WR454 Abrissfurzbirne

 

wrint_heit_2014_200Diesmal mit Joghurt, Quengelware, Zuchtfleisch, Tagebüchern, Schadenfreude, Erziehung, Dia-Abenden und reichlich mehr.

Ohne Alexandra ginge es nicht. Hier sammelt sie für Krankenversicherung.

Shownotes
vom mathepauker

Oliver: Macht es für euch einen Unterschied, ob ihr euch mit jemandem auf digitalem Wege oder von Angesicht zu Angesicht über Alltagsdinge unterhaltet?

00:20:49

Skype.

Jan: Warum tun wir das jeden Tag?

00:28:52

Kohldampf — Arterhaltung — Kurt Vonnegut.

Roman: Wie bewältigt ihr die unfassbare Aufgabe, vor dem Joghurt- und Puddingregal eine Auswahl zu treffen?

00:30:48

Naturjoghurt — Butter LINDNER.

Roman: Womit müsste das Quengelwareregal an der Kasse bestückt sein, damit ihr dem Drang, zuzugreifen, nicht mehr widerstehen könnt?

00:34:33

Beef Jerky — Fisherman's Friend.

Bernd: Wird sich unter diesen Bedingungen Labormensch ebenfalls durchsetzen?

00:36:27

Kannibalismus — Heilige Kuh.

Kathrin: Schreibt ihr momentan eine Art Tagebuch oder haltet ihr irgendwie anders Geschehenes fest?

00:40:02

Nasendusche — Julia Cameron — Morning Pages — Fritz J. Raddatz — Aha-Effekt — Penicilline — Stream of consciousness — Eskapismus — Ingram Lather Shave Cream — You Need a Budget (YNAB) — Aloe vera — Kneipp.

Susanne: Passiert euch das auch und wie würdet ihr darauf reagieren?

00:52:03

Barbar: Habt ihr die Ausstellung gesehen?

00:55:45

(Körperwelten)  — Gunther von Hagens — Always — Weiße Kreuze — Zentrum für politische Schönheit — Chaos Communication Congress.

Sebi: Pepsi oder Cola?

01:02:06

(Pepsi)  — Club-Cola — Top Star Cola — Coke — Stevia — Globuli.

Dominik: Wie geht der Trick mit der Frischhaltefolie?

01:03:59

Tweet von Holgi (2010).

Severin: Schämt ihr euch, wenn ihr Schadenfreude empfunden habt?

01:04:39

Die nackte Kanone — Nationalismus — Patriotismus — Sprengen — Busfahrer fährt versehentlich in die Straßenbahnschienen.

René: Welches wäre das und was würdet ihr als Erstes ändern und warum?

01:14:16

Jens: Sollte die Welt lieber kleiner oder größer sein?

01:16:40

Instagram — Google Earth — Ayers Rock — Manchester — Kurdistan — Enno Lenze.

Winona: Welche im deutschsprachigen Raum vorkommenden Dialekte könnt ihr nicht ausstehen?

01:40:03

Rheinische Sprache — Schwäbischer Dialekt — Thüringisch-obersächsische Dialektgruppe — Kölsch — Saarländische Dialekte.

Terence: Warum Krieg?

01:45:16

Horst Köhler.

Paul: Kennt ihr das NDR-Format "7 Tage"? Und wenn ja: Was haltet ihr davon?

01:47:28

(7 Tage) .

Morgan: Warum bin ich zu Beginn jeder Wrintheit der Meinung, dass Alexandra aus Frankfurt zugeschaltet wird?

01:47:42

(Frankfurt am Main) .

Martin: Was haltet ihr von Sunday Assemblies als Alternative zum Gottesdienst?

01:48:04

(Sunday Assembly) .

Simone: Wie bereitet ihr die Bilder auf, so dass nicht jeder nach dem 200. Foto eingeschlafen ist?

01:50:01

Pars pro toto — Monty Python.

Michael: Gibt es Wörter, die ihr rein vom Klang besonders mögt?

01:52:35

(Dorsch)  — Boing — Diphthong — Spack — Spasti.

Georg: Wie kann ich sie davon überzeugen, dass das alles Schwachsinn ist?

01:53:46

Andreas: An welchem Tag wurde diese Frage abgeschickt?

01:55:31

10. November.

Obligatorische Höflichkeitsfrage von Leisure: Wie geht es euch denn?

01:55:39

Alexandra geht es wegen der Hitze nicht gut — Holgi dagegen geht es trotz zu viel Arbeit super — Radio Eins — ARD-Text — Resonator — Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

54 Gedanken zu „WR454 Abrissfurzbirne

  1. Leonard Fresenborg

    Hallo Alexander, hallo Holger,

    Wieder mal eine schöne Sendung. Kleine Anmerkung: beim in vitro Fleisch geht es darum aus Körperzellen von Tieren verzehrbare Organe herzustellen. Vom Rind käme also nicht nur die DNA sondern auch der Anfangsbestand An Zellen. Da es schwierig ist Saugerzellen auf Dauer in Kultur zu halten, würde man wohl auch regelmäßig neue Zellen brauchen. Um das Schlachten käme man zunächst daher nicht herum, man könnte aber vielleicht aus einer Kuh drei machen.

    Da das Ausgangsmaterial immer Zellen sind, stellt „den Stoffwechsel anschmeissen“ kein Problem dar. Auch eine einzelne Zelle besitzt bereits einen Stoffwechsel. Der Stoffwechsel des ganzen Organismus ist bloße die Summe des Stoffwechsels der Körperzellen. Es gibt aber jede Menge andere Probleme: Bisher benötigen die meisten Saeugetier Zellen sogenanntes foetales Rinderserum, um in Kultur zu wachsen. Dies wird in einer recht grausamen Prozedur aus neugeborenen Kälbern hergestellt. Für die Produktion von echtem Fleisch, welches anderem Fleischersatz ueberlegen wäre müsste man Gewebe mit Blutadern züchten können. Dies ist bisher noch eher utopisch.

    Ich denke es ist realistisch anzunehmen, dass innerhalb der nächsten ein bis zwei Jahrzehnte auch komplexere Gewebe in Kultur gehalten werden können und vielleicht für medizinische Zwecke eingesetzt werden. Ob es aber jemals möglich sein wird echtes Fleisch halbwegs oekonomisch zum Verzehr herzustellen? Ende des 19. Jahrhunderts dachten Chemiker, man würde in Zukunft Milch rein synthetisch herstellen. Das wäre sicherlich möglich, lohnt sich aber nicht. Es ist auch schon lange möglich einen Rotwein von hervorragender Qualität ohne eine Traube herzustellen, aber auch das macht oekonomisch keinen Sinn

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  2. Alfred

    Ich denke, dass Menschenfleisch quasi das optimale Fleisch wäre. Alles was der menschliche Körper braucht ist in Menschenfleisch.

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    1. David

      Nein, das ist eher dem Dialekt geschuldet. In Rheinland-Pfalz „ist das so“.
      Also Fich statt Fisch oder gar Füsch. 😉

    2. Ron

      Günther Jauch ist wohl das prominenteste Beispiel. In jeder Sendung spricht er das Word „richtig“ nicht richtig aus.

    3. Anne

      Wie spricht er es denn aus, so dass man von einem Hyperkorrektiv sprechen könnte?

      Im rheinischen ist es ja durchaus üblich, sowohl „rischtisch“ als auch „richtich“ als auch alle Varianten dazwischen zu sagen. Das ist dann aber eben auch dem Dialekt geschuldet und hat nichts damit zu tun, dass man klüger klingen will und dadurch Dinge, von denen man denkt, sie würden falsch ausgesprochen, falsch ausspricht.

      Mein Lieblingsbespiel ist ja das Wort „Entrecôte“, bei dem viele Leute das auslautende „t“ nicht mit aussprechen, weil sie denken, das wäre dann richtig Französisch. Richtig Französisch spricht man es aber mit „t“ aus, also „Ontrekoot“ mit etwas längerem „o“ in der dritten Silbe. Ein „Ontrekoo“ gibt es nicht.

    1. thf

      In der Fachliteratur wird das Phänomen als Hyperkorrektur/Hyperkorrektion, gelegentlich auch als „Super-Standard‘ bezeichnet. Relativ bekannt sind die Soziolinguistischen Studien, die Wiliam Labov in den 60ern durchgeführt hat (beispielsweise die „Kaufhausstudie“). Er hat sich angeschaut, wie das ‚r‘ in Abhängigkeit von der sozialen Schicht ausgesprochen wird, wobei sich zeigte, dass die mittlere Unterschicht quasi die obere Mittelschicht imitiert, aber die Regeln nicht richtig durchschaut hat.

      Die Sache mit kʰøːnɪkʰ vs. kʰøːnɪç ist etwas komplizierter, weil das zum Teil ebenfalls Hyperkorrektur ist, zum Teil aber auch dialektal bedingt. s.a.: http://www.atlas-alltagssprache.de/runde-1/f14a-c/

      https://en.wikipedia.org/wiki/Hypercorrection
      https://de.wikipedia.org/wiki/Kaufhausstudie

  3. Nono

    Holgi, zum Thema Festival sprichst du mir aus der Seele: Für dieses ‚raus sein aus dem normalen Leben‘ und die ‚Arschloch-freie Zone‘ fahre ich seit Jahren immer Tage 5 Tage zu Rock am Ring und verhalte mich danach als wäre ich frisch vom selbstfindungstrip aus Indien wieder da 😀

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  4. Nick Lange

    Hallo ihr beiden,
    Alexandra erwähnte, das sie sich früher gefühlt hätte, als wäre sie exakt zur richtigen Zeit geboren.
    Mein Umfeld (alle Anfang der 90er geboren, alle aus dem Osten) fühlt das nicht. Bei uns ist eher das Gefühl vertreten, in einer Zeit groß geworden zu sein, die zwar viel spannendes bereit hält, aber Insgesamt eher so lala war. Speziell die Zeit nach Mauerfall bis hin zu den 2000ern fühlen sich aus meiner Sicht relativ vernachlässigbar an.

    Antworten
    1. Alexandra

      Sehr interessant, dass ihr „als Generation“ tatsächlich dieses Gefühl habt. Mir taten die nach 1990 geborenen als Beobachterin auch immer ein bisschen leid. Keine sozialen Utopien, keine musikalischen Revolutionen. Allerdings hätte ich nicht gedacht dass es ihnen selbst auffallen würde, ohne Vergleichsmöglichkeit. (Ich selbst hatte immer das Gefühl, zwei Jahre zu spät auf die Welt gekommen zu sein. Das kulturelle Klima in meiner Klasse und den Parallelklassen war schon recht übel, die 1-2 Jahre älteren Jugendlichen lebten in einer komplett anderen Welt, die ich knapp verpasst zu haben meinte.)
      *sad*

  5. Mina

    Ihr verwirrt mich. Der billige stichfeste Joghurt im Supermarkt ist doch ohne Zuckerzusatz, oder nicht? Ich hab nur mal gelesen, dass wenn man Joghurt selbst macht, man ihn länger gehen lässt, damit die Bakterien den ganzen Zucker aus der Milch verbrauchen. Der so selbst gemachte Joghurt müsste noch saurer schmecken, schätze ich mal.

    Morgenseiten kann man doch unterschiedlich machen. Ich hab das auch mal gemacht, da hab ich immer nur 10 Minuten geschrieben. Es ist nur wichtig, dass man nicht aufhört zu schreiben in seinen festgelegten 10 bis 30 Minuten. Wenn man gerade wiederholende Gedanken hat, schreibt man die wieder auf. Wenn man denkt „Hmm, keine Ahnung, was ich schreiben soll“ dann schreibt man das oder überlegt sich einen Satz wie „Mir fällt gleich noch was ein.“ und schreibt den immer wieder bis ein neuer Gedanke kommt.
    Da, wo ich den Vorschlag mit den Morgenseiten gelesen habe, stand (glaub ich), dass man 3 DIN A4 Seiten voll schreiben und dann aufhören soll.

    Auf Fuerteventura gab es auch an jeder Ecke Aloe-Gel. Anscheinend bringen sie ihre Aloepflanzen nach China und es wird dort hergestellt. Auf den Dosen stand immer, dass es Aloe von Fuerteventura ist, aber hergestellt in China und ganz rein war das Zeug auch nicht.

    Ich würde zu Körperwelten auf jeden Fall hingehen, aber nur ein Mal. Ich war vor Kurzem bei „echte Körper“, da ist mir aufgefallen, dass ich schon richtig viel weiß, ohne es richtig gelernt zu haben. http://www.echtekoerper.de/home.html Ich weiß jetzt auch, wo der Ischias-Nerv verläuft und finde es interessant. Eigentlich habe ich gehofft, dass die auch Fettgewebe zeigen, aber das gab es da gar nicht. Man konnte die Organgrößen von einem normalgewichtigen und einen übergewichtigen Menschen vergleichen. Ich glaub, das Fett geht irgendwie beim Leichenverarbeiten kaputt. Mir hat es nicht so gefallen, dass alle Menschen so plastik-gelb waren, dadurch hat man bisschen weniger das Gefühl, dass man einen echten Menschen anschaut.
    Ich hab mit Menschen und Körpern nichts zu tun, aber ich war schonmal in einem Lehrkrankenhaus und hab bei einer Herz-OP zugeschaut. Das war auch sehr interessant mit den ganzen Geräten vom Narkosearzt und der großen Herz-Lungen-Maschine. Erstaunlich, dass es so gut geht, einen Menschen aufzumachen, da drin zu schneiden und zu nähen und dann wieder zu zu machen.
    Wenn ich Eingriffe machen lassen muss, dann schau ich auch am liebsten hin, um zu sehen, was da passiert. Leider geht das fast nie. Aber dann versuche ich meinen Freund hinzuschleppen, z.B. zum Kieferchirurgen, damit er mir dann erzählt, wie es aussah und was da gemacht wurde. Beim letzten Eingriff durfte er nicht mit, aber die Ärzte hatten Kameras, sodass sie mir auch Bilder von der geschnittenen Stelle zeigen konnten. Zum Glück brauchte ich noch keine richtigen OPs, das waren immer nur ambulante Eingriffe.

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    1. Ramses

      So jetzt mal Klartext zu Joghurt.

      Joghurt ist ein Milchprodukt, das alleine durch den Zusatz von Milchsäurebakterien hergestellt wird. Die enthaltenen Zucker (die du in der Nährwerttabelle findest) stammen aus der Milch. Ein Teil davon wurde zu von den Bakterien zu Milchsäure umgewandelt, die für das „Dicklegen“ der Milch verantwortlich ist.

      Grundsätzlich DARF da NICHTS zugesetzt werden. Ansonsten muss das DEKLARIERT werden. (Also im Inhaltsstoffverzeichnis aufgeführt sein) Wenn es kein Zutatenverzeichnis oder ähnliches gibt ist da nur das drin, was in der „Verordnung über Milcherzeugnisse“ [1] drin steht. Wenn da Zucker zugesetzt werden würde ohne das es angegeben ist, ist das ein klarer Verstoß gegen die Kennzeichnungspflicht und es gibt einen ganzen Arm der Behörden, der nur dafür zuständig ist sowas nachzuweisen (Lebensmittelüberwachung und -untersuchung).

      Das in fettarmen Joghurts mehr Kohlenhydrate drin sind, ist vollkommen logisch. Wenn ich einen Apfel und eine Birne habe, dann habe ich 50% Apfel und 50% Birne. Wenn ich den Apfel rauswerfe, habe ich plötzlich 100% Birne. Die Angaben in der Nährwerttabelle sind in der Regel Gramm pro 100 Gramm, also Prozent. Damit ist auch der Bogen geschlagen.

      [1] http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/milchv/gesamt.pdf
      Vorsicht ist ganz furchtbar geschrieben – ich steige da selber kaum durch.

      Bitte verzeit mir den harschen Ton, aber ich kann Ignoranz im Bereich Lebensmittel einfach nicht ausstehen. Und dieses Fass musste ganz dringend aufgemacht werden.

      Lieben Gruß,
      Ramses

      Werbung für Lebensmittelchemiker: https://www.youtube.com/watch?v=BERLIcVWf44

  6. Anne

    Meine Lieblingswörter sind alle, die anachronistisch so an die Fünfziger bis Achtziger Jahre erinnern. Vielleicht habe ich deswegen auch immer so Spaß daran, Aktenzeichen XY zu gucken, denn Rudi Cerne bemüht da auch immer diese nostalgischen Redewendungen. Da wird noch den Gaunerbanden das Handwerk gelegt oder es werden Ganoven dingfest gemacht. So schön.

    (Andere Beispiele: „Kokolores“, „Tunichtgut“, „Halunken“, „Humburg“, „prima“, „dufte“, „Fete“, und so weiter.)

    Aber da kommt eben auch meine schlimme nostalgische Ader auch wieder vor.

    Antworten
    1. Florian

      In meinem Lieblingsroman Tadellöser und Wolf kommen viele Phrasen vor, die ich übernommen habe. Grossartiges Werk.

  7. Markus

    Zum Thema Frischhaltefolie.
    Man darf natürlich nicht die Folie an diesen „Pseudozähnen“ der Verpackung abreisen. Funktioniert nie.

    Die Folie muss man auf einer flachen Unterlage (Arbeitsplatte der Küche zum Beispiel) abrollen und anschließend mit einem scharfen Messer auf dem Untergrund abschneiden – nicht in der Luft zwischen Untergund un Packung. Dann kann man die Folie problemlos aufnehmen und das gewünschte Produkt einwickeln, ohne dass die Folie sich verheddert.

    Antworten
  8. Clemens

    Bezüglich Menschenfleischkonsum ist mit da eine Geschichte von Kannibalen der Südsee erinnerlich, wo eine Häufung der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auftrat, angeblich ausgelöst durch den Artgenossen-Verzehr bzw. die Aufnahme derer Eiweiße …

    Antworten
  9. Roland

    Hallo Holgi, entschuldige mich hiermit aufrichtig und nachhaltig für das Benehmen meiner schwäbischen Landsleute (wohl auch hauptsächlich in Berlin) :-). Da ich lauten Schwaben selbts, wenn dann nur im Urlaub begegene und im Ländle selbst meistens „gar net mit de Leid gschwätzt“ wird, tritt das Problem wohl häufiger auf, wenn Schwaben reisen (meine Hypothese). Was den Dialekt betrifft, ist Schwäbisch sicher gewöhnungsbedürftig, mir fiel’s erst auf, als ich in einem Unternehmen anfing, das sehr multikulturell ausgerichtet ist und ich daher gezwungen war, meine „Muddersproch“ anzupassen, so dass von meinem ursprünglichen breiten Schwäbisch nur noch ein Akzent übrig geblieben ist. Trotzdem wäre ich wahrscheinlich ohne Sprachtraining nicht öffentlichkeitstauglich, jedenfalls nicht deutschlandweit, aber damit kann ich gut leben. Jedenfalls hat mir die Sendung wieder sehr viel Spass gemacht, freut mich immer wieder euren Plaudereien zu lauschen. Grüsse vom Bodensee Roland

    Antworten
    1. Roland

      Meine damit nichts spezielles, aber soweit ich weiß gibt’s sicher Kurse, darüber kann dir Holgi als Medienschaffender wahrscheinlich umfassender Auskunft geben als ich. Jedenfalls wird man einen Akzent nicht so leicht los. Zumindest kann ich dir das aus meiner Erfahrung sagen.

  10. Sarah

    Zum Thema Dialekte:
    Ich habe kürzlich durch die Serie Vorstadtweiber den Wiener Dialekt lieben gelernt. Ich kann diesen Dialekt nicht nachahmen, aber so Ausdrücke wie „Koffer“ oder „sich nix scheißen“ sind einfach zu herrlich. Die Serie ist aber auch unabhängig von dem Dialekt sehr empfehlen.

    Zum Thema „Das wichtigste, was man einem Kund beibringen kann“:
    Im Grunde haben mir meine Eltern genau die beiden von euch genannten Haltungen (Selberdenken und Mitgefühl) mitgegeben. Nur leider verstehen Sie jetzt nicht, warum es mir nicht gelingt Karriere zu machen bzw. warum ich dies nicht mit entsprechendem Ehrgeiz versuche. Ich bin einfach nicht der Ellenbogen-Typ und zufrieden, wenn sich meine Ideen durchsetzen. Dafür kann dann auch jemand anderes an der Spitze stehen.

    Antworten
    1. Anne

      Was man seinen Kindern auch unbedingt beibringen sollte, ist, sich nicht wegen anderen verbiegen zu wollen, sondern seinen eigenen Weg zu gehen. Das fällt auch ein bisschen in die Kategorie „Selber denken“, ist aber meiner Meinung nach eine eigene Geschichte und hat viel mit Selbstbewusstsein zu tun.

      Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie (aus meiner Sicht) nie versucht haben, aus mir einen anderen Menschen zu machen, als ich es war und auch als Vorbilder selber immer das gemacht haben, was sie für richtig hielten, ohne sich zu sehr an gesellschaftliche Konventionen zu halten. Ich glaube sehr fest daran, dass ich deshalb so ein relativ ausgeglichener Mensch bin, weil ich immer gemacht habe, was ich für mich für richtig hielt, auch wenn das gerade in der Teenagerzeit echt nicht immer einfach war, weil vieles von dem, was ich gerne machte, traditionell uncool war und ich die coolen Sachen aber doof bzw. uninteressant fand. Dann ist es wichtig, dass Eltern ihren Kindern beibringen, dass sie immer (oder fast immer) selbst entscheiden können, was sie machen wollen und dass es vollkommen okay ist, nicht immer überall dazuzugehören, solange sie glücklich sind, mit dem was sie tun.

  11. Nono

    Habe die Folge gerade erst zu Ende gehört und mich sehr gefreut: Holgi, du hast meinen Namen perfekt ausgesprochen – kann nicht jeder 😉
    Im Bezug auf’s sächsische bin ich übrigens komplett bei dir und Alex!
    Grüße, Winona

    Antworten
  12. Ricky

    Alexandras Morning Pages oder
    warum To-Do-Listen einfach nicht funktionieren

    Ich habe 30 Jahre versucht mit To-Do-Listen, Kalendern oder elektronischen Hilfen versucht meinen Alltag in den Griff zu bekommen. Ich hab es nie hinbekommen und wenn ich meine Freunde frage, berichten die auch nur davon, dass ihre To-Do-Listen nicht nur immer länger werden sondern auch noch Stress erzeugen, weil sie einem nur zeigen was man alles nicht geschafft hat.

    Vor zwei Jahren bekam ich durch einen Podcast die Empfehlung, die mein Leben nachhaltig verändert hat. Die Methode die für mich super funktioniert, ist letztendlich nur eine Benutzeroberfläche, die auf dem selben Grundprinzip aufbaut, nach dem die Morning Pages funktionieren.

    Die Methode die mir geholfen hat, nennt der Autor „Getting Things Done“.
    Ziel ist es, alle Termine, Aufgaben und Sorgen aus dem Kopf zu bekommen um diesen frei zu haben für die Aufgaben des Tages. Gleichzeitig bekommt man das Gefühl, alles im Blick zu haben, so dass nichts unter den Tisch fällt.

    http://www.amazon.de/eGetting-Things-Don-Stress-Free-Productivity/dp/B007J5D4QQ/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1436361160&sr=1-2&keywords=getting+things+done

    Es gibt auch eine deutsche Übersetzung.
    Es sieht aus wie ein billiger Ratgeber. Aber das Grundprinzip dahinter funktioniert einfach super.
    Der Effekt den man nach zwei Monaten hat, ist ähnlich wie der bei YNAB.

    http://www.amazon.de/Wie-Dinge-geregelt-kriege-Selbstmanagement/dp/3492240607/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1436361160&sr=1-1&keywords=getting+things+done

    Antworten
    1. Mina

      Ich hab auch oft gelesen, dass man es „Frei schreiben“ nennt. Also es ist egal, wie falsch man schreibt, Hauptsache man hört nicht auf seine Gedanken aufzuschreiben. Manchmal sind die Gedanken so schnell, dass man nicht mitbekommt, was man da überhaupt denkt. Durch das schreiben ist die Geschwindigkeit begrenzt und die Konzentration auf die Gedanken erhöht, finde ich.

    2. holgi Artikelautor

      GTD hat mich ja tendenziell überfordert. Ich benutze momentan mit großer Begeisterung „any.do“.

    3. Ricky

      Getting Things Done fand ich im ersten Moment auch etwas überfordernd, hatte es dann aber deutlich vereinfacht und für mich angepasst.

      Aber zwei drei Grundprinzipen die ich aus dem Buch mitgenommen habe, verbesserten deutlich meine Lebensqualität. Beispielsweise habe ich seit 20 Jahren zum ersten mal meine Email-Postfach im Griff.

      Aber die wichtigste Lektion ist, nicht ständig zu versuchen alles im Kopf zu behalten, sondern durch aufschreiben den Kopf komplett frei zu bekommen.

    4. holgi Artikelautor

      Ja, das ja sowieso. Und während ich es aufschreibe, weise ich die Aufgabe schon einer der drei Kategorien „heute“, „morgen“, „irgendwann“ zu. Das klappt vor allem super, wenn ich abends im Bett liege und denke: „Huch, Du musst ja noch…“.

  13. Ron

    Wachstumszwang des Militärisch-industriellen Komplexes

    ich denke die Marktwirtschaft selber erfordert ja erstmal kein Wachstum. Der Wettbewerb erfordert ja nur, dass man besser ist als die anderen. Und auch wenn mal ein paar Jahre nicht der beste in seiner Branche ist, bedeutet das nicht gleich den Untergang. Man verdient dann halt nur weniger als der bessere Konkurrent.

    Erst der Kapitalismus erfordert dann Wachstum. Also nicht nur jedes Jahr besser, sondern vorallem mehr als im Vorjahr. Und das für alle. Alle Bäcker müssen mehr Brötchen verkaufen als im Vorjahr. Die gleiche Leistung die im Vorjahr gut war, reicht jetzt nicht mehr aus und bringt das Unternehmen in große Schwierigkeiten.

    Warum probiert man denn eigentlich nicht mal Marktwirtschaft ohne Kapitalismus aus.

    Antworten
    1. holgi Artikelautor

      „Alle Bäcker müssen mehr Brötchen verkaufen als im Vorjahr“ ist ja übrigens meine Privat-Verschwörungstheorie, die erklärt, inwiefern der Markt dafür sorgt, dass wir immer fetter werden 😉

  14. benni

    Zitat Holgi: „ihr wollt auto fahren, dann zahlt gefälligst autobahnmaut und lasst das nicht die allgemeinheit bezahlen“
    Lieber Holgi, die autofahrer finanzieren bereits mit kfz- und mineralölsteuer das komplette straßennetz, eigentlich sogar mehrfach. leider geht der großteil der steuereinnahmen die durch autos anfallen in andere töpfe. würden steuern zweckgebunden eingenommen (kfz-steuer nur für straßen) , könnte man sämtliche autobahnleitplanken mit blattgold überziehen.
    insofern war deine aussage entweder schlechter information geschuldet oder schlichtweg populismus 🙂

    schöne grüße, der benni

    Antworten
    1. holgi Artikelautor

      Entweder hast Du den Unterschied zwischen Steuern und Abgaben nicht verstanden, oder du betreibst schlichtweg Populismus 😉

    1. holgi Artikelautor

      Oeh… Jetzt hast Du mich verloren. Wie kannst Du den Unterschied zwischen Steuern und Abgaben verstanden haben und gleichzeitig annehmen, die KfZ-Steuer sei dem Autobahnbau und -unterhalt gewidmet? O_o

  15. benni

    tue ich doch garnicht. ich frage mich halt nur, wie du dazu kommst, eine autobahnmaut zu fordern. denn deiner oben zitierten aussage nach scheinst du ja anzunehmen, das über steuern und abgaben zu wenig rein kommt, um den unterhalt des straßennetzes zu finanzieren, und das deshalb auch nicht-autofahrer dafür aufkommen müssen. Zitat Holgi: „ihr wollt auto fahren, dann zahlt gefälligst autobahnmaut und lasst das nicht die allgemeinheit bezahlen.“
    Auf den Punkt gebracht klingt deine Forderung für mich so: „ich weiß, das autofahrer mit ihren Steuern in Deutschland das halbe Staatswesen finanzieren und finde das auch gut so, und fordere zudem das sie für ihre unverschämte Forderung nach einer anständigen und intakten Infrastruktur zusätzlich maut berappen sollten.“falls ich da falsch liegen sollte, würde ich mich freuen, wenn du mir erklären würdest, was tatsächlich hinter deiner Forderung nach einer Maut steckt 🙂

    Antworten
    1. holgi Artikelautor

      Kurz (weil im Büro): Die gesamtgesellschaftlichen Schäden, die durch den Kraftverkehr entstehen, sind nicht annähernd in die KfZ- und Mineralösteuer eingepreist, darum finde ich, dass KfZ viel stärker zur Kasse gebeten werden sollten. Den Straßenverschleiß unmittelbar über eine Abgabe zu finanzieren, halte ich da für eine gerechte Sache. Insbesondere für Fernstraßen.

      KfZ-Steuern sehe ich außerdem als Steuerungsinstrument, damit sich nicht jeder Honk sieben vergammelnde Autos vor die Tür stellt 🙂

    2. Markus

      Gesamtgesellschaftliche Schäden sind auch anderswo nicht eingerechnet. Trotzdem ein guter Ansatz:
      Suff und Automobilität nur noch für die Upper Class. Der Rest wird in Watte gepackt, damit er keinen Schaden verursacht 🙂

  16. Christian1313

    Autobahnmaut einführen, weil Autofahren nutzt ja nicht jedem!

    Frage: Länderfinanzausgleich nach Berlin. Wie nutzt der jedem?

    Holgi, in letzter Zeit verengst du deinen Blick sehr stark. Stell die nur mal vor es gibt sehr viele Menschen mit anderen Lebensentwürfen als deinem. In diesen Lebensentwürfen spielen z.B. Autos noch eine Rolle.

    Antworten
  17. Ludwig Thomae

    noch was zum Thema „Hyperkorrektur“ (und Sächsisch):

    anderes beispiel als -ig/-isch/-ich/…, das besonders in Sachsen Bedeutung hat: Garage. Im Sächsischen wird – zumindest lt. fremdem wie eigenem Vorurteil – jeder „harte“ Konsonant „weich“ gesprochen. Um also nichtsächsisch zu wirken, werden alle stimmhaften Konsonanten stimmlos ausgesprochen. Garage klingt dann halt wie Karaasche.

    Antworten
  18. Leif

    Thema Kunden und ihr teilweise sinnloses Verhalten:
    ich arbeite selbst im Service, bin aber kein Verkäufer. Was ich manchmal im Tagesgeschäft erlebe, kann wirklich von Comedians nicht besser beschrieben werden. Die tollsten Geschichten schreibe ich auch sofort auf und ich habe inzwischen etwas über 40 Situationen gesammelt, die man nicht glauben will, wenn man nicht dabei war. Egal, ob es um das Anspruchdenken des Kunden geht oder das Verständnis über Juristereien zu einem Kaufvertrag, die Auslegung des Servicegedanken oder die Bereitschaft, für eine Leistung zu bezahlen: In allen Themen gehen die Meinungen und Vorstellungen wirklich von – bis…

    Als kleine Belustigung hier ein Telefonat, was ich aus dem Gedächtnis direkt danach mal ins geschriebene Wort gefasst habe. Es ist sicher etwas humorös aufbereitet, aber ich habe inhaltlich nichts dazu gedichtet, VERSPROCHEN:

    Kunde ruft an.
    K: Guten tag ich habe da ein Problem mit dem Handy … bla bla …. Letztes Jahr Vertrag geschlossen … austauschen … reparatur … Kosten … wie lange habe ich denn Garantie?
    Ich: Also unabhängig von ihrem Vertrag haben sie 24 Monate Herstellergarantie mit Ausnahme von Apple, die geben nur 12 Monate.
    K: Ich habe ein Samsung, wie lange habe ich da?
    Ich (im Kopf): Hörst du mir nicht zu?? (tatsächlich): 24 Monate ab Kaufdatum. Sie können das Gerät dann mal vorbei bringen. Wenn sie haben, bringen sie einen Kaufbeleg mit, Verpackung und Zubehör brauchen wir nicht.
    K: Ok, Kaufbeleg ist was jetzt genau?
    Ich: Lieferschein oder Rechnung
    K: Soll ich die dann mitbringen?
    Ich (im Kopf): Du HÖRST mir nicht zu!! (tatsächlich): Nur, wenn sie den griffbereit haben, ansonsten drucken wir hier eine Kopie aus.
    K: Muss ich sonst noch etwas wissen?
    Ich: Nehmen Sie bitte Speicherkarte und Simkarte aus dem Gerät und sichern Sie vorher ihre Daten.
    K: Ok, Daten sind egal. Kann ich denn meine Simkarte dann behalten oder brauchen sie die auch?
    Ich (im Kopf): Lass den Scheiß man, es ist heiß und stressig genug!!) (Tatsächlich): Wie ich sagte. –Brauchen wir nicht.

    Zum Thema „Frauen und Kleider“ und welche Psychotricks sie anwenden:
    Hierzu möchte ich einen frühen Dieter Nuhr zitieren:
    „Frau will ne Hose kaufen, geht in den Laden. Verkäuferin fragt „Was brauchen Sie?“ Kundin sagt „Ich suche eine Hose in 38“. Verkäuferin bringt 42 -PASST. 🙂

    Antworten

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