WR470 Nachgefragt: Kurdistan

 

wrint_nachgefragt_zumthema_200Nachdem wir in WR459 gerade erst über Kurdistan gesprochen hatten, war Enno schon wieder dort und hat sich eine Woche lang mit Kaka Hama rumgetrieben. Guter Grund, sich nochmal mit ihm hinzusetzen und über diesen unbekannten Landstrich auf dem Weg zum Land zu plaudern. Eigentlich hatte ich bloß mit einer halben Stunde gerechnet, aber ihr wisst ja wie das ist. Man kommt vom Hölzchen auf Stöckchen und ehe man sich versieht, ist es draußen dunkel geworden…

Mehr von Ennos Besuchen Kurdistan gibt es auf seiner Webseite.

22 Gedanken zu „WR470 Nachgefragt: Kurdistan

  1. Christian

    Oh ich freue mich auf diesen Teil. Der erste Teil mit Enno war eine der Besten wrint Episode die ich bis jetzt gehört habe.

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  2. André

    Erstaunlich, wie unterschiedlich das Bild von der Region ist, wenn man sich mal ein SpOn oder Zeit Artikel durchliesst und dem was Enno zeichnet. Das tolle Interview hilft enorm zum Verständnis.
    An der Stelle als ihr euch über die Rekrutierungen der ISIS unterhalten habt, hätte mich noch interessiert woher die Leute kommen. Ziehen die wirklich so viele Leute über Facebook und Co. an ? Und wie finanziert sich die ISIS überhaupt ?
    Mir sind zwischendurch die Nachrichten eingefallen, das wir Militärausbilder zu den Kurden schicken, was nun so ein überheblichen Beigeschmack hat, dass wir denen erstmal beibringen müssen, wie man Krieg führt.

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    1. Enno Lenze

      Hallo,
      vereinfacht gesagt: Öl, Menschenhandel, Steuern. Finanzieren sich ca. 80% selbst und gelten somit als Hybrid zwischen Terrororganisation und Staat.
      Die Leute werden teilweise Zwnagsrekrutiert, teilweise freiwillige und wenige auch aus dem Ausland. Oft absolute Vollidioten von unvorstellbarer Dummheit. Gab vor einer Weile ein Interview in dem der Angeworbene total überrascht war, dass da Krieg ist und er Kämpfen sollte. Ihm wurden teure Autos und Frauen versprochen.
      Ausbilder schicken wir nur zu den Peschmerga im Nord-Irak, also nicht allgemein zu den Kurden. Die bringen vor allem den Spezialeinheiten Taktiken bei. Sowas fehlt da.
      Gruß, Enno

  3. Robert

    Ganz tolle Sendung, die erste war schon super aber diese war noch interessanter!!! Ganz ehrlich, da können sich die öffentlich rechtlichen eine große Scheibe abschneiden. Ich mein, soweit ich mich erinnern kann hab ich noch kein Interview dieser Qualität zu diesem, ja top aktuellen, Thema gehört!
    Vielen Dank dafür!

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  4. Strandgehirn

    Ich finde die Stelle gerade nicht wieder, aber irgendwo in der ersten Hälfte des Podcasts war die Rede von 7 (?) Mio. Toten durch den Irakkrieg. Die höchsten mir bekannten Einschätzungen lagen bei gut einer Million, da wären 7 Mio. ja nochmal eine andere Größenordnung. Wo kommt diese Zahl her?
    Danke & viele Grüße!

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    1. Strandgehirn

      Seltsam, dann muss ich nochmal nachhören. Der Irak hat übrigens ca. 35 Mio. Einwohner.

    2. Strandgehirn

      …ok, das habe ich einfach missverstanden. Nächstes Mal wird aufmerksamer zugehört 😉
      Danke für Deine schönen Interviews!

  5. falk

    Vielen vielen Dank für die aufklärende Sendung!!! Ein möglicher Tipp bezüglich Filmeschneiden. Studenten einer Filmhochschule (Babelsberg?) sind vielleicht professionell genug (werden zumindest von Profis betreut), sind aber definitiv engagiert und vielleicht auch noch idealistisch genug, dass für lau oder wenig Geld zu tun.

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  6. Jörn

    Bitte macht eine Serie daraus. Enno kann echt gut, glaubwürdig und lebhaft erzählen! Holgi stellt wie immer die Fragen die auch mir durch den Kopf gehen.
    Weiter so

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  7. K. Obold

    Bin begeistert von den beiden Gesprächen zum Thema und hoffe auch auf mehr. Insbesondere die Direktheit von Ennos Berichten sucht man anderswo vergeblich.

    Überhaupt ist das hier für mich DIE Podcast-Entdeckung der jüngeren Zeit. Alle Daumen hoch – bitte genau so weitermachen.

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  8. Sophie

    Super Sendung. Ich hab mir beide Kurdistan Podcasts gleich zwei mal angehört. Ich wünschte die Sendung hätte eine noch größere Reichweite.

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  9. David

    Danke, wieder einmal.
    Zu einer eigenen Podcast-Reihe wird es wohl nicht reichen, aber die ein oder andere Folge, wenn zb die nächste Reise ansteht bzw hinterher im nächsten Jahr, wäre wieder super interessant.
    Es klingt vielleicht etwas eigenartig, aber ich bin auch gespannt, was in den nächsten Wochen durch die Eingriffe der Russen etc in Syrien noch so losgetreten wird, um vielleicht doch die Region mal nachhaltig zu stabilisieren – es ist traurig, wie lange das da schon (mit großer Desinteresse der meisten) passiert – und erst wenn Zug um Zug _hier_ (nicht nur im Libanon oder Türkei/Griechenland) Flüchtlinge ankommen, wird aufgewacht….

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  10. Leif

    Was mich vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Paris interessiert:
    Die Einschätzung von Enno, wie er diesen multiplen Anschlag bewertet hinsichtlich Spontanität vs. Langfristige Planungen, Zufall vs. Kalkulation, dass ein Freundschaftsspiel zwischen D und FR stattfand sowie eine amerikanische Band involviert war. Und ob diese Aktion wohl „von oben“ aus dem Ausland angeordnet wurde, oder ob ein Arm des IS autark und lokal gehandelt hat.

    -Falls er überhaupt dazu Stellung nehmen möchte oder kann.
    Vielen Dank in jedem Falle vorab für die beiden sehr interessanten Folgen, die zum Teil überraschende Fakten lieferten.

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    1. Enno Lenze

      Hallo,

      meine wilde Vermutung: Eine Lokale Gruppe. Und schon gibts viele Varianten: Sie könnten eine „Freigabe“ haben, einfach selber zu handeln oder sie haben es auf eigene Faust gemacht und der IS hat sich später dazu bekannt. Dadurch brauchen beide keinen Kontakt zueinander, aber der IS erkennt die „Leistung“ durch die Anerkennung an. Ich frage mich auch, ob die einzelnen Leute vor Ort z.B. die beiden Attentäter sich überhaupt kannten oder ob das auch getrennt gehalten wurde, damit niemand etwas ausplaudern kann.
      Von ganz langer Hand aus der IS „Zentrale“ geplant glaube ich nicht. Der Kontakt Raqqa-Paris würde zu schnell auffallen. Eher so etwas wie eine semi-autonome Zellenstruktur.
      Aber das ist alles wildes raten. Fakten dazu habe ich keine.

      Der Zeitpunkt düfte (ggf Kurzfristig) aber Exakt gewählt worden sein: Viele Leute, eine „Teufelsmusik“ Band, und der Präsident im Stadion. Dass Deutschland dort spielte, halte ich eher für zufällig.

      Gruß, Enno

  11. Andreas

    Ich finde das war wirklich eine der besten Wrint-Episoden, zusammen mit dem ersten Teil. Bitte mehr solcher interessanten Interviews von Leuten, die Krisenregionen bereist haben und ihre eigenen Erfahrung kund tun. Ich habe jede Sekunde genossen. Sehr gut fand ich auch die kleine Medienkritik.

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