WR457 Frau Diener verreist zu den Tropical Islands

 

wrint_2014_zumthema_200Andrea Diener reist, schreibt über ihre Reisen in der FAZ („Wo die Tropen Trauer tragen„) und ist so nett, mir von ihren Reisen zu erzählen. Diesmal war sie in den Tropical Islands, einem riesigen Spaßbad, das in einen ehemligen Luftschiffhangar gebaut wurde, der als Investititionsruine in Brandenburg herumsteht.

Das Flickr-Album zur Reise.

Wenn ihr Andrea was in den Hut werfen wollt, findet ihr hier Gelegenheit dazu.

65 Gedanken zu „WR457 Frau Diener verreist zu den Tropical Islands

  1. sven

    Nach dem Ausklang der letzten Frau-Diener-Folge erwarte ich mal eine leichte Voreingenommenheit. 🙂
    Ich lausche gespannt wie das Erlebnis war.

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  2. IckeHalt

    Als ich 2011 da war, hatte das Tropical Islands noch ein massives Schabenproblem. Man konnte ab der Dämmerung keine zwei Meter mehr laufen ohne auf irgendein Getier zu latschen. Vielleicht sollte das ja auch für das authentische Regenwaldfeeling sorgen.
    Ich war glücklicherweise nur einen Nachmittag/Abend da und hab nur nen Zehner bezahlt, weil’s grad ein Angebot für alle frisch gebackenen Abiturienten gab. Aber selbat das war’s nicht wert.

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  3. Eule

    Huiuiui. Beim Zuhören hatte ich ein paar Mal Flashbacks zu einem Besuch im „Kernwasserwunderland“ – ein Mitte der 90er zum Freizeitpark mit angeschlossenem Kongresszentrum umgebautes ehemaliges Kernkraftwerk – in Kalkar vor etlichen Jahren. Wesentliche (oder einzige?) Unterschiede sind wohl, dass im Wunderland die Themen der Fake-Welten so Dinge wie Wilder Westen und Ägypten sind statt „die Tropen“, und dass ein wesentlicher Daseinszweck die Betankung von Kegelclubs zu sein scheint statt der Zwischenlagerung von Pärchen. Ansonsten aber der gleiche lieblose Minimalaufwand für Maximalumsatz. Brrr.

    Oder anders gesagt: Leuten, denen die Tropical Islands gefallen haben, gefällt’s vermutlich auch da. 😉

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  4. greg

    Hallo,

    am schönsten doch die Einlage mit den minigolfspielenden Pärchen. Herrlich!
    Naja, so ein Publikum will auch bespielt werden.

    Ich denke mal, es bildet sich immer das Qualitätsniveau heraus, die der Standort hergibt, bzw. einfordert.
    Qualität ist IMMER direkt mit Investitionen verknüpft, und da in unserer Zeit das Geld regiert, wird genau geschaut wo gespart werden kann.

    Dann wird eben in der Showküche das Ei direkt aus dem Tetrapak geschüttet.

    Nun denn, eine schön schaurige Sendung.

    Danke

    Greg

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  5. Michael

    Man merkt Frau Diener ihre Bestürzung an. Denn wenn ihr die Worte fehlen, neigt sie dazu, vor jedes Adjektiv das Wort „sehr“ zu setzen. Denn dann sind Sachen „sehr hohl“, „sehr breit“, „sehr bunt“, „sehr grün“ … das finde ich persönlich sehr süß XD

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  6. Johnny

    Ich bin in der Nähe aufgewachsen (also der Niederlausitz) und halte auch nicht viel von diesem überdimensionierten Spaßbad.
    In einem Punkt muss ich aber deutlich widersprechen, Andrea sagt sinngemäß „Es gibt da ja sonst nichts und das ist auch ein Problem wegen dem Publikum, die Leute, die da Leben haben nichts.“
    Das stimmt so überhaupt nicht. Der Landkreis Dahme-Spreewald ist der wirtschaftlich stärkste in ganz Ostdeutschland (https://de.wikipedia.org/wiki/Landkreis_Dahme-Spreewald#Wirtschaft) und in Teilregionen (im speziellen der Altkreis Luckau) herrscht momentan faktisch Vollbeschäftigung (klar inklusive Kurzarbeit und den ganzen Statistiktricksereien).
    Ich weiß Tropical Island ist ne Strafe und auf der Rollbahn rundherum gibt es nicht viel zu sehen, aber den Eindruck auf die ganze Region zu extrapolieren ist einfach falsch.

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  7. Quarkspeise

    Bezüglich der Investitionen ist nachzutragen, das der Investor initial gar keine Investitionen wollte. Dem hat man dann erst im Rahmen der Umbauten erklärt, das er ja „dumm sei“, weil er sich keine Kohle vom Land holt, wie das jeder andere auch tuen würde. Tja und dann hat er das halt getan.

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  8. Mithrandir

    Habe gerade erst angefangen, die Sache anzuhören. Nun ja, ich frage mich, wie man darauf kam Frau Diener dorthin zu schicken. Ich finde ihre Reiseberichte meist sehr gut und interessant, aber Tropical Islands ist nix für jemand, der gerne Kulturtrips mit teilweise intellektuellem Hintergrund unternimmt.
    Ich bekenne, ich war schon zwei mal da. Wir haben zwei Kinder, eine Oma in der Nähe von Chemnitz und wenn wir in der Ecke Ostsee waren, haben wir TI für einen Zwischenstopp genutzt.
    Es ist einfach ein groooßes, Spaßbad. Mal was anderes. Natürlich nicht vergleichbar mit dem echten Regenwald (den ich auch schon in Costa Rica und Belize erleben durfte).
    Einfach raus aus der tristen grauen Deutschlandwelt in ein Behältnis, in dem man sich entspannen kann. Ich erwarte da keine Gebäude, Umgebung sonstwas, die irgendwas mit einer bestimmten Kultur zu tun hat. Wenn ich das will, gehe ich ins Museum. Wenn ich beschriftete Bäume sehen will, gehe ich in den Palmengarten oder ins Tropenhaus. Fand es auch interessant, wie sich Frau Diener darüber beschwerte, dass der Tropenwald nicht wie ein Tropenwald aussah, sich dann aber im nächsten Satz quasi mokierte, dass man die verwelkten Blätter nicht abpflückte. Tut man im echten Tropenwald ja auch nicht.
    Also wirklich. Mir war schon bei der Ankündigung in der letzten Sendung klar, dass hier nur Bashing rauskommen kann, weil Frau Diener und Holgi nicht die Zielgruppe sind.
    Ja, der Eintrittspreis ist hoch, die Verpflegung auch. Aber das ist in solchen Habitaten so. Im Freizeitpark zahlst du nicht weniger (Ausnahme Playmobilland, hier hat man wirklich das Gefühl, dass auch die Preise für Familien gemacht sind).
    Ich vergleiche die Eintrittspreise immer mit dem Kino. 45 Euro sind etwa drei Kinofilme. Meiner Meinung nach ist das für einen ganztägigen Aufenthalt in einer anderen, ja undefinierbaren Welt, die sich nach Urlaub im Süden anfühlt, OK.
    Muss man ja nicht jede Woche machen. Ich verstehe ehrlich gesagt auch nicht, wie man mehrere Tage hintereinander dort verbringen kann, aber es gibt wohl einen Markt. Es gibt ja auch Leute, die fliegen in die Türkei, oder sonstwohin, besuchen einen All Inclusive Club und verbringen dort 2 Wochen am Pool ohne das Meer richtig gesehen zu haben. Die Fläche, die Sie dabei benutzen ist wahrscheinlich auch nicht größer als die Cargolifter Halle.
    Und wenn man Kinder hat rücken solche Ziele erst mal finanziell für viele in weite Ferne. Da kann man sich doch wenigstens ein bisschen Feeling in Brandenburg holen, ohne Bildungshintergrund, einfach nur Spaß. Und ich hatte das Gefühl, den hatten die meisten Kids dort auch. Und die Eltern können sich entspannen, weil die Kinder bespaßt werden und man muss sich nicht mal sorgen machen, dass sie zu weit rausschwimmen :-).
    Und wenn TI einfach nur eine weitere Attraktion ist, die Touristen in die Einöde Brandenburgs zieht, die sich dann auch noch mal in den Spreewald (eigentlich auch nichts anderes als ein verkapptes Disneyland) oder dann noch weiter Richtung Havel und Berliner Umland begeben. Ist doch so schlecht nicht.
    Cargolifter war ein Experiment, hinter dem ein verkappter Betrüger Sand, der auch einen großen Teil der deutschen Industrie hinters Licht geführt hat. Und dann stand halt da diese Halle. Klar, hätte man verfallen lassen können wie so ziemlich alles in der Einöde Brandenburgs, aber da hat dann einer ein zweites Experiment gewagt, die Truman Show nachgebaut und bietet jetzt ein Freizeitvergnügen an, das nicht jedem gefallen muss, aber anscheinend doch seine Zielgruppe gefunden hat.
    Und für die genannten 500 Mitarbeiter (kann mir nicht vorstellen, dass es so wenige sind) ist es immerhin eine Möglichkeit ihre Kinder satt zu bekommen. Ja, hätte man auch ne Weile mit den 30 Mios geschafft, wenn man sie direkt ausbezahlt hätte. Aber 60000 Euro pro Nase hört sich viel an, ist aber letztendlich kein geregeltes Einkommen.

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    1. Bernhard K.

      Die Arbeitsplätze sind oft das letzte Argument, was noch bleibt. Ich entgegne dem immer damit, dass man auch ein KZ mit dem Arbeitsplatzargument betreiben kann.

      Es gibt übrigens Leute, die nach Brandenburg fahren, weil es dort schön ist.

    2. Frank

      @Mithrandir: Danke, dass Du mir die Arbeit abgenommen hast, meine Meinung aufzuschreiben.

      @Bernhard K. (weil direkte Antwort nicht möglich): Schon ein bisschen ärmlich, sich aus ca. 50 Zeilen gut geschriebener Meinungsäußerung die letzten paar Zeilen rauszupicken, nur um ein unpassendes Gegenargument loszuwerden.

      @Andrea und Holger: Danke für die vergnügliche Sendung. Ich habe mich sehr amüsiert und kann einer Menge des Gesagten nur zustimmen.
      Aber um es nochmal zu sagen:
      Ich bin gern nach TI gefahren (2x schon), um
      – einen schönen Tag mit der Familie zu verbringen
      – mal nicht in das 08/15 Spaßbad mit der lahmen Rutsche und dem 3,50-Planschbecken um die Ecke gehen zu müssen.
      und nicht, um:
      – balinesische Kultur kennen zulernen
      – forstbotanische Studien zu betreiben

      Es ist halt immer einer Frage der Einstellung.
      Und ehrlich, wenn ich da mit dem Zug hätte anreisen müssen, wäre ich auch bedient gewesen. Wer macht denn sowas 😉

      Frank

    3. Christian

      @Mithrandir
      Ich finde Deinen Text richtig gut. Ich konnte mir leider nur 3/4 der Sendung anhören, da ich es nachher nicht mehr ertragen konnte. Es ist doch so, dass wenn man jemanden wie Andrea in ein solches Resort einlädt nur ein Dauer-Bashing dabei raus kommen kann. Das ist als wenn man Holz in den Wald trägt.

      Mit einer Familie ändert sich viel, was ich selber seit 2 Jahren erleben darf. Auch das man tatsächlich darüber nachdenkt auch mal in solch ein Resort zu fahren.

      Und übrigens:
      Der Hintergrund, aus dem Andrea kommt kann man auch an dem Satz „Lassen Sie bitte die Gurken weg!“ ablesen. Das hätte hier in Flensburg auch fast kein Barkeeper verstanden. Es ist halt ein Prima Satz um ungeschulte Barbedienstete vorzuführen. Mir wäre dies der armen Frau gegenüber ziemlich peinlich gewesen.

    4. Donngal

      Naja, also ich finde ja, wenn man eine Bar betreibt, sollte man auch Barkeeper haben, die diesen Namen verdienen. Besser gar keine Cocktails verkaufen als schlechte. Aber Getränke werden hier in Deutschland ja sowieso stiefmütterlich behandelt. Es gibt ja schon kaum Mittelklasse Restaurants deren Getränkekarte über schlechten Wein, Coca Cola Produkte und langweiliges Bier herausgeht. Ein auf das Essen abgestimmtes Getränk gibt es da nicht. Das ist dann bei den Spirituosen genauso. Völlig wahllos langweilige Standard Sachen auf die Karte geschrieben, gerne auch falsch sortiert (Wie oft habe ich schon Jack Daniels in der Oberkategorie „Scotch“ gesehen?).

      Cocktails verdienen diesen Namen meistens nicht. Aufgespritzte Saftmischung passt da wohl besser. Eine Cocktailbar in der ich keinen Old Fashioned bestellen kann ist keine Cocktailbar. Wenn man Cocktails anbietet dann sollte man sein Personal entsprechend schulen. Aber ich muss dir Recht geben: Der Standard in Deutschland ist das leider nicht. Ob man das an der Bedienung auslassen muss ist die eine Frage, die andere ist, ob man es nicht immer wieder thematisieren sollte damit sich etwas ändert. Andererseits ist es wohl so, dass Menschen, die gerne geniessen wollen wohl leider in der Minderheit sind.

  9. Sabine

    Nach der Lektüre des vergnüglichen Artikels von Frau Diener dachte ich, den 12- und 15jährigen Kindern auf dem Weg zum See mit dem Podcast ein Gaudium bereiten zu können. Doch, sie fanden es lustig (und wollen da nie hin), aber sie haben sich auch ganz arg fremdgeschämt wegen Frau Dieners zum Teil etwas hilflos wirkender Sprache. Ich so: echt jetzt, ist eine bekannte Printjournalistin und schreiben kann sie wirklich. Die Kinder so: ist das der Jugendslang von Galway oder was (obskures Harry-Rowohlt-Zitat), voll peinlich, die kann ja gar nicht richtig Deutsch. Und Englisch schon gleich nicht.

    Vermutlich ist das putzig gemeint; ich hätte mich vielleicht gar nicht dran gestört, weil ich mehr mit der Twitter-Diktion zu tun habe als die Kinder und auch schon ein, zwei WRINT-Podcasts mit Frau Diener ganz vergnügt gehört habe. Aber in der Kombination mit der teils doch etwas herablassenden Kritik an dem wahrlich infernalisch klingenden Tropical Islands wirkte es, gelinde gesagt, seltsam. Mangelnde architektonische Korrektheit und fehlende Schildchen an Palmen kann man ja monieren, über bräsige Brandenburger darf man sich vielleicht auch lustig machen, aber der Nachweis der eigenen Weltläufigkeit ist in einem Hörmedium halt doch das gesprochene Wort.

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  10. Elco

    War auch mit meiner damaligen Freundin im Januar 2010 da (also auch ein junges Pärchen) und es hat uns ganz gut gefallen. Es ist eben wie ein großes Spaßbad und wenn man das erwartet kommt man auf seine Kosten. Besonders wenn draußen meterhoch Schnee liegt ist es schön mal einen Tag dort zu entspannen.
    Waren bis ca 1 Uhr morgens da und grade abends/nachts war es schön in Ruhe noch ein bisschen zu schwimmen während die meisten Familien mit Kindern schon zu hause waren.
    Klar es ist zu teuer, alles wie in einem anderen Spaßbad eben auch und ebenso wenig würde ich dort übernachten wollen.

    Musste bei der „Wolkentapete“ auch direkt an die Trumanshow denken. Aber grade dieses sureale Fealing in dieser riesigen Kuppel war ganz witzig. Ein Tag auf dem Holodeck.

    Glaub wer in einem Spaßbad nach einem guten Wein ausschau hält hat falsche Erwartungen.

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  11. Bernhard K.

    Eigentlich erwartete ich ein langweilige Sendung. Es war doch klar wohin die Reise ging.

    Aber die Dramaturgie der Frau Diener hat es dann doch spannend wie einen guten Roman gemacht.

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  12. helmer

    Schade das der Podcast sich so sehr aufs bashen verlegt hat. Bei vielen Dingen musst ich zustimmend nicken. Aber extrem teuer finde ich das TI nicht. Wir waren im tiefen Winter da drin und haben uns einfach gefreut das wir in Badenhose einen Tag lang rumlaufen konnten während es draussen -10° hatte.

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  13. Roland

    Da hat Tropical Islands einen riesigen Fehler gemacht und die Journalisten im Hochsommer eingeladen.
    Ich kann die Kritik am TI größtenteils gut nachvollziehen, grade diese etwas lieblosen Palmenpflanzungen und die völlig überzogenen Essenspreise bei ziemlich unterdurchschnittlicher Qualität hat mir gar nicht gefallen. Manche Punkte kann ich nur dann verstehen, wenn man Frau Dieners Hintergrund kennt und ich glaube, dass das für sie als Zielgruppe tatsächlich nicht passt. Sie ist von ihren Reisen in tolle Hotels und Länder einfach besseres gewohnt. Grade die Kritik an der schwachen Authenzität der Gebäude fand ich unnötig und Minigolf muß man nicht mögen, aber das Angebot als Alternative zum Baden an sich ist doch ok. Das Tropical Islands ist nunmal ein Spaßbad und kein Hotel und kann was Servicequalität anbetrifft einfach nicht mithalten, dafür wäre anderes (teureres) Personal notwendig.
    Aber um auf meinen Eingangssatz zurück zu kommen, ins Tropical Islands muß man im Winter gehen! Wenn es draußen seit Wochen so richtig kalt ist und man durchgefroren in die Halle kommt ist der Aufenthalt sehr entspannend und dann kann man auch die große Saunalandschaft, die bei der Sendung viel zu kurz gekommen ist, auch geniessen.

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  14. Noboru Wataya

    Naja, das klingt für mich ähnlich wie die hinlänglich bekannten „Center Parcs“. Das Zielpublikum scheint auch ähnlich zu sein: So einfach gestrickte Pärchen mit etwas Geld und zu bespaßenden Kindern.

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  15. Donngal

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich glaube, dass es mir auch als Elternteil keinen Spass machen würde dort Urlaub zu machen. Das klingt eher nach einem Tagesausflug, wenn überhaupt. Ich habe den Anspruch auch im Urlaub mit Kindern gut essen zu können. Und wenn ich mir mal einen Cocktail oder ein Bier trinken will, habe ich auch da gewisse Ansprüche, das hört ja nicht auf, nur weil ich Vater bin. Ich versteh auch meistens nicht, warum nicht kleine, wirksame Änderungen gemacht würden, die den Service deutlich verbessern würden, bei solchen Einrichtungen.

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  16. David

    Uiuiui, hier sind wohl Welten aufeinander geprallt. Und ich war auch nicht da, weil ich das Konzept eines Spaßbades als Erwachsender nicht mehr verstehe. Als Kind wär ich da sicher gern gewesen.

    Aber den Beschreibungen nach passt das Resultat ins Bild. Da die Organisation ja scheinbar etwas holprig lief (welche Hütte ist das, 2. Massage), passt es doch nur zu gut, daß eine Berichterstatterin des FAZ, die sonst quer durch die Welt jettet, ins tiefe Brandenburg eingeladen wurde, und eben nicht nur die Macher des Buschkuhnsdorfer Wochenblatt – man denkt Groß. 😉
    Der Beschreibung nach könnte ich jetzt fies sein, daß alles so gebaut wurde, wie sich die DDR die Karibik vorgestellt hat. 😉 Und das sag ich trotzdem, obwohl ich selbst aus derselben stamme.

    Ich denke das Konzept mit Übernachtungen geht einfach auch nicht auf, aber man buttert da lieber weiter rein, da eine Kehrtwende eher peinlich ist, und man hinterher sowieso mit den Ruinen zu kämpfen hat. Und so haben wir nun unsere Nürburgringe, BER, Staatsoper oder tiefergelegte Bahnhöfe. Vorwärts immer, rückwärts nimmer. 😉

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  17. Mithrandir

    Habs jetzt fertig gehört. Und bleibe bei meiner Meinung. Falsche Zielgruppe, falscher ANspruch, deshalb Enttäuschung.
    Warum muss ich denn meinen Kindern in einem Spaßbad die Palmenarten erklären? Ein Tag der tristen Realität entfliehen. Ja, ist schon eher was wie Disneyland für Arme, aber überlegt mal wo das Ding steht.
    ich gehe mal davon aus (man möge mich belehren, wenn es ein Vorurteil ist), dass der Großteil der Bevölkerung dort es nicht ganz so dicke hat. Im Prinzip können die sich gerade mal den Eintritt leisten und vielleicht ist es für viele schon was besonderes dort auch noch was teures zu Essen. Die brauchen keinen teuren Gin.
    Und so weit ich mich erinnere muss man da nix reinschmuggeln. Wir hatten auch eigene Sandwiches und Getränke dabei. Als wir die am „Strand“ verzehrt haben hat niemand gemeckert. Da stehe auch keine Schilder (Selbstverpflegung verboten).
    Und wer Ruhe und Entspannung sucht barucht dort nicht hin.
    Ich verstehe auch nicht, wie die darauf kommen, dass man dort ein Geschäft mit Businesscenter und Konferenzräumen machen kann. Aber vielleicht sind die Firmen dort auch etwas klammer als hier im Südwesten und sind ganz froh, wenns mal was besonderes ist.
    Zum Frühstücksbüffet: Klingt nach den Buffets, die ich mit meiner Freundin kurz nach dem Studium in den günstigen Hotels auf Zypern oder -garn Canaria hatten. Macht satt, kost nicht viel.
    Mittlerweile habe ich da auch keinen Bock mehr drauf.
    Naja, die Presse-/Marketingabteilung dort scheint wirklich nichts drauf zu haben. Anscheinend haben die die Dienerschen Podcasts hier noch nicht angehört, sonst hätten die gewusst, dass das nix wird.
    Gibs zu Andrea, du bist doch schon mit einem vorgefertigten Urteil hingefahren und der Rest sit die self fulfilling prophecy. woanders wäre in Teil des Essens in Ordnung gewesen. Hier war es „ganz OK“.
    Und wenn dann mal was lecker war, war es halt nix besonderes.
    Sorry, ich mag die Reiseberichte eigentlich gern, aber der hier ging irgendwie daneben, aber nix für ungut. Nächstes mal hören wir trotzdem wieder zu.

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  18. docDblU

    Jetzt weiß ich endlich, warum ich da 10.000,00 DM (für die heutige Generation, das waren ungefähr 5100€, fühlt sich aber eher wie 10k€ an) versenkt habe. Nein, ich will da nicht drüber sprechen. Danke für den Erfahrungsbericht 😉

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  19. Jörg

    Frau Diener, Herr Holgi! Danke für diese Sendung, ich hatte vor im Spätsommer dort nach Erholung zu suchen. Ihr Podcast kam gerade noch rechtzeitig. Danke, ich werf was in den Hut!

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  20. Marcel

    @mithrandir:
    Danke für deine beiden Kommentare. Auch wenn ich noch nicht dort war, würde ich deine Meinung zum Thema falsche Zielgruppe sofort unterschreiben.

    Frau Dieners Reiseberichte höre ich eigentlich immer sehr gerne. Sie waren auch schon Entscheidungshilfe für unsere eigene Reiseplanung. Dieser hier ging mit 95% (teils herablassenden) Bashing aber leider etwas am Ziel vorbei. Schade finde ich besonders, dass das ganze (wenn auch nicht beabsichtigt) sehr elitär und von oben herab wirkte. Insbesondere wenn es um „das Publikum“ dort ging.

    Kurzum: das TI ist aus meiner Sicht ganz einfach nicht dafür gemacht, dort einen Urlaub mit hohem kulturellen Anspruch zu verbringen. Und im Regenwald hängen auch keine Schilder an den Bäumen – auch wenn ich das hier in Frankfurt am Palmengarten auch ganz nett finde.

    Die nächsten Folgen werde ich mir trotzdem wieder gerne anhören. Dann hoffentlich wieder mit „relevanten“
    Reisezielen 😉

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    1. holgi Artikelautor

      Merkt ihr eigentlich wirklich nicht, dass ‚eine Hochkultursuchende am falschen Platz‘ genau der Witz an der Sache ist? O_o

    2. Johnny

      Vielleicht ist der ein bisschen zu subtil. Die TI-PR-Abteilung hat den Witz bestimmt auch nicht verstanden, als sie den Artikel in der FAZ gelesen haben 😉

    3. Donngal

      Ich frage mich eher, ob die Tropical Island PR Abteilung irgendwie wahnsinnig ist, jemanden wie Frau Diener einzuladen und auf einen guten Artikel zu hoffen. Ein bischen Recherche hätte ergeben, dass das nur so enden kann. Ich teile sicherlich nicht alle ihre Kritikpunkte (Pseudo-Kulissen in nem Freizeitpark sind eben so) aber zumindest kulinarisch und Öffnungszeitentechnisch kann ich das nachvollziehen (Wenn ich da übernachte möchte ich mich abends wenigstens auch gepflegt besaufen können und auch nach Mitternacht noch ordentlich bechern. Und zwar nicht nur aus Plastikbechern oder in der Raucherlounge. Gerade das kulinarische kommt aber in Deutschland überall immer zu kurz. Da muss man sich die Perlen schon rauspicken.

  21. Sebastian

    @Holgi vertu dich nicht mit dem Einzugsbereich. Ich kenne schon Menschen die aus Hessen extra dafür angereist sind.
    Im übrigen finde ich es ja schwach, da forderst Du ständig überall ein Spaßbad hin zu bauen und jetzt gibt es mal das Megaspaßbad und das Fazit ist Du wirst nichtmal hin fahren 😉

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    1. Elco

      Ich dachte genau daher käm der running-gag mit dem Spaßbad. Und der BER sollte sich an Cargolifter gefälligst ein Beispiel nehmen!

  22. loosy

    Jep, mit Hochkultur ist es dort wirklich nicht weit her. Ich war bisher zweimal dort (wurde also beim ersten Mal nicht komplett abgeschreckt) und verrate jetzt mein Erfolgskonzept:

    1. Hinfahren, wenn das Wetter draußen scheiße ist, vorzugsweise im Winter, dann freut man sich über die angenehmen Temperaturen und einfach mal nen Tag in kurzen Sachen und Flip Flops zu verbringen.
    2. Handtücher und Bademäntel bringt man selbstverständlich mit.
    3. Vorher gut frühstücken, Stullen für mittags an der Garderobe parken oder eben doch einmal was essen gehen, Abendbrot wieder zuhause.
    4. Getränke lassen sich zwischen Klamotten, Handtüchern etc. wunderbar einschmuggeln.
    5. Saunalandschaft gleich im Kombi-Ticket dazubuchen, kostet nicht so viel mehr und bietet Abwechslung nach zu viel Spaßgästen
    6. Nicht die Tropen erwarten, nicht übermäßig lange bleiben, einfach nur den Klimawechsel genießen und die anderen Besucher, Verkaufsstände und „Gastro“-Angebote möglichst großflächig ignorieren.

    Übrigens ist Minigolf an sich immer ne gute Sache, die Bahn dort vor Ort aber nix für Profis 😉

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  23. Andreas

    Die unbeholfene Nichtgastlichkeit in der Provinz gepaart mit steriler weil nicht gewachsener Atmosphäre hat mich sehr an dieses Objekt in MeckPomm erinnert, welches ich einmal besuchte:
    http://www.golchenerhof.de/

    Tristesse von Ostdeutschen Investitionsruinen der Freizeitgestaltung vermittelt aber ganz wunderbar die Melancholie einer alternativen Zukunft, die der Osten niemals hatte.
    Dafür sind solche Orte grossartig.

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  24. Manuel

    Ich hör euch sehr regelmäßig, aber diese Folge war wirklich langweilig. Frau Diener hat es nicht gefallen – okay. Aber Gründe wie „nur 5 Sorten Aufschnitt beim Frühstück“ und „auf dem Balkon hatten wir eine sinnlose Seilwinde“? Dafür brauchts keine Podcaststunde, das kann man in fünf Minuten erzählen.

    Hoffentlich gibts das nächste Mal – wie sonst auch bislang – wieder mehr zu erzählen.

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    1. Haiko

      So unterschiedlich wird der Bericht von Frau Diener wahrgenommen. Ich fand ihn sehr lustig.
      Besonders merkwürdig finde ich, daß die Leute auf den Liegen in der Halle so tun, als würden sie in der Sonne liegen, obwohl ganz offensichtlich keine da ist.
      Und daß einen die ganze Künstlichkeit und lieblose Gestaltung traurig macht, kann ich gut nachvollziehen.

  25. CK_eins

    Ein besonderes Highlight ist auch die aktuelle Radio-Werbung, mit der TI zu überzeugen versucht, dass man auch im Sommer einen Besuch wert ist: Denn im Gegensatz zur schönen brandenburgischen Seenlandschaft, die ringsrum liegt, bietet man den ungeheuren Vorteil, dass es keine Insekten gibt. 😀

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  26. Johannes

    Ich war da vor einigen Jahren mit zwei Freunden noch als Jugendlicher in diesem „Spaßbad“. Natürlich haben wir Alkohol mit reingeschmuggelt.
    Wenn ihr das tut, übernachtet UM HIMMELS WILLEN nicht in dem Teil. Und wenn dann AUF GAR KEINEN FALL am Strand. Sonst werdet ihr in einer sticken Hallenbadumgebung von Animationsgedudel und -Gepläre aufgeweckt, nur um anschließend verkatert, dehydriert, und von konservierten Affenschreien verfolgt kostenloses Trinkwasser zu suchen, während ihr überlegt ob der vollschlanke Familienvater euch tot, oder nur halbtot prügelt, wenn ihr jetzt seinem Kind auf den Kopf kotzt.

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  27. Berlitz

    So sehr ich die Episoden mit Frau Diener auch mag, stößt mir eines immer wieder auf. Ich weiß, dass ihre Subjektivität und ihre Polemik stilistische Merkmale sind und bewusst genutzt werden, aber manchmal beschleicht mich das Gefühl, sie könne sich wirklich nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die RTL schauen und nicht das Feuilleton lesen. Generell fällt mir auch in anderen Episoden der Unwille auf, sich in andere Kulturen und Denkweisen hineinzuversetzen. Am deutschen (intellektüllen) Wesen wird die Welt gelesen?
    Naja, vielleicht ist es ja auch alles nur Ironie.

    Antworten
  28. Stefan

    Ich kann die Ausführungen gut nachvollziehen, habe selbst vor ein paar Jahren 2 Nächte im Tropical Island übernachtet. Es ist laut, es ist Krach die ganze Nacht, von Schlaf kann nicht die Rede sein.
    Wir waren mit Bekannten dort, hatten zwei Zelte. In einem schliefen die Kinder, im anderen Erwachsene und ich schlief mit einem Kumpel hinter dem Zelt im Sand. Das ist übrigens nicht erlaubt und wenn da ein Nachtwächter gekommen wäre, hätte er uns an den „Strand“ gescheucht, wo es noch viel lauter ist.
    Der Zeltplatz selbst ist ja etwas „abgelegener“ und nachts ein Ruhebereich. Trotzdem war an Schlaf nicht zu denken, man war permanent wach.

    Was aber cool war, als ich morgens aufwachte und die Augen öffnete, guckte ich direkt in die Augen von einem Pfau, der da mit anderen Vögeln durch den Sand stapfte.

    Das Essen war nicht sonderlich gut, dafür aber teuer. Bereits am ersten Abend haben wir das Limit einer der Bezahlchips gesprengt. Man zahlt eben für alles und dann nicht zu knapp. Für Getränke konnte man sich einen Extrabecher für ein paar Euro kaufen, den man da etwas billiger nachfüllen konnte, als wenn man immer nur Einmalbecher genommen hätte. Mit dem Nachteil, dass man da halt immer den Nachfüllbecher mit sich herumschleppen muss, was im Schwimmbad halt auch doch semioptimal ist.

    Wir hatten damals noch extra gelöhnt für den Saunabereich und haben dann morgens dort gefrühstückt. Das war ruhiger und nicht so überfüllt.
    Damals musste man auch noch extra bezahlen für jeden eigenen Bereich: Kinderbereich, Rutschenbereich, Saunabereich… überall pro Tag durfte man extra draufzahlen zum ohnehin schon üppigen Eintrittspreis.

    Klar müssen die die Anlage finanzieren, aber wenn man dort ein Wochenende verbringen möchte, sollte man schon ein grundsolides und gutes Einkommen haben.

    Ansonsten teile ich die Ansichten von Frau Diener durchaus ebenfalls, wobei wir mit den Kids halt einen etwas anderen Anspruch hatten.

    PS:
    Minigolfen waren wir auch, das hat aber mit den Kids Spaß gemacht, weil wir auch mehr Unsinn gemacht haben als Minigolfen 🙂

    Antworten
  29. Christian

    Dies war die erste WRINT Episode die ich nicht bis zu Ende hören konnte.

    Mir war schon bei der Ankündigung über das Reiseziel klar das Frau Diener hier enttäuscht wird.

    Was ich nicht ahnte mit welcher herablassenden Art sie über die Mitarbeiter und „die Brandenburger“ berichten würde. Ihr Einfühlungsvermögen bzw. Respekt den Menschen gegenüber scheint umgekehrt proportional zur Reisezielentfernung zu sein.

    Sehr Schade.

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  30. christian

    Ich war sehr gespannt auf diese Folge. Ich habe mich vor allem auf Andreas Art darüber zu berichten, sehr gefreut. Und wurde nicht enttäuscht. =)
    Meine Erfahrung mit Tropical Island ist kein Besuch als Gast sondern eine Bewerbung als Veranstaltungstechniker. Ich gebe zu, zu dem Zeitpunkt ein bisschen verzweifelt gewesen zu sein. Und bin nun heilfroh dort dann abgesagt zu haben. Ich erinnere mich an die Wolkenleinwand von hinten und an nicht das freundlichste Pfortenpersonal. Die von Andrea beschriebene Lieblosigkeit fiel mir leider auch direkt auf.

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  31. kornecke

    1. Was Mithrandir sagt.

    2. Im Winter mit Freunden und kleinen Kindern einen Tag dort gewesen – und viel Spaß(!) gehabt. Kommenden Winter gerne wieder.

    3. In meinen Ohren klingt bei Frau Diener immer – und dieses Mal ganz besonders deutlich – ein oberflächlich-herablassender Tonfall durch. Das finde ich ziemlich unangenehm; die zukünftigen Folgen mit Frau D werden dann besser ungehört gelöscht.

    4. Holgi, was ich nicht verstehe: Warum gibt es von Dir nicht wenigstens ab und zu auch mal eine kritische Nachfrage; sondern immer nur Stichworte zugeworfen? Das kennt der geneigte Hörer auch anders.

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    1. kornecke

      5. Frau D hat es nicht so mit Kindern, oder? Das klingt ein paar Mal so an…
      Meine Perspektive: Mit Kindern dort ist nicht deswegen toll, weil man Kinder ‚abgeben‘ kann & dann in Ruhe(?) Spaß haben kann – sondern weil man mit(!) den Kindern sehr viel Spaß haben kann. Und ja, wo Kinder Spaß haben, ist es nicht immer idyllisch ruhig.

  32. Birgit Schindler

    Wie habe ich gelacht…
    Wollte mir die Sendung zum Einschlafen anhören, aber es hat darin geendet, dass ich mir meinem Freund zusammen Tränen gelacht habe und Immer wieder zurückspulen musste um nicht das kleinste bisschen zu verpassen. Zu schön. Und Holgi haben wir bislang auch selten sprachlos erlebt.
    Ob sich Tropical Island das von dem Besuch versprochen hatte?
    Vielen, vielen Dank für die tolle Folge.

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  33. Wilhelm

    Ich musste die ganze Zeit während des Podcasts an einen Hafen denken, in dem ich 2010 mal für eine Nacht war. Eine Art Ferien Ghetto in der dänischen Einöde. Komplett ins Nichts gebaut, mit eigener Schleuse und jeder menge Brimborium (alles voll Maritim!), allerdings ohne Gäste und komplett am vor sich hin verrotten.

    Falls also Frau Diener mal in das von ihr generell schon so geliebte Dänemark kommt und in der Nähe von Ebeltoft Urlaub machen möchte, es gibt da was, was ihr mindestens genauso gefallen würde!

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  34. -oli-

    Ok, ich habe mir Frau Diners enttäuschtes Gemecker jetzt doch bis zum Ende angehört und bin zur Schlussfolgerung gekommen, dass das Tropical Islands wohl nicht für Menschen wie Frau Diener gemacht wurde (oder umgekehrt, dass Frau Diener nicht für Tropical Islands gemacht wurde 😉 ).
    Ich war bis jetzt schon (oder erst, je nachdem) zwei mal dort, einmal als Pärchen vor 7 Jahren oder so. Zweck: Spaßbadbesuch mit Übernachtung am „Strand“. Fazit damals: Kann man schon mal machen, sollte allerdings den Fokus auf Spaßbad, und nicht auf Gastronomie oder Unterhaltung legen, dann kann es auch mal ganz schön sein. Zwei oder mehr Nächte würde ich dort aber nicht bleiben, man sehnt sich doch irgendwann mal nach echter Frischluft.
    Das zweite Mal waren wir dieses Jahr im August mit zwei Kindern (2 und 4 Jahre alt) für einen knappen Tag (vormittags bis spätnachmittags) im TI. Selbigen hat es sehr gut gefallen und sie hatten ihren Spaß (bzw. wir mit ihnen) — im Wasser und im (auch im Podcast erwähnten) Kinderbereich. Gastronomie hatten wir nicht genutzt (ja, man kann belegte Brötchen und Wasserflaschen mit reinschmuggeln und nein, es fällt nicht auf, wenn man das am „Strand“ zu sich nimmt, das machen viele). Folglich hatten wir auch nur noch ca. 10€ „nachzuzahlen“ vor dem Verlassen des TI (für Eis, Kaffee und Kinderautofahrten).
    Ich kann mich Frau Dieners Meinung, dass es im „Urwald“ keine Beschriftungen gibt, nicht wirklich anschließen. Es gab einige (sogar kindgerechte) Schilder, die auf div. Pflanzenarten hinwiesen (natürlich nicht in dem Umfang, wie es in einem botanischen Garten der Fall wäre, aber das TI ist für mich immer noch ein Spaßbad!).
    Die Folie im Dach über der Südsee lässt übrigens 80% der (UV-)Sonnenstrahlung durch, man kann also am „Strand“ wirklich braun werden.
    Das in http://blog.zeit.de/berlinjournal/?p=405 erwähnte Schabenproblem scheint mittlerweile weitestgehend gelöst zu sein, wir haben keine gesehen, auch wenn auf https://www.tropical-islands.de/uebernachten/zelte/safari-zelte/ die Gewächshausschabe noch Erwähnung findet.
    Zu den Subventionen: Nach kurzer Internet- bzw. Wikipedia-Recherche lässt sich herausfinden, dass die ursprüngliche, 150 Mio. DM teure, Cargolifter-Werfthalle mit 39,4 Mio. DM aus öffentlichen Töpfen gefördert wurde, der initiale Umbau zum TI (bzw. der 17,4 Mio. € teure Erwerb der Halle) mit 10 Mio. € vom Land Brandenburg subventioniert wurde, und die Erweiterung 2006/2007 (Sauna-, Kinderbereich etc.) mit 17 Mio. € mit dem Ziel der Arbeitsplatzerhaltung (TI ist wohl der größte touristische Arbeitgeber im Land Brandenburg).
    Was im Podcast aber gar nicht angesprochen wurde, ist die Energiebilanz des Tropical Island: Es hat den Energiebedarf von ca. 2000 (!!) Einfamilienhäusern. Die Halle war (auch energetisch und vom Genehmigungsverfahren her) für eine Innentemperatur von 18°C konzipiert. Für die Umwidmung zum (26-28°C warmen) Tropenparadies fand keine (!) erneute Umweltverträglichkeitsprüfung statt. Es gibt zahlreiche Wärmebrücken in der Tragwerkskonstruktion, wo die Wärme vom Inneren nach außen übertragen und dort an die Umwelt abgegeben wird. Ebenso wird die Kuppel von innen beheizt, damit sich kein Kondenswasser bildet, das auf die Badegäste tropft: Auch eine ziemliche Energieverschwendung. Und dass der Wasserdampf aus den Becken mit der Abluft an die Umwelt ohne Wärmerückgewinnung abgegeben wird, ist heutzutage eigentlich nicht mehr tragbar.

    Angesichts dieser Tatsachen frage ich mich schon, ob es ethisch vertretbar ist, das TI nochmals zu besuchen, aber das muss wohl jeder mit sich selbst ausmachen…

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  35. Leif

    HIMMEL!!!
    Das war eine SEHR amüsante Folge mit Drau Diener.
    Wenn ich mich ein kleines Bisschen mehr betroffen gefühlt hätte, hätte mich diese Sendung heruntergezogen. Zum Glück war ich das nicht, und habe diese Tragik-Komödie auf dem zweiten Begriff betonen können!

    Ein gewisses Maß an Fremdscham schwappte mir dann doch hin und wieder über die Seele.
    Am Ende weiß ich, dass ein ziemlich überheblicher Freund, der ansonsten IMMER sehr sensibel ist, wenn es um Dienstleistungen geht (Ich erwarte etwas für mein Geld) also nur aus Gesichtsverlustgründen behauptet hat, dass sein Aufenthalt dort mit seiner neuen Freundin „ganz toll“ war.
    Vermutlich hat er dort Minigolf gespielt und am Liebsten würde ich… aber ich bin ja nicht gehässig.

    Danke Andrea für diese Kurzweil!!

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  36. Claudia

    Dass das nichts für Frau Diener ist, war klar und ich weiß auch nicht, warum in diesem Bad überhaupt Journalisten eingeladen wurden. Das macht man ja, wenn man sich etwas Positives davon verspricht. Höre die Sendungen mit Frau Diener normalerweise auch sehr gern aber dieses Mal war es schon ein bisschen wie wenn man jemandem der normalerweise Arte anschaut, eine von diesen kaputten RTL-Sendungen zeigt und erwartet, dass er das toll findet. Dass das auch nichts für mich ist, war mir auch klar. Ich war aber trotzdem noch mal geschockt, als ich mich mit einer Kollegin unterhalten hatte, die vor Jahren mal dort war und auch nichts Gutes zu berichten hatte: riesige Schlangen beim rein- und rausgehen, extrem hohe Preise, alles!! (auch jedes mal rutschen) musste extra bezahlt werden, null Organisation – anscheinend wurden zur Mittagszeit mit einer Riesenschlange die Hamburger einzeln gebraten und die Pizza erst auf Bestellung gemacht – nie mehr war ihr Fazit.
    Diese künstlichen Vergnügungsstätten muss man ja schon mal an sich mögen, was ich aber nicht verstehen kann ist, dass man nicht versucht auf die Gäste einzugehen, die Organisation zu verbessern und die Mitarbeiter zu schulen, aber solange so ein Gedränge ist und die Leute bereit sind, diese Preise dafür zu bezahlen, wird das wohl auch nicht nötig sein.

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