WR523 Als Helfer in Idomeni

 

Idomeniwrint_2014_zumthema_200 ist ein griechisches Dorf mit 300 Einwohnern. Es liegt an der Grenze zu Mazedonien, an der Bahnlinie von Thessaloniki nach Skopje, und damit auf der sogenannten Balkanroute, über die Flüchtlinge in die EU einzureisen versuchen. Das Flüchtlingslager in Idomeni war ursprünglich für 1500 Menschen geplant, aber mittlerweile leben dort knapp zehnmal so viel.

Arne hat gerade neun Tage in Idomeni verbracht, sich dort um die Versorgung der Flüchtlinge mit warmen Mahlzeiten gekümmert, und erzählt von seinen Eindrücken.

Links: Aid Delivery Mission, Ärzte ohne Grenzen, UNHCR, Durchbruchversuch am 29.2.2016, Durchbruch vom 14.3.2016Gevgelija, Dschungel von Calais,

12 Gedanken zu „WR523 Als Helfer in Idomeni

  1. Jürgen

    Wow. Danke für diesen bewegenden Podcast. Ich war mal so frei ud hab ihn spontan in meinen Webchannel eingepflegt. Erstausstrahlung ab 16 Uhr und dann alle drei Stunden.
    http://listen.radionomy.com/reiseweltmeister3

    Eine Frage: Wie kommst du an deine Gesprächspartner?

    Ich bin momentan leider auf Stütze angewiesen, aber sobald ich wieder Geld verdiene, werfe ich was in deinen Hut, versprochen 🙂

    Hier siehst du, was ich mache und meine Motivation: http://reise-mit-rolli.de/Wir-uber-uns/wir-uber-uns.html

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  2. Jürgen

    Mich erschüttert nach wie vor, dass viele Menschen Angela Merkel offenbar als so mächtig sehen, dass sie alle Probleme lösen könne (mir fällt da nur die Stelle ein, in der Arne davon berichtet, dass die Flüchtlinge meinen, Merkel könne dafür sorgen, dass sich die Grenze nach Mazedonien öffnet und dass sie nach wie vor glauben, dass sie alleine in Deutschland wirklich sicher sind. Umgekehrt müssen die Menschen wirklich verzweifelt sein, wenn sie Deutschland durch eine derart rosarote Brille sehen.

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  3. Hans Mentz

    Falls noch mehr als drei Leute sich hierher verirren: auch die FAZ hat einen Bericht aus Idomeni. Ich wäre ganz froh, wenn ich die dortige Beschreibung von Aktivisten, welche die Geflüchteten Absichtlich mit Fehllinformationen versorgen in die Rubrik „absurde Übertreibung“ stellen könnte.

    Ob Arne was dazu sagen kann? Es klang ja durch, dass er das Lager fast nur ‚von Außen‘ wahrgenommen hat, aber vielleicht hat man bei den Leuten, bei denen er angedockt ist, auch über solchen Kram mal diskutiert?

    Ich möchte das bitte ausdrücklich NICHT als Diskussionsaufforderung über die policies und politics der Helfenden verstanden wissen. Die Geflüchteten stehen für mich im Mittelpunkt. Und die brauchen Hilfe, egal von wem, egal aus welcher Motivation. Bis Idomeni (sich) besser organisiert (ist) ist mir persönlich scheißegal, ob irgendwelche Anarchisten oder neoliberale Falafelverkäufer die Versorgung erleichtern: gerade hilft da jedes bisschen, egal aus welcher Motivation heraus.

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    1. holgi Artikelautor

      Auf diese Frage wusste er leider keine befriedigende Antwort. Aber gemessen daran, welchen Ton die FAZ bei diesem Themenkomplex – vor allem unterschwellig – seit einigen Monaten anschlägt, lese ich deren Berichte nur noch mit größter Vorsicht und gehe im Zweifelsfall davon aus, dass sie kampagnengetrieben sind.

  4. Empr

    Ich schon. Treibe mich seit vielen Jahren auf Linksunten herum. Und na ja, sind halt vielfach linksradikale und/oder gewaltbereite Menschen. Siehe auch gleich wieder in den Kommentaren: Selbstverständlich haben den Zettel „Nazis“ gedruckt, wie könnte es auch anders sein?
    Die Theorie, dass hier Flüchtlinge missbraucht wurden, um der eigenen politischen Agenda zu dienen, erscheint mir plausibler.

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    1. holgi Artikelautor

      indymedia würde ich auch sehr kritisch sehen. Ich finde, man kann dort immer sehr gut an der Wortwahl erkennen, ob man es mit seriösen Autoren zu tun hat.

  5. Hans Mentz

    Ich will nicht derailen, aber Wortwahl allein reicht mir weder in old noch in nicht-so-old media. Die Art der Argumentation ist da für mich entscheidender. Aber das ist richtig (Text-)Arbeit, die ich im Alltag auch oft nicht hinbekomme.

    Beim Thema Idomeni (und Flüchtende allgemein) wäre sogar noch mehr Arbeit nötig.

    Ich bin sehr froh über Menschen wie Arne, die direkt berichten, was und wie sie erlebt haben, und dabei auch klar sagen, dass sie von manchen Dingen keine Ahnung haben. Das hilft mir sehr, Kontexte aufzubauen.

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    1. holgi Artikelautor

      Mit Wortwahl meine ich sowas wie „Bullen“ und ähnliche Schmähbegriffe. Sobald ich sowas lese, werde ich vorsichtig, was die Beurteilung der behaupteten Fakten angeht. Andererseits macht sowas wenigstens unmittelbar transparent, was der Antrieb des Autors ist. Bei den Profijournalisten muss man den Antrieb ja immer zwischen den Zeilen suchen oder aus dem Kontext des gesamten Mediums herleiten.

  6. Hans Mentz

    Ah, danke für die Klarstellung, jetzt weiß ich was du meinst.

    (In den „professionellen“ Medien gibt’s auch so ein paar Signalworte, aber oft sind sie sehr viel subtiler – zum Teil absichtlich, zum Teil einfach weil’s Teil der ihrer internen Kultur ist.)

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  7. Christoph

    Danke an Arne für den Einsatz und den Bericht. Danke auch an Holgi. Leider wird über solch positiven Aktionen in den Massenmedien ja kaum und schon gar nicht ausführlich berichtet.

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