben haben.
    Ich will das jetzt gar nicht weiter ausführen und alle langweilen, der Punkt ist: wir diskutieren eigentlich ein riesen Thema, und versuchen das mit den naheliegendsten Lösungen zu lösen, die aber viel zu kurz greifen, weil sie das Problem an sich gar nicht lösen. Es müsste sich eigentlich die Gesellschaft mal klar darüber werden, was sie eigentlich will; bzw. was sie von der schulmedizin erwarten kann und erwarten sollte.
    Stattdessen schiebt mans entweder auf die Politik, die ja alles lösen können soll, obwohl wir ihr mißtrauen, oder halt auf die Ärzte – die ja auch nur Medizin studiert haben…

    Sorry, wieder ein Mega-Rant, aber ich denke es ist wichtig die Homöopaten als gefährliche Irre zu enttarnen, aber genauso wichtig herauszufinden wo dieser Wahn eigentlich herkommt. Sonst löst man immer nur die Symptome aber nicht die Ursache.

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  5. Gutezeit

    “ich finde es daher wichtig das Problem in seiner größe mal richtig zu begreifen.” d’accord!

    “Man müsste da eigentlich zurück zu Rokitanski und all den anderen, die Ende des 19. Jhd. die Medizin zur Wissenschaft erhoben haben.” Dazu ein Beispiel aus der Geschichte der Medizin. Als Hahnemann die Homöopathie erfand, traktierte zeitglleich die so genannte Schulmedizin ihre Patienten häufig mit Mitteln, die bestenfalls wirkungslos waren, ihnen aber nicht selten mehr schadeten als nutzten. Die Homöopathie war ein großer Erfolg, und dies nicht etwa, weil die entsprechenden Mittel wirksamer waren als ein Placebo, sondern weil sie die Patienten vor Schlimmerem bewahrte, was ihnen die Schulmediziner hätten antun können. Als Hahnemann die Homöopathie begründete, da wusste die Medizin so gut wie nichts, und entsprechend waren ihre Methoden. Damit ist ein gutes “Zurück-Verständnis” schon mal angesetzt, will ich meinen.

    Auf diese gar nicht so naheligende Rückschau lässt sich darum auch @Jörgs Auffassung folglich gut einordnen: “Der Erfolg der Homöopathie-Typen ist für mich deshalb eben auch ein Versagen der echten Mediziner, die sich zu wenig Zeit für die seelischen Belange der Patienten nehmen.” — aber natürlich sind nicht die Mediziner nur schuld daran, sondern “Es müsste sich eigentlich die Gesellschaft mal klar darüber werden, […] was sie von der schulmedizin erwarten kann […]”, was sie erwarten sollte, das ist schon ein anderer Themenkomplex aus dieser Richtung.

    Es braucht nicht eine Riege mehr besser ausgebildeter Psychologen dafür, um Schulmedizin für die gesellschaftliche Ansprüche zu optimieren, da die Psychologie in dem Fall auch nur im wesentlichen dem Placebo-Effekt nachkommen würde. Sondern es braucht gerade ein Lösung, die in grundlegend gesellschaftlicheren Mechanismen liegt als bloß in der besseren Unterbringung. Denn sonst löst man immer nur die Symptome aber nicht die Ursache.

    Von daher schiebt Jörg das riesen Problem schon ganz gut voran (auch wenn es nicht nur mit Psychologie getan sein wird) denn offensichtlich bleibt, dass
    aus der Ambivalenz der modernen Medizin sich der verständliche Wunsch nach einem anderen speist – und die kränkenden Szenerien aber sind es, die sogenannte „alternative Medizin/Therapien“ auf den Plan rufen.

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  6. holgi Artikelautor

    Ich fänd’s ja schonmal super, nicht den Kampfbegriff der Scharlatane zu verwenden, und anstelle von “Schulmedizin” einfach zu sagen, was es ist: “Medizin” nämlich.

    Antworten
    1. Dr. ISO

      @Holgi: stimmt.
      Ich würd daher vorschlagen: Hochschulmedizin 😉

      Alternativmedizin sollte Paramedizin heißen (und das meine ich aber ernst)

      @Gutezeit: WOW! Schöner Kommentar; prima zusammenfassung; auch die geschichtliche Verknüpfung zw. Paramedizin und wissenschaftlicher Medizin war mir so nicht klar. Danke dir!

    2. Gutezeit

      Das stimmt freilich, dass es den Kampfbegriff herausstellt, andererseits soll damit auch in manchen Diskussionen gerade dessen Stil betont werden. Gerade in der Rede von diesen verschiedenen “Heilkunden” und “Medizinen”. Und da es in der heute sogenannten evidenzbasierten Medizin auch um “Heilwirkung” geht und das nicht nur ins Gebiet dieser Medizin fällt (Selbstheilungskräfte, Lebensstil, Placebo-Wirkung etc.) und wir hier zugleich von solchen Genesungskategorien sprechen, finde ich den Gebrauch von “Schulmedizin”, man könnte auch “richtige Medizin” sagen, für ganz nützlich.

  7. jkk

    Ich nutze hier mal die Gelegenheit dazu mich bei Florian für das Interview vom letzten Samstag auf WDR2 zum Thema Rosetta/Philae-Mission zu bedanken. War ein schöner Lichtblick im Vergleich zu den Moderationen die es sonst so gab.

    Warum wird eigentlich (nur) bei wissenschaftlichen Themen und insbesondere bei Raumfahrt die Frage nach den Kosten gestellt und ob man mit dem Geld nicht etwas besseres machen könnte. Bei anderen Themen interessiert das irgendwie niemanden oder zumindest ruft man die Radiohörer nicht dazu auf, anzurufen und die eigenen Meinung dazu zu sagen. Wurde das schon mal untersucht, ob oder warum das so ist?

    http://wdr.vo.llnwd.net/e1/CMS2010/mdb/ondemand/weltweit/fsk0/57/570471/570471_6022091.mp3

    Antworten
  8. Philipp

    Danke für die mal wieder schöne Folge!
    Eine Anmerkung zu Diabetes und Insulin:

    Typ I (Jugenddiabetes) (10% der Patienten)
    Deine Bauchspeicheldrüse produziert gar kein Insulin=> Insulin niedrig=> deine Zellen nehmen keinen Zucker auf => hoher Blutzucker und geringes Körpergewicht => du brauchst immer Insulin als Therapie
    Insulin niedrig und Blutzucker hoch

    Typ II (Altersdiabetes) (90% der Patienten)
    Du isst zu viel, du produzierst normal Insulin => deine Zellen nehmen zu viel Zucker (Energie) aus dem Blut auf => die Zellen “schützen” sich durch weniger Insulinrezeptoren => Blutzucker ist hoch, dein Körper reagiert nicht mehr auf Insulin (=Insulinresistenz) => außer Insulin kannst du noch andere Medis oder Gewichtsreduktion therapeutisch einsetzen
    => Insulin hoch und BZ hoch

    Viele Grüße!

    Antworten
  9. Feuerwasser

    Der Schützenverein war bei dem „Amoklauf“ in Erfurt nicht das Problem Holgi.

    Dieser junge Mann hat damals eine schlimme Entscheidung getroffen: Er wollte sich an seinen Lehrern rächen und diese umbringen. Also hat er nach einer Möglichkeit gesucht und ist in einen Schützenverein gegangen. Dort aber kam er auch nicht gut an und hat sich dort als bald nicht mehr sehen lassen. Um dann doch an Waffen zu kommen hat er Schießnachweise gefälscht, um sein Bedürfnis vor der Behörde vorzuweisen, die ihm dann zu Unrecht die Waffen genehmigt hat. (Quelle: http://www.jawina.de/?p=212)

    Wäre damals das geltende Waffenrecht ordentlich befolgt worden, dann hätte er nicht auf diesem Wege seine Waffen bekommen.

    Es gibt Studien warum solche Täter genau so vorgehen wie sie es tun. Mit Bomben oder Brandsätzen könnten sie wesentlich mehr Menschen töten als mit Schusswaffen, deren Zugang eben nicht so einfach ist wie du glaubst Holgi. Der Grund dafür dürfte demnach sein, dass sie mit Schusswaffen geziehlt ihre Macht über ihre Opfer ausüben können und auch die Berichterstattung viel massiver ausfällt, wenn Schusswaffen im Spiel sind. Denn diese Täter wollen vor allem postume Aufmerksamkeit.

    Deine These kann auch in sofern nicht stimmen, da der Zugang zu Schusswaffen in den USA allgemein leichter ist als in Deutschland. Soweit folgst du mir bestimmt noch. Doch die beiden schlimmsten Amokläufe an Schulen fanden bis zu der Tat 2012 an der Sandy Hook Elementary School in Deutschland statt. Obwohl Deutschland eines der strengsten Waffengesetze der Welt hat.

    Der Punkt dabei ist, dass man Menschen, die sich fest dazu entschlossen haben andere Menschen zu töten, nicht mit Verboten und Gesetzen aufhalten kann. Siehe die aktuellen Anschläge in Israel / Palestina, wo die Täter jetzt mit Autos und Messern angreifen.

    Den drastischen Anstieg der Schusswaffenkriminalität in GB nach dem Schusswaffenverbot von 1998 habe zu der Wrintfolge „Doktor Wrintheit“ bereits verlinkt (http://www.parliament.uk/briefing-papers/SN01940.pdf). Auch das spricht gegen die These des leichten Zugangs zu Schusswaffen. Und auch wenn man sich bestimmte Bundesstaaten in den USA anschaut, dann kann man diese These nicht unterstützen. In Vermont hatten 1998 35 % der Erwachsenen legal eine Schusswaffe, die Mordrate lag dabei mit 0,7 Morden pro 100 000 Einwohner unter der von Deutschland (Quelle: http://www.fwr.de/statistik/fakten-zum-waffenbesitz/), welche trotz unseres Strengen Waffenrechts bei 0,8 liegt (Quelle: http://sicherheitspolitik.bpb.de/datentabellen&layer=m1_bpb_morde). Dagegen sieht es in anderen Bundesstaaten wieder ganz anders aus. In New York liegt die legale Waffendichte drei mal niedriger als in Vermont, während die Mordrate mit 13,2 exorbitant höher ist als in Deutschland oder Vermont (Quelle: http://www.fwr.de/statistik/fakten-zum-waffenbesitz/).

    Allein das zeigt, dass weder der Zugang zu Waffen, noch Schützenvereine das Problem sind. Aber wie Florian richtig feststellte, mit Statistik ist das nicht so einfach.

    Ich behaupte die Gewalt in einer Gesellschaft hat nichts mit den Waffengesetzen zu tun, sondern mit der sozialen Struktur und der Verteilung des Wohlstands. In den USA sind von den 300 Mio Menschen ganze 50 Mio so arm, dass sie für sich oder ihre Familie nicht mal für 3 Mahlzeiten am Tag garantieren können. Das Sozialsystem ist ein Witz, was bleibt den Leuten also anderes übrig als ohne Perspektiven kriminell zu werden?

    Der Durchschnittsbürger bekommt Schusswaffen immer nur im Zusammenhang mit Gewalt präsentiert. Ob es im Film ist, oder in Videospielen, oder in den Nachrichten. Kein Wunder also, dass hier die wenigsten wirklich objektiv bleiben können.
    Beste Grüße

    Flo

    Antworten
    1. Christian

      Dein Kommentar liest sich prinzipiell ja interessant aber nach der hyperbolischen und bewusst oder unbewusst falschen Behauptung, dass “die beiden schlimmsten Amokläufe an Schulen (…) bis zu der Tat 2012 an der Sandy Hook Elementary School in Deutschland statt(fanden)” ist er nur schwer Ernst zu nehmen.

    2. Feuerwasser

      Stimmt es gab schon einen Schlimmeren 2007.

      http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_school_shootings_in_the_United_States

      Dann weg von den Einzelfällen:

      Deutschland ist das Land mit den zweithäufigsten school shootings nach den USA (zusammen mit Kanada).

      http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000011902/Bondue_Dissertation_SchoolShootings_vollstaendig_fin.pdf?hosts=

      Und damit ist auch im Fall der school shootings die These von der “Verfügbarkeit” mit Schusswaffen nicht haltbar. Das wollte ich zeigen.

    3. Timo Altfelde

      Du weißt aber nicht, wie es sich verhalten hätte, wenn Schusswaffen frei verfügbar wären. Das ist das Problem, wenn man kein Laborsystem aufstellen kann.

      Da du selbst beschreibst, dass die Waffen nur durch ein umgehen der Vorschriften zu bekommen waren, gehe ich davon aus, dass die Verbote eine nichttriviale Hürde darstellt. Auch wurden hier, anders als in den USA, keine Gefechtswaffen (z.B: AK-47 2013 in Decatur) eingesetzt.

      Man sollte bedenken, dass Amokläufe kein neues Phänomen sind. Das älteste was ich auf die schnelle gefunden hatte, war 1871 in Saarbrücken (Revolver). Zudem ist die Suizidrate bei Schülern nicht verschwindend (ca. 700 Suizide/y). Ich gehe davon aus, dass diese Fälle mit oft mit einer mangelnden Selbstwirksamkeitserwartung einhergehen. Da ist eine Schusswaffe, auch bei einem stark Depressiven, eine einfache Möglichkeit subjektive Kontrolle über sein Leben zu erhalten. Amokläufe mit Stichwaffen sind dagegen eher selten, bzw. ist der Schaden vermutlich auch geringer, so dass es nicht auffällt.

      So oder so, warum sollte es sinnvoll sein, jemanden eine Waffe zu erlauben für die er keinen Zweck hat, bzw. für die er offensichtlich ungeeignet ist? Alle anderen bekommen hier bereits bei geltenden Gesetzen eine angemessene Waffe.

      Ich behaupte, dass die Waffengesetze die Folgen von gesellschaftlichen Problemen einschränken, jedoch die Ursachen davon unabhängig sind.

    4. Feuerwasser

      Das ist kompliziert. Und ich habe hier gelernt, dass wenn man gegen den Mainstream argumentiert man immer auf der Hut sein muss, damit einem nicht faule Rethorikticks und eine gewisse politische Gesinnung unterstellt werden.

      Es gibt einmal die Amokläufe und dann die restliche Schusswaffenkriminalität.

      Deine Argumentation passt hier in beiden Fällen nicht.

      In GB habe ich bereits mit Quellen belegt, hat die Schusswaffenkriminalität nach einem umfassenden Waffenverbot zugenommen. Nach dem Waffenverbot war die Wahscheinlichkeit größer auf der Straße erschossen zu werden, als vor dem Verbot. Erst als es Mitte der 2000er Anstrengungen gegen illegale Waffen gab, ging die Schusswaffenkriminalität zurück.

      In Australien gab es auch ein Waffenverbot in den 1990er. Hier ging die Schusswaffenmordrate um 60 % zurück. Das wird immer als Erfolg für Schusswaffenverbote angesehen. Tatsächlich aber stiegen die Gewaltverbrechen an. Sodass nach dem Verbot mehr Menschen durch Gewalt ums Leben kamen als vor dem Verbot. Auch hier hat eine Verbotsgesetzgebung nicht zu einer sicherern Gesellschaft geführt.

      Countrywide, homicides are up 3.2 percent;

      Assaults are up 8.6 percent;

      Amazingly, armed robberies have climbed nearly 45 percent;

      In the Australian state of Victoria, gun homicides have climbed
      300 percent;

      In the 25 years before the gun bans, crime in Australia had been
      dropping steadily;

      There has been a reported “dramatic increase” in home burglaries
      and assaults on the elderly.

      http://www.wnd.com/2000/03/1933/

      Es ist immer eine Mischkalkulation. Was bringt es Gesetze zu erlassen, die Amokläufe erschweren sollen, sich also gegen Straftaten richten, die statistisch nicht relevant sind? Aber gleichzeitig das allgemeine Risiko Opfer von Schusswaffenmissrbauch zu werden erhöhen? Denn wie schon gesagt, halten sich nur gesetzestreue Menschen an Verbote, nicht aber die gewalttätigen Kriminellen. Also entwaffnet man die Opfer, nie aber die Täter.

      Die Statistiken geben mir hier eindeutig recht.

      Man kann Amokläufe und Gewaltstraftaten nicht mit Verboten verhindern. Man schränkt an dieser Stelle nur sinnlos weiter die Freiheiten ein. Denn Schusswaffen werden viel öfter benutzt um Straftaten zu verhindern, als zu verüben. Das fällt dann alles weg.

      In den USA haben wir jedes Jahr mehr Schusswaffen im Umlauf als im jeweiligen Vorjahr. Trotzem sinken seit Anfang der 1990er die Verbrechenszahlen. http://en.wikipedia.org/wiki/Crime_in_the_United_States

      Die Waffengesetze in den USA wurden in den 1970ern drastisch verschärft. Damals ging es los mit der bandenmäßigen Drogenkriminalität. Nachdem man aber gesehen hat, dass dies nicht die Lösung ist, wurden die Waffengesetze Stück für Stück wieder gelockert. Das letzte mal deutlich in der ersten Amtszeit von Obama.

      Mit der These, die Verfügbarkeit von Schusswaffen würden solche Taten fördern überhaupt nicht zu vereinbaren. Wenn es so wäre, dann müssten wir amerikanische Verhältnisse (die es so nicht gibt) auch in der Schweiz beobachten. Schonmal dort die Waffengesetze und Waffendichte im Volk angeschaut?

      Waffenverbote schmälern also nicht mal die negativen Konsequenzen verfehlteter Sozialpolitik, sie verschlimmern sie in jedem Fall.

      Menschen die sich dazu entschlossen haben anderen Menschen schlimmstes anzutun, und die alle Zeit der Welt haben ihre Massenmorde zu planen, den wird man niemals Herr werden. Was man tun kann ist diesen Druck von den Menschen zu nehmen, der einem in dieser Gesellschaft schon als Kind aufgezwungen wird, um gar nicht erste solche Abgründe der Unmenschlichkeit aufkommen zu lassen. Alles nicht nötig in solchen reichen Ländern wie bei uns.

    5. holgi Artikelautor

      Gegen den Mainstream zu argumentieren ist meistens nur dann problematisch, wenn man gegen den Mainstream argumentiert, um gegen den Mainstream zu argumentieren.

    6. Feuerwasser

      Ja das musste so ankommen Holgi. Aber wenigstens haben wir in so gut wie allen anderen Themen die gleiche oder eine ähnliche Ansicht. Und danke, dass du sowas hier, was dir bestimmt gegen den Strich gehst, trotzdem aushältst. Ich akzeptiere gern andere Meinungen, sofern man sie begründen kann. Und wenn man sie nicht begründen kann, dann stört mich das auch nicht weiter, sofern das keinen Einfluss auf mich hat. Die Waffengesetzgebung hat aber einen beträchtlichen Einfluss auf mein Rechtsgut Eigentum.

      Und Entschuldigung an alle hier, die meinen Schusswaffen in Privathand sind keine gute Idee.

      Ich weiß es macht ja tierisch Spaß zu den Guten zu gehören. Und wenn man selbst gut ist, dann setzt das definitionsgemäß voraus, dass es da auch Böse geben muss. Und wenn dann einer gegen die Guten hier argumentiert und es auf einmal als Guter extrem mühselig ist gegen diesen einen Bösen da an zu argumentieren, dann sagt man eben einfach solche Sachen wie „unglaubwürdig“ oder „das sagen die rechten Verschwörungstheoretiker auch immer“ und schon ist man wieder sicher in seiner guten Position, denn dann braucht man ja nicht weiter drüber nachdenken. Da ist es dann auch egal, dass dieser eine, der hier pro Waffen argumentiert schon immer die Linken wählt und seine Lebensgefährtin (hübsches Gesicht, schlank, brünett, D-Körbchen) keinen deutschen, sondern einen polnischen Pass hat. Auch kann es nicht sein, dass dieser Typ total gelassen und entspannt daher kommt (ja das bin ich, auch wenn ich hier so sturköpfig auftrete). Sonst ist es doch IMMER so, dass der Waffenbesitzer einen kleinen Schniedel hat, keine Freundin und keine Freunde, dafür aber viele Pickel und das alles durch dieses Machtgefühl mit Schusswaffen kompensieren muss. Wie Holgi meinte, es kann ihm keiner erzählen, dass es anders wäre. Dafür weiß er zu gut Bescheid. Dank der Schubladen im Kopf weiß der Gute einfach, dass er mit seinen Ansichten genau so Recht hat wie er eben Recht hat. Als Guter ist das halt irgendwie gegeben.

      Komisch, dass hier niemand der gegen Waffen argumentiert auch nur eine Quelle oder Statistik zeigen kann (oder gezeigt hat), die mich widerlegen würden.

      Wenn ihr alle recht habt, warum kommt dann nicht jemand und büglet mich sachlich einfach mal platt? Das muss doch total einfach sein, schließlich habt ihr Recht. Also beweist es doch ganz einfach in 5 Minuten muss das doch gehen.

      Alles was kam war, mich hier in eine rechte Ecke zu stellen (WRINT Folge: Dr. Wrintheit). Klar gibt es den objektiven und wissenschaftlichen Beweis dafür, dass 31 Psychopharmaka ein gewalttätiges Verhalten auslösen und verstärken können. Klar ist es bewiesen, dass diese Medikamente wie Süßigkeiten in den USA konsumiert werden und klar ist es so, dass die meisten Amokläufer genau solche Medikamente lange genug bis zu ihrer Tat eingenommen haben (so wie in tausenden Fällen, die wegen ihrer geringen Opferzahlen nie richtig bekannt wurden). Aber wenn ein irgend ein Spinner von Infowars oder sonst woher genau das wieder gibt, dann muss es doch falsch sein.

      Aber die Welt ist nicht so einfach. Es ist egal ob ihr euer Gegenüber und dessen Ansichten mögt oder nicht, es kommt darauf an, ob ihr sachlich dessen Ansichten widerlegen könnt oder nicht.

      Es geht also darum mich mit seriösen Quellen zu widerlegen und die gute und richtige Weltansicht in punkto Waffenverbote zu stützen. Und ich darf feststellen, das ist hier bisher nicht gelungen.

      Und ich habe doch keine Verschwörungstherie aufgemacht? Oder etwa doch?

    7. holgi Artikelautor

      Also, ich weiß ja nicht, wie es den anderen geht, aber mir ist es einfach nur zu albern, das zu tun, was du widerlegen nennst. Schusswaffen gehören nicht in Privathand. Um das zu wissen, brauche ich keine Statistik, denn das ist keine statistische Frage.
      Darüber hinaus bin ich fest davon überzeugt, dass ein einfacher Zugang zu Schusswaffen auch dazu führt, dass sie leichter missbraucht werden – und auch das lässt sich mit kurzfristigen Statistiken weder belegen, noch widerlegen. Dafür braucht es Generationen.

    8. Feuerwasser

      Ja sowas weiß man einfach. So wie der Esotheriker weiß, dass es Homöopathie und Astrologie wirklich gibt und das die Wahrheit ist. Und so wie auch der Religiöse weiß, dass es da einen Gott gibt, so wie er ihn sich vorstellt.

      Wer möchte nicht in einer Welt leben, in der nur die Polizei, das Militär und Kriminelle Waffen haben. Nur aber nicht die gesetzestreuen Bürger. Das macht doch wirklich keinen Sinn diese Schusswaffen in Privathand.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Entwaffnung_der_deutschen_Juden

      Wir sind heute viel weiter, als damals noch vor einigen Jahrzehnten. Sowas wie damals wird schon nicht mehr vorkommen. Heute, wo wir dank unserer Sicherheitsbehörden und Sicherheitspolitik jeden Tag mehr Freiheiten bekommen und unsere Grundrechte jeden Tag stärker ausgebaut werden.

      Stimmt Holgi, du hast Recht. Entschuldige.

    9. Feuerwasser

      Und Statistiken welche mehrere hundert Millionen Menschen und 35 – 50 Jahre umfassen sind also “kurzzeitig”? …

      Das meinte ich mit dem was ich schrieb. Es ist unfassbar schwer in bestimmten Themenfeldern Objektivität zu erwarten, generell bei den Menschen. Und das obwohl du doch nun wirklich sehr objektiv bist, bei allem anderen. Aber vielleicht braucht jeder Mensch doch diese Schubladen im Hirn… Keine Ahung warum das so ist, ich funktioniere da wohl anders.

    10. Feuerwasser

      Einen hab ich noch.

      Da haut dir jemand viele Quellen um die Ohren und das einzige was du darauf erwiderst ist: „weiß man einfach“ und „es braucht Generationen um da was fundiertes drüber aussagen zu können“.

      Wenn man das mal losgelöst vom Thema betrachtet. Einfach 2 haltlose und unbewiesene Behauptungen als Antwort auf Studien und Statistiken in den Raum zu werfen kann doch keine saubere Argumentation sein? Und wenn man an einer Stelle nicht sauber für seine Meinung argumentieren kann, ist das dann nicht vielleicht doch ein starker Indikator dafür auf dem Holzweg zu sein?

      Einfache Antworten auf komplexe Themen sind zwar einfach, aber seltenst auch die Richtigen.

  10. Olaf Kock

    Vielen Dank für die schöne Sendung.
    Ein wenig Aufklärung zu Diabetes:

    Typ 1: Die Bauchspeicheldrüse kann nicht mehr (genug) Insulin produzieren, um einen hohen Blutzuckerspiegel zu senken. Folge: Überzuckerung, Insulinpflicht.

    Typ 2: Die Empfindlichkeit für Insulin ist stark gesenkt – d.h. um den Blutzuckerspiegel zu senken muss die Bauchspeicheldrüse den Insulinspiegel viel stärker als normal erhöhen.

    Bei der beschriebenen “Einbahnstraßenregelung” von Insulin geht dabei Energie ausschließlich “in die Zellen”, d.h. Fett wird gespeichert. Bei Anwesenheit von Insulin ist es nicht (oder nur schwer) möglich, das Fett aus den Zellen wieder zu erschließen. Das ist der Grund, warum der Verzicht auf Kohlenhydrate (Low Carb) durchaus sehr guten Erfolg beim Fettabbau hat: Kaum Insulin im Kreislauf, nach einer Weile ohne Zucker stellt der Körper auf Fettverbrennung um und es ist für den Körper relativ leicht an das Fett in den Fettzellen zu gelangen um es zu verbrennen.

    Fettleibigkeit ist ein Risikofaktor für Diabetes Typ 2, weil hierbei mutmaßlich bereits über lange Zeit ein hoher Insulinspiegel Energie in die Zellen getrieben hat, und der Körper diese nicht mehr abbaut. Je länger ein hoher Insulinspiegel vorliegt, desto unempfindlicher wird der Körper gegen dieses Hormon – ganz wie mit Lärm: Je höher der Insulinspiegel steigt, desto eher wird Fett eingelagert – ein selbstverstärkender Teufelskreis.

    Nicht korrekt ist, dass Fett in Zucker umgebaut werden muss, um verbrannt zu werden. Teilweise geht das direkt, teilweise werden “Ketone” gebildet, die als Energieträger durchaus gern von diversen Zellen im Körper verwendet werden. Sobald aber Zucker (Kohlenhydrat) vorliegt, wird die Ketonbildung unterbunden.
    Parallel dazu: Falls zu viel Protein (Eiweiß) gegessen wird, wird dieses in Zucker umgewandelt und verbrannt (Gluconeogenese). Korrekt genannt: Zucker wird bevorzugt verbrannt, wenn er denn verfügbar ist.
    Eine weitere Korrektur: Hoher Zucker/Kohlenhydratverzehr wird eher mit erhöhten Blutfettwerten in Verbindung gebracht als hoher Fettverzehr. Die Erklärung dazu ist mir aber entfallen.

    Nicht zu vergessen: Es gibt Nennungen von Alzheimer und verwandten Krankheiten als Diabetes Typ 3, da auch hier von einem Zusammenhang mit Insulin bzw. dem Blutzuckerspiegel ausgegangen wird.

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  11. Gero

    Hallo Florian , Hallo Holgi
    ALKIS ist kein Vermessungssystem! ALKIS ist Amtliche LiegenschaftsKatasterInformationsSystem. Dabei wird nichts Vermessen. Die Daten die im bisherigen Automatisierten Liegenschafts Kataster vorgehalten werden, werden jetzt in dieses bundesweit einheitliches System überführt. Die Übertragung in das neue System fügt auch neue und damit genauere Daten ein. Dieses Phänomen ist aber bekannt und macht vielen (so auch mir) immermal Kopfschmerzen.

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    1. Christine

      Dazu sei noch ergänzt, dass die Umstellung auch das ALB (Liegenschaftsbuch) mit der Karte homogenisiert wird. Und oft wird in dem Zuge eine Umstellung des Koordinatensystems weg von GaußKrüger hin zu UTM vorgenommen.
      System ist hier im Sinne von Software- bzw Datenbanksystem zu verstehen. Wir sprechen ALKIS immer eher wie Allkiss aus, um uns von Alkies zu unterscheiden.

  12. Max Power

    Eine Anmerkung zu der Sonnenfinsternis: Die Sorgen der Netzbetreiber sind nicht gänzlich unbegründet. Es gibt mittlerweile über 35 GW Solarleistung, das sind (Achtung: Milchmädchenrechnung 🙂 ) 20-30 Atomkraftwerke. Wenn da innerhalb von kürzester(!) Zeit 5-10 oder noch mehr GW wegbrechen und kurz danach wieder in das Netz gehen kann das schon kniffelig werden. Soviel Regelleistung muss erstmal da sein um das auszugleichen.

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  13. Der Frank

    Florian hatte in vergangenen Sendungen einige Male eine Sammlung historischer Aussagen zu ausserirdischem Leben erwaehnt. Ich konnte die entsprechende Stelle bzw. eine Erwaehnung in den Shownotes bisher leider nicht finden. Kann mir jemand auf die Spruenge helfen?

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  14. Rico

    Sehr schöne Folge! Leider gibt es ja Raumzeit nicht mehr. Ich würde mich freuen, wenn ihr die Raumfahrt nicht nur hier im Wissenschaftsgemischtwarenladen streift, sondern auch Sendungen zu einem Thema aus d m Gebiet Raumfahrt und Astronomie anbieten könntet. Ich höre zwar auch den Podcast von Florian, komme dort aber nicht immer mit. Holgi ist da ein guter Indikator wann Rückfragen, Pausen oder Wiederholungen nötig sind. Danke und weiter so!

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  15. Verena

    Hallo Holgi!
    Du hast eine Sendung erwähnt, bei der es anscheinend um ein Interview mit einem Biologen zum Thema Plastikmüll im Meer geht. Gibt’s dazu einen Link?

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