WR310 Kleine Pimmel

 

wrint_heit_2014_200Diesmal mit Schadenfreude, Polen, Schwitzwurst, Daten, der Welt, Toilettenbesuchen, Musik, Bahnhofsuhren, Atomkrieg, Taxis, Engagement, Onlinedating, Schlafstörungen, Mai Tai, Wissenschaft, Kaffee und Aufwachen.

Ohne Alex ginge es nicht. Hier ihr rudimentäres Spendenglas.

Shownotes
Von mathepauker, mrmoe

Zurück aus einer langen Zwangspause

00:00:00

Holgi fragt gleich zu Beginn, wie es Alexandra geht — Letzte Wrintheit: WR289 (Alexandra war wegen eines Virusinfekts lange nicht sendefähig, außerdem war Holgi teilweise verhindert – deshalb gab es wochenlang keine Wrintheit)  — Quitzi — Grober Unfug — Thorsten.

Ole: Welche üblen Phantasien treiben euch so um?

00:03:26

(Bundestagswahl 2013)  — The books many start but few finish: Top "unread" bestsellers revealed — Mein Kampf — Amazon Kindle — Frank Schirrmacher — Capital in the Twenty-First Century — Eine kurze Geschichte der Zeit — Moon Safari — On Writing — Ratgeberliteratur — Mach Das! (Die ultimative Physik des Abnehmens) ("Amerikanische (Ratgeber-)Bücher – immer langweilig." (Holgi))  — Hank — Peter Sloterdijk — Die schrecklichen Kinder der Neuzeit — ZDF räumt ein: Bei "Deutschlands Beste" wurde gezielt manipuliert — Sloterdijks Bücher sind für Holgi "komplett erkenntnisfrei" — Lesbarkeit — Verständlichkeit ("Bildungsbürgertum kann gar nichts – außer Disziplin." (Holgi))  — Habitus — Schadenfreude — Machtmissbrauch bringt Holgi auf die Palme — FDP — Christian Lindner — Gewaltfantasie — Rücksicht — Nothammer — Holgi findet Zivilisation "ja total geil, weil Zivilisation macht, dass ich nicht jeden Tag auf die Fresse kriege".

Markus: Was haltet ihr davon, Polen und Deutschland zu einem Staat zu vereinigen?

00:20:13

(Lech Wałęsa)  — Erika Steinbach — Holgi glaubt, dass sich die Deutschen wegen der kirchlichen Gängelung eine Vereinigung mit Polen nicht gefallen lassen würden (Vereinigte Staaten von Europa – hätte Holgi gerne)  — Zwiebelturm.

Andreas: Habt ihr schon mal so eine Schwitzwurst aus der Wurstsauna, wie sie bei manchen Büdchen zu finden sind, gegessen?

00:22:50

Büdchen, Wasserhäuschen, Späti — Holgi erklärt, dass Andreas mit "Wurstsauna" einen Würstchenwärmer meint — Er und Alexandra haben noch keine Wurst aus einem solchen konsumiert — Michael Jackson — Popcorn — Dangerous World Tour — Frühlingsrolle — Vietnamesische Sommerrollen — Koriander.

Martin: Wie viele Gigabyte an Daten habt ihr?

00:27:22

Holgi hat, was sich selbst angeht, keine Ahnung — "Ich bin echt kein Freund von Backups." (Alexandra) — Holgi hat schon länger vor, zwei Tage lang Fotos durchzusehen und zu sortieren und sich von guten Foros Papierabzüge anfertigen zu lassen — Messie — Saugglocke — iTunes (Alexandra erinnert daran, dass es, als Internet in der Masse der Bevölkerung ankam, populär war, riesige Sammlungen an Filmen und Musik auf der Festplatte zu haben – und zehn Jahre später liegt alles unkonsumiert herum)  — Holgi besitzt über 1000 CDs — iTunes Match — "Heute kaufst du dir die Songs und nicht diesen ganzen Ausschuss, der da drumrum produziert wird, um die 70 Minuten vollzukriegen." (Holgi über Musikalben) — Auf Holgis Arbeitsrechner sind geschätzt über 300 GB an Daten.

Piet: Ist es möglich, die Welt zu verändern?

00:33:08

"Ja, ist es!" (Holgi) — Alexandra und Holgi sind sich einig, dass man die Welt nicht verbessern, sondern nur beeinflussen kann.

Michael: Erst Hose hochziehen oder erst spülen oder irgendwas dazwischen?

00:34:03

Alexandra meint, Michael frage nach Toilettenchoreographie — Über die haben sich Holgi und sie aber noch keine Gedanken gemacht.

René: Wie haltet ihr es?

00:35:00

Alexandra findet, dass Alben hören eine vergleichsweise neue Idee sei — Konzeptalbum — Lady Gaga — Walkman — Discman — Spotify — LP (für 21,90 DM) — Holgi weist darauf hin, dass man früher privat ein viel knapp bemesseneres Musikangebot hatte als heute — Siamese Dream — Mellon Collie and the Infinite Sadness — Album Art — The Cure — Robert Smith.

Markus: Habe nur ich einen falschen Eindruck oder werden es wirklich weniger Uhren?

00:42:20

Kölner Hauptbahnhof — Berliner Hauptbahnhof (Holgi hat auch das Gefühl, dass es weniger Bahnhofsuhren gibt – und wenn da noch welche sind, dann nur noch auf Bahnsteigen oder Abfahrtstafeln)  — Er vermutet, die Besucher sollen wie in Einkaufszentren das Zeitgefühl verlieren — Shopping Mall — Flughafen Berlin-Tegel — BER (Flughafen Berlin Brandenburg) — Klaus Wowereit (Dokumentation "Der Fluchhafen Berlin – Deutschlands peinlichste Baustelle")  — Höre auch: WR145 (mit Martin Delius)) .

Björn: Wie würde die heutige Welt wohl aussehen, hätte während des Kalten Krieges eine der beiden Parteien keinen kühlen Kopf bewahrt und einen atomaren Erstschlag verübt?

00:46:48

Kontrafaktische Geschichtsbetrachtung — Erstschlag — War Games — Alexandra glaubt, die Frage sei bereits bis zum Erbrechen durchexerziert worden.

Paul: Im Taxi vorne oder hinten einsteigen?

00:49:49

Alexandra ist alleine noch nie hinten eingestiegen — Holgi steigt immer hinten ein und wählt, wenn es geht, einen Mercedes — Loveparade 1996 — Alexandra käme vorne sitzen unhöflich vor — Sie behauptet, Mitglieder der Unterschicht wollen sich mit ihnen Dienenden solidarisieren (Beispiel: Plaudern mit einem Kellner) — Generaldirektor — Holgi setzt sich (mit Ansage) in Zügen auf frei gewordene Plätze um, damit er anderen Fahrgästen seine Leibesfülle nicht zumuten muss — Alexandra beschwert sich über den Gestank nach Leder in der ersten Klasse der Bahn.

Theo: Wie weit ist Alexandra mit ihrem am 6. Oktober 2013 erwähnten Bücherschrank mit kostenlosen Büchern für ihren Stadtteil gekommen?

00:55:49

WR211 (mit Bücherschrankteil) — Alexandra hat sich mangels Zeit und Energie bisher nicht um den Bücherschrank gekümmert — Holgi findet, soziales Engagement koste mehr Kraft als Erwerbsarbeit (Die Tafel – bei der sich Holgis Vater engagiert)  — Summer camp — Drill Instructor — Ehrenamt — Holgi fände es toll, wenn er seine Steuerlast durch das Ausüben von Ehrenämtern senken könnte — Frauenquote — Studienstiftung des deutschen Volkes — Alexandra fragt sich, ob sich eine engagierte Persönlichkeit zwingend um verwundete Kinder in Afrika kümmern muss oder ob es auch reicht, ab und zu einen leidenschaftlichen Blogeintrag zu verfassen — Holgi glaubt nicht, dass er mit WRINT die Gesellschaft verändert.

Jeremy: Wie seht ihr die Bedeutung eurer Podcasts?

01:10:15

"Das Medium Podcast transportiert die Formate, die es längst gibt." (Holgi) — Alexandra findet die Verbreitung von Podcasts zu gering, um mit Radio und Fernsehen konkurrieren zu können — "Die introvertierte Persönlichkeit ist einfach für den Podcast gemacht." (Alexandra) — Frontalunterricht — In trockenen Büchern — PA — Bionade — Christopher Lauer — Truther — Holgi findet, die Podcaster seien ein weiterer Mosaikstein im Gesamtbild — Weiter meint er, Podcast sei ein Nischenprodukt in der Nischenproduktion — Das Kraftfuttermischwerk — "Meine Tage im Hass" von Andrea Diener — Bertolt Brecht — Radiotheorie.

Uwe: "Ich habe ihn/sie online kennengelernt" zu Familie, Kollegen und Freunden sagen – ist das schlimm?
01:27:14

Alexandra findet es das Rationalste, was man machen kann — Mittlerweile hält sie es für moralisch bedenklich, es anderes zu machen, also etwa Partner traditionell in Kneipen kennenzulernen — Holgi hat eine seiner besten Freundinnen 1996 im IRC kennengelernt — Partnerbörse — Holgi findet sich unsexy, mag aber sein eigenes Wikipedia-Foto (Seiner Erinnerung nach haben alle seine Partner- und Freundschaften der letzten Jahre im Internet begonnen)  — Alexandra trägt ihr Gefühlsleben ungern in die Öffentlichkeit — Holgi möchte mit Leuten, die nur ironisch sind, nichts zu tun haben.

Philipp: Habt ihr Tipps, wie man besser einschlafen könnte, und was macht ihr, wenn es mal absolut nicht gehen sollte?

01:33:56

Schlafstörungen — "Licht aus, Reader an und lesen." (Alexandras Einschlaftipp) — Alexandra empfiehlt, richtig langweilige Wikipedia-Artikel zu lesen — Buddhismus — Glockengeläut — Meditation für Skeptiker — "Headspace" für iOS ("Headspace" für Android)  — Asthma (Wenn es gar nicht klappt mit Einschlafen, liest Holgi – anderes als Alexandra – in der Küche oder schaut sich dort, aber eben nicht im Bett, einen Film an)  — Falls er tags darauf keinen wichtigen Termin hat, macht er auch durch — Deutschlandfunk — Rauschen — Star Trek TNG Ambient Engine Noise — Poltergeist.

Lukas: Wie macht man einen ordentlichen Mai Tai und was kann man dabei falsch machen?

01:45:07

Mai Tai — "Ich erkenne aber einen ordentlichen Mai Tai, wenn ich ihn trinke." (Holgi).

Mirko: Habt ihr vielleicht eine Idee, wie ich die Esos auffliegen lassen könnte?

01:46:28

"Betreibe einfach Wissenschaft!" (Holgi) — Holgi findet, mit dem Blue Moon am Freitagabend habe er den katastrophalsten der sechs Sendeplätze — Elektrosensibilität — Suchmaschinenoptimierung (SEO).

Justin: Wenn man die Kaffeepads für eine Umweltverschmutzung hält, warum steigt man dann nicht auf löslichen Kaffee um?

01:52:24

Alexandra glaubt, Justin wolle den eigenen Unmut über eine Person aus seinem Umfeld loswerden — "Weil löslicher Kaffee scheiße schmeckt. Den trinkt man halt im Notfall." (Holgi).

Tobias: Wenn ihr morgens aufwacht, woran denkt ihr als Erstes?

01:53:53

(Alexandra geht einen geträumten Traum nochmal durch, schwört sich, ihn nicht mehr zu vergessen – und kann sich fünf Minuten später nicht mehr an den Traum erinnern)  — Holgi spürt nach dem Aufwachen Schmerzen und jammert gerne rum.

Obligatorische Höflichkeitsfrage von Leisure: Wie geht es euch denn?

01:56:31

Alexandra geht es fantastisch — Sie wird am Abend das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 gucken und ist darauf gespannt — Holgi wird das Spiel ebenfalls gucken und freut sich darauf — Ihm geht es blendend.

63 Gedanken zu „WR310 Kleine Pimmel

  1. BigMcIntosh

    Moin Holgi. Hier mal meine kurzen Gedanken zum *achtung* Impact von Podcasts.
    Ich glaube der ist gar nicht so klein. Mag sein dass die Reichweite beiweitem nicht so hoch ist wie bei klassischen Formaten, und Podcasts werden die Gesellschaft wohl auch nicht im großen Maß ändern können, aber im kleien kann das gut funktionieren.
    Tim hatte mal ausgeführt, dass eine persönlichere Bindung möglich ist zwischen Podcaster und Hörer als bei anderen Medien. Das, finde ich, trifft ziemlich gut zu. Über eine engere Bindung zum Hörer bekommt man den ein oder anderen eventuell wirklich mal zum Nachdenken und dazu, sein eigenes Weltbild ein Stück weit zu hinterfragen. Was bei vielen anderen Medien über diese Ebene eventuell nicht passiert, wenn die persönliche Bindung zu gewissen Formaten oder auch Sprechern nicht so hoch ist wie bei Podcasts.
    Wenn ich mal von mir ausgehe:
    Du warst mit WRINT mein Einstieg in die Podcastwelt, davor hab ich dich aber schon im Blue Moon gehört.
    Was ich auf alle Fälle sagen kann, ist dass du mit dienen Sendungen ziemlich stark auf mein Weltbild eingewirkt hast. Davor war mir zum Beispiel nicht so unbedingt klar, dass es viele Menschen gibt, die einem Mist erzählen wollen. ‚Homöopathie? Das ist doch Naturheilkunde, also nichts schlechtes‘ hab ich lange gedacht. Von dir hab ich quasi gelernt, mir nen Grützedetektor anzuschaffen, und dass es wichtig ist, Sinn von Unsinn zu unterscheiden.
    Und du bist dran schuld, dass ich meinen total langweiligen Job an den Nagel gehangen habe und jetzt noch Abitur mache und dann studiere 😀 (ich bin ja noch jung)

    Ich glaube schon, dass Podcast wirkt. nicht auf eine breite masse im selben Maß, aber auf einzelne Personen. Das aber dann auch auf einem ziemlich intensiven Level, was ich toll finde.

    Das sind alles sehr spontane Gedanken, ich muss die mal für mich selbst nochmal sauber formulieren 😉

    Antworten
  2. Kai

    Lady Gaga hat ein gutes Gesammtkonzept, die Zivilisation brechen heißt aufs Maul kriegen, die Welt ist nicht zu verbessern und keiner versteht Sloterdijk… ach ach ach. Peter ist der Beste.

    Antworten
  3. Clemens

    Wenn das gedruckte Buch das Äquvalent zur Schallplatte wäre, dann würde ich dem eBook maximal einen DRM-behafteten Download mit Ablaufdatum gegenüber stellen. Fest steht jedenfalls – und das ist mein eigentlicher Hauptkritikpunkt an elektronischen Buch –: »Mit einem eBook liest Du nie allein!« Und das allein sollte uns unmittelbar zu denken geben, nicht erst, wenn es zu spät ist. An Lesegewohnheiten hängt wesentlich mehr dran als an der Auswertung von Musikgeschmäckern.

    Antworten
  4. Clemens

    Zur Lesbarkeit/Verständlichkeit von Texten:
    Der Japaner sieht es gemeinhin als unhöflich an, wenn Texte durch die übermäßige Verwendung von ungeläufigen Kanji für ein durchschnittlich gebildetes Publikum (ca. 1000 von ca. 6000 Kanji geläufig) unlesbar werden bzw. die Verwendung eines Wörterbuch erfordern. Der dem Leser wohlgesonnene Autor greift dann zu den Silbenschriften Hiragana und Katakana. Sehr schön wie ich finde.

    Antworten
  5. Matthias Fromm

    Moin!

    Ihr hattet kurz das Thema „wie die Welt wohl nach der globalen nuklearen Katastrophe aussähe“. Darüber gibt es wahrscheinlich Dutzende fiktiver Bücher, Geschichten, und Filme, aber auch die Forschung beschäftigt(e) sich hin und wieder mit dem Thema.

    Insbesondere in den 80er Jahren war das durchaus ein öfter mal aufkommender Thema. Unter anderem gab es 1983 in Washington D.C. eine Konferenz die sich mit den biologischen Langzeitfolgen einer nuklearen Katastrophe beschäftigte. Im Vorfeld dazu gabe es u.a. ein Paper von Turco, Toon, Ackerman, Pollack und Sagan (ja, Carl Sagan) in Science: Nuclear Winter: Global Consequences of Multiple Nuclear Explosions.

    Auf der Konferenz hat Carl Sagan dann u.a. zwei Vorträge gehalten. Glücklicherweise haben sich Paul Ehrlich, Carl Sagan, Donald Kennedy und Walter Orr Roberts die Mühe gemacht die Konferenzerkenntnisse in einem Buch zusammenzufassen: The Cold and the Dark: The World After Nuclear War.

    Cheers,
    Matthias

    Antworten
  6. Ali

    Also zum Freitags-Filmbluemoon:

    Ich glaube zwar schon, dass der Sendeplatz undankbar ist und es an jedem anderen Tag besser laufen würde. Dennoch fühl ich mich nicht eingeladen dort anzurufen und hören ihn auch nichtmehr, da mir die Art und Weise, wie über Filme gesprochen wird nicht zusagt. Mag vielleicht daran liegen, dass ich den alten Filmbluemoon besonders gerne mochte und ich es schade finde, das dieser abgesetzt/umgestaltet wurde. Dennoch find ich die Form beim neuen Filmbluemoon zu lose und das Gespräch über die Filme zu oberflächlich.Dazu kommt das ich mir zehnminütige Rants über Kubrick nicht mehrere Wochen in Folge antuen will(und ich bin kein Kubrick-Fan). Auf dem Level, wie Ihr zwei über Filme sprecht kann ich halt auch mit meinen Kumpels reden und würde dies immer vorziehen. Dies soll kein Angriff sein, sondern nur meine persönliche Sicht auf die Dinge.

    Achso: Juhu endlich wieder Wrintheit !

    Antworten
    1. BigMcIntosh

      Wie ist eigentlich eure Film Policy? Besprecht ihr nur Filme, die seit der letzten Sendung neu ins Kino gekommen sind oder ist es auch OK, wenn ich mit nem etwas älteren Film aufschlage? ich komm relativ selten ins Kino 🙂
      Dann ist bei mir noch das Problem: Du und die Anna ihr plaudert immer so schön da will ich lieber einfach nur zuhören und euch nicht „stören“ 😀

  7. Romconstruct

    Ich habe mich bei der Frage nach Taxi vorne/hinten dermaßen bei den Ausführungen von Alexandra wiedererkannt.

    Als ich zum ersten Mal geschäftlich nach Wien musste habe ich mich auch, wie für mich selbstverständlich, nach vorne setzen wollen. Da hatte der Fahrer aber nach Sachen liegen und sagt dann auch noch „Oh Sie wollen vorne sitzen Sir? Gerne räume ich eben für Sie um.“ Schön peinlich. Zwar habe ich an sich auch nie die Absicht Smalltalk mit dem Fahrer halten zu wollen und bin auch eher froh wenn geschwiegen wird, aber dennoch empfinde ich es als unhöflich sich nach hinten zu setzen. Weil ich dann eben meine so eine gewisse Überheblichkeit dem Fahrer gegenüber auszudrücken (der feine HErr Generaldirektor sitzt hinten).

    Alexandra hat dies ja mit einer gewissen Einstellung gegenüber „Dienenden“ beschrieben die man nicht unbedingt rational noch fassen kann. Bei mir geht es sogar so weit dass ich mich im Restaurant lange Zeit davor scheue dem Kellner mal ein Zeichen zu geben ich würde gerne zahlen. Weil ich immer der Meinung bin ihn damit zu belästigen. Lieber lege ich mein Portemonnaie auf den Tisch und warte das dies als Zahlungsaufforderung bemerkt wird. Da kann ich mir auch schon mal 15min und mehr Zeit lassen, wohl wissen dass ein Fingerzeig oder eine Aufforderung dem Kellner sogar eher helfen würde. Wie gesagt, rational ist das nicht zu erfassen.

    Auch die Situation mit dem Umsetzen im Zug kann ich nachvollziehen. Da fände ich es sogar mal nett wenn derjenige, der sich wegsetzt, mal einen kleinen Kommentar wie den von Holgi abgeben würde. Dann damit ist klar ‚es liegt nicht an mir das sich jemand wegsetzt‘. Umgekehrt würde ich mich eben auch nicht wegsetzen um dem anderen nicht ein falsches Gefühl vermitteln zu wollen. Eben genau was Alexandra beschreibt. Da ist der dicke Mensch vielleicht wirklich etwas im Vorteil weil dort eben recht offen gesagt werden kann „ich mache uns beiden mal etwas Luft“. Aber was soll man da als „Ottonormalfigur Mensch“ sagen ohne das es all zu peinlich ist? „Ich weiß sie würden auch lieber alleine sitzen darum tue ich ihnen und mir mal den Gefallen, denn ich sitze auch lieber alleine“? Ehrlich aber auch mit einem falschen Unterton…zumindest in meinem Kopf.

    Fürchterlich diese Knoten im Kopf.
    Aber danke Alexandra das es dir da auch so geht.

    Antworten
    1. holgi Artikelautor

      Wie wäre: „Nix persönliches! Ich muss mich mal was ausbreiten…“?

    2. Helena

      Einfach mal die Menschen freundlich und ehrlich anlächeln? Sowohl den Kellner wenn man zahlen will, als auch den Menschen von dem man sich wegsetzt, könnte vielleicht der einfachste Weg sein. Falls in Deutschland überhaupt noch jemand einen Fremden einfach mal nett anlächelt, denn ich kam mir immer vor wie ein Alien vom Planeten „Ich bin einfach nett zu Dir“.

  8. Céline

    Meine Lieblingsstelle (16:45) Holgi: „es gibt halt wenig, was mich wirklich auf die Palme bringt“ Da musste ich laut lachen 😀

    Antworten
  9. Mike

    Hi Holger,
    zum Thema Elektosensieblen empfehle ich den bildsprache podcast hier ein link darauf http://bildsprache-podcast.de/BSP/BSP010_Funkschmerz.m4a. Der podcast zeigt recht eindrucksvoll das diese Menschen anscheinend gesundheitliche Probleme haben. Der podcast geht nicht in Richtung Esoterik oder Wissenschaft sonder berichtet über die Menschen die unter dieser „Krankheit“ leiden woher sie auch kommen mag.

    Gruss
    Mike

    Antworten
    1. Norti

      den hab unter Schmerzen gehört, und natürlich geht der Richtung Esoterik… es geht schliesslich um Esoteriker, und der Typ der berichtet, scheint auch fest an diverse nicht existierende Phänomene zu glauben

  10. tp1024

    Immer wenn ich mir anhören muss, wie über Falsifizierbarkeit von Wissenschaft gesprochen wird, stellt sich bei mir in wenigstens 9 von 10 Fällen die Frage, wann dieses Konzept endlich auf die Klimawissenschaften angewendet wird.

    Es ist nun 16 Jahre her, dass die globalen Temperaturen zuletzt angestiegen sind. Ich verfolge die Diskussion darum nun schon seit wenigstens 12 Jahren. Genauso lange darf ich mir anhören, dass die Klimamodelle nicht für kurzfristige Klimavorhersagen geeignet sind. Es fragt sich, wie lang „kurzfristig“ denn sein soll. Die ersten 3 IPCC Berichte zwischen 1988 und 2001 waren sich einig in den Prognosen (die jetzt „Projektionen“ heißen). Heute haben wir eine etwas höhere CO2 Konzentration als damals vorhergesagt und gleichzeitig eine 0,5 Grad niedrigere Temperatur. Jedes Jahr fragt man sich aufs neue: Wie groß müssen die Abweichungen noch werden, bis jemand anfangen darf diese Modelle öffentlich in Zweifel zu ziehen, ohne dafür geteert und gefedert zu werden?

    Nach wievielen Jahren wird denn aus „kurzfristig“ „langfristig“ – ohne dass sofort behauptet wird, die Klimamodelle auf die man sich bezieht wären veraltet. Der erste IPCC Bericht ist nun 26 Jahre alt. Alt genug also, die heutige Zeit in die Kategorie „langfristig“ fällt. Aber kaum weißt man auf die eklatanten Abweichungen zwischen Modell und Realität hin, heißt es, die heutigen Modelle seien viel besser. Nur merkwürdig ist: für diese viel besseren Modelle ist 2014 wieder „kurzfristig“. Und was passiert im Jahr 2024? Natürlich. Dann sind die Modelle vom IPCC Bericht von 2001 schon wieder veraltet. Also gerade dann, wenn die Vorhersagen „langfristig“ wären und mit der Realität zu vergleichen sind.

    Man ersetze im vorangegangenen einmal „Klimamodell“ durch „Wirtschaftsmodell“. Die Parallelen sind erstaunlich.

    Wieso hört man außerdem immer wieder „Wetter ist kein Klima“ während man gleichzeitig in jedem „Extremwetterereignis“ ein Zeichen für den Klimawandel zu sehen glaubt. Wobei weder jemals definiert wurde was so ein „Extremwetterereignis“ eigentlich sein soll, noch jemals in der Berichterstattung ernsthaft überprüft wird ob ein Wetterereignis denn wirklich so „extrem“ ist, wie man es gerade behauptet.

    Das Wort „Extremwetterereignis“ unterscheidet sich durch nichts von gängigen Wahrsagersprüchen „ein wichtiges Ereignis wird ihr Leben verändern“. Es ist so breit und so schwammig, dass jedes beliebige Ereignis überall auf der Welt irgendwie in das Schema passt, wenn es denn in die Nachrichten kommt.

    Wenn über Wetterereignisse berichtet wird, dann sind diese Berichte ebenso systematisch verzerrt, wobei sie grundsätzilch extremer dargestellt werden, als sie sind. Egal ob Hurricane Katrina, der insbesondere von Al Gore als Folge des Klimawandels dargestellt wurde, obwohl schon seit Jahrzehten gewarnt wurde, dass New Orleans vom nächsten Hurricane der Kategorie 3 überschwemmt werden würde – was ein durchaus häufiges Ereignis in der Gegend ist. Beim Hochwasser von Pakistan 2010 wurde das noch höhere Hochwasser während der Britischen Kolonialzeit von 1929 schlicht unterschlagen. Natürlich waren damals keine 20 Millionen Leute betroffen, weil damals nur etwa 20 Millionen Leute in ganz Pakistan lebten, während es 2010 schon 185 Millionen waren.

    Als die ehemaligen Hurricanes Irene und Sandy 2011 und 2012 auf New York trafen, sprach man trotz Windgeschwindigkeiten von unter 120km/h an der Küste(!) von „Monsterstürmen“ und „Killerstürmen“. Ich frage mich nur, mit welchem abstrusen Megahyperlatif man dann einen Sturm wie den „New England Hurricane“ (Kat. 3) von 1938 mit Windgeschwindigkeiten jenseits der 180km/h bezeichnen würde. Derartige Stürme, die wenigstens Kategorie 2 hatten, gab es im 19. Jahrhundert gleich vier mal in New York (1815, 1821, 1869 und 1896) … und im Jahr 2012 bezeichnet man Stürme die an Land nicht einmal mehr die Kategorie 1 erreichen als klares Zeichen dafür, dass das Wetter immer extremer wird. Als letztes Jahr einmal wieder ein Hurricane die Stadt Tacloban in den Phillipinen überschwemmte, sagte niemand, dass derartiges schon 1912 und 1898 passierte. Die Liste der Beispiele ließe sich beliebig verlängern. Denn Recherche findet in der Medienberichterstattung schlicht nicht statt.

    Dazu kommt noch das klassische Unverständnis dafür, dass ein „Jahrhundertereignis“ nicht regelmäßig, sondern zufällig auftritt. „Zufällig“ ist das exakte Gegenteil von „Regelmäßig“. In jedem Jahr beträgt die Chance, dass kein Jahrhundertereignis passiert 99%.

    Angenommen dieses Jahr ist ein Jahrhunderthochwasser. Die Chance, dass wenigstens ein Jahrhunderthochwasser in den ersten 17 Jahren geschieht beträgt etwa 16,3% – ungefähr so groß wie mit einem Würfel eine 6 mit einem Wurf zu werfen. Derartiges soll schon vorgekommen sein, ohne dass an der Echtheit des Würfels gezweifelt wurde. Kaum spricht man aber über ein „Jahrhunderthochwasser“, ist ein solches Vorkommnis ein zweifelsfreies Zeichnen für einen Klimawandel.

    Teil des Problems ist natürlich auch, dass es noch nie einen Nachrichtenwert hatte zu sagen, dass es an einem Ort seit 226 Jahren kein Jahrhunderthochwasser gegeben hat. Das ist zwar ein „seltenes“ Ereignis (~10%) – aber eben ein Ereignis das auch verdammt lange andauert. Womit sich automatisch die Frage stellt, ob so manches „Jahrhunderthochwasser“ überhaupt eines ist, oder nur ein etwas höheres Hochwasser zwischen zwei weit auseinander liegenden „Jahrhunderthochwassern“ ist. Seit dem Bestehen der USA hat dort statistisch jeder zehnte Fluss noch nie ein Jahrhunderthochwasser gehabt. Ganz abgesehen davon, dass die meisten Flüsse abseits der Ostküste 1776 noch völlig unbekannt und die Gegenden (von Europäern) unbewohnt waren.

    Ganz abgesehen davon gibt es hinreichend viele, verdammt gute Gründe auf Kohle, Öl und Erdgas zu verzichten und deren Gebrauch zu minimieren. Dazu muss ich nur von hier aus ca. 1 Stunde aus der Stadt heraus gehen – dort ist der Braunkohletagebau Cottbus-Nord.

    Man muss grundlegende wissenschaftliche Standards in der Klimadebatte einfordern – also Falsifizierbarkeit, klare Definitionen und einheitliche Diskussionsgrundlagen (wenn „Wetter“ kein Klima ist, dann ist es unredlich ständig mit Wetterereignissen in der Klimadebatte zu agitieren, wenn es gerade den eigenen Standpunkt stützt. Egal welcher Standpunkt das ist.) Wenn man das tut, dann werden ernsthafte Fragen aufgeworfen, die derzeit nur mit Floskeln abgeschmettert werden.

    Wenn entgegen aller Vorhersagen die globalen Temperaturen 16 Jahre lang nicht steigen und nichts derartiges vorhergesagt wurde, dann ist das längst keine Lapalie mehr die mit Hinweis auf „kurzfristige Schwankungen“ weggewischt werden kann.

    Ebenso wurden keine Fragen gestellt, als nun vor kurzem als Erklärung angeführt wurde, die Lufttemperaturen würden nicht steigen, weil die Wärme von den Ozeanen aufgenommen würde. Man sollte meinen, die Verfasser einer solchen Studie hätten die Temperaturmesswerte der letzten Jahrzehnte überprüft. Dabei wäre ihnen aufgefallen, dass der Energiegehalt der Ozeane schon vor dem aktuellen Stillstand der globalen Temperaturen angestiegen ist. Und zwar schneller als danach. Der Erklärung zufolge hätte der Energiegehalt aber nach dem Stillstand schneller ansteigen müssen als davor. Solche offensichtlichen Fragen werden aber nicht gestellt. Die Studie hat es durch den Peer Review von Nature geschafft, was doch sehr an der Glaubwürdigkeit des Diskurses kratzt.

    Nochmal: es gibt viele gute Gründe gegen den Abbau und das Verbrennen von Kohle zu sein. Es gibt viele gute Gründe den Verbrauch von Erdöl und Erdgas zu reduzieren. Und zwar egal welche Auswirkungen die CO2 Konzentration der Atmosphäre hat.

    Es gibt genau deswegen KEINEN GRUND die wissenschaftlichen Ansprüche an Klimawissenschaftler weniger wichtig zu nehmen und Kritik an deren oft viel zu oberflächlichen Arbeit zu unterdrücken. Angst vor irgendwelchen Folgen der CO2 Konzentration in der Atmosphäre darf kein Grund sein wissenschaftliche Standards nicht einzuhalten oder zu relativieren. Denn Angst verzerrt die Wahrnehmung. Sie ist eine jener menschlicher Neigungen wegen der die wissenchaftlichen Standards formuliert wurden. Egal wie groß die Angst ist, es MUSS immer Platz für objektives Hinterfragen eines Standpunktes bleiben.

    Aber wo ist der heute in der Klimawissenschaft?

    Antworten
    1. tp1024

      Ist notiert.

      Der letzte ist vor 3 Jahren gescheitert. Vielleicht wird es mal wieder Zeit für den nächsten Versuch.

    2. tp1024

      Es bezieht sich auf die Diskussion die auf die Frage von Mirko bei 1:46:00 folgte. Namentlich die klare Formulierung und Falsifizierbarkeit von Aussagen.

  11. Mokkel

    Hallo Holger,

    ich kann deine Probleme 100% nachvollziehen, es geht mir genau so. Mein Hirn kann nicht nicht parsen bzw. „plappern“. Bei mir wurde allerdings auch ADS diagnostiziert und mein Hirn „plappert“ so laut, dass immer nur einer reden kann. Entweder die Außenwelt oder dass Gehirn. Das führt dann zu solchen Situationen wie „… du hörst mir gar nicht zu …“ oder „… bist du wieder am Träumen?“. Allerdings gewinnt die Außenwelt fast immer, das diese einfach Lauter ist und ich muss anstrengend dagegen halten. Bis ich Medikamente bekommen habe, konnte ich auch schlecht schlafen, da ich einfach das Denken nicht abgestellt bekomme.

    Ich will nur sagen, dass es Leute gibt denen es wie dir gibt. Was das letztendlich medizinisch/psychisch bedeutet muss für jeden individuell geklärt werden.

    Antworten
    1. onroa

      Und wenn es auf der einen Seite für manche individuell gerklärt werden muss, bleibt doch eine Kritik an der mängelbaren Entscheigung, wenn Eltern sich für eine „Medikalisierung“ ihrer Kinder entscheiden, oder nicht?

      Die schädlichen Nebenwirkungen dieser Medikamente wurden nachgewiesen und häufig beklagt. Meines Erachtens wird aber immer noch viel zu wenig bedacht, dass diese Präparate sich auch dann verhängnisvoll auswirken könnten, wenn sie keinerlei chemisch bedingten Schäden hervorrufen würden.

      – Wenn ein Kind beispielsweise im Alter von fünf bis zwölf Jahren Psychopharmaka erhält, dann ringt es gerade mit der Frage: Kann ich mit den Personen und Dingen in der Welt zurecht kommen? Die psychiatrische Antwort: “Du kannst, aber nur dank unserer Medikamente.”
      – Das Kind ab 12 oder 13 setzt sich mit der Frage auseinander, wieweit es sich den Erwartungen der Gesellschaft anpassen muss, um voranzukommen. Die psychiatrische Antwort: “Nur wenn du mit unseren Substanzen deine Ecken und Kanten abschleifst, hast du eine Chance im Leben.”

    2. Mokkel

      Ich kenne die Diskussion und die Unaufgeklärtheit mit der diese geführt wird. Deshalb lasse ich mich jetzt nicht darauf ein.

      Allerdings wollte ich nur anmerken, dass ich schon 25 war als ich angefangen habe die Medikamente zu nehmen. Mit meinen Arzt habe ich einiges ausprobiert, bis ich das richtige gefunden habe. Außerdem sind Medikamente IMMER mit einer Therapie z. B. verbunden Ergotherapie so, dass schnellst möglich davon runter kommt.

    3. onroa

      Zu Holgers „Vermutung“ (komischen Beißreflex) kann ich nur abwinken… das was ich schrieb, ist alles ganz gerechtfertigtes über das Thema und unabhänig von Antipsychiatriebewegung (incoming) nachvollziehbar.

      @Mokkel, das habe ich mir auch schon gedacht, dass Du kein Kind mehr warst, allerdings schmälert das nicht…

      Für die Unaufgeklärtheit: Was soll denn nur aus solchen Kindern werden? Es ist zum Weinen. Wirklich. Es ist zum Weinen. Und damit ihr das Weinen auch tatsächlich nicht vergessen, zitiere ich einen Absatz aus dem Buch “Deadly Medicines and Organized Crime” von Peter C. Gøtzsche:

      „Die Medikamente für ADHS sind gefährlich. Wir wissen nicht sehr viel über ihre Langzeitschäden, doch wir wissen, dass sie das Herz in derselben Weise wie Kokain schädigen und dass sie sogar bei Kindern zum Tode führen können. Wir wissen auch, dass ADHS-Medikamente eine bipolare Störung bei 10 Prozent der Kinder verursachen…“

      Gøtzsche ist kein Psychiatriekritiker und auch kein Scientologe. Dieser Mann ist vielmehr ein hoch angesehener Medizinprofessor, ein Mitbegründer der Cochrane Collaboration, eine der weltweit wichtigsten Institutionen zur medizinischen Qualitätssicherung. Zur Zeit leitet der das Nordic Cochrane Center. Sein Buch ist eine harsche Abrechnung mit den Machenschaften der Pharmaindustrie in der Medizin generell. Die Psychiatrie, so schreibt er, sein das eigentliche Paradies der Pharmaindustrie.

    4. onroa

      Anders als die Psychiatriekritiker mache ich allerdings für diese Besorgnis erregende Entwicklung nicht allein die ökonomischen Interessen von Pharmaindustrie und Psychiatrie verantwortlich, sondern unsere Gesellschaft insgesamt.

    5. Timo Altfelde

      @onra: Was erwartest du? Die Medikamente hätten nur dann keine Nebenwirkungen, wenn sie nichts im menschlichen Köper machen würden. Da offensichtlich eine Wirkung gewünscht ist, kann man Nebenwirkungen nicht vermeiden und muss das abwägen.

      Übrigens ist das mit den Herzschäden Unsinn: http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1110212

      Das Thema ist zu ernst, um irgendwelches Halbwissen zu verbreiten. Das hilft niemanden, ganz besonders nicht wenn man einen Betroffenen belehren will.

    6. onroa

      @Timo Altfelde: Zunächst einmal, ich will keinen Betroffenen belehren , tat ich wohl auch nirgends, dass ein erkenntnisreicherer Aufschluß weit individuell mit bei rauskommen kann als zuvor, bleibt möglich. Trotzdessen,
      das Thema ist ernst, richtig, genau deswegen schreibe ich was. Und schon gar nicht allenthalbes Halbwissen, mit solchen Anspielungen würde ich ohnehin nicht so leichtfertig umgehen wie Du es machst, so kann man Aussage leicht umdeuten, ohne dass der Gesprächs-Partner beteiligt ist und darum muss ich auch nun etwas länger vortragen.

      Das Bemühen Deines Links und deren inhaltliche Aussagekraft scheint mir nicht nur so arglos, wie jenes, nebenbei, dass deinerseits meinen Nicknamen umformuliert vortragen lässt, objektiv ist es das auch:
      Das Zitat von Gøtzsche (auch nochmal nachlesbar in der Wikipedia „Peter C. Gøtzsche“) beruht auf Erkenntnissen umfassender Metastudien. Der Mann ist einer der Gründer der Cochrane Collaboration und Leiter des Nordic Cochrane Centre. Es ist sein Job, solche Metastudien in Auftrag zu geben und auszuwerten. Die Cochrane Collaboration (http://www.cochrane.org/) ist eine weltweit tätige und hoch respektierte Organisation zur medizinischen Qualitätssicherung (http://de.wikipedia.org/wiki/Cochrane_Collaboration). Er ist Autor zahlloser Fachartikel in angesehenen Fachzeitschriften. Sein Ruf ist tadellos.
      Sich irgendeine Studie herauszupicken, die angeblich etwas anderes sagt, ist leicht. So einfach darf man es sich aber nicht machen. Es geht schließlich um Schicksale, ja, Menschenleben. Man muss sich schon der Mühe unterziehen, das gesamte Spektrum der einschlägigen Studien zur Kenntnis zu nehmen.

      Die schädlichen Nebenwirkungen dieser Medikamente wurden nachgewiesen und häufig beklagt schrieb ich oben und beziehe mich damit unteranderem auf das Buch „Anatomy of an Epidemic“ von Robert Whitaker. Untertitel: „Magic Bullets, Psychiatric Drugs, and the Astonishing Rise of Mental Illness in America“. Es könnte nicht schaden, sich zunächst einmal selbst kundig zu machen, bevor man anderen Halbwissen unterstellt.

      Gerne lege ich vielleicht auch noch demnächst eine Rezension des Buchs von Whitaker hier nach.

      Von einem Medikament erwartet ich, dass es unterm Strich mehr nutzt als schadet. Dies ist bei Psychopharmaka aber nicht der Fall, siehe beispielsweise Peter Gøtzsches „Deadly Medicines and Organised Crime“ oder Ben Goldacres „Bad Pharma“. Das sind respektierte Autoren, deren empirisch gut begründete Auffassungen man nicht so einfach als „Halbwissen“ vom Tisch wischen kann. Aber wie gesagt, sehr zu empfehlen ist auch Robert Whitakers „Anatomy of an Epidemic“.

      Aber es ist hier nicht der Ort, sich auch nur mit den wichtigsten Gruppen von Psychopharmaka im Detail auseinanderzusetzen. Beispielhaft: Antidepressiva sind kaum nennenswert wirksamer als Placebos (*). Neuroleptika wirken, sofern sie überhaupt eine über den Placebo-Effekt hinausgehende Wirkung haben, vor allem dadurch, dass sie apathisch machen (**).
      (*) Moncrieff J, Wessely S, Hardy R (2012). Active placebos versus antidepressants for depression (Review). The Cochrane Library, Issue 10
      (**) Breggin, P. R.: Giftige Psychiatrie, Band 1. Heidelberg, Carl-Auer-Systeme, 1996

      Ich bin sicher, dass Psychopharmaka mehr Schaden anrichten als Nutzen stiften, und daher empfehle ich ihre Einnahme nicht. Allerdings habe ich auch nichts dagegen, wenn Erwachsene sie aus freien Stücken nehmen. Dies muss jeder in einem freien Land selbst entscheiden. Aber ich bin ein entschiedener Gegner einer erzwungenen Einnahme dieser Substanzen.

      Und dies ist nicht nur mein subjektiver Eindruck. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es Menschen ohne psychiatrische „Medikamente“ auf lange Sicht deutlich besser geht als mit. Whitacker hat die entsprechenden Beweise dafür zusammengetragen. Dort finden sich zudem empirisch fundierte Erklärungen dafür, warum dies so ist. Auch in dem neuen Werk des Mitbegründers der Cochrane Collaboration, Peter Gøtzsche finden sich in zwei Kapitels empirische Beweise für die überwiegende Nutzlosigkeit dieser Substanzen aus Sicht der Betroffenen. Wen das als wissenschaftlich Interessentenn sonst wo vorbei geht – seine Sache.

    7. onroa

      Korrektur: Wem das als wissenschaftlichen Interessenten sonst wo vorbei geht – seine Sache.

    8. Timo Altfelde

      Nur zum Verständnis: Meinst du jetzt die Studie, welche mit eine Statistik von 2,579,104 Personenjahren zur Grundlage hat und im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde, oder eine Meinungsäußerung eines Mediziners, die nur indirekt wiedergegeben wird? 🙂

      Wenn du dir mal die Mühe machen würdest , dir die Komorbidität anzusehen, würdest du feststellen, dass ein leichtes Herzrasen bei Überdosierung im Vergleich zur fehlenden Behandlung recht harmlos ist.
      Das Risiko von Suiziden steigt bei ADHSlern beispielsweise um den Faktor 2,5 an. http://www.biomedcentral.com/content/pdf/1471-2431-14-113.pdf

    9. onroa

      @Timo Altfelde, ok, bleiben wir beim Thema, dem sich Mühe machen 😉

      Nein, im ernst: Gøtzsche schreibt: “Die Medikamente für ADHS sind gefährlich. Wir wissen nicht sehr viel über ihre Langzeitschäden, doch wir wissen, dass sie das Herz in derselben Weise wie Kokain schädigen und dass sie sogar bei Kindern zum Tode führen können.”

      Dass diese Medikamente das Herz in derselben Weise wie Kokain schädigen, wird durch die von ihnen verlinkte Studie keineswegs widerlegt. Und auch nicht, dass sie zum Tod führen können. Ebenso wenig wie Kokain schädigen diese Medikamente bei allen Kindern das Herz und sie bringen auch nicht alle um. Es handelt sich hier aber um ein Risiko, das angesichts des zweifelhaften Nutzens dieser Medikamente vermieden werden sollte.

      Man sollte auch bedenken, wie die von Ihnen zitierte Studie aufgebaut ist. Es spielt dabei keine Rolle, was die eigentliche Absicht der Studie ist; zur statistischen Auswertung muss man immer so vorgehen: Die Studie soll die statistische Nullhypothese verwerfen, dass es keinen Unterschied zwischen Nutzern und Nicht-Nutzern von ADHS-Medikamenten hinsichtlich schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt. Der Ergebnis: Die Nullhypothese lässt sich nicht verwerfen. Dies bedeutet aber keineswegs, dass man sie für wahr halten darf. Dies ist mit einem Fehler 2. Art (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Fehler_2._Art) verbunden.

      Steven E. Nissens Beitrag im New England Journal of Medicine muss ernst genommen werden. Der Link dazu hier: http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp068049

      Überdies ist das Risiko von Herzschäden beileibe nicht das größte unter den Risiken, die mit Medikamenten dieser Art verbunden sind.

    10. onroa

      @Timo Altfelde, so wie es aussieht werden wohl meine längeren Kommentare, die als meine Reaktion für dich galten, nicht freigeschaltet, schade.

  12. Robert

    Hallo Holger,

    bei der Beantwortung der Hörerfrage von BJÖRN nach dem Angesicht der heutigen Welt im Falle eines Atomschlages im kalten Krieg hast du einige wichtige Fakten ausser Acht gelassen.

    Es gibt durchaus ernsthafte Wissenschaft zu diesem Szenario: Carl Sagan hat in mehreren Artikeln im Science wichtige Impulse zu diesem Thema gegeben und kommt in Einklang mit nachfolgenden Arbeiten zum Schluss, dass bereits ein begrenzter Nuklearkrieg mit Atomschlägen in industrialisierten, dicht bevölkerten Regionen einen „Nuklearen Winter“ zur Folge hätte. Ein solcher entstünde durch die enorme Menge an Rußpartikeln, die durch die Detonationen und die extreme Hitzeentwicklung in die Stratosphäre gelangen und dort Sonnenlicht absorbieren. In Abwesenheit der meisten Wetterefekte (diese spielen sich unterhalb der Stratosphäre, in der Mesosophäre ab) würden sich die Rußpartikeln langsam gleichmäßig über der Erde verteilen und mehrere Jahre in der Atmosphäre verbleiben. Die Folge: eine unter Umständen mehrere Jahrzehnte andauernde kleine Eiszeit, welche die durch den Krieg ohnehin stark beschränke landwirtschaftliche Kapazität global zum Erliegen bringen und durch eine weltweite Hungersnot auch die Population der Südhalbkugel massiv dezimieren würde.

    Quellen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Nuklearer_Winter
    Nuclear winter revisited with a modern climate model and current nuclear arsenals: Still catastrophic consequences http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1029/2006JD008235/full

    Antworten
  13. Markus Schlegel

    Sehr schöne Folge! Podcasts haben meine Denkweise in vieler Hinsicht verändert und damit auch die Art, wie ich mit anderen Menschen kommuniziere. Wenn das ca. 9.999 anderen Hörerinnen auch so geht und jede mit ca. 10 Menschen intensiv kommuniziert, haste eine Reichweite von 200.000. Ist doch nicht übel.

    Antworten
  14. Elco

    Kurzer Kommentar zur elektronischen Videothek:

    Holgi, du hattest erwähnt wie praktisch es ist einen Film bei iTunes zum ausleihen zu kaufen. Also für 3,99€ den Film ein paar Tage gucken zu können.
    Ich muss sagen ich finde dieses Modell großartig. Aber 3,99€? Hier bei der Videothek kostet das 99c und da arbeiten sogar noch Menschen. Ich verstehe nicht warum online Anbieter dafür so viel Geld haben wollen. (Ist ja nicht nur Apple, bei anderen Anbietern sind die Preise ähnlich.)
    Weiß jmd ob es einen gibt der mit einer normalen Videothek mithalten kann?

    Antworten
  15. sternburg

    Sag mal Holgi, ist das vielleicht ein Autorenkollektiv, dass hier und woanders unter Deinem Namen auftritt, oder warum wusstest Du nicht, warum Justin die Frage nach den Kaffepads gestellt hat? Die Problematik hast doch gerade Du immer mal wieder insbesondere bei NSFW aufgeworfen.

    Klar, von einer feinfühligen Intellektuellen wie Alex kann man nicht erwarten, sich sowas anzuhören. Aber Du warst doch dabei.

    Antworten
  16. Philipp

    Hi Holger,

    ich wollte dich kurz darauf hinweisen, dass der Link zur Headspace-App (für iOS) nicht funktioniert 😉
    Vielleicht kann man das noch korrigieren, die App klingt nämlich vom Ansatz her recht interessant!

    Viele Grüße,
    Philipp

    Antworten
  17. sternburg

    Andere Frage: War nicht Vosh früher immer auffem Freitag und hat da super funktioniert?

    Da war ich selber allerdings auch noch in einem Alter, in dem ich Freitag abends nichts besseres zu tun hatte als Radio zu hören.

    Antworten
  18. Juergen

    Hallo Holgi,

    zum Thema „Dritter Weltkrieg“ – abgesehen von den üblichen Sachen zum Thema Atomkrieg/Nuklearer Winter hätte ich auch noch ein paar Empfehlungen:

    Der Klassiker zum Thema sind die Bücher „The Third World War“ und „The Third World War: The untold story“ von Sir John Hackett – mittlerweile nur noch gebraucht oder antiquarisch zu bekommen. Hackett war Kommandeur der Britischen Rheinarmee und hat sich anschließend (unter anderem mit den Büchern…) für Wiederbewaffnung etc. eingesetzt, die Bücher sind aber RELATIV neutral geschrieben und beschreiben den Ablauf, das politische Umfeld etc. eines Krieges Anfang/Mitte 80er. Bei Hackett kommt es allerdings nicht zum großen Atomkrieg, es bleibt IIRC bei 2 Explosionen als Machtdemonstration.

    In die gleiche Richtung (und basierend auf Hacketts Szenario) geht „Team Yankee“ von Harold Coyle (gebraucht bei Amazon noch recht günstig zu kriegen) – Coyle war Kommandeur einer Panzereinheit der Amis und schreibt exakt aus dieser Perspektive seine Geschichte – wie es den Soldaten an der Front geht, wie deren Angehörige aus Europa evakuiert werden etc… Und das ganze ohne Pathos oder Hurra-Patriotismus (für einen US-Autor erstaunlich genug…), dafür mitguten Charakterstudien. Vor allem vermittelt er ganz gut wie wenig die Soldaten eigentlich vom großen ganzen mitbekommen (keine Zeitung, kein Fernsehen…), und wie grausam so ein Krieg tatsächlich ist im Vergleich zu den Bildern die man in der Tagesschau sieht.

    Zu guter letzt gibt es auf Youtube noch eine gute Dokumentation des ZDF im Stil eines Guido Knopp, die lief mal in den 90ern: https://www.youtube.com/watch?v=IpodgUrmXjE

    Antworten
    1. Eule

      Es gibt auch noch „Red Storm Rising“ (deutscher Titel: „Im Sturm“) von Tom Clancy, was wie für Clancy üblich etwas hurra-patriotisch bzw. US-chauvinistisch daherkommt, aber sich soweit ich mich erinnere trotzdem ganz gut wegliest und auch einen Schwerpunkt auf Deutschland als Kriegsschauplatz hat.

  19. Jubsi

    Noch was zum Tweets vorlesen: Ist halt billig. Man muss nichts selbst machen und der Inhalt produziert sich von selbst.

    Antworten
  20. Dennis

    Zum Ehrenamt…

    Wenn man mit einer Ehrenamtstätigkeit seine Steuern signifikant senken könnte, wäre es ja faktisch kein Ehrenamt mehr, sondern eine schlichte Erwerbstätigkeit. Eine Erwerbstätigkeit ist in unserer Gesellschaft nichts besonderes, sondern einfach der Normalfall: Arbeit. Jeder macht schließlich die Art von Arbeit, die er kann, mag oder für die er (formal) qualifiziert ist. Ein Ehrenamt auszufüllen belohnt explizit durch das immatrielle Gut der gesellschaftlichen Anerkennung. Das soll nicht heißen, dass z.B. Auslagen nicht erstattet werden dürfen, aber alles was darüber hinausgeht widerspricht zumindest meiner Ansicht nach den zugrundeliegenden Prinzipien.

    Wer keine ehrenamtliche Tätigkeit bzw. soziales Engagement – aus welchen Gründen auch immer – packt, der sollte sich das Ganze zumindest nicht mit scheinheiligen Argumenten schönreden. -> Alex: Nein, Literatur oder Blogeinträge zu verfassen ist in der Regel kein wohltätiges Ehrenamt. Es ist auch OK so. Nicht jeder kann soziales Engagement leisten.

    Antworten
    1. Timo Altfelde

      Aufwandsentschädigungen beim Ehrenamt sind im gewissen Rahmen bereits steuerfrei. http://de.wikipedia.org/wiki/Aufwandsentsch%C3%A4digung

      Analog könnte man das Einkommen für die Steuerberechnung mindern. Die Arbeit fördert das Gemeinwohl, entsprechend erscheint es mir sinnvoll, dass die Gemeinschaft da etwas zurück geben könnte. Analoge Regelungen gibt es auch bei Spenden.
      Die Regelungen wären am Ende sicherlich kompliziert genug, um das Ehrenamt auch weiterhin von der Erwerbsarbeit abzugrenzen.

  21. Liesel Weppen

    Hallo zusammen, war wieder eine super Folge!
    Wo platziert der geneigte Hörer eigentlich idealerweise seine Frage(n) an die Wrintheit?

    Antworten
  22. Christoph Vigano

    Hallo Holgi,

    was mir hilft besser einzuschlafen ist die Farbanpassung des Displays, die von einem von euch auch erwähnt wurde bei der Frage zu den Schlafstörungen.

    Unter Linux geht das gut mit redlight. Dem schmeiss ich nur meine GPS-Koordinaten (grob) hin und der macht daraus dann die zur Uhrzeit passende Farbtemperatur.

    Für Apple-Geräte funktioniert das meines Wisses mithilfe von f.lux, das man unter https://justgetflux.com/ sich besorgen kann. Muss auch nur den groben Standort und die Art der Zimmerbeleuchtung kennen für seine Berechnungen und passt dir dann den Bildschirm nett an.

    Bei mir sorgt das dafür, dass ich irgendwann spätabends dann gähnend vor meinem Laptop sitze und müde statt aufgeputscht werde.

    Antworten
  23. Daniel

    Holgi: Du bist rücksichtslos gegenüber Rücksichtslosen. Damit wäre also eindeutig bewiesen, dass du ein rücksichtsloser Mensch bist!!!11

    Antworten
  24. Christine

    Mein liebstes Mittel, wenn ich nicht schlafen kann, ist leider nicht erwähnt worden. Und zwar Sex. Entweder mit anderen oder mit mir selbst. Hilft immer.

    Antworten
  25. Dennis

    Zum Thema “Ratgeberliteratur, die sich auf wenigen Seiten zusammenfassen lässt“: Es gibt mittlerweile tatsächlich einen Dienst, der Sachbücher auf wenigen Seiten zusammenfasst und die Kerninhalte darstellt. Der Dienst heißt Blinkist und es gibt auch eine schöne iPad-App dazu. Das Ganze kostet auch ein wenig, als Xing Premium Mitglied bekommt man aber ein Jahr gratis. Mir gefällt der Dienst wirklich gut und auch das Sortiment ist ganz in Ordnung. Weiß nicht, ob es Testangebote außer das von Xing gibt. Ich empfehle auf jeden Fall, das mal zu testen. Und keine Angst, es sind nicht nur die amerikanischen Selbsthilfe-Dinger sondern zb. auch ernsthafte Wissenschaftsautoren.

    Antworten
  26. Brynja

    Bin neugierig von Twitter hierher gekommen mit der Frage: Wer ist dieser holgi eigentlich… 😉 Und dann hab ich diese Folge gehört und mal wieder gedacht: Warum liest du so viel und so breit, inzwischen viele Blogs und Social Media, guckst hin und wieder n Video, aber Nur-Audio ist fast nie dabei in deiner Medien-Welt? Ich dachte, ich schreibe jetzt mal was dazu, weil’s auch zu eurem Thema „Bedeutung von Podcasts“ passt.

    Ich hab schon oft gedacht, dass da bestimmt auch viel für mich Interessantes dabei wäre, wie sich jetzt ja auch bestätigte. Es ist kurzweilig und interessant, was ihr da macht. Ich kann mir meine Podcast-Abstinenz nur so erklären, dass es für mich nicht das richtige Medium für Vor-Dem-Computer ist. Denn dahin setze ich mich, wenn ich lese und schreibe. Aber Radio oder Podcast-Hören passt für mich nicht dahin. Wenn ich da sitze und höre, fühle ich mich so komisch ausgebremst. Ich bräuchte noch eine manuelle Beschäftigung oder was zum Gucken dazu. Kann das gar nicht richtig erklären. Ich könnte, glaube ich, zur regelmäßigen Podcast-Hörerin werden, wenn ich jeden Tag pendeln würde, mit Auto oder Bahn. Oder wenn ich einen Job hätte, wo ich nebenbei hören könnte. Mir fehlt irgendwie der Ort bzw. die Tätigkeit im Leben zu dem Podcast- oder auch Radio-Hören gut passt. Ich finde das manchmal bedauerlich. Klingt das komisch?

    Antworten
    1. Helena

      Ne, kenn ich nur zu gut, ich kann auch nicht rumsitzen und Podcast hören.
      Wie wäre es beim Putzen, beim Aufräumen, beim Kochen, beim Radfahren? Dann haste die mechanischen Bewegungen dabei, was dazu führt, dass man sich die gehörten Sachen auch noch besser merkt.
      Gute oder spannende Podcasts und Hörbücher kann man inzwischen am Zustand meines Zuhauses ablesen. 😉

  27. Morrrk

    Wenn Moon Safari „eines der schlimmsten Alben“ ist, die Du, werter Holgi, je gehört hast — und wenn Frau Tobor Dir da umgehend zustimmt –, dann nehme ich das erschüttert zur Kenntnis. Wie soll ich denn jetzt weiterhin die Wrintheit hören? Vielleicht rede ich mir ein, ihr hättet ein ganz anderes Album gemeint…

    Antworten
    1. Dennis

      Ja, diese Aussage habe ich lieber auch ganz schnell verdrängt. Denn auch wenn die Konsensfähigkeit dieses Albums abstoßend wirken mag, ist es doch eine der schönsten Ansammlungen musikalischer Perlen, die man in seinen Schallplattenregal stehen haben kann.

  28. Brynja

    Was bei mir übrigens ungemein beim Einschlafen hilft: Nur noch morgens Kaffee trinken, aber tagsüber keinen mehr. Es ist erstaunlich, wie viel das ausmacht. Zumindest bei mir.

    Antworten
  29. Abkueko

    Zum Thema „Ehrenamt/Engagement“

    Engagiert kann jeder bei allem sein und ist somit erstmal nur eine Zustandsbeschreibung. Wenn es um ehrenamtliches Engagement geht gibt es natürlich einen wichtigen Unterschied zwischen jemanden der gelegentlich bloggt und dem der arme Kinder in Afrika versorgt. Es ist in erster Linie der Aufwand. Wer nunmal nur hin und wieder etwas schreibt und dafür noch nicht mal die Wohnung verlassen muss, bringt persönlich von sich selbst weit weniger ein, als jemand der seine Arbeitskraft in Afrika zur Verfügung stellt.

    In meinen Augen lässt sich ehrenamtliches Engagement halbwegs gut in Zeit (und Aufwand) messen. Es sollte also der Blick auf dem Aufwand liegen. Dafür muss man nicht nach Afrika fliegen. Wer seine Freizeit bei der freiwilligen Pflege im Altenheim verbringt hat in meinen Augen ein vergleichbares Engagement gebracht. Wer zuhause lediglich eine Petition gegen Pflegemissstände unterzeichnet engagiert sich zwar formal auch – aber in einem weitaus geringerem Maß.

    Tatsächlich geht es oft nur um große Taten. Damit wird man vielen tausend lokal ehrenamtlich Engagierten überhaupt nicht gerecht. Studienstiftungen sehen keine Leistung darin seine Freizeit im Ort für Hilfsbedürftige aufzuwenden.

    Antworten
  30. Andre

    Die Wrintheit ist aktuell mein absoluter Lieblingspodcast, vor allem wegen der tollen Einsichten (wenn es um verschiedene Persönlichkeiten, Introvertiertheit, etc. geht) von Alex.

    In meiner Begeisterung seid ihr jetzt der Grund dafür, dass ich mir Flattr einrichte.

    Macht weiter so!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *